AMD Ryzen 5 3580U (Surface Edition) im Test

AMD Ryzen 5 3580U. Microsoft bekommt von AMD zwei exklusiv zugeschnittene CPU-Varianten für die aktuellen Surface Laptops bereitgestellt. Im Test muss sich der AMD Ryzen nicht nur gegenüber den regulären Modellen, sondern auch gegenüber der Intel-Konkurrenz beweisen.

AMD Ryzen 5 3580U: Allgemeines

Seit AMD "mit seinen gelungenen Ryzen-APUs wieder eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellt, wird der Notebook-Markt nicht mehr alleine von Intel-CPUs dominiert. Aspires, EliteBooks, ThinkPads, Ideapads, Pavilions, Inspirons, Matebooks oder Zenbooks sind zum Beispiel mit dieser Alternative bestückt. Selbst so manche Gaming-Maschine wie das Asus TUF Gaming oder das HP Pavilion Gaming Laptop werden mit AMD-Prozessoren befeuert. Lediglich im mobilen Workstation-Markt hat sich offensichtlich noch kein Hersteller an eine AMD-Lösung herangewagt.

AMD Ryzen Picasso: Derzeit gelistete AMD-CPUs der Picasso-Familie
AMD Ryzen Pro

Insbesondere für den Businessbereich sind die Pro-Varianten der Serie gedacht. Sicherheits-, Fernwartungs-, Diagnose- und Verwaltungsfunktionen sind hier auf den professionellen Bedarf zugeschnitten. Von den Leistungsdaten her unterschieden sich diese Varianten grundsätzlich nicht, können laut AMD aber in sogenannten Premium-Notebook-Gehäusen (besonders leistungsfähiges Kühlsystem) eine höhere Leistungsfähigkeit abrufen.

  • AMD Athlon Pro 300U ( 2x 2,4 – 3,3 GHz, 4 Threads, Radeon Vega 3 Graphics, 15 Watt)
  • AMD Ryzen 3 Pro Mobile 3300U ( 4x 2,1 – 3,5 GHz, 4 Threads, Radeon Vega 6 Graphics, 15 Watt)
  • AMD Ryzen 5 Pro Mobile 3500U ( 4x 2,0 – 3,6 GHz, 8 Threads, Radeon Vega 8 Graphics, 15 Watt)
  • AMD Ryzen 7 Pro Mobile 3700U ( 4x 2,3 – 4,0 GHz, 8 Threads, Radeon RX Vega 10 Graphics, 15 Watt)
Microsoft Surface Edition

Speziell auf das Microsoft Surface Laptop 3 abgestimmt, zeigt sich AMDs Microsoft Surface Edition. Während die technischen Daten im CPU-Teil nahezu identisch ausfallen, zeigen sich bei der jeweils integrierten Vega-Grafikeinheit angehobene Taktraten und aufgestockte Grafikkerne.

  • AMD Ryzen 5 3580U ( 4x 2,1 – 3,7 GHz, 8 Threads, Radeon Vega 9 Graphics, 15 Watt)
  • AMD Ryzen 7 3780U ( 4x 2,3 – 4,0 GHz, 8 Threads, Radeon RX Vega 11 Graphics, 15 Watt)
Auszug der technischen Daten
  • AMD Ryzen 5 3580U
  • Codename Picasso
  • 12-nm-Fertigungsprozess
  • 4 CPU-Kerne mit 8 Threads
  • 2,1 GHz Basistakt
  • 3,7 GHz Turbo Core Speed
  • 2 MB L2-Cache
  • 4 MB L3-Cache
  • PCIe 3.0
  • 15 Watt Standardleistungsaufnahme
  • Konfigurierbare Absenkung der TDP auf 12 Watt
  • Konfigurierbare Erhöhung der TDP auf 35 Watt
  • DDR4-Speicher mit 2 Speicherkanälen
  • 2400 MHz max. Speichertaktfrequenz
Radeon Vega 9 Prozessor-Grafik
  • 1,3 GHz maximaler GPU-Takt
  • 9 GPU-Kerne
  • DirectX 12
  • Radeon FreeSync
  • Display Port
  • HDMI
AMD Ryzen 5 3580U: Testkonfiguration

Der ausführliche Testbericht ist bereits bei Notebooks & Mobiles erschienen: Microsoft Surface Laptop 3 15 im Test.

Microsoft Surface Laptop 3 15 Zoll

AMD Ryzen 5 3580U: Leistungsfähigkeit

Der AMD Ryzen 5 3580U verfügt über 4 Rechenkerne, kann bis zu 8 Threads gleichzeitig abarbeiten und erreicht Taktraten von bis zu 3,7 GHz. Die Standard-Leistungsaufnahme beträgt wie bei den regulären Modellen der Picasso-Serie 15 Watt. Die konfigurierbare Thermal Design Power (cTDP, maximale Verlustleistung) kann vom Hersteller auf 12 Watt abgesenkt oder auf bis zu 35 Watt angehoben werden. Beim Microsoft Surface Laptop 3 kann man davon ausgehen, dass Microsoft die Ryzen-APU optimal auf die Gehäuse-Verhältnisse hin abgestimmt hat.

Bei den CPU-Tests bewegen sich die Ergebnisse im Single-Core-Bereich auf dem Niveau des AMD Ryzen 7 3700U aus dem Lenovo ThinkPad E595. Beim Single-Thread-Test des Cinebench R15 liefert das Testgerät 144 Punkte ab. Beim Multi-Core-Test muss sich das Microsoft Surface Laptop 3 15 mit AMD Ryzen 5 3580U dagegen sogar dem AMD Ryzen 5 3500U aus dem Lenovo ThinkPad E495 geschlagen geben. Mit 627 Punkten zu 666 Punkten fällt der Abstand schon eindeutig aus.

So oder so keine Chance hat der AMD Ryzen 5 3580U gegen Intels Core i5-1035G7 aus dem 13-Zoll-Surface-Laptop-3. Mit 172 Punkten im Single-Thread-Test und 687 Punkten im Multi-Thread-Test spielt dieser Prozessor fast schon in einer anderen Liga.

Ähnlich eindeutig fallen die Ergebnisse beim Geekbench aus. Hier hat zwar auch die Speicherkonfiguration einen gewissen Einfluss auf das Gesamtergebnis, mit 3.862 Punkten (Single-Thread-Test) und 12.469 Punkten (Multi-Thread-Test) reicht es jedoch lediglich für einen der hinteren Plätze.

CPU-Stresstest

Unter Dauerlast zeigt sich schließlich doch noch einen nicht unwichtige Stärke des AMD Ryzen 5 3580U. Im Microsoft Surface Laptop 3 15 kann nicht nur der AMD Ryzen 5 3500U im Asus ZenBook 14 UM431DA mit über 2.000 Punkten Abstand klar geschlagen werden. Nein, auch dem Intel Core i7-10510U aus dem Dell Inspiron 14 7490 ist diese APU in der Lage in weiten Teilen Paroli bieten zu können.

Auch im Stresstest hat diese Lösung jedoch keine Chance gegenüber dem Intel Core i5-1035G7 im Microsoft Surface Laptop 3 13.

AMD Ryzen 5 3580U

Grafik – AMD Radeon Vega 9

Die in der Microsoft Surface Edition integrierte AMD Radeon Vega 9 zeigt im Test eine recht beachtliche Leistungssteigerung. Unter dem Strich positioniert sich die Lösung vor der AMD Radeon RX Vega 10 in etwa auf dem Niveau der Intel Iris Plus Graphics 940.

AMD Ryzen 5 3580U

Hier geht es zum ausführlichen Testbericht zur AMD Radeon Vega 9 Graphics.

AMD Ryzen 5 3580U: Fazit

Dank AMDs aktueller Prozessorgeneration sind Laptops mit AMD Ryzen 5 3580UAMD-CPUs konkurrenzfähiger denn je. Der AMD Ryzen 5 3580U ist ein speziell für Microsofts Surface Laptops optimierter Abkömmling des AMD Ryzen 5 3500U.

Während die Single-Thread-Performance in dieser Variante etwas stärker ausfällt, muss man bei Multi-Thread-Aufgaben gewisse Abstriche hinnehmen. Klar optimiert wurde dagegen die Grafikleistung der integrierten AMD-Radeon-Vega-9-Grafik-Einheit, die sich in etwa auf dem Niveau der Intel Iris Plus Graphics 940 einordnet.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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