Comet Lake – Intel Core i9-10885H im Test

Intel Core i9-10885H. Der leistungsstarke Achtkerner kommt in Oberklasse-Notebooks, mobilen Workstations und Gaming-Maschinen zum Einsatz. Hiermit ausgestattete Laptops profitieren dank 8 Rechenkernen und hohen Taktraten von einer breit gefächerten Leistungsfähigkeit.

Der Intel Core i9-10885H "positioniert sich im Produktportfolio der 10. Prozessorgeneration im Spitzenfeld der für Notebooks vorgesehenen CPUs. Er verfügt über 8 Rechenkerne, kann bis zu 16 Threads gleichzeitig abarbeiten, hat einen SmartCache von 16 MB integriert und kann einen Maximaltakt von bis zu 5,3 GHz erreichen. Im Vergleich zum ähnlich ausgestatteten Intel Core i7-10875H hebt sich der i9 durch höhere Taktraten ab.

Bild Intel: Intel Core i9-10885H.

Die maximale Verlustleistung (zu kühlende Abwärme, TDP, Thermal Design Power) ist mit 45 Watt ausgewiesen. Der tatsächliche Stromverbrauch dürfte je nach Anwendung allerdings höher ausfallen. Bei besonders schlanken oder auf geringe Emissionen ausgerichteten Notebook-Konzepten können die Hersteller von der Möglichkeit Gebrauch machen die TDP auf 35 Watt abzusenken.

Verbreitung

Die hier getestete CPU wird vielfältig eingesetzt und kommt zum Beispiel in der mobilen Workstation Dell Precision 5750 zum Einsatz. Sie findet sich aber auch in vielen anderen Spiele-Laptops, leistungsstarken Multimedia-Notebooks oder sonstigen mobilen Workstations wieder. Dazu gehören zum Beispiel:

  • HP Envy 15
  • Dell XPS 17 9700
  • HP Omen 17
  • Lenovo ThinkPad P1 G3
  • Lenovo ThinkPad X1 Extreme G3
  • HP ZBook Fury 15 G7
  • HP ZBook Fury 17 G7
  • Lenovo Thinkpad P15 G1
  • Dell XPS 15 9500
Auszug der technischen Daten
  • Intel Core i9-10885H
  • 14 nm Fertigungsprozess
  • 8 Kerne, 16 Threads
  • 2,4 – 5,3 GHz Prozessortakt
  • 16 MB SmartCache
  • 45 Watt TDP, bis auf 35 Watt herstellerseitig absenkbar
  • maximale Speichergröße 128 GB DDR4-2933 bei 2 Speicherkanälen
  • Intel vPro
  • 556 $/ Stück bei Abnahme von 1.000 Einheiten
  • Technische Daten Intel-Homepage
Testgerät
  • Dell Precision 5750
  • Intel Core i9-10885H (Intel UHD Graphics)
  • 64 GB DDR4-RAM (Dual-Channel)
  • 17“-UHD+-IGZO4-Display (3.840 x 2.400 Bildpunkte)
  • Nvidia Quadro RTX 3000 (6 GB GDDR6)
  • 2 x 1 TB SSD SK Hynix PC601A

Intel Core i9-10885H

Preissituation

Auf Intels Produktseiten wird für den Intel Core i9-10885H ein Stückpreis von 556 US-Dollar ausgewiesen. Gerade im Mobilbereich ist dieser Preis nur ein grober Anhaltspunkt, da er sich zum Einen auf die Abnahme bei 1.000 Einheiten bezieht und zum Anderen oft individuelle Konditionen zwischen CPU- und Notebookhersteller ausgehandelt werden. Zudem kalkulieren die Laptop-Produzenten die CPU-Kosten recht unterschiedlich in die Gesamt-Preisgestaltung ein.

Das Lenovo ThinkPad P1 G3 ist mit Intel Core i9-10885H zum Testzeitpunkt ab knapp 2.500 Euro erhältlich. Für das Dell XPS 15 sind dagegen schon 3.900 Euro fällig und beim HP ZBook Create G7 Turbo Silver kann man auch schon mal schnell die 5.000-Euro-Marke knacken. Diese Angaben sind natürlich nicht ausstattungsbereinigt, zeigen aber, dass man im Mittel gut 1.000 Euro mehr im Vergleich zum Intel Core i7-10875H einplanen muss, der bereits in Notebooks ab 1.500 Euro zu finden ist.

Noch günstiger gelingt der Einstieg in AMDs Achtkerner-Angebot. Notebooks mit AMD Ryzen 7 4800H sind bereits ab 900 Euro und mit AMD Ryzen 7 4800HS ab 1.200 Euro zu haben. Diese arbeiten nicht nur sparsamer, sondern sind auch leistungsmäßig in wichtigen Bereichen überlegen.

Rechenleistung (Single-Core/ Multi-Core)

Die Rechenleistung des Intel-Core-i9-10885H-Prozessors positioniert sich auf den Spitzenrängen der derzeitig erhältlichen Mobil-Prozessoren. Bei der Single-Thread-Leistung zieht das Testgerät mit seinen 209 Punkten im Cinebench R15 mit dem Xeon E-2286M aus dem Dell Precision 7540 und dem Desktop-Prozessor Intel Core i9-10900 aus dem Alienware Area-51m R2 gleich.

Im Multi-Thread-Bereich reicht es dagegen nicht für die Spitzenposition. Hier muss sich der Achtkerner mit seinen 1.519 Punkten knapp hinter dem Intel Xeon E-2286M, dem AMD Ryzen 7 4800HS und dem Intel Core i9-10900 eingliedern.

Standfestigkeit bei Dauerlast

Im Dell Precision 5750 findet der Intel Core i9-10885H gute Kühl-Bedingungen vor. Beim Geekbench-CPU-Stresstest werden im Verlauf konstant Ergebnisse von etwa 28.000 Punkte abgeliefert. Damit ist die Testkonfiguration zum Beispiel in der Lage den Intel Core i7-10875H aus dem Dell XPS 17 9700 zu schlagen. Konkurrenten wie der AMD Ryzen 7 4800HS im Asus ROG Zephyrus G14 oder der Intel Core i9-10900 im Alienware Area-51m rennen dagegen mit über 32.000 oder 42.000 Punkten regelrecht davon.

Leistungsfähigkeit

Leistungsaufnahme & Hitzeentwicklung

Trotz dem offiziellen 45-Watt-Label, fallen die tatsächlich gemessenen Verbrauchswerte deutlich höher aus. Bei reiner CPU-Last zeigt das Tool HWinfo bis zu 89 Watt (CPU-Package) an. Das Gesamtsystem benötigt in diesem Szenario sogar bis zu 134 Watt. Die sehr gute Leistungsfähigkeit wird bei dieser 14-nm-CPU folglich mit einem hohen Stromverbrauch erkauft.

Entsprechend leistungsstark muss das Kühlsystem ausgelegt sein, um die entstehende Abwärme verarbeiten zu können. Beim Dell Precision 5750 sind in dieser Hinsicht keine Einschränkungen aufgetaucht. Bei anders ausgerichteten Notebook-Konzepten oder abweichend dimensionierten Kühlsystemen kann die Leistungsfähigkeit höher oder niedriger ausfallen.

Fazit

Der Intel-Core-i9-10885H-Prozessor findet sich in vielen Bewertungleistungsstarken Notebook-Konfigurationen wieder. Hier bekommt man eine sehr gute Leistungsfähigkeit geboten, die sich für den Einsatz in leistungshungrigen Business-, Gaming-, Workstation- oder Multimedia-Notebooks eignet.

Erkauft wird sich diese Performance allerdings durch einen vergleichsweise hohen Stromverbrauch. Wie üblich, ist die tatsächlich erzielbare Leistungsfähigkeit zudem von den Gehäuseeigenschaften des Notebooks, dem verbauten Kühlsystem und der eingesetzten Stromversorgung abhängig.

In der mobilen Workstation Dell Precision 5750 hat der Intel Core i9-10885H sehr gute Bedingungen zur Verfügung und arbeitet auch unter anhaltender Dauerlast angemessen stabil. Erhältlich ist diese CPU zum Testzeitpunkt allerdings erst in Notebooks der 2.500-Euro-Klasse.

Der Aufpreis zum nur moderat langsameren Achtkerner Intel Core i7-10875H oder zum teils schnelleren AMD Ryzen 7 4800HS fällt unverhältnismäßig hoch aus und dürfte insbesondere preisbewusste Anwender vom Kauf abhalten.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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