Comet Lake – Intel Core i7-10610U im Test

Comet Lake. Der Intel Core i7-10610U ist ein Vertreter Intels aktueller Comet-Lake-CPU-Familie für Laptops. Mit 4 Rechenkernen und Taktraten von bis zu 4,9 GHz verspricht dieses Modell eine gute Leistungsfähigkeit.

Der Intel Core i7-10610U ist laut Intels Produktseite "der leistungsstärkste Vierkerner der Comet-Lake-ULV-Serie für Laptops. Veröffentlicht wurde der Prozessor im 2. Quartal 2020 und ist in verschiedenen Notebooks erhältlich. Die Fertigung erfolgt im Gegensatz zur Ice-Lake-Familie noch im 14-nm-Prozess und die reguläre Verlustleistung beträgt, wie für diese Produktklasse üblich, 15 Watt.

Bild Intel: Intel Core i7-10610U.

Ansonsten stehen 4 Rechenkerne zur Verfügung, die bis zu 8 Threads gleichzeitig abarbeiten können. Die maximale Taktfrequenz wird mit 4,9 GHz beziffert, der Grundtakt beträgt 1,8 GHz. Laut Datenblatt besteht die Möglichkeit die Standard-Verlustleistung (TDP) von 15 Watt auf 10 Watt abzusenken oder auf 25 Watt anzuheben.

Für die Umsetzung sind nach wie vor die jeweiligen Notebook- und PC-Hersteller zuständig. Über diesen Weg können sie den Prozessor an das jeweilige Kühlsystem und Gerätekonzept anpassen.

Verbreitung

Die hier getestete CPU wird in verschiedenen Notebookmodellen eingesetzt und kommt zum Beispiel im Business-Laptop Fujitsu Lifebook U7410 zum Einsatz. Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • HP ZBook Firefly 14/15 G7
  • Fujitsu Lifebook U9310X
  • Fujitsu Lifebook E5510
  • Dell Latitude 15 5510
  • HP Chromebook C640
  • Lenovo ThinkPad P15s G1
Auszug der technischen Daten
  • 14-nm-Fertigungsprozess
  • 4 Kerne, 8 Threads
  • 1,8 GHz – 4,9 GHz Prozessortakt
  • 8 MB SmartCache
  • 15 Watt TDP regulär
  • TDP auf bis zu 10 Watt absenkbar
  • TDP auf bis zu 25 Watt anhebbar
  • max. 64 GB DDR4-2666, LPDDR3-2133 oder LPDDR4-2933
  • Intel UHD Graphics (24 EUs)
  • 300 – 1.150 MHz
  • shared Memory
  • maximale Auflösung 4.096 x 2.304 Bildpunkte (per DisplayPort mit 60 Hz)
  • Einführung Q2/ 2020
  • Intel Produktseite
Testsystem

Der ausführliche Testbericht ist bereits erschienen und kann hier nachgelesen werden: Fujitsu Lifebook U7410 im Test.

Fujitsu Lifebook U7410

Benchmarkergebnisse

Die Testergebnisse zeigen, dass Fujitsu die Test-CPU im Lifebook U7410 mit der regulären Verlustleistung von 15 Watt betreibt. Von der Möglichkeit die Thermal Design Power (TDP, Verlustleistung) auf 25 Watt anzuheben wird hier kein Gebrauch gemacht. Im Ergebnis gelingt es dem Vierkerner sich bei Single-Thread-Aufgaben auf dem Niveau des AMD Ryzen 5 4500U einzuordnen.

Bei Multi-Thread-Aufgaben zeigt sich hingegen, dass der regulär betriebene i7 nicht mehr mit aktuelleren CPU-Entwicklungen mithalten kann. Lediglich eine höhere Leistungsaufnahme in Kombination mit einer erhöhten Abwärme könnte den Abstand zu AMDs Renoir-Alternativen oder Comet-Lake-ULV-Modellen mit angehobener TDP verringern.

Beim Cinebench R15 erreicht die Testkonfiguration 175 Punkte beim Single-Thread-Test und 647 Punkte beim Multi-Thread-Test. Die Resultate der Geekbench-Tests ordnen die Leistungsfähigkeit ähnlich ein.

Hinweis: In Laptops oder PC-Systemen, die den Prozessor mit einer angehobenen Verlustleistung von 25 Watt betreiben, kann die Performance höher ausfallen. Abwärme und Stromverbrauch allerdings auch.

Dauerlaststabilität

Einen entscheidenden Einfluß auf die Dauerlast-Performance hat das im jeweiligen PC- und Notebook-Modell eingesetzte Kühlsystem. Auch die tolerierte Leistungsaufnahme und die damit verbundene Abwärme (Verlustleistung, TDP) haben hier einen nicht unerheblichen Einfluß. Nach kurzzeitig gemessenen 35 Watt (CPU-Package, HWinfo) senkt sich die Leistungsaufnahme im Fujitsu Lifebook U7410 auf dauerhaft ca. 15 Watt.

Das Kühlsystem arbeitet hier effizient und vergleichsweise leise. Es erzeugt einen Schalldruckpegel von 33,8 dB(A). Deutlich besser schneiden in diesem Szenario allerdings Laptops mit AMD-Renoir-CPUs ab. Acers Swift 3 SF314-42 mit AMD Ryzen 7 4700U zum Beispiel, bleibt unter gleichen Bedingungen bei einer deutlich besseren Rechenleistung unter der 30-dB(A)-Grenze.

Im Ergebnis reichen die beim Geekbench-CPU-Stresstest erzielten Ergebnisse von um die 10.300 Punkten lediglich zu einer unterdurchschnittlichen Platzierung in der Vergleichsgruppe.

Fazit & Bewertung

Der Intel Core i7-10610U kann sich leistungsmäßig nur nochBewertung schwer gegenüber aktuelleren Prozessor-Familien behaupten. Die Test-CPU wird im Fujitsu-Laptop zwar „nur“ mit der regulären Verlustleistung betrieben, dennoch ist bei einer Anhebung der TDP auf 25 Watt kaum mit einer konkurrenzfähigen Rechenleistung zu rechnen. Siehe dazu auch den Test des Sechskerners Intel Core i7-10710U.

Zudem müsste man bei diesem Schritt eine deutlich höhere Leistungsaufnahme in Kombination mit einer ansteigenden Verlustleistung in Kauf nehmen. Nicht jedes Notebook-Konzept ist dafür ausgelegt oder geeignet.

Eindeutig am unteren Ende der Leistungsskala positioniert sich zudem die Grafikleistung der im Prozessor integrierten Intel UHD Graphics. AMDs Radeon Graphics oder Intels Iris Plus Graphics agieren im 3D-Bereich teils doppelt so schnell.

Unter dem Strich ist der Intel Core i7-10610U nur noch dann empfehlenswert, wenn das Notebook-Gesamtpaket stimmt und keine Maximal-Anforderungen an CPU- und Grafik-Leistung bestehen.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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