Nvidia Quadro RTX 3000 (Laptop) im Test

Gehobener Mittelklasse-Profi. Die Nvidia Quadro RTX 3000 ist eine leistungsstarke Mittelklasse-Grafik für mobile Workstations. Mit einer Leistungsaufnahme von 60 bis 80 Watt wird dieses Modell in 15-Zoll-Notebooks und darüber eingesetzt.

Die Nvidia Quadro RTX 3000 "stellt den Einstieg in Nvidias potente Quadro-RTX-Serie dar. Gegenüber der leistungsschwächeren T-Serie trumpft sie nicht nur mit einer höheren Speicherleistung und deutlich mehr Shaderprozessoren, sondern auch mit eigenen Raytracing-Kernen auf. Sie gehört damit zur erweiterten Leistungsspitze der mobilen Turing-Workstation-Chips.

Laut Nvidia-Datenblatt verfügt der RTX-Einsteiger über 1.920 Shadereinheiten und einen 6 GB großen GDDR6-Grafikspeicher, der über einen 192 bit breiten Speicherbus angebunden ist. Diese Angaben werden auch im Testgerät Dell Precision 5750 ausgelesen.

Bild Nvidia: Nvidia Quadro RTX 3000

Der GDDR6-Grafikspeicher von Micron arbeitet hier mit einer Taktrate von 1.500 MHz und die GPU-Kerne erreichen im Testgerät bis zu 1.485 MHz, kurzzeitig sogar 1.815 MHz. Ein Merkmal mit dem sich die Nvidia Quadro RTX 3000 zusätzlich von der Nvidia Quadro T2000 abgrenzen kann, sind die implementierten Raytracing-Fähigkeiten. Hierzu stehen der Test-GPU immerhin 30 separate Raytracing-Kerne zur Verfügung.

Nvidia gibt für die Quadro RTX 3000 eine Verbrauchsspanne von 60 bis 80 Watt an. Gegenüber den leistungsstärkeren Schwestermodellen Nvidia Quadro RTX 4000 und Nvidia Quadro RTX 5000 sollte die Test-GPU also mit 20 bis 30 Watt weniger auskommen.

Verbreitung und Preise

Für eine mobile Workstation mit Nvidia Quadro RTX 3000 muss man zum Testzeitpunkt mindestens 2.000 Euro einplanen. Am unteren Ende der Preisspanne bewegen sich zum Beispiel Dells Precision 7540/ 7740 oder Acers ConceptD 5 Pro. Knapp an der 4.000-Euro-Grenze kratzen dagegen Modelle wie HPs ZBook Fury 17 G7 oder Lenovos ThinkPad P53. Wie immer bleiben bei dieser groben Übersicht die sonstigen Ausstattungsdetails unberücksichtigt.

Weitere Modelle sind zum Beispiel:

Auszug der technischen Daten
  • TU106 Grafikchip (Turing-Generation)
  • 12-nm-Verfahren
  • 1.920 Shadereinheiten
  • 30 RT-Kerne
  • 1.485 MHz Kerntakt (Dell Precision 5750)
  • 1.815 MHz Kernrtakt (kurzzeitiges Maximum)
  • 6 GB GDDR6 Grafikspeicher (Micron)
  • 1.500 MHz Speichertakt
  • 192 bit Speicherbus
  • 336 GB/s Speicherbandbreite (Herstellerangabe)
  • DX 12.1, OpenGL 4.6
  • Shader Model 5.1, OpenCL
  • Nvidia Optimus, Nvidia nView
  • Vulkan
  • VR Ready
  • Nvidia 3D Vision Pro
  • DisplayPort 1.4
  • PCIe 3.0
  • 60 bis 80 Watt maximale Leistungsaufnahme (laut Nvidia-Datenblatt)
  • Technische Daten
Auszug der technischen Daten des Testsystems
  • Dell Precision 5750
  • Intel Core i9-10885H
  • 4k-IGZO4-Display
  • 64 GB DDR4-RAM (Dual-Channel)
  • Nvidia Quadro RTX 3000 mit 6-GB-GDDR6-Grafikspeicher
  • 2 x SK Hynix PC601A
  • Windows 10 Pro 64 bit

Der ausführliche Testbericht zum Dell Precision 5750 ist bereits bei Notebooks & Mobiles erschienen: Dell Precision 5750 im Test.

Leistungsfähigkeit

Benchmarks
DirectX

Die Testergebnisse zeigen, dass die Nvidia Quadro RTX 3000 im Zusammenspiel mit der DirectX-Schnittstelle verhältnismäßig leistungsstark agiert. Je nach Testsequenz positioniert sich der Profi-Chip zwischen der Nvidia Geforce GTX 1660Ti aus dem Asus ROG Zephyrus G14 oder der Nvidia Geforce RTX 2060 aus dem Dell XPS 17 9700 und der Nvidia Quadro RTX 5000 aus dem Dell Precision 7540. Beim 3DMark Time Spy werden zum Beispiel 5.756 Punkte und beim Unigine Heaven Extreme 86 fps erreicht.

OpenGL (optimiert, Workstation-CAD)

Die Nvidia Quadro RTX 3000 ist als Profilösung dank spezieller Treiber in der Lage entsprechend optimierte Profisoftware besonders effizient und schnell abzuarbeiten. Im Vergleich zu hardwareseitig ähnlich ausgestatteten Consumer-Grafikchips der Geforce- und Radeon-Serien können teils enorme Performance-Unterschiede zugunsten der professionell ausgelegten Ableger auftreten.

Beim SPECviewperf.13-Benchmark werden die Bereiche CAD, CAM, Exploration und auch ein medizinisches MRT abgedeckt. Von optimierten Treibern profitieren hier insbesondere Programme wie Creo, Siemens NX oder Solidworks. Software-Produkte wie 3dsMax oder Showcase setzen dagegen auf DirectX als Grafikschnittstelle. Hier kommen keine speziellen Treiberoptimierungen zum Tragen, weshalb sich in diesem Bereich letztlich die höchste Rohleistung durchsetzt.

Die Nvidia Quadro RTX 3000 aus dem Dell Precision 5750 ist in allen Testsequenzen stark genug, um sich vor der Nvidia Quadro RTX 3000 aus dem Asus ProArt StudioBook 17 positionieren zu können. Selbst die Nvidia Quadro RTX 4000 aus dem HP ZBook 17 G6 kann hier und da geschlagen werden.

Nvidia Quadro RTX 3000: CAD-Leistungsfähigkeit.

Virtual Reality

Die Profi-Grafikchips Nvidia Quadro RTX 6000, Nvidia Quadro RTX 5000, Nvidia Quadro RTX 4000 und eben die Test-GPU tragen das Nvidia-VR-Ready-Logo. Entsprechend hoch fällt auch die VR-Performance aus.

Beim VRMark Orange Room erzielt die Nvidia Quadro RTX 3000 7.320 Punkte, was die VR-Ready-Vorgabe des VRMarks von 5.000 Punkten deutlich übertrifft. Nochmals flotter arbeiten in diesem Teilbereich Grafikchips wie die Nvidia Quadro RTX 4000 oder die Nvidia Geforce RTX 2070 Super.

Leistungsfähigkeit

Dauerlaststabilität

Die Stabilität der Grafikleistung ist im Notebookbereich immer von dem im jeweiligen Notebook verbauten Kühlsystem abhängig. Auch limitieren Hersteller hin und wieder gerne die Grafik- und/ oder CPU-Leistung bei Volllastszenarien, um vorgegebene thermische Grenzen einhalten zu können.

Im Test rennt die GPU-Taktrate auch im Dauerbetrieb mit bis zu 1.485 MHz und der GDDR6-Grafikspeicher erreicht 1.500 MHz. Performance-Einbußen sind beim Dell Precision 5750 dank der grafiklastigen Grundausrichtung, des gut dimensionierten Kühlsystems und des ausreichend großzügigen Gehäusevolumens im Bereich der Grafikeinheit nicht festzustellen. Kommen bei anderen Notebookmodellen andere Vorgaben, Kühlsysteme oder Gehäusegegebenheiten zum Einsatz, so kann sich die Leistungsfähigkeit von Gerät zu Gerät unterscheiden.

Nvidia Quadro RTX 3000: Bewertung

Nvidia Quadro RTX 3000: Fazit

Die Nvidia Quadro RTX 3000 ist ein mobiler Profi-Grafik-ChipBewertung der für den Einsatz in 15-Zoll-Workstations und größer vorgesehen ist. Die Leistungsfähigkeit fällt über ein breites Einsatzspektrum hinweg überaus gut aus.

Im DirectX-Bereich ist die Performance in etwa mit der konventionellen Nvidia Geforce RTX 2060 vergleichbar.

Am wohlsten fühlt sich diese Profi-Lösung dagegen im Zusammenspiel mit FullHD-Displays und mit Software, die von optimierten OpenGL-Treibern profitiert. Kommt sie vornehmlich hier zum Einsatz, dann macht sich auch der nicht unerhebliche Aufpreis im Vergleich zur konventionellen Nvidia Geforce RTX 2060 schnell bezahlt.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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