Lenovo ThinkPad E480 (i5-8250U, RX 550) im Test

Büro-Spezialist. Das Lenovo ThinkPad E480 gehört zu Lenovos beliebter E-Serie, die schon lange mit einem besonders gelungenen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Das gilt auch für das neue E480, das die Messlatte sogar noch mal ein Stückchen höher legen kann.

Preiswert, "leistungsstark, robust, funktionsreich und arbeitstauglich sind Eigenschaften, die man nur selten in einem einzigen Gerät geboten bekommt. Das Lenovo ThinkPad E480 schafft diesen Spagat und empfiehlt damit Lenovos E-Serie auch in der aktuellen Modellgeneration für die preisbewusste Unternehmens-Kundschaft. Dass man hier auf wichtige Basis-Funktionen nicht verzichten muss, haben bereits die erfolgreichen Vorgänger gezeigt.

Mit neuem Gehäuse, erstarkten Leistungskomponenten und erneuerten Schnittstellen wird die behutsame Evolution der Serie unbeirrt fortgeführt. Dabei hat sich Lenovo auch so manchem Kritikpunkt angenommen und zum Beispiel endlich eine optionale Tastaturbeleuchtung für die E-Serie ins Programm aufgenommen.

Lenovo ThinkPad E480: Preise

Die Preise beginnen in Lenovos Online-Shop derzeit bei günstigen 590 Euro. Dann erhält man schon einen Intel Core i5-8250U, 4 GB RAM und ein 128-GB-Solid-State-Drive, muss aber noch auf das FullHD-IPS-Display und die Tastaturbeleuchtung verzichten. Beides ist gegen Aufpreis erhältlich und erhöht den Kaufpreis auf immer noch moderate 634 Euro. Inklusive Windows 10.

Das Testgerät entspricht dagegen einer der mittleren Konfigurationen und kommt mit Intel Core i5-8250U, 8 GB RAM, 256-GB-SSD, FullHD-IPS-Display, dedizierter AMD Radeon RX550 und der optionalen Tastaturbeleuchtung. Zum Testbeginn hat Lenovo für diese Zusammenstellung noch 790 Euro verlangt, inzwischen sind daraus 810 Euro geworden.

Das derzeitige Top-Modell bietet schließlich einen Intel Core i7-8550U, 16 GB RAM und ein 512-GB-SSD. Der Preissprung fällt mit etwa 400 Euro zusätzlich recht hoch aus und dürfte so manches preisbewusste Portemonnaie sprengen.

Als Alternative steht noch der etwas größere 15,6-Zöller Lenovo ThinkPad E580 zur Verfügung. Hier beginnen die Preise ebenfalls bei unter 600 Euro. Das Lenovo ThinkPad E580 wurde von Notebooks & Mobiles ebenfalls schon getestet: Test Lenovo ThinkPad E580.

Lenovo ThinkPad E480

Lenovo ThinkPad E480: Auszug der technischen Daten
Model Lenovo ThinkPad E480 – 20KN-CTO1WW
Preis ca. 810 Euro Testkonfiguration (Online)
Farbe schwarz oder silber (konfigurationsabhängig)
Prozessor Intel Core i5-8250U, 4 Kerne (8 Threads), 1,6 GHz – 3,4 GHz, 15 Watt TDP
Grafik AMD Radeon RX 550 (2 GB GDDR5) & Intel UHD Graphics 620 (shared memory), Umschaltgrafik
Arbeitsspeicher 8 GB DDR4-RAM, Dual-Channel
Massenspeicher Lenovo 256 GB PCIe-M.2-SSD (LENSE20256GMSP34MEAT2TA)
Display 14-Zoll-IPS-Display, Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte, mattiert, 16:9, 157 ppi, LEN40A9 N140HCA-EAC
Betriebssystem & Software Windows 10 Home 64 bit
BIOS-Version 1.09 (ROPET32W)/ 1.12 angetestet
Anschlüsse & Erweiterung 2 x USB Typ A 3.0 (1 x Powershare), 1x USB Typ A 2.0, 1 x USB 3.1 Gen.1 Typ C,  HDMI 1.4b, 1 x 3,5-mm-Klinke Audio in/out, Speicherkarten-Lesegerät (MicroSD)
Kommunikation Intel Dual Band Wireless-AC 3165 (1×1), Bluetooth 4.1, Realtek-Gigabit-Ethernet, Dual-Array-Mikrofon, 720p-Webcam
Audio Intel Sunrise Point – High Definition Audio Controller/ Conexant CX2075314, 2 Stereo-Lautsprecher
Eingabegeräte Chiclet-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung (2-stufig), Touchpad, Trackpoint
Sicherheit Bios- und Systempasswörter, TPM 2.0, Fingerabdruck-Lesegerät, Kensington-Kabelschlossvorbereitung
Batterie & Stromversorgung 45-Wh-Lithium-Polymer-Akku (intern verbaut), 65-Watt-Netzteil
Zubehör
Abmessungen & Gewicht 329 (B) x 242 (T) x 21 (H) mm, Testgewicht 1,79 kg & Netzteil 330 g
Herstellergarantie 1 Jahr (Bring in)
Leihsteller Privater Leihsteller
Informationen zum Testgerät Produktseite
Lenovo ThinkPad E480: Garantie

Die Herstellergarantie der E-Serie beträgt wie gehabt 12 Monate. Wer hier die Absicherung verlängern oder erweitern möchte, bekommt eine üppige und preislich attraktive Auswahl angeboten. Eine Verlängerung auf 4 Jahre Basis-Garantie kostet zum Beispiel etwa 166 Euro und 4 Jahre Vor-Ort-Garantie schlagen mit knapp 250 Euro zu Buche.

Lenovo ThinkPad E480: Gehäuse

Das Gehäuse des Lenovo ThinkPad E480 ist schlank, leicht und im typischen ThinkPad-Design gehalten. Die grau-schwarze Optik sorgt für ein zurückhaltendes Erscheinungsbild und empfiehlt sich dadurch für den anvisierten Einsatz als Arbeits- und Geschäfts-Notebook. Das Design ist insgesamt kantiger und ein Stück weit erwachsener geworden. Vom ehemalig abgerundeten Edge-Design hat man sich nun endgültig verabschiedet.

Alternativ zum klassischen grau-schwarz bietet Lenovo das ThinkPad E480 wie schon das Lenovo ThinkPad E570 auch in Silber an. Diese Option ruft jedoch einige Beschränkungen bei der Konfigurierbarkeit hervor und ist daher nicht mit allen Hardware-Kombinationen erhältlich.

Die Gehäusestabilität geht insgesamt in Ordnung, weist aber deutliche Schwächen bei der Verwindungssteifigkeit des Bildschirms auf. Dieser lässt sich schon mit wenig Kraft merklich verformen und eindrücken. Auswirkungen auf die Bildschirmdarstellung hat das beim Testgerät nicht. Dafür wippt das Display bei Bewegung nach, was sich zum Beispiel beim Einsatz im Zug als nachteilig erweisen könnte.

Einen durchweg guten Eindruck macht dagegen die Basiseinheit mit ihrer festen Handballenablage und deutlich stabileren Grundstruktur. Beim Testgerät hat die Tastatur allerdings nicht zu 100 Prozent fest aufgelegen, sondern beim Tippen etwas nachgegeben. Zudem ist hier der Rahmen nicht korrekt eingesetzt, was zu einem unschönen Spalt an der linken Seite führt. Ansonsten sind am Testgerät keine Verarbeitungsmängel feststellbar. Selbst der Displayrahmen liegt bündig und mit gleichmäßigem Abstand auf der Paneloberfläche auf.

Wartung & Aufrüstbarkeit

Am Unterboden hat Lenovo die komfortable Wartungsklappe des Lenovo ThinkPad E470 nicht übernommen. Stattdessen muss man nun die gesamte Bodenwanne entfernen. Das erfordert Zeit, Geschick und das Bewußtsein dabei eventuell eine der zahlreichen Kunststoffnasen, mit denen die Bauteile zusätzlich miteinander verbunden sind, abzubrechen. Zudem läuft man beim Aufhebeln der Bauteile immer Gefahr durch ein Abrutschen des Werkzeugs Macken in der Kunststoffoberfläche zu hinterlassen. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich der Wartungsaufwand dadurch deutlich erhöht.

Informationen zu der Vorgehensweise, den Garantiebedingungen und welche Bauteile vom Anwender selbst getauscht werden dürfen, findet man wie üblich im ausführlichen Hardware Maintenance Manual.

Lenovo ThinkPad E480: Ausstattung
Schnittstellen

Die Schnittstellenausstattung hat sich vom Funktionsreichtum her im Vergleich zum Lenovo ThinkPad E470 kaum verändert. Die USB-3.0-Anschlüsse limitieren bei maximal 5 Gbit/s, das Speicherkarten-Lesegerät bremst flinke UHS-II-Karten aus und externe Bildschirme können per HDMI lediglich bis zu einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten mit einer Bildwiederholrate von 60 Hz angesprochen werden. Höhere Auflösungen sind mit maximal 30 Hz möglich.

Lenovo ThinkPad E480

Der zusätzliche USB-Anschluss im Typ-C-Format ersetzt den bislang üblichen proprietären Netzanschluss, unterstützt darüber hinaus aber weder schnelle 10-Gbit/s-Verbindungen noch das DisplayPort-Protokoll. Das wird im PSREF aus dem Dezember 2017 noch anders dargestellt und nennt hier einen USB 3.1 Typ C Gen.2 der für die Datenübertragung, Videoausgabe und Stromversorgung geeignet sein soll. Im Test wurde Sandisks Extreme 900 Portable SSD bei maximal 410 MB/s ausgebremst und eine Videoausgabe hat sich generell nicht bewerkstelligen lassen. Getestet mit Viewsonic VP2780-4k, ASUSPro PA238Q, OWC Thunderbolt 3 Dock.

USB-Typ-C

Edit 09.02.2018: Ein Nachtest hat ergeben, dass die Bildausgabe über den USB-Typ-C-Anschluss doch funktioniert. Jedoch scheint die Schnittstelle recht wählerisch zu sein, was die Kabel angeht. Letztlich hat ein Inateck USB-C-zu-DisplayPort-Kabel den Erfolg gebracht. Ohne Adapter oder Dockingstation ist die Schnittstelle für die Monitoransteuerung nur im Akkubetrieb nutzbar, da hierüber auch die Stromversorgung erfolgen muss. An der auf USB-3.0-Geschwindigkeit limitierten Übertragungsrate hat sich jedoch nichts geändert.

Ebenfalls unvorteilhaft zeigt sich der Wechsel auf das MicroSD-Format beim Speicherkarten-Lesegerät. Dieses benötigt zwar weniger Platz an der rechten Flanke des Notebooks, erfordert dafür aber in vielen Fällen den Einsatz von Adaptern. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist auf etwa 90 MB/s begrenzt und entspricht damit dem UHS-I-Standard.

Schnittstellenperformance
Lenovo ThinkPad E480 Transferraten in MB/s
Speicherkarten-Lesegerät, Lexar Professional UHS-II 1000x (32 GB, MicroSD) 86 Lesen/ 55 Schreiben
USB 3.0 Typ A, Samsung Portable SSD T3 (250 GB) 384 Lesen/ 364 Schreiben
USB 3.1 Gen.1 Typ C, Sandisk Extreme 900 (480 GB) 385 Lesen/ 410 Schreiben
Ansteuerung Viewsonic VP 2780-4k 3.840 x 2.160 @ 60 Hz ja per DisplayPort/ USB C
Latenzen (LatencyMon), nach 11 Minuten Laufzeit 1.409 µs
Maximale Lautstärke integrierte Lautsprecher (Pink Noise) 73,6 dB(A)
Bluetooth-Reichweite mit UE Boom 2 14 m
Erreichbarkeit BIOS/ UEFI Enter + F1 (beim Bootvorgang)
Erreichbarkeit Bootoptionen F12
Positionierung

Die Positionierung der Anschlüsse hat Lenovo etwas optimiert. Gigabit-LAN und HDMI liegen nun weiter hinten und stören so weniger mit angeschlossenen Kabeln. Die beiden USB-Buchsen auf der linken Seite liegen einerseits weit genug auseinander, um sich mit angeschlossenen Peripherie-Geräten nicht gegenseitig zu blockieren und andererseits nah genug beieinander, um auch Y-Kabel nutzen zu können. Ein solches ist meist dann erforderlich, wenn ein externes optisches Laufwerk wie ein DVD-Brenner oder ein Blu-Ray-Player zum Einsatz kommen soll.

Kommunikation

Die Kommunikationsausstattung bietet mit AC-WLAN, Bluetooth 4.1 und HD-Webcam den üblichen Basis-Umfang. Ein mobiles Breitbandmodul ist nicht integrierbar. Hier müsste man bei Bedarf zum Beispiel auf USB-Lösungen oder Smartphone-Tethering ausweichen. Zusätzlich zum im Testgerät verbauten Intel Dual Band Wireless-AC 3165 sind im PSREF (Product Specification Reference) noch zwei weitere WLAN-Module von Realtek aufgeführt. Im Online-Konfigurator werden diese derzeit allerdings nicht angeboten.

Sicherheit

Neben den üblichen Passwortsicherungen auf BIOS- und Systemebene und einem TPM-2.0-Chip ist das Testgerät mit einem Fingerabdruck-Lesegerät ausgestattet. Dieses Ausstattungsmerkmal kann bei anderen Konfigurationen fehlen und gehört nicht zwingend zum Standard-Lieferumfang. Das im Testgerät verbaute Solid State Drive unterstützt den Opal-2.0-Standard.

Ein Smartcard-Lesegerät oder NFC sind für die E-Serie der ThinkPads nicht erhältlich. Eine spannende Ergänzung für die Absicherung der eigenen Daten könnten Lenovos externe Secure Hard Drives darstellen. Als Besonderheit bieten diese Festplatten eine AES-256-bit-Verschlüsselung der Daten, deren Freigabe wiederum über einen integrierten Ziffernblock erfolgt.

Lenovo ThinkPad E480

Zubehör

Produktspezifisches Zubehör findet man aufgrund fehlender proprietärer Schnittstellen nicht. Lenovo hat natürlich verschiedene Taschen, Rucksäcke, externe Laufwerke oder Schnittstellenadapter im Programm. OWCs Thunderbolt 3 Dock wurde im Test erkannt, kurz danach aber sofort mit dem Hinweis belegt, dass nicht alle Thunderbolt 3 Funktionen unterstützt werden. Hier, wie auch direkt am USB 3.1 Typ C, ist keine Videoübertragung und keine 10-Gbit/s-Geschwindigkeit möglich.

Audio

Die im Lenovo ThinkPad E480 verbauten Lautsprecher tönen höhenlastig mit wenig Mitten und Bässen. Die maximale Lautstärke erreicht magere 73,6 dB(A). Externe Bluetooth-Lautsprecher wie  die UE Boom 2 oder die JBL Flip 4 sorgen für eine deutlich bessere Soundqualität. Ansonsten kann man externe Lautsprecher-Lösungen auch noch per USB oder 3,5-mm-Klinke anbinden.

Lenovo ThinkPad E480: Eingabegeräte

Die ThinkPad-Tastatur kommt im bekannten Format und überzeugt mit großen Tasten im 19-mm-Raster. Druckpunkt, Anschlagverhalten und Geräuschentwicklung fallen sehr gut aus. Beim Testgerät wippt die Tastaturmatte über die gesamte Eingabefläche etwas nach, was augenscheinlich nicht an dem unsauber eingesetzten Rahmen, sondern am Unterbau an sich liegt. Dieser Effekt wirkt sich jedoch recht gering aus und dürfte von den meisten Vielschreibern noch toleriert werden.

Das typische Lenovo-Tasten-Layout hat einige Besonderheiten wie die vertauschten Strg- und FN-Tasten oder die in der unteren Reihe platzierte Druck-Taste zu bieten. Das ist für Umsteiger gewöhnungsbedürftig und erfordert beim Arbeiten mit „normalen“ Tastaturen immer wieder ein Umdenken. Strg und FN können von den Funktionen her im BIOS getauscht werden. Ansonsten gefallen die großen Pfeiltasten und die praxisgerecht zusammengestellten Sonderfunktionen.

Die Tastaturbeleuchtung ist zweistufig ausgeführt, zeigt sich in der höchsten Stufe aber vergleichsweise dunkel. Die Beleuchtung gehört nicht zum Standard-Lieferumfang, ist aber im Online-Konfigurator für einen schmalen Aufpreis von derzeit knapp 22 Euro zu haben und unter dem Strich durchaus empfehlenswert.

Das Touchpad verfügt über eine recht große Eingabefläche von 100 x 68 mm und ist als Clickpad, also mit integrierten Touchpad-Tasten, ausgeführt. Die Gleiteigenschaften der Touchoberfläche sind sehr gut und nehmen Eingaben zuverlässig an. Auch die an der vorderen Kante integrierten Tastenbereiche funktionieren gut. Einstellungen können über die Windows-Touchpad-Einstellungen vorgenommen werden, der Synaptics-Touchpad-Treiber bietet hierfür keine Optionen.

Die oberhalb des Touchpads positionierten Eingabetasten gehören zum für ThinkPads obligatorischen Trackpoint, der eine gelungene Alternative oder Ergänzung zur Touchpad- oder Mauseingabe darstellt. Die Steuerung erfolgt präzise und schnell, erfordert für Einsteiger aber ein wenig Eingewöhnungszeit.

Lenovo ThinkPad E480: Display

Lenovo bietet das ThinkPad E480 derzeit mit zwei verschiedenen Bildschirmoptionen an. Ein HD-TN-Display mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten und ein FullHD-IPS-Panel mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Eine Variante mit Touchoberfläche findet sich in den Optionen nicht.

Rein qualitativ erscheint die HD-Basis-Lösung auf den ersten Blick wenig attraktiv und dürfte bei der individuellen Zusammenstellung tatsächlich von vielen Anwendern links liegen gelassen werden. Eine grobe Auflösung und eine geringe vertikale Blickwinkelstabilität liegen ausserhalb aktueller Qualitätsansprüche. So ganz uninteressant ist diese Bildschirmvariante im anvisierten Unternehmensbereich dennoch nicht. Kommen hier nämlich noch eigene Softwareentwicklungen zum Einsatz, die mit Skalierungen und höheren Auflösungen nichts anfangen können, so macht das HD-Panel in Spezialbereichen hier und da doch noch Sinn.

Im Testgerät ist ein massentauglicheres FullHD-IPS-Display von CMI (Innolux) verbaut. Es verfügt über eine gute Blickwinkelstabilität, eine mattierte Oberfläche und eine angenehm feine Punktdichte von 157 ppi.

Helligkeit & Kontrast

Die maximale Helligkeit beträgt im oberen mittleren Bildschirmdrittel 260 cd/m², fällt dann aber auf bis zu 229 cd/m² im rechten unteren Bildschirmdrittel ab. Die Ausleuchtung erreicht gute 88 Prozent. Beim Schwarzbild sind allerdings Lichthöfe und recht großflächige Wolkenbildungen erkennbar. Im Praxisbetrieb stören diese am ehesten bei dunklen Nachtsequenzen in Filmen, Spielen oder bei Bildern.

Eine Regelung der Helligkeit erfolgt über 11 Stufen, wovon alleine 7 den Bereich unter 100 cd/m² abdecken. Danach erfolgen die Sprünge grobschlächtiger und erreichen das Maximum in 4 Schritten. Hier dürfte sich so mancher Anwender eine gleichmäßiger arbeitende Regelung wünschen. Bei der Helligkeitsregulierung an sich kommt zwar PWM (Pulsweitenmodulation) zum Einsatz, aufgrund der sehr hohen Frequenz von 25.000 Hz, dürfte das allerdings zu keinen Einschränkungen führen. Als störend werden meist Frequenzen von unter 400 Hz beurteilt.

Im Akkubetrieb ist die volle Luminanz abrufbar, was zusammen mit der nur diffus spiegelnden Oberfläche für eine gute Nutzbarkeit im Aussenbereich oder bei sonst hellen Umgebungslichtsituationen sorgt.

Der Kontrast beträgt beim Testsample 4648:1 was vor allem am niedrigen Schwarzwert von 0,054 cd/m² in der Displaymitte liegt.

Farbraum & Farbgenauigkeit

Die Gesamtheit der darstellbaren Farben fällt sehr niedrig aus. Vom sRGB-Farbraum können gerade mal 60 Prozent wiedergegeben werden. Das reicht für viele Büro-, Unternehmens-, Internet- und Textaufgaben aus, Bildbearbeiter, Grafiker oder Videofilmer werden damit aber nicht glücklich.

Ähnlich verbesserungswürdig zeigt sich die Farbgenauigkeit. Im Auslieferungszustand wird der optimale Weißpunkt deutlich verfehlt und driftet in den grünlichen Bereich ab. Zusammen mit der niedrigen Farbraumabdeckung sorgt das für ein durchschnittliches DeltaE 2000 (Abweichung vom Ideal, je weniger desto besser) von 8,1 und ein maximales DeltaE 2000 von 26,1.

Mit einer Profilierung kann man zumindest den Weißpunkt und die Graustufendarstellung optimieren. An der generellen Farbgenauigkeit ändert das jedoch nur wenig, da die zur Verfügung stehenden Farbwerte einfach zu gering ausfallen.

Displaymessungen im Überblick
Display – Lenovo ThinkPad E480 14-Zoll-IPS-Display, mattiert, 16:9, LEN40A9, N140HCA-EAC (CMI/Innolux)
Auflösung 1.920 x 1.080 Bildpunkte, 157 ppi
minimale Helligkeit 3 cd/m²
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 8 ( 164 cd/m²)
ca. 200 cd/m²  Helligkeitsstufe 10 ( 205 cd/m²)
maximale Helligkeit Displaymitte 251 cd/m²
maximale Helligkeit Displaymitte Akku 251 cd/m²
Schwarzwert Displaymitte 0,054 cd/m²
Ausleuchtung 88 %
sRGB-Farbraumabdeckung 60 %
Kontrast Displaymitte 3.111:1
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 8,1 (5,7)
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 26,1 (27,3)
Helligkeitssteuerung durch Pulsweitenmodulation ja mit 25.000 Hz, Helligkeitsstufe 0 bis 10
Das Display wurde mit Portrait Displays Spectracal Calman Software vermessen und ausgewertet. Ausführlicher Artikel zu Calmans Farbanalyse-Software
Lenovo ThinkPad E480: Leistung

Das Lenovo ThinkPad E480 ist vornehmlich mit Intels Kaby-Lake-Refresh-Prozessorgeneration ausgestattet, wird im PSREF ergänzend aber auch noch mit Prozessoren der 7. Core-i-Generation gelistet. Tatsächlich verfügbar sind diese derzeit jedoch weder im Lenovo-Online-Shop, noch bei den einschlägigen Händlern. Zur Wahl stehen deshalb letztlich nur der Intel Core i5-8250U und der Intel Core i7-8550U. Für die Grafikausgabe ist entweder die im Prozessor integrierte Intel UHD Graphics 620 oder in den besser ausgestatteten Modellen auch AMDs Radeon RX 550 verantwortlich. Abgerundet wird die Leistungsausstattung durch bis zu 32 GB RAM und verschiedene Massenspeicherlaufwerke im M.2- und 2,5-Zoll-Format.

Prozessor – Intel Core i5-8250U

Der im Testgerät eingesetzte Intel Core i5-8250U hat bereits im Acer Swift 3 und im Acer Aspire 5 A515 seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die 4 Rechenkerne können bis zu 8 Threads (Intel Hyperthreading) gleichzeitig abarbeiten. Das kommt vor allem Programmen zugute, die ihre anfallende Rechenlast auf möglichst viele gleichzeitig rechnende Prozessorkerne verteilen können. Der Prozessortakt des Intel Core i5-8250U bewegt sich zwischen 1,6 GHz und 3,4 GHz. Das Maximum wird bei Single-Thread-Anwendungen erreicht.

Die reine Prozessorleistung des Lenovo ThinkPad E480 bewegt sich in etwa auf dem gleichen Niveau der bereits getesteten Acer-Geräte. Kleinere Unterschiede sind zwar sichtbar, im Praxisbetrieb bemerkbar dürfte das jedoch kaum sein. Beim Cinebench R15 64 bit werden zum Beispiel 147 Punkte (Single-Thread-Test) und 517 Punkte (Multi-Thread-Test) erzielt.

Auch im Dauerlastbetrieb überzeugt das Lenovo ThinkPad E480 zunächst. Um die 10.100 Punkte beim Geekbench-Stresstest ist ein für diese Leistungsklasse sehr gutes Ergebnis. Die CPU läuft hier mit 2,3 GHz bis 2,5 GHz. Auffällig zeigt sich vielleicht noch am ehesten die nach einer kurzen Findungsphase sehr konstante Leistungsentfaltung mit geringen Ergebnis-Schwankungen.

Bei gleichzeitiger Grafiklast der AMD Radeon RX 550 (Unigine Heaven) hat das Testgerät dagegen merklich mit den einzuhaltenden thermischen Grenzen zu kämpfen. Der Prozessortakt pendelt sich bereits nach wenigen Minuten bei 1,5 GHz ein, weshalb die Geekbench-Ergebnisse ebenfalls drastisch abnehmen und auf um die 5.200 Punkte fallen. Das stellt in diesem Szenario schon einen drastischen Einschnitt dar. Kommt anstatt der AMD Grafik Intels UHD Graphics 620 zum Einsatz, so reduziert sich das Geekbench-Ergebnis weiter auf etwa 4.100 bis 4.400 Punkte.

Beim Acer Swift 3 mit Intel Core i5-8250U und Nvidia Geforce MX150 sinken die Ergebnisse zwar auch, mit etwa 8.600 Punkten und Taktfrequenzen zwischen 2,0 GHz und 2,5 GHz bleiben die Einschnitte aber überschaubar.

CPU-Leistung im Akkubetrieb

Im Akkubetrieb zeigt das Testgerät keine zusätzlichen Einschränkungen. Mit nahezu identischen Testergebnissen bleibt die Performance unverändert. Beim Cinebench R15 werden zum Beispiel 141 Punkte (Single-Thread) und 511 Punkte (Multi-Thread) abgeliefert.

Grafik – AMD Radeon RX 550 & Intel UHD Graphics 620

Das Lenovo ThinkPad E480 verfügt standardmäßig über eine im Prozessor integrierte Grafikeinheit. Die Intel UHD Graphics 620 ist für die breite Masse anstehender Aufgaben bereits sehr gut gerüstet und dürfte gerade im Unternehmensbereich mehrheitlich die erste Wahl darstellen. In den teureren Konfigurationen verbaut Lenovo zusätzlich zur Intel-Lösung noch eine dedizierte AMD-Radeon-RX-550-Grafikeinheit.

Diese hat vornehmlich die Aufgabe bei leistungsfordernden 3D-Berechnungen Hand anzulegen. Wann welcher Chip letztlich zum Einsatz kommen soll, kann man in den Radeon-Treiber-Einstellungen beeinflussen. In der Regel dürfte die sparsame Intel-Grafik den Hauptteil der Alltagsaufgaben zugewiesen bekommen, wogegen die leistungsstärkere Radeon-Grafik vor allem bei anspruchsvolleren 3D-Spielen und 3D-Konstruktionen zur Anwendung kommen dürfte.

Die im Lenovo ThinkPad E480 eingesetzte AMD Radeon RX 550 verfügt über 640 Shadereinheiten und arbeitet mit einem Kerntakt von maximal 902 MHz. Der schnelle 2-GB-GDDR5-Grafikspeicher ist mit einem 64 bit breiten Speicherbus angebunden und dürfte so das eigentliche Leistungspotential des 14-nm-Polaris-Chips etwas einbremsen.

Die Benchmarkergebnisse zeigen, dass AMDs Radeon RX 550 (2 GB GDDR5/ 64 bit) in nahezu allen Tests von Nvidias Geforce MX150 (2 GB GDDR5/ 128 bit) geschlagen wird. Manchmal fällt der Rückstand etwas knapper und ein anderes Mal wieder etwas höher aus. Beim 3DMark Cloud Gate reicht es immerhin für 12.781 Punkte und beim Unigine Heaven Basic laufen 43 Bilder pro Sekunde ab.

Während man im Stresstest mit voller CPU- und GPU-Last keine Taktreduzierung befürchten muss, fällt die Leistungsfähigkeit im Akkubetrieb um ein gutes Drittel ab. Beim Cinebench R15 OpenGL-Shading sinkt die Framerate zum Beispiel von 57 fps auf 39 fps.

Spiele

Die Spieleleistung reicht gut aus, um viele Titel bei einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten flüssig wiedergeben zu können. Genügsame Spiele wie GRID: Autosport oder Tomb Raider laufen auch bei nativer Displayauflösung in FullHD noch ansehnlich. Leistungsfresser wie Deus Ex: Mankind Divided oder Total War: Warhammer 2 verlangen der GPU dagegen erheblich mehr ab und lassen sich nur mit merklichen Qualitätseinbußen noch halbwegs flüssig auf den Schirm bringen. Bei einer Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten wird selbst mit niedrigen Qualitätseinstellungen gerade so die 30-fps-Grenze überschritten.

Wer halbwegs vernünftig aktuelle Spiele genießen möchte, sollte sowohl von der AMD Radeon RX 550 als auch von Nvidias Geforce MX150 absehen. Beide sind zwar deutlich leistungsstärker, als Intels UHD Graphics 620, wirklich spieletauglich zeigen sich allerdings erst Grafikchips wie Nvidias Geforce GTX 1050 und besser. Weitere Leistungsvergleiche zur AMD Radeon RX 550 findet man im ausführlichen Testbericht und in der GPU-Benchmark-Vergleichsliste.

Lenovo ThinkPad E480Intel UHD Graphics 620

Die AMD-Grafik kann im BIOS zwar nicht deaktiviert werden, dafür besteht aber im erweiterten AMD-Grafik-Treiber die Möglichkeit den Einsatz des Prozessor-Grafikchips zu erzwingen. Das sorgt für geringere Emissionen, aber auch für eine reduzierte Leistungsfähigkeit. In der folgenden Tabelle sind stichprobenartige Ergebnisse der “erzwungenen” Intel UHD Graphics 620 aufgeführt.

Benchmarks nur Intel UHD Graphics 620 Ergebnis GPU-Takt Leistungsaufnahme Schalldruckpegel
Cinebench R15 OpenGL Shading 47 fps 800 – 1.050 MHz 31,7 Watt 30,2 dB(A)
Unigine Heaven 4.0 Basic 23 fps 800 – 1.050 MHz 28,6 Watt 32,4 dB(A)
Unigine Heaven 4.0 Extreme 6 fps 800 – 1.050 MHz 29,2 Watt 35,4 dB(A)
Geekbench & Unigine Heaven 850 – 950 MHz 36,5 – 32 Watt 35,4 dB(A)
3DMark Cloud Gate 7.546 Punkte 32 – 30 Watt 35,4 dB(A)
3DMark Firestrike 1.036 Punkte 32 – 30 Watt 35,4 dB(A)
Massenspeicher – Lenovo 256-GB-PCIe-M.2-SSD

Im Lenovo ThinkPad E480 befindet sich ein hauseigenes Solid State Drive. Mit PCIe-Schnittstelle, NVMe-Protokoll, Opal-2.0-Unterstützung und kompaktem M.2-Formfaktor werden wichtige Basiseigenschaften erfüllt. Die Kapazität von 256 GB brutto fällt zwar nicht überdurchschnittlich üppig aus, dürfte aber für die meisten Anwendungsgebiete erst einmal ausreichen. Für Erweiterungen steht grundsätzlich noch ein 2,5-Zoll-Laufwerksschacht zur Verfügung.

Das Lenovo-Solid-State-Drive erreicht im Test maximale sequentielle Transferraten von bis zu 1.345 MB/s beim Lesen und 620 MB/s beim Schreiben. Das sind zwar keine Spitzenwerte, SATA-SSDs oder PCIe-SSDs aus dem Einsteigersegment wie Intels 600p können aber locker geschlagen werden.

Lenovo ThinkPad E480

Systemleistung

Dank der potenten Gesamtausstattung findet sich bei der Systemleistung kaum ein Schwachpunkt. Lediglich kapazitätsstärkere RAM-Module, ein noch schnelleres Solid State Drive oder eine flinkere CPU könnten die Arbeitsgeschwindigkeit nochmals etwas optimieren. Beim PCMark 8 erzielt das Testgerät 4.371 Punkte und beim PCMark 10 3.803 Punkte.

Lenovo ThinkPad E480

Lenovo ThinkPad E480 8 GB RAM & PCIe-SSD
Prozessor  Single-Core  Multi-Core
Cinebench R15 64 bit (Akku) 147 cb (141 cb) 517 cb (511 cb)
Geekbench 3.3.0 64 bit 3.599 Punkte 12.913 Punkte
System Single-Core Multi-Core
PCMark 8 Home (Akku) 4.371 Punkte (3.779 Punkte)
PCMark 10 3.803 Punkte
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark 1.345 MB/s 620 MB/s
Grafik HD Basic HD+ Extreme
Unigine Heaven 4.0 43 fps 19 fps
Cinebench R15 OpenGL (Akku) 57 fps (39 fps)
3DMark Cloud Gate 12.781 Punkte
3DMark Firestrike 2.655 Punkte
3DMark Time Spy 970 Punkte
Lenovo ThinkPad E480: Emissionen
Betriebsgeräusch

Die ThinkPads von Lenovo haben seit langem den Ruf besonders leise und zurückhaltend zu arbeiten. Das gilt grundsätzlich auch für das neue E480. Dennoch fallen ein drehzahlmäßig etwas unruhiger agierender Lüfter und ein im Maximum deutlich höherer Schalldruckpegel von bis zu 39,9 dB(A) auf. Im Vergleich zum im Dezember 2016 getesteten Lenovo ThinkPad E470 muss sich das hier vorliegende Modell allerdings mit einer dedizierten Grafikeinheit herumschlagen. Ein Modell ohne AMD Radeon könnte nochmals deutlich zurückhaltender agieren.

Wie gesagt wirklich laut ist auch das Testmodell nicht. Bei wenig Last bleibt der Lüfter stehen und man hat ein lautlos arbeitendes Notebook vor sich stehen. Bei etwas Last kommt das Kühlsystem in Fahrt und erzeugt dann einen Schalldruckpegel von 27,9 dB(A) der sich nach einiger Zeit stufenweise auf immer noch moderate 32,7 dB(A) erhöht. Fällt die Lastphase weg, so regelt die Steuerung auch die Drehzahl zeitnah wieder nach unten. Bei reiner Prozessor-Volllast erreicht das System 35,2 dB(A) und bei zusätzlicher Beanspruchung der dedizierten AMD-GPU zeigt sich schließlich der maximale Schalldruckpegel von 39,9 dB(A). Das ist auch meist beim Spielen der Fall.

Emissionen – Lenovo ThinkPad E480 Schalldruckpegel
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit, HDD aus) Lautlos
Büro (PCMark 8 Battery Test, 205 cd/m², ausbalanciert) Lautlos – 32,7 dB(A)
WLAN-Streaming (205 cd/m², ausbalanciert) Lautlos – 29,8 dB(A)
Geekbench 35,2 dB(A)
Spiele (205 cd/m²) 35,2 – 39,9 dB(A)
Stresstest (maximale Displayhelligkeit, AMD-Grafik) 39,9 dB(A)
Stresstest (maximale Displayhelligkeit, Intel-Grafik) 35,4 dB(A)
Hitzeentwicklung

Die Hitzeentwicklung des Lenovo ThinkPad E480 wird wie auch schon beim Betriebsgeräusch nicht unwesentlich von der Hardware-Konfiguration beeinflusst. Die zusätzliche AMD-Grafik darf bis zu 25 Watt „verbraten“, was sich natürlich auch bei den Gehäusetemperaturen bemerkbar macht. Im reinen Office-Betrieb mit wenig Last überschreiten die gemessenen Gehäusetemperaturen nur hier und da die 30-Grad-Marke. Das Gehäuse bleibt insgesamt recht kühl und ruft keine Einschränkungen bei der Handhabung hervor.

Das sieht ganz anders aus, wenn sich die Testkonfiguration dem Stresstest stellen muss. Nach über einer Stunde Rechen- und Grafiklast (Unigine Heaven & Geekbench) hat sich die Gehäusetemperatur am Unterboden im zentralen Heckbereich entlang der durchgehenden Gummilippe auf bis zu 61,3 °C erhöht. Auch im danebenliegenden Sektor ist ein ähnlich hoher Wert von 57,4 °C festzustellen. Die Temperaturwerte von über 50 °C ziehen sich bis in den zentralen Unterbodenbereich hinein und treten damit recht großflächig auf.

Wenn man mit dem Messpunkt des Laser-Thermometers ins Gehäuse abrutscht und quasi direkt auf die Heatpipe von CPU und GPU trifft, dann sind zwar auch Temperaturen von über 70 °C messbar, direkt an der Gehäuseoberfläche tritt diese extrem hohe Hitzeentwicklung jedoch nicht auf.

Doch bereits die bis an die 61,3 Grad heranreichende Gehäuseerwärmung dürfte sich in manchen Einsatzszenarien einschränkend auswirken. Im praktischen Einsatz auf dem Schreibtisch sollte das zwar kaum negative Auswirkungen haben, auf dem Schoß oder der Bettdecke könnte es dagegen auf Dauer unangenehm werden. Die Handballenablage bleibt mit um die 30 °C immer angenehm temperiert.

Deutlich geringer fallen die am Unterboden gemessenen Oberflächentemperaturen aus, wenn man den Grafik-Betrieb auf die Nutzung der Intel UHD Graphics 620 einschränkt. Das gelingt über die erweiterten Einstellungen des AMD-Radeon-Treibers. Der Höchstwert von 48,1 °C nach über 3 Std. Stresstest tritt dann an der linken Seite (Draufsicht Unterboden) auf und fällt von dort aus teils deutlich ab.

Lenovo ThinkPad E480

Lenovo ThinkPad E480: Stromverbrauch & Akkulaufzeiten
Stromverbrauch

Die Leistungsaufnahme des Testgeräts bewegt sich zwischen 3,1 Watt im Minimum (Leerlauf, Energiesparmodus, Intel-Grafik, Display aus, Funk aus) und 59,6 Watt im Maximum (Stresstest, Höchstleistungsprofil, maximale Displayhelligkeit, AMD-Grafik, Funk an). Je nach Office-Aufgabe wird sich das Lenovo ThinkPad E480 bei angepasster Displayhelligkeit und ausbalanciertem Profil mit 10 bis 15 Watt zufriedengeben.

Beim WLAN-TV-Streaming bleibt das Laptop unter der 10-Watt-Marke. Sobald intensive Berechnungen anliegen, sind Verbräuche von um die 40 Watt keine Seltenheit. Beim Spielen kann man je nach Titel bis an die 60 Watt herankommen. Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 65 Watt spezifiziert und hat damit noch eine kleine Leistungsreserve in der Hinterhand.

Energieverbrauch – Lenovo ThinkPad E480 Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 3,1 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 4,8 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 205 cd/m², ausbalanciert) 6,4 – 39,8 Watt 3:30 h
WLAN-Streaming (205 cd/m²) 8,7 – 9,2 Watt 6:53 h
Spiele (205 cd/m²) 40,1 – 59,6 Watt
Stresstest Geekbench & Unigine Heaven 59,6 – 53,7 Watt 1:08 h
45-Wh-Lithium-Polymer-Akku (intern), 65-Watt-Netzteil
 Akkulaufzeiten

Der im Lenovo ThinkPad E480 verbaute 45-Wh-Akku ist verschraubt und kann im Servicefall getauscht werden. Trotz der nominal etwas knappen Kapazität sorgt er dank der moderaten Leistungsaufnahme für praxisgerechte Akkulaufzeiten. Einen nicht unerheblichen Anteil hat daran sicherlich auch die GPU-Drosselung (etwa 550 MHz) im Akkubetrieb. Beim WLAN-TV-Streaming (ausbalanciert, 205 cd/m² Displayhelligkeit) hält das Testgerät gute 6:53 Stunden durch. Beim leistungsfordernderen PCMark 8 Battery Test bleiben davon ebenfalls gute 3:30 übrig.

Lenovo ThinkPad E480: Fazit

Das Lenovo ThinkPad E480 ist ein insgesamt gelungenes Lenovo ThinkPad E480Business-Notebook für den schmalen Geldbeutel. Gehäusequalität, Preisgestaltung, Anmutung und Ausstattung fallen klassengerecht aus und sind auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet. Das FullHD-Display ist blickwinkelstabil, frei von störenden Spiegelungen und bietet eine für viele Einsatzgebiete ausreichende Helligkeit.

Abgesehen von der beim Testgerät unsauber eingepassten Tastaturrahmung, dürften sich Anwender bei der Testkonfiguration noch am ehesten an der für ThinkPads eher ungewöhnlichen Hitze- und Geräuschentwicklung stören. Hierfür ist vor allem die dedizierte AMD-Grafik verantwortlich. Auch die Schnittstellenausstattung, die Leistungsentfaltung bei anhaltender Rechenlast oder die Wartungsmöglichkeiten bieten Raum für Verbesserungen.

Lenovo ThinkPad E480Weiterhin auf der Habenseite gelistet sind die Akkulaufzeiten, die Mobilitätseigenschaften und die Eingabegeräte. Endlich mit dabei, sorgt nun die komfortable Tastaturbeleuchtung für einen lang ersehnten Mehrwert.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

2 Gedanken zu „Lenovo ThinkPad E480 (i5-8250U, RX 550) im Test

  • 22. Februar 2018 um 07:38
    Permalink

    Hallo,

    ich habe im E580 eine Samsung EVO 960 verbaut. Leider ist der Anschluss nur mit 2xlanes angeschlossen und somit sind die Lese/Schreibraten unterirdisch…

    Nutzt der m.2 pcie gen.3 Anschluss im E580 wirklich nur 2xlanes??

    Antwort
    • 23. Februar 2018 um 15:54
      Permalink

      Was verstehst du unter unterirdischen Transferraten? Hau mal ein paar Daten raus…

      Antwort

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