Kaby Lake – Intel Core i5-7Y57 im Test

Intel Core i5-7Y57. Intels 7. Core-Prozessorgeneration hört auf den Code-Namen „Kaby Lake“ und wurde Anfang September 2016 offiziell veröffentlicht. Die hier getestete Intel Core i5-7Y57 gehört zu den Modellen mit einer besonders niedrigen Verlustleistung (TDP) von 4,5 Watt. Ob man hier dennoch eine ausreichende Rechenleistung vorfindet, zeigt dieser Test.

Bereits getestete Prozessoren der Intel Kaby-Lake-Familie:

Intel Core i5-7Y57

Intel Core i5-7Y57: Allgemeines

Der "Intel Core i5-7Y57 musste bereits im Dell Latitude 7285 2-in-1 und jetzt wieder im HP Pro X2 612 G2 bei Notebooks & Mobiles zeigen, wie hoch die Leistungsausbeute in der Praxis tatsächlich ausfällt. Ob die theoretisch mögliche Performance abgerufen werden kann, hängt wie so oft von der konkreten Konfiguration und dem eingesetzten Kühlkonzept ab. Hohe Taktraten werden nur dann dauerhaft abgeliefert, wenn die Kühlkomponenten möglichst effektiv die Abwärme aus dem Gehäuse führen können. Da hier kein Lüfter zur Verfügung steht, muss das über Heatpipes und das Notebookgehäuse erfolgen.

Auszug der technischen Daten:

  • Intel Core i5-7Y57
  • 14 nm Fertigungsprozess
  • 2 Kerne, 4 Threads
  • 1,2 GHz – 3,3 GHz Prozessortakt
  • 4 MB SmartCache
  • 4,5 Watt TDP

Technische Daten der Herstellerseite

Für die Grafikleistung ist zudem entscheidend, ob die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 615 auf eine leistungsfähige RAM-Konfiguration zurückgreifen kann. Mangels dediziertem Grafikspeicher muss die Intel HD Graphics 615 im Shared-Memory-Verfahren auf den Arbeitsspeicher ausweichen und ist in der Folge direkt von dessen Leistung abhängig. Im Gegensatz zur Intel HD Graphics 620 kann die Intel HD Graphics 615 nur mit DDR3L- oder LPDDR3-Speicher zusammenarbeiten.

Hier geht es zu den ausführlichen Tests der integrierten Grafikeinheiten:

Intel Core i5-7Y57: Unterschiede zwischen Skylake und Kaby Lake

Die Veränderungen zur Vorgänger-Generation fallen auf den ersten Blick relativ gering aus. Etwas erhöhte Taktraten, ein paar neue Videoencoderfunktionen inklusive eingebetteter 4K- und HEVC-Unterstützung und natürlich ein neuer Name. Unter der Haube hat Intel weiter am Fertigungsprozess und damit an der Effizienz geschraubt.

Sollte bedeuten: Mehr Leistung bei gleichem Verbrauch und gleicher Abwärme. Oder weniger Verbrauch und Abwärme bei gleicher Last/ Performance. Um hier, die für den jeweiligen Einsatzbereich optimale Systemkonfiguration anbieten zu können, gesteht Intel den Geräteherstellern weitreichende Eingriffsmöglichkeiten zu.

Die Thermal Design Power (TDP) beträgt standardmäßig 4,5 Watt, kann aber je nach Notebookkonzept auf bis zu 3,5 Watt abgesenkt oder auf bis zu 7 Watt angehoben werden. Damit haben die Hersteller zum Beispiel direkten Einfluss auf die Parameter Leistung, Wärmeentwicklung und Stromverbrauch. In der Regel verzichten die Entwickler bei dieser CPU auf ein aktives Kühlsystem mit Lüfter. Die Abwärme wird daher durch wärmeleitende Komponenten über das Gehäusematerial nach aussen geleitet.

Intel Core i5-7Y57: Rechenleistung (Single-Core/ Multi-Core)

Die Rechenleistung der Intel-Core-i7-7Y75-CPU reicht für viele Alltagsaufgaben gut aus. Textverarbeitung, Video-Streaming, Audio-Konvertierungen, Internetaufgaben oder Bildbearbeitung stellen hiermit ausgestattete Systeme kaum vor Probleme. Kommt jedoch Software zum Einsatz, die anspruchsvollere Aufgaben durch das gleichzeitige Abarbeiten mehrerer Threads bewältigen soll, fällt die Arbeitsgeschwindigkeit bereits unter optimalen Bedingungen deutlich niedriger aus, als die der potenteren 15-Watt-Prozessoren.

Im Vergleich mit Intel Core i5-7200U

Die Rechenleistung der Intel-Core-i5-7Y57-CPU fällt insgesamt niedriger aus, als die der potenteren 15-Watt-Prozessoren. Während sich die Leistungsfähigkeit bei Single-Thread-Aufgaben auf dem Niveau einer Intel Core i5-7200U einordnet, steigt der Ergebnisunterschied bei den Multi-Core-Benchmarks deutlich an.

Beim Single-Thread-Test des Cinebench R15 liegt das HP Pro X2 612 G2 mal einen Punkt vor der Intel Core i5-7200U (Medion Akoya S3409) und mal einen Punkt dahinter (Acer Travelmate X3 349). Beim Multi-Thread-Test sind es dagegen bis zu 52 Punkte (~20 %), die schon einen nicht mehr unerheblichen Abstand darstellen.

Im Vergleich mit Intel Core i7-7Y75

Ähnlich spannend zeigt sich der Vergleich mit der Intel Core i7-7Y75, die ebenfalls zur 4,5-Watt-Klasse (TDP) gehört. Bei einem Preisunterschied von über 100 US-Dollar (393 US-Dollar zu 281 US-Dollar), sollte man eigentlich von der in Intels Produkthierarchie höher positionierten Intel Core i7-7Y75 deutlich mehr Leistung erwarten dürfen. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich die theoretisch höheren Taktraten beim Cinebench R15 nicht bemerkbar machen.

Ganz im Gegenteil: Die Intel Core i5-7Y57 im HP Pro X2 612 G2 zieht der Intel Core i7-7Y75 im Dell XPS 13 2-in-1 sogar noch davon. Auf diese Umkehrung der Verhältnisse könnte das jeweils eingesetzte Kühlsystem, die Herstellerkonfiguration oder eine Besonderheit des getesteten Dell XPS 13 einen ausschlaggebenden Einfluß haben. Um die Leistungsfähigkeit der Intel Core i7-7Y75 zu verifizieren, versuche ich den Prozessor zeitnah ein zweites mal in einem alternativen Notebook-Modell nachzutesten.

Intel Core i5-7Y57

Standfestigkeit bei Dauerlast

Neben den reinen Leistungsunterschieden zwischen verschiedenen Prozessormodellen, dürfte viele Anwender auch das Verhalten bei länger anhaltenden Berechnungen interessieren. Gerade bei passiv gekühlten System steigt die Wärmeentwicklung im Inneren und an der Gehäuseoberfläche vergleichsweise schnell an und erfordert eine Reduzierung der Taktraten. Das gilt auch für die Intel Core i5-7Y57 im HP Pro X2 612 G2.

Bereits nach kurzer Zeit Dauerlast fallen die Ergebnisse stetig ab. Während sich der Leistungsverlust bei reinen CPU-Aufgaben bei etwa 20 Prozent einpendelt (Prozessortakt 2,1 GHz), sorgen gleichzeitig laufende Grafikberechnungen für ein weiteres Absinken um über 70 Prozent. Der Prozessor arbeitet dann nur noch mit 900 MHz und schafft lediglich noch 1.432 Punkte. CPU und GPU müssen sich in diesem Fall die gemeinsame TDP von 4,5 Watt teilen und erreichen dies nur durch eine drastische Drosselung der Arbeitsgeschwindigkeit.

Intel Core i5-7Y57

Der ausführliche Testbericht zum HP Pro X2 612 G2 wird in wenigen Tagen erscheinen. Der Testbericht zum Dell Latitude 7285 2-in-1 ist bereits erschienen: Dell Latitude 7285 2-in-1 im ausführlichen Test.

Intel Core i5-7Y57: Fazit

Intels Core i5-7Y57 ist ein überaus sparsamer Mobilprozessor, Intel Core i5-7Y57der dank der geringen Verlustleistung in der Regel in passiv gekühlten Systemen zum Einsatz kommt. Hierdurch werden besonders flache und ausdauernde Arbeitsgeräte möglich, die auch noch ganz ohne Lüfterlärm auskommen.

Neben dem zu erwartenden Leistungsunterschied im Vergleich zu stromhungrigeren 15-Watt-Prozessoren, muss man bei passiv gekühlten Systemen zusätzlich auch mit einer geringeren Laststabilität rechnen. Bereits wenige Minuten Dauerlast sorgen in den Tests für spürbare Taktreduzierungen. Das gilt auch für Intels Core i5-7Y57 im Dell Latitude 7285 2-in-1 und für HPs Pro X2 612 G2.

Die handfesten Vorteile, die man im lautlosen Betrieb, dem geringen Stromverbrauch und den besonders flachen Gehäusekonstruktionen ausmachen kann, erfordern von möglichen Interessenten eine ebenso handfeste Kompromißbereitschaft bei der Leistungsfähigkeit. Im Gegensatz zum Intel Core i7-7Y75 fällt dieses Verhältnis beim Intel Core i5-7Y57 allerdings deutlich besser aus. Das liegt nicht nur am günstigeren Preis, sondern vor allem auch an den festgestellten Eigenschaften.

Günstige Preise für das HP Pro X2 612 G2 mit Intel Core i5-7Y57 findet man zum Beispiel bei Cyberport (Werbung): HP Pro X2 612 G2

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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