Dell Latitude 7285 2-in-1 im Test

Detachable für Unternehmen. Das Dell Latitude 7285 2-in-1 ist ein funktionsreiches Convertible, das auch als Tablet ohne separate Tastatureinheit voll einsatzfähig ist.

Das Dell Latitude 7285 2-in-1 definiert sich als Arbeitsgerät, das vor allem den Belangen von Unternehmen, Selbständigen und professionellen Anwendern gerecht werden soll. Zuverlässigkeit, Qualität, Ausstattung und Produktivität stehen hier weit oben in der Eigenschaftsliste. Das könnte zwar alles auch dem einen oder anderen Privatanwender gefallen, doch alleine die äußerst ambitionierte Preisgestaltung der Serie dürfte so manches Freizeit-Budget sprengen.

Der "Einstieg in die 2-in-1-Serie der 7285er Latitudes startet derzeit bei knapp 2.100 Euro brutto (1.762 Euro netto). Hieran gemessen fällt die gebotene Ausstattung auf den ersten Blick recht mager aus. Mit einem Intel-Core-i5-7Y57-Prozessor, 8 GB RAM und einem 128 GB Solid State Drive dürften für die meisten Interessenten heutzutage vielleicht noch gerade so die Minimalforderungen erfüllt werden. Etwas praxisgerechter zeigt sich da schon das vorliegende Testgerät. Es verfügt immerhin über ein 256-GB-Solid-State-Drive, das zumindest deutlich mehr Platz für Daten und Programme bietet. Der Preis steigt im gleichen Atemzug allerdings weiter auf knapp 2.300 Euro brutto (1.922 Euro netto).

Dell Latitude 7285 2-in-1 Detachable

Entscheidend für die Auswahl könnten bei diesem Arbeitsgerät letztlich die Besonderheiten sein, die man in dieser Kombination sonst kaum findet. Dadurch wird die Preisgestaltung zumindest ein Stück weit relativiert. Immer mit im Paket (Online Shop Dell Deutschland) sind ein hochauflösendes IGZO-Touch-Display (2.880 x 1.920 Bildpunkte) im 3:2-Format, 2 Thunderbolt-3-Anschlüsse und ungewöhnlich gute Wartungsoptionen. Dank integriertem LTE-Modul, Dells Active Pen und der Tastatureinheit, die sich bereits beim Basismodell im Lieferumfang befinden, kann gleich der volle Funktionsumfang der technischen Möglichkeiten genutzt werden.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Auszug der technischen Daten
Model Dell Latitude 7285 2-in-1 (7000er Serie)
Preis ca. 2.300 Euro Testkonfiguration (Dell Online Shop)
Prozessor Intel Core i5-7Y57, 2 Kerne (4 Threads), 1,2 GHz – 3,3 GHz, 4,5 Watt TDP
Grafik Intel HD Graphics 615, shared memory
Arbeitsspeicher 8 GB DDR3-RAM, Dual-Channel, verlötet, nicht aufrüstbar
Massenspeicher Samsung PM971, 256 GB Solid State Drive, BGA-NVMe-SSD
Display 12,3-Zoll-IGZO-Touch-Display mit Digitizer-Funktion, Auflösung: 2.880 x 1.920 Bildpunkte, 3:2, glänzend, 281 ppi, Sharp SHP1482 / LQ123Z1
Betriebssystem & Software Windows 10 Pro 64 bit
BIOS-Version 1.0.5
Anschlüsse & Erweiterung 2 x Thunderbolt 3 (USB-Typ-C-Stecker), kombinierter 3,5-mm-Klinke Audio in/out, DisplayPort über Thunderbolt, Speicherkarten-Lesegerät (microSD)
Kommunikation Intel Dual Band Wireless-AC 8265 , Bluetooth 4.2, Dual-Array-Mikrofon, Infrarot-Kamera (Windows Hello), Qualcomm Snapdragon X7 LTE-A (DW5811e)
Audio High Definition Audio Controller,  2 x Stereo-Lautsprecher
Eingabegeräte Chiclet-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung + 22 Wh-Akku, Touchpad, Touchscreen, Digitizer, Dell Active Pen PN557W
Sicherheit Bios- und Systempasswörter, Gesichtserkennung per Windows Hello, TPM 2.0, Noble-Wedge-Kabelschlossvorbereitung
Batterie & Stromversorgung 34-Wh-Lithium-Polymer-Akku intern + 22-Wh-Akku in der Tastatureinheit, 45-Watt-Netzteil
Zubehör Dell Active Pen PN557W
Abmessungen & Gewicht 275 (B) x 209 (T) x 7,3 – 17,5 (H) mm, Testgewicht 1,35 kg (Tablet + Tastatur), Tastatur 660 g, Tablet 690 g
Herstellergarantie 36 Monate (Basis Support am nächsten Arbeitstag)
Leihsteller Dell Deutschland
Informationen zum Testgerät Dell Produktseite zum Latitude 7285
Dell Latitude 7285 2-in-1: Garantie

Wie es sich für ein Produkt der Premium-Kategorie gehört, gewährt Dell von Haus aus 3 Jahre Herstellergarantie (Basis-Support am nächsten Arbeitstag). Auch das ist ein gewisser Mehrwert, der sich natürlich irgendwo in der Preisgestaltung niederschlägt. Wie gehabt kann man bei Dell den Garantieumfang und die Dauer umfangreich den eigenen Bedürfnissen anpassen. So bekommt man zum Beispiel eine Verlängerung des Basis-Supports auf 5 Jahre für derzeit etwa 90 Euro.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Gehäuse

Das mit 690 g relativ leichte Kunststoff-Gehäuse der Tableteinheit ist ausreichend stabil konstruiert und sauber verarbeitet. Es lässt sich mit Kraft etwas verwinden und erreicht im direkten Vergleich eine ähnlich hohe Verwindungssteifigkeit wie das Apple 12,9“ iPad Pro oder das Samsung Galaxy TabPro S. Die Tastatureinheit lässt sich ebenfalls keine Schwäche entlocken und liegt ausgesprochen fest auf. Kein Nachwippen, Durchhängen oder Klackern. Verbesserungswürdig ist hier allerdings das Displayscharnier respektive die Verbindungskonstruktion zwischen Tablet und Tastatur. Bereits bei wenig Bewegung wippt die Bildschirmeinheit sichtbar nach. Das hat nicht nur einen unschönen Einfluss auf den Qualitätseindruck insgesamt, sondern dürfte auch in der Praxis, etwa beim Arbeiten im Zug, einen negativen Beigeschmack erzeugen.

Ausgleichen könnte das Dell Latitude 7285 diesen Fauxpas vielleicht durch die ungewöhnlich guten Wartungs- und Aufrüstoptionen. Im Dell Owners Manual zum Latitude 7285 wird ausführlich beschrieben, wie man das Display vom Gehäuse entfernt, um an die einzelnen Komponenten zu gelangen. Die Rückseite an sich lässt sich nicht öffnen. Hier findet man das Dell Wartungshandbuch.

Im Gehäuse sind immerhin die Funkmodule und der Massenspeicher gesteckt und nicht verlötet. Bei Bedarf könnten diese also ausgetauscht oder aufgerüstet werden. Leider kommen als Solid State Drive augenscheinlich die besonders kompakten BGA-Module (NVMe) zum Einsatz, die für Verbraucher derzeit kaum erhältlich sind. Bevor man hier Hand anlegt, sollte man sich wie gehabt über die Garantiebedingungen informieren.

Die leicht gummierte und sich rau anfühlende Gehäuseoberfläche vermittelt eine angenehme Haptik und sorgt für eine gute Griffigkeit. Das Tablet liegt gut in der Hand und die Bedienelemente lassen sich nach etwas Eingewöhnung blind ertasten. Etwas kniffelig ist dagegen der Zugang zu den Karten-Steckplätzen. Hier muss man die gummiartige Abdeckung aus der Einschubmulde herausfummeln, um an die SIM- oder MicroSD-Karte zu gelangen. So manche Schubladenlösung der Konkurrenz hinterlässt hier einen besseren Eindruck. Immerhin kann man SIM und Speicherkarte separat voneinander entfernen oder einlegen.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Ausstattung
Schnittstellen

Als Nachteil vieler Tablets und Ultra-Slim-Notebooks zeigt sich oft die magere Schnittstellenausstattung. Ein USB-Anschluss ist hier einfach zu wenig. Besser sind da schon Modelle aufgestellt, die einen Thunderbolt-3-Port vorweisen können. Über diesen kann unterschiedlichste Peripherie wie Displays, Massenspeicher oder Netzwerke angebunden werden. Ist dieser jedoch auch noch für die Stromversorgung vorgesehen, wird es schnell knapp, wenn man nicht auf Portreplikatoren oder Dockingstations ausweicht.

Das Dell Latitude 7285 bietet in diesem Punkt eine sehr gute Alternative. Zwar werden auch hier Tablet und Tastatureinheit über einen Thunderbolt 3 aufgeladen, da Dell hier aber gleich zwei dieser Schnittstellen verbaut hat, kommt es nicht so schnell zu Engpässen. Mit integriertem Speicherkarten-Lesegerät (MicroSD-Format) und SIM-Slot für das WWAN-Modul bekommt der Anwender noch zwei weitere wichtige Funktionen geliefert.

Mit im Lieferumfang befindet sich ein USB-Typ-C-auf-USB-Typ-A-Adapter, der auch Geräten mit der größeren USB-Typ-A-Schnittstelle eine Anbindungsmöglichkeit verschafft. Die Tastatureinheit ist zwar mit einem Zweitakku (22 Wh) bestückt, bietet ansonsten aber keine weitere Schnittstellen.

Schnittstellenperformance

An der Übertragungsgeschwindigkeit des Thunderbolt 3 gibt es nichts zu mäkeln. Mit knapp 800 MB/s wird die Leistungsfähigkeit einer externen Sandisk Extreme 900 (USB 3.1 Gen. 2) sehr gut ausgereizt. Mit leistungsfähigeren Thunderbolt-3-Laufwerken sind noch höhere Datenraten denkbar. Leider arbeitet der MicroSD-Leser nur auf USB-2.0-Niveau. Mehr als 30 MB/s schafft das Testsample nicht.

Dell Latitude 7285 2-in-1 Transferraten in MB/s
Speicherkarten-Lesegerät, Lexar Professional UHS-II 1000x (32 GB, MicroSD) 29,2 Lesen/ 29,1 Schreiben
Speicherkarten-Lesegerät, Toshiba Exceria Pro M402 UHS-I (128 GB, MicroSD) 29,3 Lesen/ 29,0 Schreiben
USB 3.0 Typ A, Samsung Portable SSD T3 (250 GB) 423 Lesen/ 404 Schreiben
USB 3.1 Gen.1 Typ C, Sandisk Extreme 900 (480 GB) 478 Lesen/ 789 Schreiben
Ansteuerung Viewsonic VP 2780-4k 3.840 x 2.160 mit 60 Hz ja per USB-C-DisplayPort-Adapter
Latenzen (LatencyMon), nach 22 Minuten Laufzeit 2.768 µs
Erreichbarkeit BIOS/ UEFI siehe Benutzerhandbuch Lautstärketasten (im Tabletmodus)
Kabellose Verbindungsmöglichkeiten

Abgesehen vom hierzulande scheinbar standardmäßig verbauten WWAN-Modul hat das Dell Latitude 7285 noch Dualband-AC-WLAN und Bluetooth 4.2 zu bieten. Einen Gigabit-LAN-Anschluss müsste man bei Bedarf per USB-Typ-C-Adapter (nicht im Lieferumfang) realisieren.

Zubehör

Für den stationären Betrieb bietet sich die Kombination mit einer Dockingstation an. Dell hat hier zum Beispiel die WD15 (USB-Typ-C) oder die TB16 (Thunderbolt 3) im Programm, die beide bereits in den Tests bei Notebooks & Mobiles überzeugt haben. Über eine solche Lösung lassen sich stationär verfügbare Erweiterungen wie Displays, Drucker, Massenspeicher oder kabelgebundene Netzwerke sehr komfortabel mit nur einer Verbindung integrieren.

 

Kameras

Die Kamerausstattung deckt, wie für Tablets üblich, die Vorder- und die Rückseite ab. Die im Landscape-Modus am oberen Displayrand positionierten zwei Linsen teilen sich in eine 720p-Webcam (1.280 x 720 Bildpunkte) und eine VGA-Infrarotkamera (640 x 480 Bildpunkte) auf. Windows Hello wird unterstützt und ermöglicht damit eine Verwaltung der Zugangsberechtigungen per Gesichtserkennung.

Die Kamera auf der Rückseite ist mit einem Autofokus ausgestattet und bietet eine Auflösung von 3.264 x 2.448 Bildpunkten (8 MP). Videos können bei 1080p mit 30 fps aufgenommen werden.

Die besten Ergebnisse erzielt man wie gehabt bei guten Lichbedingungen. Sobald die sich die Beleuchtung reduziert verfälschen die Farben, das Rauschen nimmt zu und die Schärfe fällt ab. Für Videochats, Gesichtserkennung und Auktionsfotos sollten die verbauten Modelle in den meisten Fällen aber genügen.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Eingabegeräte
Tastatur & Touchpad

Für die Eingabe stehen dem Anwender beim Dell Latitude 7285 viele verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Tastatur, Touchpad, Finger und Stift.

Die Tastatur verfügt über angenehm große Tasten im 19-mm-Raster. Selbst die sonst schon mal zu klein geratenen Pfeiltasten kommen hier in ausreichender Größe und mit passenden Abständen zum Einsatz. Mit mittlerem Hub, leisem Anschlag und ordentlich definiertem Druckpunkt gefällt auch die mechanische Umsetzung gut. Das Layout zeigt keine auffälligen Besonderheiten, die Beschriftung fällt kontraststark aus und die zweistufige Beleuchtung unterstützt in dunkleren Arbeitsumgebungen.

Das 55 x 100 mm große Touchpad bietet gute Gleiteigenschaften und reagiert zuverlässig auf Eingaben. Die in der Oberfläche mit integrierten Touchpadtasten verfügen über einen guten Druckpunkt.

Finger- und Stifteingabe

Der hochaufgelöste Bildschirm zeigt je nach Software und eingestellter Skalierung Menüs, Dropdowns oder Eingabefelder sehr klein an. Hier kommt man mit dem dicken Finger unter Windows oft nicht weiter. Für das Anklicken von Ordnern, hochskalierten Feldern oder Dateien reicht der Finger aber gut aus. Vor allem dann, wenns schnell gehen soll.

Als willkommene Eingabealternative für die filigraneren Arbeiten zeigt sich der Dell Active Pen (PN557W). Das Metallgehäuse liegt gut in der Hand und weist eine gelungene Gewichtsverteilung auf. Dank der ca. 1 mm starken Stiftspitze und hohen Digitizer-Genauigkeit trifft man mit dem Eingabestift noch so kleine Bereiche auf dem Bildschirm.

Dell Latitude 7285 2-in-1

Über den seitlich angebrachten Bedienknopf lässt sich je nach Software das dazugehörige Menü aufrufen oder der Radiergummi aktivieren. Wird der Stift mal nicht benötigt, dann kann man ihn komfortabel magnetisch am rechten Bildschirmrand andocken. Zusätzlich liegt noch ein Bändchen im Karton, um den Stift auch physisch vor einem Herunterfallen oder Verlust sichern zu können. Einen Einschub für den Stift bietet das Dell Latitude 7285 allerdings weder im Tastatur- noch im Tabletteil.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Display
Auflösung & Blickwinkelstabilität

Dell setzt im Latitude 7285 ein hochauflösendes Sharp-IGZO-Display ein. Mit 2.880 x 1.920 Bildpunkten bietet es auf 12,3 Zoll eine besonders feine Punktdichte von 281 ppi. Bei nativer Einstellung hat man zwar eine sehr große Desktopfläche zur Verfügung, Schriften, Icons und Symbole fallen dann aber schon arg klein aus. Die meisten Anwender werden daher auf dem 12,3-Zoll-Bildschirm mit einer skalierten Darstellung arbeiten.

Eine weitere Positiveigenschaft ist sicherlich die grundsätzlich gute Blickwinkelstabilität. Bildinhalte sind von allen Seiten immer gut erkennbar, werden allerdings je nach Ausrichtung und Inhalt von leichten Helligkeits- und Farbveränderungen begleitet.

Helligkeit & Kontrast

Dell bewirbt die Serie offensiv mit einer Displayhelligkeit von 400 cd/m². Tatsächlich schafft das Testsample sogar bis zu 445 cd/m² am rechten Bildschirmrand. Dieses hohe Niveau kann das Testsample allerdings nicht an allen Messpunkten halten. Stattdessen fällt die Luminanz im unteren Mittelfeld sogar auf bis zu 353 cd/m² ab. Die Ausleuchtung erreicht im Ergebnis nur mäßige 79 %, die sich auch subjektiv zumindest bei einfarbigen Bildinhalten in der Praxis bemerkbar machen.

Ein weiterer Negativpunkt zeigt sich bei der Auswahl niedriger Helligkeitsstufen bis Stufe 3. Hier setzt Dell offenbar Pulsweitenmodulation zur Helligkeitsregulierung ein. Je nach Frequenz erzeugt diese Technologie ein mehr oder minder starkes Bildschirmflimmern, das beim Anwender zu Kopfschmerzen, schnell ermüdenden Augen oder sonstigen Einschränkungen führen kann.

Die hier gemessene Frequenz von über 1.000 Hz fällt jedoch relativ hoch aus und dürfte sich auf Dauer nicht ganz so einschränkend darstellen wie niedrigere Frequenzen. Ab Helligkeitsstufe 4 (181 cd/m²) und aufwärts ist dieser Effekt beim Testgerät nicht mehr vorhanden.

Der gemessene Schwarzwert beträgt 0,145 cd/m² und sorgt für einen sehr guten Kontrast von 3.068:1. Bei direkter Draufsicht gefällt das tiefe und satte Schwarz. Bei Blicken von der Seite hellt sich dieses allerdings auf und wird zusätzlich mit einem rötlichen Farbschimmer bedeckt.

Einsatz im Freien

Die vergleichsweise hohe Maximalhelligkeit von bis zu 445 cd/m² ist auch im Akkubetrieb nutzbar. Zusammen mit dem hohen Kontrast hat man hier gute Voraussetzungen für ein Arbeiten unter freiem Himmel. Wie üblich, muss man jedoch mit überlagernden Spiegelungen zurecht kommen, die eine Erkennbarkeit der Bildinhalte je nach Ausrichtung stark erschweren. Das ist aber ein Effekt, den man bei nahezu allen Bildschirmen mit glatter Oberfläche beobachten kann. Über eine wirksame Entspiegelungsschicht verfügt das Dell Latitude 7285 augenscheinlich nicht.

Farbraum & Farbgenauigkeit

Die Gesamtheit der darstellbaren Farben fällt überdurchschnittlich hoch aus und kann den sRGB-Farbraum fast zu 100 Prozent wiedergeben. Der AdobeRGB-Farbraum wird wie der D65-P3-Farbraum zu etwa 64 Prozent abgedeckt.

Neben der ungleichmäßigen Ausleuchtung und der Farbverfälschungen bei Einblicken von der Seite, sorgt vor allem die fehlende Farbgenauigkeit dafür, dass sich das IGZO-Panel nicht für ein professionelles oder semi-professionelles Arbeiten im Photo-, Video- oder Grafikbereich eignet. Mit einem durchschnittlichen DeltaE 2000 von 3,4 und einem maximalen DeltaE von 6,9 werden die Grenzwerte selbst nach einer Profilierung nicht nur bei einzelnen Messpunkten, sondern gleich bei mehreren Farbwerten und Graustufen zu weit überschritten.

Displaymessungen im Überblick
Display – Dell Latitude 7285 2-in-1 12,3-Zoll-IGZO-Touch-Display mit Digitizer-Funktion, glänzend,  Sharp SHP1482 / LQ123Z1
Auflösung 2.880 x 1.920, 287 ppi
minimale Helligkeit 26,7 cd/m²
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 4 ( 181 cd/m²)
ca. 200 cd/m²  Helligkeitsstufe 5 ( 223 cd/m²)
maximale Helligkeit 445 cd/m²
maximale Helligkeit Displaymitte (profiliert) 440 cd/m² (441 cd/m²)
maximale Helligkeit Displaymitte Akku 441 cd/m²
Schwarzwert Displaymitte (profiliert) 0,145 cd/m² (0,141 cd/m²)
Ausleuchtung 79 %
sRGB-Farbraumabdeckung 99,9 %
Kontrast Displaymitte 3.068:1
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 4,1 (3,4)
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 8,4 (6,9)
Helligkeitssteuerung durch Pulsweitenmodulation ja bis Helligkeitsstufe 3 mit 1.042 Hz
Das Display wurde mit Portrait Displays Spectracal Calman Software vermessen und ausgewertet. Ausführlicher Artikel zu Calmans Farbanalyse-Software
Dell Latitude 7285 2-in-1: Leistung
Allgemeines

In den meisten Detachables kommen besonders sparsame Intel-Prozessoren der Y-Serie zum Einsatz. Mit einer Thermal Design Power von 4,5 Watt hält sich hier nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die entstehende Abwärme in Grenzen. Das ermöglicht ein Kühlsystem ohne Lüfter und liefert damit die Grundlage für ein besonders schlankes Arbeitsgerät.

Im Testgerät kommt der Intel Core i5-7Y57 zum Einsatz, der beim Dell Latitude 7285 den Einstieg darstellt. Mit 2 Rechenkernen, Hyperthreading (4 Threads) und einem Maximaltakt von bis zu 3,3 GHz stimmen hier aber die Grunddaten. Flankiert wird die Recheneinheit durch ein schnelles PCIe-NVMe-Laufwerk (BGA-Modul), 8 GB DDR3 RAM und die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 615.

Alternativ können Interessenten noch zu vorkonfigurierten Varianten mit Intel Core i7-7Y75 (bis zu 3,6 GHz), 16 GB RAM oder 512 GB Massenspeicher greifen. Für das aktuelle Topmodell muss man dann aber schon knapp 3.000 Euro (brutto) einplanen.

Prozessor – Intel Core i5-7Y57

Die Benchmarkergebnisse zeigen, dass die Intel Core i5-7Y57 eine praxisgerechte Rechenleistung bietet und viele Büroaufgaben ausreichend schnell abarbeiten kann. Beim Cinebench R15 CPU-Test werden zum Beispiel 118 Punkte (Single-Thread-Test) und 256 Punkte (Multi-Thread-Test) erzielt.

Bei anhaltenden Lastanforderungen nimmt der Prozessortakt im Laufe der Berechnungen jedoch spürbar ab, um die Hitzeentwicklung im Gehäuse in den vorgegebenen Grenzen halten zu können. Die Geekbench-Ergebnisse sinken im Laufe des Stresstests (nur CPU) zum Beispiel von 5.470 Punkten auf bis zu 4.335 Punkte. Das sind gut 20 % Minderleistung. Verlangt man darüber hinaus auch von der Grafikeinheit Bestleistung, bricht die Performance regelrecht ein. Der Prozessor arbeitet dann mit 1 GHz und die Grafikeinheit mit maximal 650 MHz. Die Geekbench-Ergebnisse fallen in dieser Extrem-Situation auf bis zu 1.408 Punkte.

Dieses Verhalten ist so oder in ähnlicher Weise bei allen passiv gekühlten Notebooks zu beobachten und keine Eigenheit des Dell Latitude 7285 2-in-1. In diesem Punkt fordern das Kühlkonzept, das schlanke Gehäuse und die eingeschränkte Verlustleistung ihren Tribut.

Grafik – Intel HD Graphics 615

Die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 615 ist leistungsstark genug, um 4k-Displays (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit 60 Hz ansteuern zu können. Wichtige Videofunktionen, GPGPU-Berechnungen, Videokonvertierungen per Intel Quick Sync Video oder der Multimonitorbetrieb mit bis zu 3 Displays decken zudem ein wichtiges Spektrum möglicher Einsatzgebiete ab. Genau das Richtige für viele Arbeitsumgebungen.

So gut wie gar nicht geeignet ist diese Lösung dagegen für leistungsfordernde 3D-Software. Aktuelle 3D-Spiele oder Konstruktionsaufgaben erwarten potente Grafikchips, um praxisgerechte Frameraten abliefern zu können. Beim 3DMark Cloud Gate schafft das Testgerät daher gerade mal 4.059 Punkte.

Massenspeicher – SSD Samsung PM971

Das im Testgerät verbaute 256-GB-Solid-State-Drive von Samsung ist per PCIe-Schnittstelle angebunden und arbeitet mit dem NVMe-Protokoll. Als BGA-Modul weist die Samsung PM971 zudem einen besonders kompakten Formfaktor auf, der den beengten Platzverhältnissen im Inneren der Tableteinheit Rechnung trägt. Mit Übertragungsraten von bis zu 1.633 MB/s beim Lesen und bis zu 833 MB/s beim Schreiben hat man hier keinen Flaschenhals zu befürchten.

Benchmarks im Überblick
Dell Latitude 7285 2-in-1 8 GB RAM & NVMe-SSD
Prozessor  Single-Core  Multi-Core
Cinebench R15 64 bit 118 cb 258 cb
Geekbench 3.3.0 64 bit  3.384 Punkte 6.567 Punkte
System Single-Core Multi-Core
PCMark 8 Home (Akku) 2.923 Punkte (2.778 Punkte)
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark 1.633 MB/s 833 MB/s
Grafik HD Basic HD+ Extreme
Unigine Heaven 4.0 17 fps 5 fps
Cinebench R15 OpenGL 36,54 fps
3DMark Cloud Gate 4.054 Punkte
3DMark Firestrike 636 Punkte
3DMark Time Spy 256 Punkte
Dell Latitude 7285 2-in-1: Betriebsgeräusch

Dank passivem Kühlkonzept und lautlos arbeitendem Solid State Drive zeigt sich das Testgerät auch in der Praxis unhörbar. Selbst Elektronikgeräusche des Solid State Drives sind beim Testgerät nicht feststellbar.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Hitzeentwicklung

Das passiv ausgeführte Kühlkonzept reicht aus, um das Convertible in vielen Arbeitssituationen mit 31,8 °C handwarm zu halten. Auch bei gelegentlicher Rechenlast ändert sich daran nicht viel. Unangenehm wird es dagegen bei anhaltender Volllast. Dann steigen die gemessenen Temperaturen an der Gehäuserückseite merklich an und erreichen bis zu 54,9 °C. Beim Arbeiten mit der Tableteinheit in den Händen dürfte sich das für viele Nutzer einschränkend darstellen.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Stromverbrauch & Akkulaufzeiten
Stromverbrauch

Die gemessene Leistungsaufnahme bewegt sich zwischen 1,2 Watt im Minimum (Leerlauf, Display aus) und maximal 48,4 Watt beim Unigine-Heaven-4.0-Benchmark (Display maximale Helligkeit). Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 45 Watt spezifiziert und arbeitet hier zumindest für kurze Zeit oberhalb der Herstellerangabe. Nach ungefähr einer Minute pendelt sich der Stromverbrauch bei 43 bis 45 Watt ein.

Beim Stresstest mit gleichzeitiger Auslastung von CPU und GPU reduziert sich die Leistungsaufnahme weiter auf etwa 35 Watt. Das liegt an den Taktreduzierungen, die dafür sorgen, dass die produzierte Abwärme im vorgegebenen Rahmen bleibt.

Im Praxisbetrieb kann man je nach Auftrag sehr gut mit 6 bis 10 Watt auskommen. Wie so oft spielt hier die Bildschirmhelligkeit eine entscheidende Rolle. Beim WLAN-TV-Streaming (223 cd/m², Helligkeitsstufe 5, ausgeglichenes Energiesparprofil) benötigt das Testgerät zwischen 5,8 Watt und 7,2 Watt und der PCMark-8-Home-Test genehmigt sich zwischen 5,8 Watt und 26,9 Watt.

Energieverbrauch – Dell Latitude 7285 2-in-1 Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 1,2 Watt  —
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 3,4 Watt 16:08 h
Büro (PCMark 8 Battery Test, 223 cd/m², ausgeglichenes Profil) 5,8 – 28,5 Watt 4:12 h
WLAN-Streaming (223 cd/m², ausgeglichenes Profil) 5,8 – 7,2 Watt 10:39 h
Battery Eater Classic Test 2:41 h
Stresstest (Unigine Heaven & Geekbench) 45 – 35,2 Watt
Unigine Heaven 4.0 48,4 – 45,0 – 43,1 Watt
Laden (Leerlauf, 26,7 cd/m² minimale Displayhelligkeit) 27,1 – 12,8 – 6,5 Watt 4:19 h Ladezeit
Nach einer Ladezeit von 1:56 h sind laut Anzeige wieder 80 % der Akkukapazität erreicht.
34-Wh-Lithium-Polymer-Akku intern + 22-Wh-Akku in der Tastatureinheit, 45-Watt-Netzteil
Akkulaufzeiten

Die erzielbare Netzunabhängigkeit hängt beim Dell Latitude 7285 2-in-1 stark von den Einstellungen und den durchgeführten Aufgaben ab. Mit insgesamt 56 Wh Akkukapazität ist das Detachable gut bestückt. Ohne Tastatureinheit muss man allerdings mit entsprechend reduzierten Akkulaufzeiten rechnen. Beim WLAN-TV-Streaming (223 cd/m², Helligkeitsstufe 5, ausgeglichenes Energiesparprofil) hat das Testgerät zum Beispiel sehr gute 10:39 Stunden geschafft.

Beim deutlich fordernderen PCMark-8-Home-Test bleiben dagegen nur 4:12 Stunden Laufzeit übrig. Hier sorgen vor allem die immer mal wieder eingestreuten CPU- und GPU-Berechnungen für ein spürbar schnelleres Absinken der Akkukapazität.

Dell Latitude 7285 2-in-1

Ladeverhalten

Das Aufladen der Akkus verläuft im Wechsel. Im ersten Schritt wird der Hauptakku im Tablet auf 80 % geladen. Dann erfolgt ein Wechsel zum Tastaturakku, der ebenfalls bis 80 % geladen wird. Im ausgeschalteten Zustand benötigt das Dell Latitude 7285 dafür anfänglich 27,1 Watt. Die restlichen 20 % werden ebenfalls wieder nacheinander auf die beiden Akkus verteilt, wobei hier die Ladegeschwindigkeit stufenweise deutlich abnimmt.

Für das komplette Aufladen (Restkapazität 5 %) hat das Testgerät 4:19 Stunden benötigt, für die ersten 80 % von Tablet und Tastatur dagegen nur knapp 2 Stunden.

Hat man die Tableteinheit längere Zeit im Akkubetrieb genutzt, dann wird beim nächsten Andocken mit der Tastatur (ohne Netzanschluss) gleich wieder der Tabletakku nachgeladen. Hier hat Dell der Kernkomponente eine eindeutige Priorität eingeräumt. Erst beim Anstöpseln ans Netzteil kommt auch die Tastatur wieder zum Zuge. Diese kann übrigens nicht ohne Tableteinheit geladen werden. Ein separater Stromanschluss ist nicht vorhanden.

Das eigentlich für diese Serie verfügbare Zubehör (Matte + Tastatur) zum kabellosen Laden per Induktion ist in Deutschland derzeit nicht verfügbar.

Dell Latitude 7285 2-in-1: Fazit

Das Dell Latitude 7285 2-in-1 ist ein insgesamt gelungenes Dell Latitude 7285 2-in-1Business-Convertible. Das flexible Gerätekonzept und die umfangreiche Ausstattung samt Thunderbolt 3 sorgen für vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Tablet oder Laptop? Hier kann man je nach Bedarf zwischen den Welten springen. Der aktive Eingabestift, das IGZO-Display, die Tastatureinheit und das mobile Breitbandmodul heben die Serie in den Premiumbereich.

Der mobile Aspekt wird hierbei nicht ausser Acht gelassen, denn auch das relativ geringe Gewicht, die guten Akkulaufzeiten und eine ausreichende Systemleistung passen zum Konzept. Darüber hinaus hat Dell natürlich bei der Gehäusequalität, dem Garantieumfang und den Wartungsoptionen nichts anbrennen lassen. An das lautlose Betriebsgeräusch kann man sich schnell gewöhnen. So unauffällig arbeiten nur wenige Konkurrenten.

Wie so oft hat man jedoch auch beim Dell Latitude 7285 2-in-1 so manche Kehrseite der gerade noch gelobten Eigenschaften einzukalkulieren. Die Verbindung zwischen Tablet und Tastatur, die ein schnelles Trennen der Baugruppen ermöglicht, könnte stabiler ausgeführt sein, die Rechenleistung reicht lediglich für Basisaufgaben, die Gehäuserückseite erhitzt sich unter Volllast stellenweise unangenehm und das Display schwächelt im Detail bei vielen Kleinigkeiten.

Dell Latitude 7285 2-in-1Unter dem Strich hat Dell mit dem Dell Latitude 7285 2-in-1 ein multifunktionales Werkzeug im Programm. Wer genau diese Kombination an Eigenschaften sucht, wird sich vielleicht weder an der ambitionierten Preisgestaltung, noch an der einen oder anderen Schwäche stören.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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