Kaby Lake – Intel Core i5-7200U gegen Intel Core i5-6200U

Generationswechsel. Intels 7. Prozessorgeneration (Core) hört auf den Code-Namen „Kaby Lake“ und wurde Anfang September offiziell veröffentlicht. Mit zur Familie gehört hier Intels Core i5-7200U-CPU, die sich in diesem Test unter anderem dem Vorgänger Intel Core i5-6200U stellen muss.

Rechtzeitig zur langsam beginnenden Jahresendrally, inklusive Weihnachtsgeschäft, liefert Intel seit wenigen Wochen die neusten CPUs der Y- und U-Serien aus. Da hier eine im Grundsatz unveränderte Prozessor-Architektur zum Einsatz kommt, können Notebookhersteller recht einfach die neuen CPUs in bestehende Systeme integrieren. Die leistungsstärkeren Mobil-Varianten und auch die Desktop-Versionen werden hingegen erst Anfang 2017 erwartet.

Kaby Lake Intel Core i5-7200U

Kaby Lake: Tatsächliche Verfügbarkeit

Ab sofort verfügbar sind die Prozessoren Intel Core i3-7100U, Intel Core i5-7200U und Intel Core i7-7500U. Bei den Händlern werden bereits entsprechende Modelle gelistet und die Anzahl der lieferbaren Geräte verbessert sich wöchentlich. In manchen Fällen, wie zum Beispiel beim Dell XPS 13, erfolgt der Umstieg sogar ohne große Ankündigung oder Namensänderung.

Nicht so gut sieht es derzeit noch bei den Y-Modellen aus. Hier findet man zwar schon einige Acer-Swift- und Spin-Notebooks in den Listen, lieferbar ist davon derzeit offiziell aber noch keins. Edit 26.10.2016: Seit einigen Tagen sind das Acer Swift 7 und das Acer Spin 7 mit Intel Core i5-7y54 lieferbar.

Kaby Lake: Preise

Die Bewertung der Preisentwicklung ist zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer möglich. Die tatsächlich verfügbaren Modelle mit CPUs der neuen Generation sind noch recht rar gesät. Zudem sollte man natürlich immer auch das Gesamtsystem im Auge behalten. Da die restlichen Komponenten, wie Display, Massenspeicher usw. ebenfalls einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben, lässt sich der Kostenfaktor „Neue Prozessorgeneration“ selten trennscharf herausstellen.

Beispiel Dell XPS 13: Zum Testzeitpunkt des Dell XPS 13 im Mai 2016 hat man die Einstiegskonfiguration mit Intel Core i5-6200U in Dells Online-Shop für 1.149 Euro bekommen. Mit Intel Core i5-7200U beginnt der Einstieg nun offiziell bei 1.249 Euro. Gerade bei Dell schwanken die Preise aufgrund befristeter Aktionen immer mal wieder und sind stark „tagesformabhängig“.

Intel Core i5-7200U: Dell XPS 13.

Das hier im Test verwendete MSI CX62 7QL bietet inklusive neuster Intel-Technik recht viel Ausstattung fürs Geld: FullHD-TN-Display, M.2-SSD + HDD, Nvidia Geforce 940MX, aktuelle Schnittstellen inklusive USB Typ-C und Mini-DisplayPort. Der ausführliche Testbericht des etwa 800 Euro teuren Arbeits- und Entertainment-Notebooks ist inzwischen bei Notebooks & Mobiles erschienen: Test MSI CX62 7QL.

Intel Core i5-7200U: MSI CX62 7QL

Kaby Lake: Unterschiede zwischen Skylake und Kaby Lake

Die Veränderungen zur Vorgänger-Generation fallen auf den ersten Blick relativ gering aus. Etwas erhöhte Taktraten, ein paar neue Videoencoderfunktionen inklusive eingebetteter 4K- und HEVC-Unterstützung und natürlich ein neuer Name.

Unter der Haube hat Intel weiter am Fertigungsprozess und damit an der Effizienz geschraubt. Sollte bedeuten: Mehr Leistung bei gleichem Verbrauch und gleicher Abwärme. Oder weniger Verbrauch und Abwärme bei gleicher Last/ Performance. Im Endeffekt zählt das, was für den Anwender unter dem Strich herauskommt – und genau das schaue ich mir in den folgenden Kapiteln etwas genauer an.

Auszug der technischen Daten:
  • Intel Core i5-7200U
  • 14 nm Fertigungsprozess
  • 2 Kerne, 4 Threads
  • 2,5 GHz – 3,1 GHz Prozessortakt
  • 3 MB SmartCache
  • 15 Watt TDP

Vollständige technische Daten auf der Herstellerseite: https://ark.intel.com/products/95443/Intel-Core-i5-7200U-Processor-3M-Cache-up-to-3_10-GHz?q=i5-7200u

Intel Core i5-7200U: Rechenleistung (Single-Core/ Multi-Core)

Die Rechenleistung der neuen Intel Core i5-7200U-CPU macht einen großen Schritt nach vorne und liegt im Ergebnis deutlich über der des Vorgängers Intel Core i5-6200U. Der Unterschied beim Cinebench R15 64 bit-Benchmark beträgt zum Beispiel in etwa 15 bis 20 Prozent.

Intel Core i5-7200U

Damit wird nicht nur der direkte Vorgänger deutlich geschlagen sondern sogar Intels Core i7-6500U aus dem Dell Inspiron 15 5000 2-in-1 eindeutig übertroffen. Sofern sich die Preise bei den zukünftigen aktualisierten Notebooks auf einem gleichen Niveau bewegen sollten, wird man in diesem Fall also einen willkommenen Mehrwert erhalten.

Intel Core i5-7200U: Grafikleistung (Single-Channel/ Dual Channel)

Die in der Intel Core i5-7200U integrierte Grafikeinheit heißt nun Intel HD Graphics 620 und gehört weiterhin der Intel internen GT2-Klasse an. Der Grafikchip verfügt über 24 Ausführungseinheiten und kann die erforderliche Taktrate dynamisch im Bereich von 300 MHz bis 1 GHz auf die jeweilige Situation hin anpassen.

Per Displayport können Bildschirme mit einer maximalen Auflösung von 4.096 x 2.304 bei 60 Hz angesprochen werden. Da noch kein HDMI 2.0 unterstützt wird, beschränkt sich die Bildwiederholrate per HDMI auf 24 Hz bei 4.096 x 2.304 Bildpunkten. Sofern die passenden Schnittstellen im Notebook verbaut sind, können bis zu 3 Bildschirme angesteuert werden.

Intel Core i5-7200U Kaby Lake

Die erzielbare Grafikperformance ist bei den integrierten Grafikchips generell stark davon abhängig, welche Arbeitsspeicherbestückung vorliegt. Da diese sparsamen Grafikeinheiten keinen eigenen Grafikspeicher besitzen , bedienen sie sich im Shared-Memory-Verfahren beim Systemspeicher und sind natürlich auch von dessen Leistungsfähigkeit abhängig. Ob hier DDR3- oder DDR4-RAM zum Einsatz kommt hängt von den Notebookherstellern ab.

Während die verschiedenen Taktraten der Speichermodule einen eher geringen Einfluss auf die erzielbaren Frameraten haben, liegt das Hauptaugenmerk letztlich auf der Konfiguration der Speicherkanäle, der Bestückung der Speicherbänke. In der Regel besitzen Notebooks mit aktuellen Intel-CPUs mindestens zwei RAM-Steckplätze und können so den Arbeitsspeicher im schnellen Dual-Channel-Modus betreiben. Ist allerdings nur einer dieser RAM-Slots belegt, arbeitet das Modul im Single-Channel-Modus. Das hat in der Praxis eine Leistungseinbuße von etwa 25 bis 30 Prozent zur Folge. Anders herum: Mit der Aufrüstung eines Notebooks durch ein zweites RAM-Modul lässt sich die erzielbare 3D-Grafikleistung merklich verbessern.

Performance-Unterschiede im Shared-Memory-Verfahren

Um diesen Leistungsunterschied darzustellen, habe ich viele bisher getestete Notebooks immer mal wieder aufgerüstet und in den verschiedenen Upgrade-Tests den dadurch erzielbaren Performance-Gewinn im Grafikbereich dargestellt. So auch beim vorliegenden MSI CX62 7QL, das im Auslieferungszustand mit einem 8-GB-DDR4-Modul bestückt ist.

Intel Core i5-7200U

Die Ergebnisse sprechen für sich. Die verbesserte Intel HD Graphics 620 erreicht bereits im Single-Channel-Modus die Ergebnisse des Vorgängers Intel HD Graphics 520 im Dual-Channel-Betrieb. Mit einem zweiten RAM-Modul wird schließlich auch beim MSI CX62 der Dual-Channel-Modus aktiviert und verbessert zum Beispiel das Cinebench R15-Ergebnis beim OpenGL-Shading von 39 fps auf 49 fps. Ähnliche Leistungszuwächse sind bei den 3D-Mark-Tests oder beim Unigine Heaven 4.0-Benchmark zu erkennen.

Intel Core i5-7200U

Intel Core i5-7200U: Videokonvertierung (CPU/ Intel Quick Sync Video)

Videokonvertierungen können auf vielen unterschiedlichen Wegen erfolgen. Der klassische, aber auch am systembelastendste Weg ist die Umwandlung per Prozessor. Taktraten, verfügbare Prozessorkerne und gleichzeitig durchführbare Threads entscheiden hier im Wesentlichen über die erzielbare Konvertierungsgeschwindigkeit. Deutlich systemschonender zeigt sich dagegen die Übertragung der Konvertierungsaufgabe auf einen verfügbaren Grafikprozessor. Ob das möglich ist, hängt von der verwendeten Software und der implementierten Technologie ab. So gibt es neben dem vereinheitlichten und offenen OpenCL-Standard auch verschiedene herstellerspezifische Technologien wie AMDs APP, Nvidias CUDA oder Intels Quick Sync Video.

In diesem Test stelle ich die Leistungsunterschiede zwei der mit der aktuellen Intel Core i5-7200U CPU nutzbaren Technologien gegenüber. Die reine Prozessorkonvertierung und die Nutzung der Intel-Quick-Sync-Video-Technologie.

Intel Core i5-7200U

Während die Videoumwandlung durch den Prozessor das System nahezu lahmlegt, sind bei der Konvertierung durch die Grafikeinheit viele Aufgaben noch gut durchführbar. Die Prozessorlast fällt mit 20 bis 60 Prozent deutlich geringer aus, als die 80 bis 90 Prozent beim klassischen Verfahren. Trotz der geringeren Auslastung, liegen die Arbeitsergebnisse je nach Videoformat dank Intels Quick Sync Video um ein Vielfaches schneller auf dem Tisch, als der Prozessor alleine dazu in der Lage wäre. Für die Umwandlung des H.264-Videos werden zum Beispiel nur 42 Sekunden anstatt 211 Sekunden benötigt.

Intel Core i5-7200U: Dauerlast

Die Laststabilität eines Prozessors ist immer auch von der eingesetzten Umgebung abhängig. Je nach Gehäuse und verbautem Kühlsystem können die Unterschiede daher teils erheblich ausfallen. Das MSI CX62 7QL erfüllt seine Aufgabe im Test sehr gut und kühlt die Intel Core i5-7200U auch unter Volllast leise (maximal 34,2 dB(A)) und effizient.

Unterschiede zeigen sich beim Testgerät je nachdem ob die integrierte Intel HD Graphics 620 oder Nvidias Geforce 940MX parallel zum Prozessor belastet wird. Da sich die Intel-Kombination die Thermal Design Power (TDP) von 15 Watt teilen muss, hat das System bei der Nutzung der Nvidia-Grafik, die für sich alleine schon 15 Watt verbrauchen darf, natürlich deutlich geringere Grenzen zu beachten.

Taktreduzierungen

Die Taktreduzierungen halten sich beim MSI CX62 7QL noch im vertretbaren Rahmen und sind letztlich den vorgegebenen Abwärmegrenzen geschuldet. Während die Kombination Intel-Nvidia (CPU + GPU) die maximale Taktfrequenz der Intel Core i5-7200U-CPU von 3,1 GHz dauerhaft hält, reduziert sich die Prozessorleistung bei der Intel-Intel-Kombination (CPU + GPU) deutlich und sinkt unter den Grundtakt von 2,5 GHz. (Edit 16.10.2016: Die ursprünglich festgestellte Taktreduzierung der Intel-Nvidia-Kombination auf 2,5 GHz ist beim ausführlichen Test nicht mehr aufgetreten. Am Taktverhalten der reinen Intel-Lösung hat sich hingegen nichts geändert.)

Intel Core i5-7200U

Beim kombinierten Einsatz von Furmark und Prime95 zeigt das Tool HWinfo von Anfang an schwankende CPU-Taktraten von 1.900 MHz bis 2.400 MHz an. Die Leistungsfähigkeit der Grafikeinheit wird dabei nicht abgesenkt, sondern verharrt bei knapp 1.000 MHz. In der Praxis sind solche Szenarien eher unwahrscheinlich. Dennoch zeigen sie gut auf, wo letztlich die Belastbarkeitsgrenzen zu finden sind.

Intel Core i5-7200U

Intel Core i5-7200U: Fazit

Intels Core i5-7200U der Kaby Lake Generation ist eine gelungene Intel Core i5-7200U Kaby LakeWeiterentwicklung des erfolgreichen Skylake-Vorgängers. Die Performancegewinne der Rechenleistung fallen gegenüber der Intel Core i5-6200U-CPU teils so beeindruckend aus, dass selbst der höher positionierte Intel Core i7-6500U-Prozessor spielend übertroffen werden kann.

Ebenfalls überzeugend zeigt sich die Leistungssteigerung der integrierten Intel HD Graphics 620. Mit einem Plus von 10 bis 25 Prozent darf man hier zwar nach wie vor keine ausgewachsene Spielegrafik erwarten, dennoch erhält man deutlich mehr Spielraum, um bei so manchem Spieletitel die nächste Auflösungsstufe oder ein paar Details mehr auswählen zu können.

Rein leistungsmäßig lässt Intels Core i5-7200U somit nichts anbrennen und stellt den im Vergleich zum Vorgänger eindeutig besseren Prozessor dar. Für mögliche Käufer werden sich daher in den nächsten Wochen ganz andere Fragen in den Vordergrund drängen: Wie schnell sind aktualisierte Notebook-Modelle verfügbar? Wie und zu welchem Preis werden die Gesamtpakete geschnürt?  Wie hoch fällt der Preisunterschied zu vergleichbaren Vorgängermodellen aus?

Notebooks mit Intel Core i5-7200U-Prozessor findet man zum Beispiel bei Amazon: Notebooks mit Intel Core i5-7200U (Werbung)

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

3 Gedanken zu „Kaby Lake – Intel Core i5-7200U gegen Intel Core i5-6200U

  • 1. November 2016 um 17:59
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    Vielen Dank für diesen spannenden Beitrag. Vor allem haben mir die Grafik-Benchmarks mit Single- und Dual-Channel Speicher gefallen – danke, dass beide Konfigurationen explizit getestet wurden!

    Mich würde interessieren, ob sich auf einem Notebook mit Kaby-Lake Prozessor auch Windows 7 installieren lässt – und ob die (Windows 10?) Grafik-Treiber sich installieren lassen. Wenn es funktioniert, bliebe noch die Frage, ob die Benchmark-Ergebnisse auch unter Windows 7 besser sind, als bei den Skylake-Prozessoren – oder ob sich der Mangel an offiziellen Treibern bei der Performance bemerkbar macht.

    Zur Erklärung: Ich verwende gerne aktuelle Hardware, möchte derzeit aber noch nicht auf Windows 10 wechseln.

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    • 1. November 2016 um 18:29
      Permalink

      Ja das ist in der Tat eine spannende Fragestellung. Grundsätzlich müsste sich Windows 7/8 auf einem Kaby-Lake-System installieren lassen. Vermutlich wird man dann aber spezielle Funktionen der Kaby Lakes nicht nutzen können. Auch könnte wie von dir vermutet nicht die volle Performance zur Verfügung stehen. Ist aber jetzt reine Spekulation. Mal schauen, ob ich beim nächsten Test eines Kaby-Lake-Notebooks eine Windows-7-Installation mal mit einbauen kann.
      Andererseits schließe ich persönlich nicht gänzlich aus, dass Notebookhersteller für bestimmte Business-Serien nicht doch noch OEM-Treiber für Win 7/8 anbieten werden. Das wird sich allerdings wahrscheinlich erst dann zeigen, wenn die Thinkpads, Latitudes und ProBooks in allen Varianten auf Kaby Lake umgestellt wurden. Die bisher erschienenen und erhältlichen ProBooks der 4er Serie deuten allerdings erst einmal nicht darauf hin. Diese sind bisher nur mit Win 10 kombinierbar. Ist halt immer auch die Frage ob eine solche Kombination überhaupt noch nachgefragt wird.

      Antwort
      • 2. November 2016 um 01:19
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        Danke für die Rückmeldung! Eine offizielle Kombination wird wohl kein Hersteller wagen, solange weder Intel noch Microsoft die Verantwortung für den Support übernehmen wollen. Ich denke aber schon, dass ein großer Anteil der Nutzer gerne die Option zu Windows 7 hätte – immerhin ist es nach wie vor das meist verbreitete Betriebssystem.
        Grüße

        Antwort

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