Kaby Lake – Intel Core i5-7360U (Iris Plus 640) im Test

Intel Core i5-7360U. Intels 7. Prozessorgeneration (Core) hört auf den Code-Namen „Kaby Lake“ und wurde Anfang September 2016 offiziell veröffentlicht. Mit zur Familie gehört der Intel Core i5-7360U, der Anfang 2017 nachgereicht wurde. Welche Rechenleistung man von diesem Modell erwarten kann, zeigt dieser Test.

Der Intel Core i5-7360U "stellt eine kleine Besonderheit dar. Abweichend zum sonstigen CPU-Portfolio der Kaby-Lake-Modellfamilie ist hier eine etwas leistungsstärkere Intel Iris Plus 640 integriert. Mit 64 MB eigenem dynamischen RAM-Speicher soll sie gegenüber der Intel HD Graphics 620 Geschwindigkeitsvorteile verbuchen. Zudem steht dem Prozessor im Vergleich zum Intel Core i7-7500U eine breitere Taktbandbreite zur Verfügung. Diese reicht von 2,3 GHz bis hin zu 3,6 GHz.

Ein weitere Besonderheit zeigt sich auch bei den mit dieser CPU ausgestatteten Geräten. Hier findet sich derzeit lediglich das Apple 13“ MacBook Pro ohne Touch Bar und der 2017er Apple 21“ iMac in den Händlerlisten. Andere Hersteller scheinen diese Lösung nicht zu verbauen.

Intel Core i5-7360U im Apple 13 Zoll MacBook Pro 2017

Intel Core i5-7360U: Auszug der technischen Daten
  • Intel Core i5-7360U
  • 14 nm Fertigungsprozess
  • 2 Kerne, 4 Threads
  • 2,3 GHz – 3,6 GHz Prozessortakt
  • 4 MB SmartCache
  • Intel Iris Plus Graphics 640 mit 64 MB eDRAM
  • 15 Watt TDP
  • Produktseite

Bereits getestete Prozessoren der Intel Kaby-Lake-Familie

Intel Core i5-7360U: Testgerät

Der Intel Core i5-7360U zeigt im Apple 13“ MacBook Pro ohne Touch Bar, wie hoch die Leistungsausbeute ausfallen kann. Ob diese Performance auch in anderen Geräten abgerufen wird, hängt wie so oft von der konkreten Konfiguration und dem eingesetzten Kühlkonzept ab. Hohe Taktraten werden nur dann dauerhaft abgeliefert, wenn der Lüfter und die weiteren Kühlkomponenten möglichst effektiv die Abwärme aus dem Gehäuse führen können.

Für die Grafikleistung ist zudem entscheidend, ob die im Prozessor integrierte Intel Iris Plus Graphics 640 auf eine leistungsfähige RAM-Konfiguration zurückgreifen kann. Zusätzlich zum eigenen dynamischen Speicher von 64 MB muss auch die Iris Plus Graphics im Shared-Memory-Verfahren auf den Arbeitsspeicher zurückgreifen. Folglich ist auch diese Lösung direkt von der RAM-Leistung abhängig.

Intel Core i5-7360U im Apple 13 Zoll MacBook Pro 2017

Intel Core i5-7360U: Konkurrenzsituation

Die Prozessoren der Intel Kaby-Lake-Generation sind inzwischen durch Modelle der 8. Core-Generation abgelöst worden. Auch AMD hat mit seinen Ryzen-CPUs leistungsstarke Alternativen im Programm. In den meisten aktuellen Notebooks finden sich daher Prozessoren wie der Intel Core i5-8250U und der Intel Core i7-8550U. Lediglich in besonders günstigen Basis-Konfigurationen oder Billig-Notebooks findet man noch CPUs der 6. oder 7. Core-Generation von Intel.

Auch Apple bestückt sein Einsteiger-MacBook-Pro ohne Touch Bar weiter mit dem Intel Core i5-7360U gehört aber mit einem Einstiegspreis von etwa 1.500 Euro zum Premiumsegment. Mit einer Aktualisierung ist hier in naher Zukunft nicht zu rechnen, da erst kürzlich alle Touch-Bar-Laptops der Serie ein Upgrade auf Intel-Core-ix-8xxx-CPUs erhalten haben.

Hauptunterschied zwischen Kaby Lake und Kaby-Lake-Refresh

Obwohl der Namenszusatz „Refresh“ äußerst tiefstapelnd wirken kann, ist der Leistungssprung von der einen zur nächsten Generation gerade bei Multi-Core-Aufgaben enorm. Mit 4 echten Rechenkernen und maximal 8 gleichzeitig bedienbaren Threads, hat Intel die verfügbaren Recheneinheiten schlicht verdoppelt. Dementsprechend rückständig zeigt sich in diesem Bereich der Intel Core i5-7360U, der noch mit 2 Rechenkernen und maximal 4 Threads zurecht kommen muss.

Rechenleistung (Single-Core/ Multi-Core)

Die Paradedisziplin des Intel Core i5-7360U ist das Berechnen von einzelnen Threads. Dank der vergleichsweise hohen Maximaltaktrate von bis zu 3,6 GHz bewegt sich hier die Rechenleistung auf dem Niveau des Intel Core i5-7300HQ oder des Intel Core i5-8250U. Beim Cinebench R15 (Single-Core) werden zum Beispiel 144 Punkte erreicht. Das gefällt vor allem Software, die mit mehreren Rechenkernen kaum etwas anfangen kann und eher auf möglichst hohe Taktraten baut.

Beim Multi-Thread-Test treten dagegen die Nachteile des Zweikerners offen zu Tage. Hier fehlt es an physischen und virtuellen Recheneinheiten, die im Vergleich zum AMD Ryzen 5 2500U oder Intel Core i5-8250U nicht ausgeglichen werden können. Mit 367 Punkten beim Cinebench R15 Multi-Thread-Test muss man mit mehr als einem Drittel weniger Rechenleistung zurechtkommen. Weitere Vergleiche kann man mit der umfangreichen Benchmarkliste der bisher getesteten Laptop-Prozessoren durchführen.

Grafik – Intel Iris Plus Graphics 640

Die im Intel Core i5-7360U integrierte Grafikeinheit Intel Iris Plus Graphics 640 verfügt zwar über 64 MB eigenen dynamischen Speicher, greift aber ansonsten wie alle anderen Prozessorgrafikeinheiten im Shared-Memory-Verfahren auf den Arbeitsspeicher als Grafikspeicher zurück.

Beim Cinebench R15 OpenGL-Shading positioniert sich die Intel Iris Plus Graphics 640 in etwa auf dem Niveau einer Intel UHD Graphics 620 mit Single-Channel-RAM-Konfiguration. Beim Unigine Heaven erreicht sie (hier allerdings unter OpenGL) mit 32 fps (Basic) und 9 fps (Extreme) das Niveau der Nvidia Geforce 930MX aus dem HP ProBook 470 G5.

Die Leistungsfähigkeit reicht für viele Aufgabenbereiche inklusive Bildbearbeitung locker aus. Auch ältere 3D-Spiele wie Tomb Raider oder GRID: Autosport laufen bei zurückhaltenden Einstellungen flüssig. Für fordernde 3D-Aufgaben oder aktuelle 3D-Kracher ist die Grafikeinheit dagegen kaum geeignet.

Die vom Grafikchip unterstützten Standards decken ein breites Einsatzspektrum ab und dürften für viele Anwender mehr als ausreichend ausfallen. Per Displayport können Bildschirme mit einer maximalen Auflösung von 4.096 x 2.304 bei 60 Hz angesprochen werden. Da noch kein HDMI 2.0 unterstützt wird, beschränkt sich die Bildwiederholrate per HDMI auf 24 Hz bei 4.096 x 2.304 Bildpunkte. Sofern die passenden Schnittstellen im Notebook verbaut sind, können maximal 3 Monitore gleichzeitig betrieben werden.

Weitere Leistungsvergleiche kann man mit der umfangreichen Benchmarkliste der bisher getesteten Notebook-Grafik-Chips durchführen.

Intel Core i5-7360U: Dauerlast

Die Laststabilität eines Prozessors ist immer auch von der eingesetzten Umgebung abhängig. Je nach Gehäuse und verwendetem Kühlsystem können die Unterschiede daher teils erheblich ausfallen. Das Apple 13“ MacBook Pro ohne Touch Bar liefert beim Geekbench-Stresstest sehr konstante Ergebnisse ab und schafft es sich im Vergleich vor dem Intel Core i7-7500U und dem AMD Ryzen 5 2500U zu positionieren. Im Vergleich zu den Modellen der 8. Core-Generation fällt der Rückstand dagegen erheblich aus.

Intel Core i5-7360U Kaby Lake

Intel Core i5-7360U: Fazit

Der Intel Core i5-7360U ist ein leistungsstarker Dual-Core-Prozessor. Intel Core i5-7360U im Apple 13 Zoll MacBook Pro 2017Je nach Anwendungsgebiet kommt er sehr nah an den Intel Core i7-7500U heran. Im Apple 13“ MacBook Pro gefällt er zudem mit einer guten Dauerlaststabilität, die für konstante Ergebnisse sorgt.

Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit Intel Iris Plus Graphics 640 reicht für viele Anwendungsbereiche gut aus. Zum Spielen aktueller 3D-Titel eignet sie sich jedoch nicht.

Trotz dieser guten Grundeigenschaften ist der Einsatz dieses Prozessors in Mittelklasse- und Premium-Notebooks heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Eine neue Modellgeneration hat bereits Einzug gehalten und sich als Standard etabliert. Die Multi-Thread-Performance liegt daher mehr als ein Drittel hinter der des Intel Core i5-8250U zurück. Dieser wiederum lässt sich schon in Notebooks der 600-Euro-Klasse finden.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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