Kaby Lake – Intel Core i7-7820HQ im Test

Intel Core i7-7820HQ. Der leistungsstarke Vierkerner kommt in Multimedia-Notebooks, Gaming-Maschinen und mobilen Workstations zum Einsatz. Hiermit ausgestattete Laptops liefern ein hohes Maß an Performance.

Im "Vergleich zum Intel Core i7-7700HQ wartet der Intel Core i7-7820HQ mit um 100 MHz höheren Taktraten (2,9 GHz – 3,9 GHz) und einem 2 MB größeren CPU Cache (8 MB) auf. Ansonsten lesen sich die technischen Daten weitestgehend identisch. Beide Prozessoren verfügen über vier echte Rechenkerne, denen vier virtuelle Kerne zur Seite gestellt werden. Dadurch können 8 Threads gleichzeitig abgearbeitet werden, was vor allem Multi-Thread-Anwendungen sehr entgegen kommt.

Die Thermal Design Power (TDP) beträgt bei beiden Varianten standardmäßig 45 Watt, kann aber durch die Notebookhersteller je nach Gerätekonzept auf 35 Watt abgesenkt werden.

Die hier getestete CPU kommt in der mobilen Workstation Lenovo ThinkPad P51 zum Einsatz, findet sich aber auch in vielen Gaming-Notebooks oder leistungsstarken Multimedia-Laptops wieder.

Auszug der technischen Daten:
  • Intel Core i7-7820HQ
  • 14 nm Fertigungsprozess
  • 4 Kerne, 8 Threads
  • 2,9 – 3,9 GHz Prozessortakt
  • 8 MB CPU Cache
  • 45 Watt TDP, durch den Hersteller auf bis zu 35 Watt absenkbar
  • Technische Daten Intel-Homepage
Intel Core i7-7820HQ: Testkonfiguration
Intel Core i7-7820HQ: Preissituation

Auf Intels Produktseiten wird sowohl für den Intel Core i7-7700HQ als auch für den Intel Core i7-7820HQ ein Preis von 378 US-Dollar angegeben. Die Straßenpreise fallen dagegen deutlich unterschiedlicher aus. Im Konfigurator des Lenovo ThinkPad P51 verlangt Lenovo im Vergleich zum Intel Core i7-7700HQ derzeit einen Aufpreis von 245 Euro und beim HP ZBook 15 G4 sind sogar 308 Euro fällig. Deutlich zurückhaltender zeigt sich Dell beim Dell Precision 7520. Hier werden bei der Konfiguration lediglich knapp 100 Euro Zuschlag berechnet.

Unter dem Strich stellt sich wie so oft die Frage, ob die messbare, aber nicht immer in der Praxis spürbare Mehrleistung solche Aufpreise wert ist. Das ist stark von dem anvisierten Anwendungsgebiet und natürlich der entsprechenden Auftragsdringlichkeit abhängig.

Intel Core i7-7820HQ: Benchmarkergebnisse
Rechenleistung (Single-Core/ Multi-Core)

Die Rechenleistung des Intel-Core-i7-7820HQ-Prozessors positioniert sich in der Spitzengruppe der derzeitig erhältlichen Mobil-Prozessoren. Beim Cinebench R15 erreicht der Prozessor mit seinem Turbo-Boost-Takt von 3,9 GHz sehr gute 167 Punkte beim Single-Thread-CPU-Rendering.

Beim Multi-Thread-Test arbeiten die vier Rechenkerne dank Intels Hyperthreading-Technologie 8 Threads gleichzeitig ab. Auch hier fällt die Performance mit 768 Punkten sehr gut aus und ordnet sich knapp hinter der Intel Xeon E3-1505Mv6 aus dem kürzlich getesteten Lenovo ThinkPad P71 ein.

Grafikleistung (Single-Channel/ Dual Channel)

Die im Prozessor integrierte Grafikeinheit Intel HD Graphics 630 verfügt über 24 Ausführungseinheiten und erreicht eine Taktrate von bis zu 1.100 MHz. Im Vergleich zur Intel HD Graphics 620, die ebenfalls der GT2-Klasse angehört, sorgt der um 100 MHz schnellere Maximaltakt hier und da für eine etwas höhere Bildwiederholrate. Nach wie vor entscheidend ist die im jeweiligen Laptop verbaute RAM-Ausstattung.

Da die integrierte Prozessorgrafik über keinen eigenen Grafikspeicher verfügt, bedient sie sich im Shared-Memory-Verfahren beim Arbeitsspeicher. Erst wenn zwei Module zum Einsatz kommen, ist auch der Dual-Channel-Betrieb und damit eine optimierte Performance möglich.

Per Displayport können Bildschirme mit einer maximalen Auflösung von 4.096 x 2.304 bei 60Hz angesprochen werden. Da noch kein HDMI 2.0 unterstützt wird, beschränkt sich die Bildwiederholrate per HDMI-Anschluss auf 24 Hz bei 4.096 x 2.304 Bildpunkten. Sofern die passenden Schnittstellen im Notebook verbaut sind, können bis zu 3 Bildschirme angesprochen werden.
Die gemessene 3D-Leistungsfähigkeit ordnet sich deutlich hinter dedizierten Grafiklösungen der unteren Mittelklasse ein. Je nach Testverfahren arbeitet Nvidias Geforce MX150 bis zu 3-mal so schnell.

Intel Core i7-7820HQ: Standfestigkeit bei Dauerlast

In der mobilen Workstation Lenovo ThinkPad P51 findet die Intel Core i7-7820HQ besonders gute Kühl-Bedingungen vor. Das ist auch nötig, da sowohl die Abwärmeleistung der CPU als auch die des professionellen Grafikchips Nvidia Quadro M2200 abgeführt werden muss. Bei anderen Systemkonstellationen und Notebookkonzepten kann das durchaus unterschiedlich ausfallen.

Beim Geekbench-Stresstest bewegt sich die konstante Performance der Intel Core i7-7820HQ im Bereich von knapp 14.000 Punkten. Daran ändert sich auch nach über 1 Stunde Laufzeit nichts. Zudem sind das über 1.000 Punkte mehr, als Intels Xeon E3-1505Mv6 im gleichen Testverfahren erreicht hat.

Intel Core i7-7820HQ

 

Intel Core i7-7820HQ: Fazit

Der Intel-Core-i7-7820HQ-Prozessor findet sich in vielen Intel Core i7-7820HQleistungsstarken Notebook-Konfigurationen wieder. Besonders agil rechnet die CPU bei Multi-Core-Aufgaben, die mit einer parallelen Berechnung von bis zu 8 Threads abgearbeitet werden. Dass das Ganze im Lenovo ThinkPad P51 auch unter Dauerlast hervorragend funktioniert, unterstreicht die gelungenen Qualitäten dieser Prozessorlösung.

Unter dem Strich bekommt man hier also sehr viel Rechenleistung geboten, die allerdings je nach Hersteller und Notebookserie teils horrende Aufpreise im Vergleich zur ähnlich guten Intel Core i7-7700HQ-CPU abverlangt.

Die im Intel Core i7-7820HQ integrierte Intel HD Graphics 630 dürfte für eine Vielzahl an Aufgaben eine völlig ausreichende Grafiklösung darstellen. Zusammen mit der passenden Schnittstelle, können hier externe Monitore mit einer Auflösung von bis zu 4096 x 2304 bei 60Hz angesteuert werden. Erst wenn leistungsfordernde 3D-Aufgaben bewältigt werden sollen, wird der Griff zu einer dedizierten Grafiklösung notwendig.

Das Lenovo ThinkPad P51 und andere Laptops mit Intel Core i7-7820HQ findet man zum Beispiel bei Notebooksbilliger: Lenovo ThinkPad P51 mit Intel Core i7-7820HQ (Werbung)

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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