Nvidia Geforce GTX 1060 (Laptop) Max-Q-Design im Test

Pixelfabrik. Die Nvidia Geforce GTX 1060 ist eine leistungsstarke Mittelklasse-Grafik die Spiele bis zu einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten gut bedienen kann.

Nvidias Geforce GTX 1060 basiert auf einem aktuellen Grafikchip der Nvidia-Pascal-Generation und repräsentiert die performante Mittelklasse für den Einsatz in Gaming-Notebooks. "Konfigurationen mit dieser Grafiklösung sind je nach Hersteller und sonstiger Ausstattung derzeit ab etwa 1.100 Euro erhältlich und stellen eine zweite Leistungsstufe gegenüber den Einsteigermodellen mit Nvidia Geforce GTX 1050 dar.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Design

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q: Allgemeines

Der in Nvidias Geforce GTX 1060 eingesetzte GP106-Chip gehört zur effizienten Pascal-Familie, wird im 16-Nanometer-Prozess gefertigt und ist generell mit GDDR5-Grafikspeicher bestückt. Der GP 106-Chip verfügt über 1.280 Shadereinheiten, der Kerntakt erreicht bis zu 1.417 MHz und die theoretische Speicherbandbreite beträgt 192,2 GB/s.

Der getestete Grafikchip gehört zu der überarbeiteten Modellreihe im Max-Q-Design. Durch eine gesteigerte Effizienz ermöglicht Nvidia so den Einsatz dieser Grafiklösung in schlanken Gaming-Notebooks, die zudem vergleichsweise genügsam und leise arbeiten sollen. Als Vorgabe für das maximale Betriebsgeräusch nennt Nvidia auf der Produktseite einen Schalldruckpegel von 40 dB(A). Daran halten müssen sich die Notebookhersteller scheinbar nicht, da das getestete Omen 15 by HP weder besonders schlank ausfällt noch besonders leise arbeitet. Im Spielbetrieb erreicht das Testgerät jedenfalls einen maximalen Schalldruckpegel von 46,4 dB(A) (16 cm Abstand zur Vorderkante des Notebookgehäuses).

Die Nvidia Geforce GTX 1060 im Max-Q-Design ist mit 3 GB GDDR5- oder 6 GB GDDR5-Grafikspeicher erhältlich. Im Testgerät befindet sich die volle Ausbaustufe.

Auszug der technischen Daten
  • GP106-Grafikchip (Pascal-Generation)
  • Max-Q-Design
  • 16-nm-Fertigungsprozess
  • 1.280 Shadereinheiten
  • 1.417 MHz max. Kerntakt
  • 6 GB GDDR5 Grafikspeicher
  • 2.002 MHz Speichertakt
  • 192 bit Speicherbus
  • 192,2 GB/s Speicherbandbreite
  • DX 12
  • OpenGL
  • Shader Model 5.0
  • Nvidia Optimus (nicht mit Nvidia G-Sync)
  • DisplayPort 1.2
  • Nvidia Produktseite
Technische Daten des Testsystems:

Der ausführliche Testbericht zum Omen 15 by HP ist bereits bei Notebooks & Mobiles erschienen: Omen 15 by HP im Test.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q: Benchmarks

Die erzielten Test-Ergebnisse zeigen, dass es sich bei der Nvidia Geforce GTX 1060 um eine leistungsfähige Spielegrafik-Lösung handelt. Im Omen 15 by HP ist sie damit genau richtig platziert. Sie liefert genügend Performance, um sich in allen möglichen Leistungsgebieten klar von der Nvidia Geforce GTX 1050 absetzen zu können.

DirectX

Besonders wohl fühlen sich leistungsstarke Spielegrafikchips wenn Software zum Einsatz kommt, die auf Microsofts DirectX-Schnittstelle aufbaut. Dazu gehören natürlich vornehmlich Spiele, aber auch manche professionelle Anwendungen aus dem Konstruktionsbereich wie zum Beispiel 3dsMax oder Showcase.

Durch die verschiedenen 3DMark-Tests werden die unterschiedlichen DirectX-Generationen abgedeckt. Beim 3DMark Cloud Gate (DX9) erreicht die Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q 23.646 Punkte beim 3DMark Firestrike (DX11) 8.765 Punkte und beim 3DMark Time Spy 3.358 Punkte. Mit einer Mehrleistung von etwa 70 Prozent kann sich die Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q somit klar von der Nvidia Geforce GTX 1050 abgrenzen und die Lücke zur leistungsstärkeren Nvidia Geforce GTX 1070 schließen.

OpenGL

Beim Cinebench R15 64 bit OpenGL Shading erreicht die Nvidia Geforce GTX 1060 mit 103 fps das gleiche Ergebnis wie AMDs Radeon RX560. Im Vergleich zur Nvidia Geforce GTX 1050 iefert sie etwa fps mehr. Bis zur Nvidia Quadro P4000 fehlen hier gerade mal 3 fps.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q

OpenGL (optimiert, Workstation-CAD)

Hat man hingegen vor die für Consumer-Aufgaben konzipierte Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q für professionelle CAD-Aufgaben einzusetzen, muss man schon sehr genau hinschauen, um welche Art von Software es sich handelt. Sobald hier Programme mit OpenGL-Optimierungen zum Zuge kommen, kann die hardwareseitig nicht schlecht bestückte Geforce mit professionellen Grafikkarten à la Nvidia Quadro oder AMD FirePro/ Radeon Pro nicht mithalten. Neben der deutlich geringeren Leistungsfähigkeit muss man zudem mit Treiber- und Stabilitätsproblemen rechnen, da die auf ein reibungsloses Zusammenspiel hin optimierten Profitreiber von der Geforce- und Radeon-Hardware nicht verwendet werden können.

Beim SPECviewperf.12-Benchmark zeigt die Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q insbesondere bei Catia, Creo, Siemens NX und Solidworks deutliche Schwächen. Bei Siemens NX kann sogar die überaus betagte AMD FirePro W4190M mit knapp 4-facher Framerate davonziehen. Bei Programmen die hingegen auf DirectX als Grafikschnittstelle setzen, gelingt es der Nvidia Geforce GTX 1060 ihre Hardwareleistung voll auszuspielen. Spezielle OpenGL-Treiberoptimierungen gibt es hier nicht. Das ist zum Beispiel bei Showcase und 3dsMax der Fall.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Design

OpenCL & Nvidia CUDA

Neben den typischen Grafikaufgaben, können Grafikchips per OpenCL- oder Nvidia-CUDA-Schnittstelle auch für viele andere rechenintensive Aufgaben verwendet werden. Dazu gehören zum Beispiel Konvertierungen, Bildbearbeitungsfilter, Videofilter, das Ver- und Entschlüsseln von Daten, die Finanzanalyse oder wissenschaftliche Berechnungen. Das Nutzen des Grafikchips für solche Aufgaben entlastet einerseits den Prozessor und sorgt andererseits für einen nicht unerheblichen Geschwindigkeitsschub. Getestet habe ich die Bereiche Finanzanalyse, Kryptographie, Bildbearbeitung und Wissenschaftliche Berechnungen.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Design

Spiele

Für die Einordnung der Spieleleistung habe ich verschieden Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Designanspruchsvolle Titel herangezogen. Hier kann die Nvidia Geforce GTX 1060 die Messlatte im Vergleich zur Nvidia Geforce GTX 1050 deutlich höher legen. Alle getesteten Spiele lassen sich gut mit der nativen Displayauflösung des Omen 15 by HP von 1.920 x 1.080 Bildpunkten wiedergeben. Hier kann man bei den meisten Titeln auch maximale Qualitätseinstellungen auswählen, ohne befürchten zu müssen eine ruckelige Bildwiedergabe zu erhalten. Dazu trägt auch die im Testgerät verbaute Nvidia G-Sync-Technologie ihren Anteil zu bei, die für eine synchronisierte Arbeit von Grafikchip und Bildschirm sorgt.

Bei besonders hardwarehungrigen Spielen, wie Deus Ex: Mankind Divided, The Witcher 3 oder Total War: Warhammer 2 muss man vielleicht die eine oder andere Qualitätsoption etwas herunter regeln.

Die nächste Performance-Stufe liefern Notebooks mit Nvidia Geforce GTX 1070. Hiermit ausgestattete Notebooks starten derzeit bei etwa 1.500 Euro mit dem Asus ROG Strix GL502VS oder dem MSI GE72MVR.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Design

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q: Virtual Reality

Für mögliche VR-Aufgaben ist die Nvidia Geforce GTX 1060 durchaus geeignet.  Die Leistungsvorgabe von Futuremark nennt 5.000 Punkte für einen VR-Ready-PC. Mit 5.611 Punkten im VRMark Orange wird diese Grenze deutlich überschritten und reicht sogar aus, um sich etwa 300 Punkte vor die Nvidia Quadro P4000 im Lenovo ThinkPad P71 setzen zu können.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q: Taktreduzierungen

Die Stabilität der Grafikleistung ist im Notebookbereich immer von dem im jeweiligen Notebook verbauten Kühlsystem abhängig. Auch limitieren Hersteller hin und wieder die Grafik- und oder CPU-Leistung bei Volllastszenarien, um vorgegebene thermische Grenzen einhalten zu können. Beim hier getesteten Omen 15 by HP zeigt das Tool HWinfo im Stresstest eine relativ konstante Taktfrequenz an, die auch nach einer Stunde Stresstest zwischen 1.328 MHz und 1.417 MHz schwankt. Das Kühlsystem des Test-Notebooks erzeugt dann einen dauerhaften Schalldruckpegel von 46,4 dB(A).

Im Akkubetrieb reduziert sich wie schon bei der Nvidia Geforce GTX 1050 im Acer Aspire VX 15 die Leistungsfähigkeit um etwa 60 Prozent. Beim Cinebench R15 OpenGL Shading werden beispielsweise nur noch 29 fps anstatt 103 fps erreicht. Bei alternativen Notebookkonzepten, Akkugrößen und herstellerseitiger Abstimmung kann dieses Verhalten durchaus unterschiedlich ausfallen und stellt nicht unbedingt eine Eigenart der Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q dar.

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-Design

Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q: Fazit

Die Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q ist ein leistungsstarker Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q-DesignNotebook-Grafikchip, der bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten die getesteten Spieletitel mit hoher Qualitätseinstellung flüssig wiedergeben kann. Im Gegensatz zum Einsteigermodell Nvidia Geforce GTX 1050 kann man hier so manche Effekte dazuschalten, ohne ein ruckeliges Bild befürchten zu müssen.

Die Leistungsgrenze der Nvidia Geforce GTX 1060 Max-Q zeigt sich dort, wo besonders fordernde 3D-Kracher mit maximalen Qualitätseinstellungen zum Zuge kommen sollen. Hier muss man den einen oder anderen Regler reduzieren, um noch eine ausreichend flüssige Darstellung geboten zu bekommen.

Notebooks mit Nvidia Geforce GTX 1060 findet man zum Beispiel in vielen verschiedenen Varianten bei Notebooksbilliger: Notebooks mit Nvidia Geforce GTX 1060 (Werbung).

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *