HP Spectre 13 Laptop im Test

Flachmann. Das HP Spectre 13 besticht bereits auf den ersten Blick durch sein besonders flaches und schickes Gehäuse. Dass in dieser Preisklasse auch die inneren Werte nicht zu kurz kommen sollten, versteht sich fast schon von selbst.

Das HP Spectre 13 "gehört zu den besonders schlanken Slimline-Notebooks mit geringem Gewicht und designorientiertem Äußeren. Neben einer adäquaten Ausstattung soll das Arbeitsgerät vor allem auch optisch etwas hermachen. Feine Materialien, ausgefallene Details und eine moderne Ausstattung unterstreichen die anvisierte Zielrichtung.

Das aktuelle HP Spectre 13 ist derzeit ab etwa 1.000 Euro (HP Spectre 13-af001ng) erhältlich. Da sich das Vorgängermodell mit ähnlicher Bezeichnung ebenfalls noch in den Händlerregalen wiederfindet, sollten sich Interessenten vor der Bestellung noch mal vergewissern auch das richtige Spectre 13 in den Warenkorb gelegt zu haben. Die Versuchung könnte groß sein, denn das Vorjahresmodell startet bereits bei 900 Euro.

Das Testgerät HP Spectre 13-af033ng ist mit einem Preis von 1.600 Euro deutlich teurer, verfügt dafür aber auch über einen Intel Core i7-8550U und ein 512 GB (brutto) großes Solid State Drive. Im knapp 2.000 Euro teuren Topmodell (HP Spectre 13-af031ng) bekommt man 16 GB RAM, ein 4k-Display und 1 TB SSD-Speicher geboten.

HP Spectre 13: Auszug der technischen Daten
Model HP Spectre 13 afo33ng
EAN 192018471719
Preis ca. 1.600 Euro Straßenpreis
Farbe Weiß & Gold (Kupfer & Schwarz alternativ erhältlich)
Prozessor Intel Core i7-8550U, 4 Kerne (8 Threads), 1,8 GHz – 4,0 GHz, 8 MB L3 Cache, 15 Watt TDP
Grafik Intel UHD Graphics 620 (shared memory)
Arbeitsspeicher 8 GB LPDDR3-2133-RAM, Dual-Channel
Massenspeicher Samsung SSD PM961, M.2-PCIe-SSD mit 512 GB
Display 13,3-Zoll-IPS-Display, Multitouch, Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte, glänzend, Corning Gorilla Glas NBT, 16:9, 165 ppi, AUO422D
Betriebssystem & Software Windows 10 Home 64 bit
BIOS-Version F.06
Anschlüsse & Erweiterung 2 x Thunderbolt 3, 1 x USB 3.1 Gen.1 Typ C mit DisplayPort, 1 x 3,5-mm-Klinke Audio in/out
Kommunikation Intel Dual Band Wireless-AC 8265  2 x 2, Bluetooth 4.2, Miracast-Unterstützung, Dual-Array-Mikrofon, 0,9-MP-HD-Webcam
Audio Intel Kaby Lake High Definition Audio Controller, 2 Stereo-Lautsprecher Bang & Olufson
Eingabegeräte Chiclet-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung (1-stufig), Synaptics-Touchpad
Sicherheit Bios- und Systempasswörter, TPM 2.0, (Gesichtserkennung per Infrarotkamera modellabhängig)
Batterie & Stromversorgung 43-Wh-Lithium-Ionen-Akku (intern verschraubt), 65-Watt-Netzteil
Zubehör Sleeve, USB-C-zu-USB-A-Adapter
Abmessungen & Gewicht 308 (B) x 224 (T) x 11 (H) mm, Testgewicht 1,12 kg & Netzteil 360 g
Herstellergarantie 2 Jahre Herstellergarantie mit Abhol- und Bring-Service
Leihsteller HP Deutschland
Informationen zum Testgerät Produktseite
HP Spectre 13
HP Spectre 13: Garantie

Die Herstellergarantie beträgt standardmäßig zwei Jahre. Umfang und Dauer sind durch HPs Care Packs erweiterbar. Ein Upgrade auf drei Jahre Abhol- und Lieferservice mit Schutz vor versehentlichen Schäden kostet zum Beispiel knapp 150 Euro extra.

HP Spectre 13: Gehäuse

Das Gehäuse des HP Spectre 13 ist ein durchgestyltes und besonders flaches Slimline-Notebook. Neben der getesteten weiß-goldenen Gehäusevariante (ceramic white metallic & pale gold) ist das Laptop auch in einer kupfer-schwarzen Version (dark ash metallic & copper luxe) erhältlich.

Die Gehäusestabilität ist trotz der verwendeten Metall-Kohlefaser-Kombination nicht optimal. Die Baseunit lässt sich mit etwas Kraft verwinden und erzeugt dann hier und da auch ein Knackgeräusch. Das könnte zum Beispiel beim einhändigen Hochheben an einer der Gehäuseecken der Fall sein. Ohne gewisse Abstriche ist ein so schlankes Design nunmal schwer zu verwirklichen.

Der Displaydeckel wirkt dagegen im Klassenvergleich überdurchschnittlich robust und verformt sich beim Stabilitätstest nur wenig. Durch Druck auf den Deckel entstehen keine Bildstörungen. Die als unsichtbar beworbenen Displayscharniere begrenzen den Öffnungswinkel auf etwa 130 Grad. Zudem wippt der Bildschirm bei etwas Bewegung nach und könnte sich beim Einsatz im Zug oder im Flugzeug als etwas unruhig präsentieren.

Die Wiedergutmachung für den einen oder anderen Nachteil: Das HP Spectre 13 ist ein mit 1,12 kg Testgewicht sehr leichtes und kompaktes 13-Zoll-Laptop. Das 360-Gramm-Netzteil wirkt dagegen fast schon klobig und überdimensioniert. Auf Reisen möchte man es nicht wirklich mitnehmen, zumal man im mitgelieferten hautengen Sleeve so oder so keinen Platz dafür hätte.

Wartungsklappen sind beim HP Spectre 13 nicht vorhanden. Im Handbuch finden sich keine Hinweise für den Endanwender bezüglich Wartungs- oder Aufrüstungsarbeiten. Sollte man sich dennoch an das Innere heranwagen, so müssen mehrere Schrauben entfernt werden, die sich unter den äußeren Gummifüßen am Unterboden befinden.

Hinweise zu der Vorgehensweise findet man wie für HP üblich im Maintenance & Service Guide. Wie auch in allen anderen Fällen ist es ratsam sich vor geplanten Arbeiten über die Garantiebestimmungen zu informieren. Unter welchen Bedingungen HP die Herstellergarantie versagen kann, ist u.a. hier ersichtlich: Hinweise zur Herstellergarantie.

HP Spectre 13

HP Spectre 13: Ausstattung

An der Gehäuserückseite findet man drei Schnittstellen im USB-C-Format und eine 3,5-mm-Klinke-Audio-Buchse. Zwei der verdrehsicheren USB-C-Anschlüsse sprechen Thunderbolt 3 und einer arbeitet gem. USB 3.1 Gen. 1.

Abgesehen von den unterschiedlich maximal möglichen Übertragungsraten (Thunderbolt 3 bis zu 40 Gbit/s & USB 3.1 Gen. 1 bis zu 5 Gbit/s) unterstützen alle das DisplayPort-Protokoll, können mit Gigabit-LAN umgehen und die Stromversorgung (Power Delivery 3.0) übernehmen.

HP Spectre 13

Damit auch Geräte mit USB-Typ-A-Stecker Anschluss finden, legt HP einen passenden Adapter bei. Für Displays, Netzwerke oder zusätzliche Schnittstellen muss man sich die entsprechenden Erweiterungen und Kabel selber besorgen. Besonders schmerzlich dürfte das Fehlen des beim Anwender immer gern gesehenen Speicherkarten-Lesegerät ausfallen.

Bis sich die USB-C-Stecker in allen Bereichen etabliert haben, bedeuten die notwendigen Adapter und Erweiterungen für unterwegs in jedem Fall erst mal mehr Ballast. Im stationären Betrieb dürfte dagegen für viele Nutzer eine Dockingstation das Mittel der Wahl darstellen.

Schnittstellenperformance
HP Spectre 13 Transferraten in MB/s
Speicherkarten-Lesegerät, Lexar Professional UHS-II 2000x (SDXC 128 GB) nicht vorhanden
USB 3.1 Gen. 1 Typ C, Samsung Portable SSD T3 (250 GB) 432 Lesen/ 425 Schreiben
USB 3.1 Gen.2 Typ C, Sandisk Extreme 900 (480 GB) 639 Lesen/ 824 Schreiben
Ansteuerung Viewsonic VP 2780-4k 3.840 x 2.160 @ 60 Hz ja über USB C mit DisplayPort-Kabel/ -Adapter
Latenzen (LatencyMon), nach 18 Minuten Laufzeit 1.099 µs
Maximale Lautstärke integrierte Lautsprecher (Pink Noise) 74,0 dB(A)
Bluetooth-Reichweite mit JBL Flip 4 19 m
Erreichbarkeit BIOS/ UEFI ESC
Startmenü F10
Kabellose Schnittstellen

Ansonsten kann man viele Aufgaben auch den kabellosen Übertragungsmöglichkeiten überlassen. An Bord sind eine 0,9-MP-Webcam inklusive Dual-Array-Mikrofon, Bluetooth 4.2 und Dual-Band-AC-WLAN mit 2 Antennen. Ein LTE-Modul für eine mobile Breitbandanbindung ist nicht erhältlich. Hier müsste man wieder auf eine externe Erweiterung oder das Smartphone als mobilen Hotspot zurückgreifen.

Sicherheit

Im Sicherheitsbereich stehen dem Anwender neben den üblichen Passwortoptionen auf BIOS- und Systemebene lediglich noch ein Trusted Platform Modul zur Verfügung. Manche Modelle sind immerhin mit HPs Wide Vision HD-IR-Kamera für eine Anmeldung per Windows Hello ausgestattet. Das Testgerät verfügt über dieses Merkmal allerdings nicht. Ein Fingerabdruck-Lesegerät, ein Smartcard-Lesegerät oder NFC sind generell nicht in der Ausstattungsliste zu finden.

Audio

Die von Bang & Olufsen gelabelte Audioabteilung liefert für ein so schlankes Notebook einen verhältnismäßig passablen Sound ab. Neben der höhenlastigen Grundcharakteristik bekommt man hier immerhin hörbare Mitten und Bässe geboten. Insgesamt fehlt es jedoch an Fülle und ordentlicher Lautstärke. Mit maximal 74 dB(A) wird es bei Präsentationen schon eng. Als Ergänzung bieten sich für solche Zwecke zum Beispiel Bluetooth-Boxen wie JBLs Flip 4 an.

HP Spectre 13: Eingabegeräte
Tastatur

Die Chiclet-Tastatur des HP Spectre 13 nutzt die Gehäusebreite sehr gut aus und ermöglicht so den Einsatz von großen Tasten im 19-mm-Raster. Gewöhnungsbedürftig zeigt sich beim Layout jedoch die einzeilige Enter-Taste, für die wohl die recht groß ausgefallene Raute-Taste verantwortlich ist. Wiederum etwas klein fallen dafür die Tab-Taste und die vertikalen Pfeiltasten aus. Je nach Gewohnheit wird sich hier so mancher Anwender etwas anpassen müssen.

Ansonsten gefällt die Eingabe mit ordentlichem Druckpunkt, zurückhaltendem Anschlagsgeräusch und insgesamt guten Vielschreiberqualitäten. Die Tastatur verfügt zwar über eine integrierte Beleuchtung, je nach Lichtsituation zeigt sich diese aufgrund der weißen Tasten jedoch kontraproduktiv und verschlechtert sogar die Erkennbarkeit. Verschiedene Beleuchtungsstufen? Fehlanzeige! Entweder an oder aus.

Touchpad & Touchdisplay

Das Synaptics Touchpad verfügt über eine 110 x 55 mm große Eingabefläche, die sich den Gegebenheiten der schmalen Handballenablage unterordnen muss. Die Gleiteigenschaften und die Reaktionsfähigkeit gefallen. Auch die im Clickpad integrierten Tasten überzeugen bei der Arbeit. Die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten werden entgegen dem aktuellen Trend nicht in den Windows-Einstellungen, sondern mithilfe der Synaptics-Treiber-Oberfläche ausgewählt.

Die im Display integrierte Touchoberfläche ergänzt die Handhabung um eine weitere Eingabemöglichkeit. Die Genauigkeit ist insgesamt sehr hoch und nimmt an den Rändern subjektiv nicht ab. Selbst mit einer 100-Prozent-Skalierung des Displays kann man angenehm arbeiten.

HP Spectre 13: Display

HP bietet das HP Spectre 13 mit zwei verschiedenen Touch-Displays an. Die Oberfläche wird immer mit Corning Gorilla Glass NBT geschützt. Zur Wahl stehen ein FullHD-UWVA-Panel (1.920 x 1.080 Bildpunkte) und ein 4k-UWVA-Bildschirm (3.840 x 2.160 Bildpunkte). Beide Varianten verfügen über eine hohe Blickwinkelstabilität, unterscheiden sich aber laut Datenblatt hinsichtlich der maximalen Helligkeit.

Für das FullHD-Display gibt HP 300 cd/m² an und beim 4k-Modell sollen es bis zu 340 cd/m² sein. Eine spiegelnd-glatte Oberfläche haben wiederum beide. Schade, dass HP hier keine matte Alternative mit oder ohne Fingerbedienung im Programm hat. Angaben zur Farbraumabdeckung macht HP nicht.

Helligkeit & Kontrast

Das Testgerät ist mit dem FullHD-IPS-Bildschirm ausgestattet und erreicht eine maximale Helligkeit von 313 cd/m² in der Bildschirmmitte. Die Helligkeitsregulierung kann wie für Windows üblich in 11 Stufen erfolgen, fällt beim HP Spectre 13 jedoch sehr ungleichmäßig aus: Stufe 10 liefert bereits nur noch 193 cd/m² und bei Stufe 9 reduziert sich die Helligkeit schon auf 137 cd/m². Der übrige Regelbereich ist dagegen recht fein abgestuft.

Auffällige Lichthöfe, Wolkenbildungen oder oder Pixelfehler sind beim Testgerät nicht vorhanden. Das Panel ist mit 89 % recht gleichmäßig ausgeleuchtet. PWM wird bei der Helligkeitsregulierung nicht eingesetzt.

Für den Einsatz unter freiem Himmel und auch sonst bei ungünstigen Lichtverhältnissen stören die spiegelnde Displayoberfläche und zusätzlich die durch die Fingerbedienung hinterlassenen Fingerabdrücke. Je nach Ausrichtung und Verschmutzungsgrad sind Bildinhalte kaum noch zu erkennen. Beide Effekte können durch die maximale Displayhelligkeit in diesen einsatzszenarien nicht wirklich ausreichend ausgeglichen werden.

Zusammen mit einem Schwarzwert von 0,376 sorgt die maximale Helligkeit von 313 cd/m² für einen Kontrast von 832:1.

Farbraum & Farbtreue

Die Farbraumabdeckung beträgt gute 93 Prozent des sRGB-Farbraums. Insbesondere im Orange-Magenta-Bereich fehlt es an Farbnuancen, um die Vorgabe gänzlich erfüllen zu können.

Die Farbtreue erreicht nach einer Profilierung mit Datacolors Spyder 5 Elite ein durchschnittliches DeltaE 2000 (Abweichung vom Ideal, je weniger desto besser) von 2,3. Lediglich das 100-Prozent-Blau fällt hier etwas aus dem Rahmen und verursacht ein maximales DeltaE 2000 von 6,4. Trotz dieses kleinen Mankos, könnte sich das Panel selbst im professionellen Bereich als ausreichend farbtreu erweisen.

Displaymessungen im Überblick
Display – HP Spectre 13 13,3-Zoll-IPS-Touch-Display, glänzend, 16:9, AU Optronics AUO422D
Auflösung 1.920 x 1.080 Bildpunkte, 165 ppi
minimale Helligkeit 14 cd/m²
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 9 ( 139 cd/m²)
ca. 200 cd/m²  Helligkeitsstufe 10 ( 195 cd/m²)
maximale Helligkeit Displaymitte (profiliert) 313 cd/m² (279 cd/m²)
maximale Helligkeit Displaymitte Akku 313 cd/m²
Helligkeitsstufen Displaymitte 14-nv-nv-nv-nv-nv-nv-nv-nv-139-313 (in cd/m²)
Schwarzwert Displaymitte (profiliert) 0,376 cd/m² (0,281 cd/m²)
Ausleuchtung 89 %
sRGB-Farbraumabdeckung 93 %
Kontrast Displaymitte (profiliert) 832:1 (992:1)
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 3,7 (2,1)
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 6,1 (5,6)
Helligkeitsregulierung durch Pulsweitenmodulation (PWM) nein
Das Display wurde mit Portrait Displays Spectracal Calman Software vermessen und ausgewertet. Ausführlicher Artikel zu Calmans Farbanalyse-Software
HP Spectre 13: Leistung

HP bietet sein Spectre 13 hierzulande derzeit mit einem Intel Core i5-8250U oder mit einem Intel Core i7-8550U an. Die Grafikausgabe übernimmt immer die integrierte Intel UHD Graphics 620. Bei den erhältlichen Konfigurationen variieren ansonsten vornehmlich die RAM- und Massenspeicherausstattung. Das Testgerät ist mit einem Intel Core i7-8550U, 8 GB RAM und einem 512 GB fassenden Solid State Drive ausgestattet.

Prozessor – Intel Core i7-8550U

Der Intel-Core-i7-8550U-Prozessor hat schon in mehreren Tests bei Notebooks & Mobiles seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Mit einer Taktrate von bis zu 4 GHz und 4 Rechenkernen (8 gleichzeitige Threads) bekommt er von Intel gute Voraussetzungen mit auf den Weg gegeben. Von großem Einfluß sind hier jedoch immer das Kühlsystem und die geräteabhängige Konfiguration.

Je nach Hersteller und Notebookkonzept kann die standardmäßige TDP (Thermal Design Power) auf bis zu 25 Watt angehoben oder auf bis zu 10 Watt abgesenkt werden. Beim großen Dell Inspiron 17 7773 2-in-1 profitieren die Käufer zum Beispiel zeitweise von einer sehr hohen Performance, da hier die auf 25 Watt angehobene TDP ausgeschöpft wird.

Im superflachen HP Spectre 13 kann der Intel Core i7-8550U diese nominellen Möglichkeiten nur eingeschränkt zur Geltung bringen. Hier sind die Bauweise und das eingesetzte Kühlsystem der limitierende Faktor. Das zeigt sich nicht nur bei kurzer Beanspruchung, sondern vor allem bei längeren Lastphasen. HP hält die TDP von 15 Watt anfänglich penibel ein und macht im Verlauf schließlich sogar davon Gebrauch die TDP auf 10 Watt zu limitieren.

Beim Cinebench R15 erreicht das Testgerät 160 Punkte (Single-Thread) und 491 Punkte (Multi-Thread), was immerhin in etwa die Leistungsfähigkeit des HP ProBook 470 G5 widerspiegelt.

Längere Lastphasen mag das Spectre 13 hingegen gar nicht. In den ersten 14 Minuten (15 Watt TDP) des Geekbench-Stresstests kann bei reiner Prozessorlast gerade mal das Niveau des Intel Core i5-8250U im Lenovo ThinkPad E580 gehalten werden. Die CPU arbeitet dabei mit etwa 2,6 GHz. Danach (10 Watt TDP) sackt die Leistung noch weiter ab und pendelt sich etwa 15 Prozent unterhalb des Intel Core i5-8250U ein. Hier läuft die CPU dann nur noch mit etwa 2 GHz.

HP Spectre 13

Weitere Einschnitte muss man bei gleichzeitiger Grafiklast hinnehmen. Die TDP von 15 Watt bzw. 10 Watt wird dann auch noch mit dem Grafikchip geteilt. Die Prozessoreinheit arbeitet in diesem Szenario mit 1,1 bis 1,5 GHz und die Grafikeinheit mit 650 bis 850 MHz.

HP Spectre 13

Angesichts dieser Leistungsdrossellung sollte man die Anschaffung eines HP Spectre 13 mit i7-Prozessor gründlich abwägen. Vermutlich dürfte sich ein Intel Core i5-8250U bei gleicher TDP kaum langsamer zeigen.

Grafik – Intel UHD Graphics 620

Die Intel UHD Graphics 620 bietet eine für viele Aufgaben mehr als ausreichende Grafikleistung. UHD-Videos laufen ruckelfrei ab, bis zu drei Displays können parallel angesteuert werden und mit Intels Quick Sync Video werden sogar Konvertierungen willkommen beschleunigt. Weniger geeignet zeigt sich die Lösung dagegen für aktuelle 3D-Spiele oder anspruchsvolle Konstruktionsaufgaben. Hier muss man je nach Spieletitel oder Anwendung Auflösung und Qualität derart herunterregeln, dass der Betrieb kaum noch Sinn macht.

Immerhin verschenkt HP bei der Konfiguration kein Potential, sondern sorgt mit der Arbeitsspeicherbestückung im Dual-Channel-Modus für eine optimale Ausschöpfung der Speicherleistung. Da die maximal möglichen Taktraten hier jedoch nicht abgerufen werden, bewegt sich das Leistungsvermögen dennoch am Ende der Vergleichsskala. Beim Cinebench R15 OpenGL-Shading werden zum Beispiel 43 fps, beim Unigine Heaven Basic 24 fps und beim 3DMark Cloud Gate 7.678 Punkte erzielt.

Massenspeicher – Samsung SSD PM961

Samsungs PCIe-SSD im M.2-Format ist laut Datenblatt für Transferraten von bis zu 2.800 MB/s gut. Im Lenovo ThinkPad P71 hat sie sogar knapp die 3.000-MB-Marke gerissen. Im HP Spectre 13 scheint das Laufwerk nur 2 der 4 möglichen PCIe-Lanes zu nutzen, da die maximale Transferrate (QD32) bei etwa 1.600 MB/s limitiert.

Das ist nicht unüblich, sondern dem Gesamtkonzept geschuldet, das natürlich auch die Leistungsaufnahme und die Wärmeentwicklung des Massenspeichers berücksichtigen muss. In der Praxis fühlt sich das Laptop dadurch nicht langsam an. Programme und Dateien werden schnell geöffnet und die Bootzeit des Systems beträgt nur wenige Sekunden.

Benchmarkergebnisse im Überblick
HP Spectre 13 8 GB RAM & PCIe-SSD
Prozessor  Single-Core  Multi-Core
Cinebench R15 64 bit 160 cb 491 cb
Geekbench 3.3.0 64 bit 3.977 Punkte 12.709 Punkte
Geekbench 4.0 64 bit
System Single-Core Multi-Core
PCMark 8 Home (Akku) 3.773 Punkte (3.355 Punkte)
PCMark 10
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark 1.667 MB/s 1.567 MB/s
Grafik HD Basic HD+ Extreme
Unigine Heaven 4.0 24 fps 6 fps
Cinebench R15 OpenGL 43 fps
3DMark Cloud Gate 7.678 Punkte
3DMark Firestrike 968 Punkte
3DMark Time Spy 392 Punkte
HP Spectre 13: Emissionen
Lautstärke

Das Betriebsgeräusch des Testgeräts fällt bereits beim ersten Anschalten sehr unangenehm auf. Der Lüfter rattert in einem breiten Drehzahlbereich aufdringlich vor sich hin und stellt damit nicht nur für sensible Nutzer einen echten Störfaktor dar. Lediglich bei ganz niedrigen Drehzahlen und unter hoher Last ist das Rattern nicht mehr wahrnehmbar.

Ob es sich hier um eine Eigenart des Testgeräts handelt, sollte ein zweiter Test klären. Notebooks & Mobiles steht diesbezüglich bereits mit HP in Kontakt. Da sich das Lüfterverhalten recht ungewöhnlich zeigt und auf eine Eigenart des Testgeräts hindeutet, wird die eigentlich anstehende Abwertung des Gesamtresultats um eine Notenstufe erst einmal ausgesetzt.

Ergänzung 15.06.2018: Ein zweites Testgerät, ebenfalls mit BIOS F1.06, hat die ratternde Lüftercharakteristik nicht gezeigt. Somit dürfte es sich wie vermutet um eine spezifische Einschränkung des ersten Testgeräts gehandelt haben. Auf die Kühlleistung scheint diese Eigenart keinen Einfluß gehabt zu haben, denn die nochmals stichprobenartig ermittelten Testergebnisse fallen beim identisch ausgestatteten Zweitgerät nahezu unverändert aus: Cinebench R15 OpenGL Shading 41 fps, Single-Thread-Test 144 Punkte und Multi-Thread-Test 468 Punkte.

Messwerte
Emissionen – HP Spectre 13 Schalldruckpegel
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) Lautlos
Büro (PCMark 8 Battery Test, 193 cd/m², ausbalanciert) Lautlos – 32,6 dB(A)
WLAN-Streaming (193 cd/m², ausbalanciert) Lautlos – 28,7 dB(A)
Unigine Heaven 37,4 dB(A)
Geekbench Stresstest
Stresstest (maximale Displayhelligkeit) 38,9 dB(A)

Abgesehen von diesem Fauxpas arbeitet das HP Spectre 13 bei wenig Last oft lautlos. Elektronikgeräusche sind nicht hörbar. Im Officebetrieb erzeugt der Lüfter einen Schalldruckpegel von bis zu 28,7 dB(A). Erst wenn etwas längere Rechen- oder Grafiklast anliegt, steigt der Messwert auf 32,6 dB(A) an. Der maximal gemessene Schalldruckpegel von 38,9 dB(A) tritt nur auf, wenn das System im Stresstest die TDP von 15 Watt ausreizt. Sobald diese nach etwa 14 Minuten auf 10 Watt abgesenkt wird, reduziert sich auch die Lüfterlautstärke entsprechend.

Hitzeentwicklung

Die Oberflächen des HP Spectre 13 erwärmen sich nach über 1 Stunde Stresstest auf auf bis zu 53,9 °C am zentralen Unterboden. Das ist noch nicht kritisch, dürfte sich aber beim Einsatz auf dem Schoß schon deutlich wahrnehmbar zeigen. An der Oberseite wird die 50-Grad-Marke dagegen nicht überschritten. Die Handballenablage bleibt mit etwa 33 °C angenehm kühl.

HP Spectre 13: Stromverbrauch & Akkulaufzeiten
Leistungsaufnahme

Der Stromverbrauch reicht bei der Testkonfiguration von minimal 2,0 Watt (Display aus, Leerlauf, Energiesparmodus) bis hin zu kurzzeitigen 50,3 Watt (max. Displayhelligkeit, Geekbench) bei reiner CPU-Last. Im Stresstest von CPU und GPU sorgen dagegen die nahezu sofort einsetzenden Taktreduzierungen für eine entsprechend geringere Leistungsaufnahme. Den WLAN-TV-Test bewältigt das HP Spectre 13 mit einer Displayhelligkeit von 200 cd/m² mit 9,1 Watt und beim PCMark 8 reicht das Spectrum von 6,0 Watt bis 47,2 Watt.

Energieverbrauch – HP Spectre 13 Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 2,0 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 3,1 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, maximale Displayhelligkeit) 6,4 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 193 cd/m², ausbalanciert) 6,0 – 47,2 Watt 2:50 h
WLAN-Streaming (193 cd/m²) 9,1 – 9,3 Watt 5:47 h
Stresstest Geekbench & Unigine Heaven 49,2 – 43 Watt
Laden 3 % – 100 % 2:00 h
Laden 3 % – 80 % 1:00 h
43-Wh-Lithium-Ionen-Akku (intern), 65-Watt-Netzteil
Akkulaufzeiten

Für die zu erwartenden Akkulaufzeiten sind das zusammen mit dem 43-Wh-Akku angesichts der kompakten Baugröße respektable Voraussetzungen. Je nach Einsatzgebiet und Gewohnheit dürfte es jedoch schwer werden, einen kompletten Arbeitstag abdecken zu können. Den PCMark Battery Test steht das Testgerät 2:50 Stunden lang durch und WLAN-TV-Streaming ist 5:47 Stunden lang möglich. Im Vergleich fallen die Ergebnisse eher unterdurchschnittlich aus und deuten auf ein gewisses Optimierungspotential hin.

Das vollständige Laden des Akkus dauert mit 2 Stunden genauso lange wie bei vielen Mitbewerbern. Nach 1 Stunde Ladezeit kann man dank einer Schnelladung gemäß Power Delivery 3.0 bereits auf 80 % der Kapazität zurückgreifen. Danach reduziert sich die Ladeleistung erheblich und beansprucht so eine weitere Stunde für die letzten 20 %. Dieses Verhalten dürfte der Lebensdauer des Akkus zugute kommen.

HP Spectre 13: Fazit

Das HP Spectre 13 besticht durch sein schlankes und schickes HP Spectre 13Äußeres. Im Format eines College-Blocks trägt das Laptop in Taschen nicht zu dick auf und erweist sich dadurch als ausgesprochen portabel. Die Verarbeitung ist top und auch die Gehäusestabilität geht in Ordnung.

Getrübt wird die Mobilität allerdings durch die verbesserungsfähigen Akkulaufzeiten. Ob die im Test unter praxisnahen Bedingungen erzielten 3 bis 6 Stunden ausreichen, hängt insbesondere von den Gewohnheiten und den Bedürfnissen der Anwender ab. So mancher Konkurrent kann das besser.

Die Anschlussausstattung fällt mit verdrehsicheren USB-C-Buchsen inklusive Thunderbolt-3-Unterstützung grundsätzlich gut aus. Bis sich der moderne Standard jedoch in allen Bereichen etabliert hat, ist man auf den Einsatz von Adaptern angewiesen. Generell schmerzlich vermissen dürfte man hier vor allem ein Speicherkarten-Lesegerät, das ebenfalls als externe Lösung ergänzt werden müsste.

Das Display liefert in vielen Bereichen gute bis sehr gute Messwerte ab. Das Panel eignet sich bis auf kleinere Abstriche sogar für ein professionell farbtreues Arbeiten. Einschränkend zeigt sich jedoch die spiegelnde Oberfläche, die sich vor allem im Freien oder bei ungünstigen Lichtverhältnissen nachteilig auf die Erkennbarkeit der Bildinhalte auswirkt.

Die Leistungsfähigkeit des HP Spectre 13 fällt insgesamt gut aus. Viele Aufgabengebiete können praxisgerecht flott abgehandelt werden. Einen Wunsch nach Mehrleistung verspürt man hier in den meisten Fällen nicht. Ob es jedoch Sinn macht im HP Spectre 13 auf den Intel Core i7-8550U zu setzen, wenn dieser gerade mal die Leistungsfähigkeit eines Intel Core i5-8250U erreicht, darf den Testerfahrungen nach bezweifelt werden. Auf diese Option kann man daher getrost verzichten und bedenkenlos zu einer der günstigeren Konfigurationen mit i5-Prozessor greifen.

HP Spectre 13Neben den kleinen Einschränkungen, die man durchaus dem ausgefallenen Gerätekonzept zuschreiben kann, kämpft das Testgerät mit einem ausgesprochen nervigen Lüftergeräusch. Das aufdringliche Rattern ist vor allem bei niedriger bis mittlerer Last präsent und unterminiert die eigentlich gut gelungene Lüftersteuerung. Da es sich hier wahrscheinlich um eine Eigenart des Testsamples handelt, wird die eigentlich anstehende Abwertung um eine Notenstufe ausgesetzt. 15.06.2018: Ein zweites Testgerät zeigt diese Eigenart nicht.

Unter dem Strich reicht es für das HP Spectre 13 in der Testkonfiguration dennoch nur für ein Befriedigend. Viele Kleinigkeiten, die mäßigen Akkulaufzeiten und der arg beschnittene i7-Prozessor fordern ihren Tribut und dürften nur bei ausgewiesenen Liebhabern des Designs kaum Beachtung finden.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

2 Gedanken zu „HP Spectre 13 Laptop im Test

  • 1. Juni 2018 um 05:36
    Permalink

    Danke für die sehr aussagekräftigen (Display-)fotos!

    Eine Variante matt ohne Touch wäre schön, aber warum nicht auch eine Variante matt mit Touch? Ohne Touch dürfte Akkulaufzeit sparen, manche wollen vielleicht lieber mit Touch. Was ich sagen will: man muss matt nicht zusammen ohne Touch fordern, denn technisch geht jede Kombination, wie Wacom, Toshiba, Dell (nur 7390) und Fujitsu zeigen.

    Antwort
    • 1. Juni 2018 um 07:24
      Permalink

      Das stimmt, ein mattes Touch-Display wäre als Ergänzung auch noch wünschenswert. Ist im Artikel ergänzt.

      Antwort

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