Dell Thunderbolt Dock TB16 im Test

Desktopverbinder. Die Dockingstation Dell Thunderbolt Dock TB16 ergänzt Dell-Notebooks per Thunderbolt 3 mit vielen Schnittstellen und erleichtert gleichzeitig die Einbindung in stationäre Arbeitsumgebungen.

Der Trend "hin zum besonders schlanken, leichten und mobilen Subnotebook erfordert nicht selten einen einschneidenden Verzicht im Bereich der Leistungsfähigkeit und im Bereich der Schnittstellenausstattung. Während man im mobilen Einsatz unterwegs oft auf die eine oder andere Anbindungsmöglichkeit verzichten kann, ist das im stationären Betrieb eher seltener der Fall. Drucker, große Displays, externe Festplatten oder ein kabelgebundenes Netzwerk sind hier gern gesehene Erweiterungen.

Dell Thunderbolt Dock TB16

Um den Wechsel vom mobilen zum stationären Betrieb möglichst einfach und komfortabel zu gestalten, kann man auf schnittstellenstarke Dockingstationen zurückgreifen. Dells Thunderbolt Dock TB16 ist eine solche Lösung. Die hier als Hauptverbindung eingesetzte Thunderbolt-3-Schnittstelle unterstützt eine Vielzahl aktueller Standards:

  • USB 3.1 Gen.2 (10 Gbit/s)
  • Thunderbolt 3 (40 Gbit/s)
  • PCIe (4 Lanes)
  • DisplayPort 1.2
  • 10 Gbit/s Ethernet
  • Kettenschaltung von bis zu 6 Geräten
  • Geringe Audio-Latenzen
  • Stromversorgung mit bis zu 100 Watt

Dank universeller USB-Typ-C-Steckverbindung ist auch hardwareseitig eine hohe Kompatibilität vorhanden. Als Ersatz für die älteren USB-Stecker dürfte sich diese verdrehsichere und besonders kompakte Lösung zukünftig klassenübergreifend in nahezu allen Produktpaletten wiederfinden. Dells Thunderbolt 3 Dockingstation TB16 ist derzeit ab etwa 320 Euro erhältlich.

Dell Thunderbolt Dock TB16: Anschlussausstattung

Im Gegensatz zu einfachen Portreplikatoren wie zum Beispiel der i-tec USB-C Travel Dockingstation findet man an der großen Dell-Lösung auch leistungsstarke Schnittstellen wie DisplayPort und Thunderbolt 3:

  • 2 x USB 2.0 – 4-polig USB Typ A
  • 3 x SuperSpeed USB 3.0 – 9 pin USB Type A
  • 1 x Display / Video – HDMI – 19-poliger HDMI Typ A
  • 1 x Display / Video – DisplayPort – 20-poliger DisplayPort
  • 1 x Netzwerk – RJ-45
  • 1 x Headset – Ausgabe – mini-Telefon 3,5 mm
  • 1 x Lautsprecher – Ausgabe – mini-Telefon 3,5 mm
  • 1 x Video – VGA – D-Sub (DB-15), 15-polig
  • 1 x Thunderbolt 3 – Thunderbolt – USB Typ C
  • 1 x Display / Video – DisplayPort – Mini DisplayPort
  • 0,5 m langes Netzkabel

Dell Thunderbolt Dock TB16 Benutzerhandbuch: http://downloads.dell.com/manuals/all-products/esuprt_electronics/esuprt_docking_stations/dell-thunderbolt-dock-tb16_user%27s%20guide_en-us.pdf

Mögliche Alternativen:

Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Gehäuse

Das Gehäuse wiegt 900 Gramm und besteht aus einem matt-schwarzen und robusten Kunststoff. Das 240-Watt-Netzteil bringt noch mal zusätzliche 920 g auf die Waage. Alternativ ist Dells TB16 auch mit einem 180-Watt-Netzteil erhältlich. Mit Gehäusemaßen von 145 x 145 x 52 mm fällt die Erweiterung im Vergleich zu HPs Thunderbolt 3 Dock insgesamt recht klobig aus.

Für das schnelle Anschließen von USB-Geräten hat Dell zwei USB-3.0-Ports an der Vorderseite verbaut. Auch ein 3,5-mm-Klinke-Headset kann hier komfortabel an- und abgestöpselt werden.

An der Rückseite befinden sich die Schnittstellen, die man im stationären Betrieb eher seltener wechselt und meist langfristig mit Kabeln bestückt. Displays, Netzwerkkabel, Drucker, zusätzliche Massenspeicher und Vieles mehr können dazugehören. Die Abstände zwischen den Ports sind gut dimensioniert und dürften bei einer Vollbelegung selbst mit breiten Steckervarianten keine Probleme verursachen. Leider hat Dell hier trotz üppiger Platzverhältnisse nicht die Gelegenheit genutzt ein Speicherkarten-Lesegerät zu integrieren.

Testumgebung

Getestet habe ich Dells Thunderbolt Dock TB16 mit einem Dell XPS 13 2-in-1 9365 Convertible. Der ausführliche Testbericht ist bereits vor wenigen Tagen erschienen. Dieses Notebook bietet einen vollwertigen Thunderbolt-3-Port (4 PCIe Lanes) und damit die nötige Voraussetzung für einen möglichst optimalen Betrieb der Dockingstation.

Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Kompatible Notebooks

„Dell ist bestrebt, die Einhaltung der Open Standards beim TB16 sicherzustellen, während OEMs anderer Anbieter die Kompatibilität ggf. einschränken“. Zitat aus Dells Benutzerhandbuch zum Dell Dock TB16.

Somit dürften alle Notebooks die über eine echte Thunderbolt-3-Schnittstelle verfügen mit Dells Thunderbolt Dock TB16 funktionieren (nicht getestet). Hier reicht ein USB Typ C Gen. 2, der den gleichen Steckverbinder nutzt, allerdings nicht aus. HPs ZBook 15u G4 (kein Thunderbolt 3) will mit der Dockingstation zum Beispiel genauso wenig zusammenarbeiten wie der USB-Typ-C-Port auf der rechten Seite des Dell XPS 13 2-in-1.

Dell XPS 13 2-in-1

Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Handhabung

Die Inbetriebnahme gelingt einfach und intuitiv. Dockingstation anstecken, kurz warten, fertig. Alle angeschlossenen externe Geräte werden sofort oder nach einer kurzen Treiber-Aktualisierung erkannt. Der Betrieb kann also ohne weitere Konfigurationen „out-of-the-box“ aufgenommen werden. Der an der Gehäuseoberseite integrierte Knopf dient nicht dem Ein-/Ausschalten der Dockingstation an sich, sondern der Steuerung des jeweiligen Dell-Notebooks (diese Funktion ist laut Dell nicht kompatibel mit Notebooks anderer Hersteller). Einen separaten Ein-/Ausschalter besitzt Dells TB16 nicht.

Dell Thunderbolt dock TB16

Dells Thunderbolt Dock TB16 kann bis zu vier Displays gleichzeitig ansteuern. Dann muss man allerdings Abstriche bei der Auflösung und oder der Bildwiederholrate hinnehmen. Einzeldisplays können per DisplayPort und miniDisplayPort mit bis zu 5.120 x 2.880 Bildpunkten bei 60 Hz betrieben werden. Per Thunderbolt-3-Anschluss ist diese Einstellung nur nutzbar, wenn ein Dual-DisplayPort-Adapter eingesetzt wird.

Dell Thunderbolt Dock TB16

Auch hierzu findet man im Handbuch eingehende Hinweise: http://downloads.dell.com/manuals/all-products/esuprt_electronics/esuprt_docking_stations/dell-thunderbolt-dock-tb16_user%27s%20guide_en-us.pdf

Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Performance

Die Transferleistung der Schnittstellen fällt beim TB16 insgesamt gut aus. Der Thunderbolt-3-Anschluss an der Rückseite liefert im Test maximal 579 MB/s und die USB-3.0-Ports limitieren bei etwa 290 MB/s. Bei letzteren macht es keinen Unterschied, ob man die frontseitig verbauten oder den an der Rückseite eingesetzten Anschluss verwendet. Beim Transfer von Laufwerk zu Laufwerk (Sandisk Extreme 900 & Samsung Portable SSD T3) werden wiederum bis zu 300 MB/s erzielt, was für den praktischen Alltagseinsatz einen ebenfalls guten Wert darstellt.

Generell scheint Dell hier wie HP bei seiner Thunderbolt 3 Dockingstation die Gesamtbandbreite auf die verschiedenen Anschlüsse am Dock fest aufgeteilt zu haben. Dells USB-Typ-C-Dockingstation WD15 hat im Test per USB 3.0 immerhin die 400-MB-Grenze überschritten. Dafür kann man hier weder 4k-Displays (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit 60 Hz ansteuern noch hat man ein so umfangreiches Schnittstellenagebot inklusive Thunderbolt-3-Port zur Verfügung.

Externer Speicher Sequentielles Lesen Sequentielles Schreiben
Samsung Portable SSD T1 (USB 3.0) 273 MB/s 258 MB/s
Samsung Portable SSD T3 (USB 3.0) 291 MB/s 259 MB/s
Sandisk Extreme 900 Portable SSD (USB 3.1 Gen.2) 579 MB/s 512 MB/s
Lexar S37 Jumpdrive 128 GB (USB 3.0) 142 MB/s 70 MB/s
Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Emissionen & Leistungsaufnahme

Während des Tests ist die Gehäuseoberfläche mit maximal 29,8 °C stets kühl geblieben. Der integrierte Lüfter läuft meist leise und kaum wahrnehmbar mit einem gemessenen Schalldruckpegel von 28,2 dB(A).

Der Stromverbrauch des TB16 liegt im Leerlauf ohne Notebook bei 2,8 Watt. Je nachdem wieviele externe Geräte angebunden sind, erhöht sich dieser Wert. Mit zwei externen Massenspeichern sind es zum Beispiel 4,7 Watt. Ergänzt man die Peripherie mit Dell XPS 13 2-in-1 (vollgeladener Akku) und externem Viewsonic-VP2780-4k-Display, so erhöht sich die Leistungsaufnahme schon auf 22,1 Watt. Dafür, dass man hier letztlich nur ein paar zusätzliche Schnittstellen zur Verfügung gestellt bekommt, fällt der Energiebedarf im Leerlauf schon recht happig aus. Unter Last erhöht sich die Leistungsaufnahme entsprechend der abgeforderten Belastung.

Dell Thunderbolt Dock TB16

Dell Thunderbolt Dock TB16 (Thunderbolt 3): Fazit

Das Dell Thunderbolt Dock TB16 ist eine mächtige Erweiterung für Dell Thunderbolt Dock TB16die Integration mobiler Notebooks in eine komplex ausgestattete Desktop-Umgebung. Mit einer Kabelverbindung hat man ruckzuck alle Peripheriegeräte angeschlossen. Die Handhabung zeigt sich im Test unproblematisch und intuitiv. Die gemessenen Transferraten angeschlossener Massenspeicher fallen gut aus und es können bis zu vier Displays gleichzeitig angesteuert werden.

Das Gehäuse ist allerdings vergleichsweise klobig und bringt mit dem 240-Watt-Netzteil üppige 1,8 kg auf die Waage. Zudem fällt der Stromverbrauch mit um die 20 Watt im Leerlauf nicht gerade niedrig aus.

Wem diese Einschränkungen im Desktop-Betrieb nichts ausmachen, dürfte hier eine komfortable Lösung finden, die schnittstellenarme Laptops sinnvoll ergänzt.

Dells Thunderbolt Dock TB16 ist zum Beispiel günstig bei Cyberport erhältlich (Werbung)Dell Dock TB16

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

2 Gedanken zu „Dell Thunderbolt Dock TB16 im Test

  • 21. Dezember 2017 um 03:16
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    Ich bin von dem Dock, das ich in Verbindung mit einem XPS 13 2-in-1 betreibe, mächtig enttäuscht. Einerseits kommt mir das Lüftergeräusch subjektiv laut vor. Da hat man sich für ein passiv gekühltes Notebook entschieden, und muss sich dann von dem Lüfter des Docks anföhnen lassen? Nicht gut!
    Andererseits ist das Kabel zum USB C / Thunderbolt Anschluss extrem kurz – gerade mal 30cm. Und da das Dock zwingend an den Thunderbolt Anschluss gesteckt werden muss (keine Funktion auf dem USB C Port auf der anderen Seite des Notebooks), bin ich in der Positionierung von dem klobigen Ding auf dem Schreibtisch massiv eingeschränkt. Für diesen Preis finde ich das nicht akzeptabel!

    Antwort
    • 21. Dezember 2017 um 08:10
      Permalink

      Klar wenn man eine lautlose Arbeitsumgebung gewohnt ist, dann fällt ein leises Lüfterrauschen schon auf und kann auch störend wirken. Bei meinem Testgerät habe ich eine Kabellänge von 50 cm gemessen, was auch das Maximum für Thunderbolt 3 darstellt. Als Alternative könntest du vielleicht mit OWCs passiv gekühlter Thunderbolt 3 Dockingstation besser zurechtkommen. Hat den bisher besten Gesamteindruck aller getesteten Docks hinterlassen. Ansonsten findest du hier noch eine Übersicht möglicher Alternativen: Universal-Dockingstationen.

      Antwort

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