HP ZBook 15u G3 im Test

Nur für Profis. Mobile Workstations sind reinrassige Arbeitstiere und müssen neben typischen Businessfeatures viel Leistungsfähigkeit mitbringen. Das HP ZBook 15u G3 gehört darüber hinaus zu den besonders schlanken und leichten Varianten, die mit gewissem Chic auch optisch einiges her machen.

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MobileWorkstations stellen die Königsklasse der Business-Notebooks dar und verfügen in der Regel über ein breites Sortiment an Schnittstellen, gute Wartungsmöglichkeiten, lange Garantiezeiten und natürlich eine gehörige Portion Leistungsfähigkeit. Als entscheidendes Alleinstellungsmerkmal kommen hier spezielle professionelle Grafikchips zum Einsatz, die sich mit eigenen Treibern, einem speziellen BIOS und auf Dauerlastbetrieb ausgelegter Hardware klar von den üblichen Grafikchips der Nvidia Geforce- oder AMD Radeon-Serien abgrenzen.

Dass mobile Workstations besonders robust und langlebig ausgelegt sind, die Hersteller lange Ersatzteilverfügbarkeiten versprechen und je nach Bedarf umfangreiche Garantie- und Supportoptionen dazu gebucht werden können, sind Selbstverständlichkeiten, die klar den Forderungen der Zielkundschaft entsprechen. Diese Fülle an Spezialfertigkeiten findet man natürlich nicht im Regal der Elektronikmärkte und schlägt sich unter dem Strich in einem deutlich höheren Preis nieder. Eine neue mobile Workstation ist für unter 1.000 Euro kaum zu bekommen. Für das HP ZBook 15u G3 verlangt HP derzeit mindestens 1.700 Euro, für das Testgerät sind sogar etwa 2.350 Euro fällig.

Model HP ZBook 15u G3
Preis ca. 2.350 Euro (HP Online-Shop)
Prozessor Intel Core i7-6500U, 2,5 – 3,1 GHz, 2 Kerne, 4 Threads
Grafik Intel HD Graphics 520 & AMD FirePro W4190M (2 GB GDDR5 Grafikspeicher)
Arbeitsspeicher 8 GB DDR4-2133 RAM, Single-Channel, 1 Slot frei, max. 32 GB (2 x 16 GB)
Massenspeicher HP Z Turbo Drive 256 GB SSD (NVMe), Samsung MZVPV256
Display 15,6-Zoll-IPS-Display (UWVA), Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte, 16:9
Betiebssystem & Software Windows 7 64 bit Professional (vorinstalliert), Windows 10 Pro 64 bit (auf DVD)
Anschlüsse & Erweiterung 2 x USB 3.0, 1 x USB 3.1 Typ-C (Gen.1), UHS-I-Kartenleser (SD, SDHC, SDXC), kombinierter 3,5-mm-Klinke Audio in/out, VGA, DisplayPort, Dockinganschluss
Kommunikation Intel Dual Band Wireless-AC 8260 (802.11ac+a/b/g/n, 2 x 2), Gigabit-Ethernet, Bluetooth 4.0, NFC, 720p Webcam inklusive Dual-Array-Mikrofon
Audio Intel Skylake High Definition Audio Controller
Eingabegeräte Spritzwassergeschützte Chiclet-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung, Touchpad, Trackpoint
Sicherheit TPM 1.2/ 2.0-Chip, Smartcard Reader, Kensington-Lock-Vorbereitung, Unterstützung für Intel Anti-Theft, Fingerabdrucksensor
Batterie & Stromversorgung 50-Wh-Akku (Long-Life) von aussen nicht wechselbar, 65-Watt-Netzteil
Abmessungen & Gewicht 384 (B) x 258 (T) x 20 (H) mm, ca. 2,0 kg
Herstellergarantie 3 Jahre eingeschränkte Garantie auf Ersatzteile und Arbeitszeit

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HP ZBook 15u G3: Gehäuse

Das Gehäuse des HP ZBook 15u G3 ist bis auf die unterschiedliche Farbgebung identisch zu dem des HP EliteBook 850 G3. Beim ZBook kommt ein dunkles, je nach Lichteinfall etwas lila schimmerndes Grau zum Einsatz, während das EliteBook silberfarben gehalten ist. Die Stabilität von Baseunit und Displaydeckel kann zwar im direkten Vergleich nicht ganz mit Apples Unibody-Fertigung mithalten, ist aber dennoch als sehr gut einzustufen. Die Handballenablage ist fest, der Displaydeckel lässt sich nur wenig verwinden und die Passgenauigkeit der einzelnen Bauteile gefällt. Leider gilt das für die Displayscharniere nur bedingt, denn sobald der Bildschirm mehr als 130 Grad geöffnet ist, verliert die Mechanik merklich an Grip. Maximal kann das Display schließlich bis auf circa 150 Grad geöffnet werden.

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Das Testgewicht beträgt 1.930 g, wobei noch 390 g für das Netzteil dazukommen. Ein Öffnen des Gehäuses durch den Anwender ist von HP weder beim ZBook 15u G3 noch beim EliteBook 850 G3 vorgesehen. Die vom Vorgänger bekannte schraubenlos befestigte Bodenplatte hat man nun fest verschraubt. Im Handbuch findet man deshalb auch nicht die sonst üblichen Hinweise und Vorgehensweisen, um bestimmte Komponenten austauschen oder ergänzen zu können. Wer also bei der Anschaffung mit dem Gedanken spielt später die eine oder andere Komponente aufrüsten oder ergänzen zu wollen, kann dies nicht ohne seinen Garantieanspruch aufs Spiel zu setzen. Schade.  

Edit 09.04.2016: Inzwischen ist HPs Service and Maintenance Guide für das HP ZBook 15u G3 verfügbar. Übliche Komponenten wie HDD/SSD oder RAM sind als Customer Self Repair Parts eingestuft. Dennoch bleibt das im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufwendigere Entfernen der Bodenplatte als Rückschritt beim Wartungskomfort bestehen.

Hier der Link zum Service-Guide: http://h10032.www1.hp.com/ctg/Manual/c04887250

HP ZBook 15u G3: Ausstattung

Bei der Ausstattung packt HP richtig viel in das schlanke Ultrabook-Gehäuse des HP ZBook 15u G3 hinein. USB 3.0, DisplayPort, Dockinganschluss, Kartenleser, Gigabit-Ethernet, Audio und Smartcard-Leser sind mehr, als so manch ausgewachsenes Business-Notebook zu bieten hat. Selbst ein analoger VGA-Port der eine unkomplizierte Anbindung an ältere Beamer und Monitore ermöglicht, ist noch zu finden. Schade nur, dass HP anstatt einen vollwertigen Thunderbolt 3-Anschluss zu integrieren, lediglich einen USB 3.1 Typ-C (Gen1.) verbaut hat. Dieser liefert die nur übliche USB 3.0-Performance.

Kompromisse muss man auch bei der Anschlusspositionierung eingehen, die seitlich relativ weit nach vorne in den Arbeitsbereich hineinragen und mit angeschlossenen Kabeln stören könnten. Zudem fallen hier und da die Abstände recht gering aus, was zu Komplikationen bei der Verwendung überbreiter Kabel und Peripheriegeräte führen könnte.

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Bei den kabellosen Verbindungsmöglichkeiten macht HP dagegen alles richtig. AC-WLAN, Bluetooth, NFC und auf Wunsch (beim Testgerät nicht verbaut) auch ein LTE-Modem sorgen für maximale Unabhängigkeit. Sehr komfortabel zeigt sich der seitlich angebrachte SIM-Karteneinschub, der einen schnellen und unkomplizierten SIM-Kartenwechsel ermöglicht.

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Schnittstellenperformance:
HP ZBook 15u G3 Transferraten in MB/s
Kartenleser, Toshiba Exceria Pro UHS-II 16 GB  85 Lesen/ 63 Schreiben
USB 3.0, Samsung Portable SSD T3 250 GB 207 Lesen/ 227 Schreiben
USB 3.1 Typ-C (Gen.1), Samsung Portable SSD T1 250 GB 199 Lesen/ 217 Schreiben
Latenzen (LatencyMon) max. 4.933 µs
Latenzen (Latencymon) Flugzeugmodus max. 1.738 µs

Die Transferraten der Schnittstellen sind bestenfalls als durchschnittlich einzustufen. Der Kartenleser limitiert bei UHS-I und erreicht dadurch maximal 85 MB/s beim Lesen. Auch die USB-Ports bleiben mit knapp über 200 MB/s deutlich hinter den eigentlichen Möglichkeiten zurück. Selbst das Billig-Notebook Lenovo Flex 2-15 erreicht mit seinem USB 3.0-Anschluss über 400 MB/s. Von einem Premium-Gerät wie dem HP ZBook 15u G3 kann man deshalb durchaus mehr erwarten.

Die Treibersituation des HP ZBook 15u G3 zeigt sich für den Betrieb mit externen Audiogeräten als nicht optimal. Mit Latenzen von bis zu 4.933 µs muss man bei externen Soundkarten mit Dropouts, Soundknacken oder sonstigen Qualitätseinbußen rechnen. Hier scheinen die Treiberprobleme im Bereich der Funkmodule zu liegen, da sich die Latenzen im Flugzeugmodus auf maximal 1.738 µs reduzieren und kein Problem mehr darstellen.

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Die Soundqualität der Lautsprecherleiste ist recht bescheiden und leidet unter einer stark höhenlastigen Abstimmung. Bässe und Mitten fehlen hörbar. Die Lautstärke lässt sich in 50 Stufen fein abstimmen und erreicht maximal 79 dB(A). Grundsätzlich wird diese unverzerrt erreicht, wobei die dominierenden Höhen ein leichtes Scheppern verursachen. Die Soundausgabe über die 3,5-mm-Buchse ist hingegen tadellos (getestet mit Beyerdynamic DT990 Pro) und bringt einen enormen Qualitätsgewinn. Dadurch dass HP hier eine kombinierte Audiobuchse für den Kopfhörerausgang und Mikrofoneingang verbaut hat, müssen Headsets mit separaten Kabeln allerdings per Adapter betrieben werden. Ansonsten kann man wie gewohnt externe Lautsprechersysteme per USB, Bluetooth usw. anbinden.

HP ZBook 15u G3: Eingabegeräte

Bei der Tastatur fühlt man sich schon nach wenigen Worten heimisch. Die Tastaturmatte wippt nicht nach, der Druckpunkt ist klar definiert und das Anschlagsgeräusch sehr zurückhaltend. Stören könnte man sich an den schmal ausgefallenen vertikalen Pfeiltasten und den noch schmaler ausgefallenen F-Tasten. Die Tastaturbeleuchtung kennt zwei Helligkeitsstufen die nicht für jede Umgebungslichtsituation ausreichend hell ausfallen. Als Mausersatz kann der Anwender neben dem sehr guten Touchpad auch auf einen Trackpoint zurückgreifen. Beide Varianten ermöglichen eine präzise Navigation des Cursors über die Bildschirmfläche. Die separaten Maustasten lassen sich individuell konfigurieren.

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HP ZBook 15u G3: Display

HP bietet das HP ZBook 15u G3 mit vier verschiedenen Displays an:

  • 15.6″ diagonal FHD SVA anti-glare LED-backlit (1.920 x 1080)
  • 15.6″ diagonal FHD UWVA IPS anti-glare LED-backlit (1.920 x 1.080)
  • 15.6″ diagonal UHD UWVA IPS anti-glare LED-backlit (3.840 x 2.160)
  • 15.6″ diagonal FHD Touch SVA LED-backlit (1.920 x 1.080)

In meinem Testgerät kommt das FullHD UWVA-Display zum Einsatz, das gleich mehrere Vorteile mit sich bringt. Die hier verwendete IPS-Technologie sorgt im Gegensatz zu den TN-Varianten (SVA = Standard Viewing Angle) für stabile Blickwinkel und die FullHD-Auflösung leidet nicht wie die UHD-Variante hier und da unter Skalierungsproblemen. Zudem sind die UHD-Displays dafür bekannt sich das eine oder andere Watt Energie mehr zu genehmigen, was sich nicht unwesentlich auf die erzielbaren Akkulaufzeiten auswirken kann.

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Wie üblich sind die Displaywerte im Auslieferungszustand nicht ideal. Zwar bekommt man hier eine maximale Helligkeit von 325 cd/m² und einen guten Kontrast von 928:1 geliefert, letztlich geht das aber zu Lasten der Farbtreue des Panels. Nach der im professionellen Bereich obligatorischen Profilierung (sRGB, D65, Gamma 2.2), reduzieren sich zwar Kontrast und Luminanz auf 878:1 und 281 cd/m², dafür erhält man aber eine sehr genaue Farbwiedergabe, die sich problemlos für den professionellen Einsatz eignet.

Spectracals Colorchecker (www.spectracal.com) weist ein maximales DeltaE 2000 von 1,9 aus (Mit Datacolor Spyder 5 Elite profiliert). Der sRGB-Farbraum wird mit 95 Prozent nahezu vollständig abgedeckt. Ansonsten lässt sich die Helligkeit (unter Windows 7) in 20 Stufen fein dosieren. In Helligkeitsstufe 13 habe ich 106 cd/m², in Stufe 15 150 cd/m² und in Helligkeitsstufe 16 205 cd/m² (alles Auslieferungszustand) gemessen. In normal beleuchteten Innenräumen sollte man mit Stufe 15 gut zurechtkommen.

Displaymessungen:
HP ZBook 15u G3
Display IPS-LED-Display (UWVA), AntiGlare
Panel Samsung SDC5344
Auflösung 1.920 x 1.080
minimale Helligkeit 15 cd/m²
ca. 100 cd/m²  Helligkeitsstufe 13 (106 cd/m²)
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 15 (150 cd/m²)
ca. 200 cd/m²  Helligkeitsstufe 16 (205 cd/m²)
maximale Helligkeit 325 cd/m²
maximale Helligkeit Akku 325 cd/m²
Schwarzwert 0,35 cd/m²
Ausleuchtung 87 %
Kontrast (profiliert) 928 : 1 (878 : 1)
sRGB-Abeckung (argyll) 95 %
AdobeRGB-Abdeckung (argyll) 74 %
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 3,5 (0,9)
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 8,2 (1,9)
PWM  sobald Helligkeit reduziert wird mit 200 Hz
Reaktionszeit Grau zu Grau  49 ms
Reaktionszeit Schwarz zu Weiß  36 ms

Dank der matten Displayoberfläche und der selbst nach einer Profilierung noch hohen Helligkeit, eignet sich der Bildschirm problemlos für ausgedehnte Ausseneinsätze. Zwar sollte man auch hier eine direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, im Vergleich mit vielen Spiegeldisplays oder deutlich dunkleren Alternativen, lässt es sich mit dieser Lösung aber recht angenehm arbeiten. Im Akkubetrieb wird die maximale Helligkeit übrigens nicht reduziert.

Die Blickwinkelstabilität des IPS-Panels fällt sehr gut aus. Farben, Helligkeit und Kontrast verändern sich im normalen Arbeitsbereich nicht. Erst bei spitzen Winkeln kann man geringe Unterschiede ausmachen, die sich aber nicht negativ auf die generelle Erkennbarkeit der Bildinhalte auswirken. Displayfehler wie auffällige Lichthöfe, markante Wolkenbildungen oder defekte Pixel konnte ich beim Testgerät nicht entdecken.

HP ZBook 15u G3: Leistungsfähigkeit

Das im Ultrabook-Format konstruierte Gehäuse erfordert zweifelsfrei Zugeständnisse an die verbauten Komponenten. Sowohl CPU als auch Grafikchip gehören zu der sparsameren Sorte und liefern letztlich eine spürbar geringere Perfomance ab, als die Standardvarianten, die man in den großen 15-Zoll- und 17-Zoll-Workstations vorfindet. Dennoch wird auch HPs ZBook 15u als mobile Workstation bezeichnet, was eine entsprechend hohe Erwartungshaltung verursacht. Wie bereits angesprochen sollte man bereits bei der Modellauswahl darauf achten, welche Hardwareausstattung das gewählte HP ZBook 15u G3 mitbringt.

Da sich ein Aufrüsten im Nachhinein als problematisch darstellt, beginnt bereits bei der Modellauswahl eine entscheidende Weichenstellung. Beim Testgerät könnte man sich ein zweites RAM-Modul und eventuell einen größeren oder einen zusätzlichen Massenspeicher wünschen. Ein zweites 8-GB-Modul würde im HP Konfigurator etwa 100 Euro und eine 1-TB-Festplatte knapp 140 Euro Aufpreis verlangen. Eine zweite M.2-SSD lässt sich nicht integrieren.

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AMDs FirePro W4190M ist ein professioneller Grafikchip der Einsteigerklasse und verfügt über 2 GB GDDR5-Grafikspeicher der über einen 128 bit breiten Speicherbus angebunden ist. Mit einem Kerntakt von bis zu 900 MHz und 384 Shadereinheiten entspricht der Grafikkern in etwa einer konventionellen AMD Radeon HD 8790M. Von den sonst üblichen Consumer-Grafikchips der Radeon- und Geforce-Baureihen unterscheiden sich die FirePros vor allem durch spezielle Treiber, die auf OpenGL-Software hin ausgelegt sind, ein angepasstes BIOS und Zertifizierungen für die problemlose Zusammenarbeit mit professionellen Anwendungen.

Benchmarkergebnisse:
HP ZBook 15u G3
Prozessor Single-Core Multi-Core
Cinebench R15 64 bit (Akku)  129 cb  311 cb (207 cb)
System Single-Core  Multi-Core 
Geekbench 3.3 64 bit 2684 Punkte 5096 Punkte
PCMark 8 Home 3747 Punkte
PCMark 8 Creative 3989 Punkte
PCMark 8 Work 4730 Punkte
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark 1537 MB/s 1266 MB/s
AS SSD 1463 MB/s 1204 MB/s
Grafik HD Basic  HD+ Extreme 
Unigine Heaven 4.0  34 fps  8,4 fps
Cinebench R15 OpengL (Akku) 42 fps (fps)
3DMark Cloud Gate Standard 7276 Punkte
3D Mark Firestrike Standard 1555 Punkte
Spiele (Intel HD Graphics) XGA FullHD 
GRID: Autosport  118 fps (very low)  30 fps (high)
Middle Earth: Shadow of Mordor 52 fps (very low) 17 fps (high)
Workstation-Test SPECwpc 2.0  
Media & Entertainment 1,12
Product Development 1,23
Life Sciences 1,1
Financial Services 0,51
Energy 0,92
General Operations 0,92

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Workstation-Benchmarks:

Für die Bewertung der Leistungsfähigkeit einer Workstation habe ich auf den SPECwpc 2.0-Workstation-Benchmark zurückgegriffen. Neben den üblichen CAD-Viewsets des SPECviewperf.12-Benchmarks werden hier noch zusätzliche Anwendungen die ein breites Business-Spektrum abdecken abgehandelt. Hierzu zählen zum Beispiel Blender, mathematisch anspruchsvolle Berechnungen aus dem Finanzsektor, Luxrender oder generelle Aufgaben wie IOMeter oder ZIP-Komprimierungen. Im Vergleich mit einem Dell Precision 7510, das in der Testkonfiguration in etwa der Preisklasse des HP ZBook 15u G3 entspricht, fällt das Testgerät merklich zurück. Hier schafft die Kombination aus Intel Core i7-6820HQ und Nvidia Quadro M1000M des Dell Precision 7510 fast durchweg doppelt so hohe Ergebnisse.

SPECwpc_2

Spieleleistung:

Wer hin und wieder auch ein klassisches Spielchen wagen möchte, findet in der AMD FirePro W4190M eine recht passabel arbeitende Grafikkarte. Je nach Titel muss man aber schon Qualität und Auflösung merklich reduzieren, um noch flüssige Frameraten zu erreichen. Mit hohen Voreinstellungen werden beim relativ genügsamen GRID: Autosport noch 30 fps dargestellt, Middle Earth: Shadow of Mordor erreicht dagegen nur noch 17 fps. Bei den Benchmarks sieht es mit 7276 Punkten beim 3DMark Cloud Gate und 34 fps beim Unigine Heaven 4.0 HD Basic ebenfalls recht ordentlich aus. Beides bleibt jedoch weit hinter dem zurück, was beispielsweise eine Nvidia Geforce GTX960M in einem 1.000-Euro-Consumer-Notebook leistet.

Im Akkubetrieb reduziert sich die CPU-Leistung um etwa 30 Prozent, während die Grafikperformance weiterhin ungedrosselt zur Verfügung steht. Das sorgt dafür, dass sich der Akku nicht zu schnell entlädt und keinen unerwarteten Hitzetod stirbt.

HP ZBook 15u G3: Emissionen

Das HP ZBook 15u G3 ist ein leises Notebook, das lediglich bei anhaltender Last den Lüfter merklich aufdreht. Das ist vor allem bei Konvertierungen oder fordernder 3D-Grafiklast mit einem Schalldruckpegel von 34,8 dB(A) bis 38,2 dB(A) der Fall. Auf niedriger Lüfterstufe, wie beim WLAN-TV-Streaming kann man das Kühlsystem mit seinen 29,7 dB(A) kaum noch hören. Beim Internet-Surfen, Textverarbeitung oder Bildbearbeitung bleibt das ZBook 15u G3 sogar lautlos. Hohe oder unangenehme Frequenzen habe ich beim Testgerät nicht festgestellt.

Die gemessene Hitzeentwicklung der Gehäuseoberfläche bewegt sich zwischen 27,7 °C bei geringer Beanspruchung und 55,9°C nach einer Stunde Stresstest. Da sich die Lüftungsöffnungen am Unterboden befinden, sollte man in Lastsituationen immer für einen günstigen Standort auf einem Tisch oder einer ähnlich glatten Oberfläche sorgen. Ein Einsatz auf dem Schoß oder der Bettdecke könnte hier zu einer Unterbrechung der Luftzufuhr und damit zur Überhitzung führen. Auch auf den  seitlichen Luftauslass muss man Acht geben, dieser erreicht ebenfalls deutlich über 50 °C. Die Handballenablage bleibt dagegen mit maximal 38,7 °C immer angenehm kühl.

Emissionen Schalldruckpegel Oberflächentemperatur
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) Lautlos max. 28,5 °C
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) Lautlos max. 28,5 °C
Büro (PCMark 8 Battery Test, 150 cd/m², ausbalanciert) 29,7 – 38,2 dB(A) max. 37,2 °C
WLAN-Streaming (200 cd/m², ausbalanciert) 29,7 dB(A) max. 30,7 °C
Spiele (GRID:Autosport Benchmarkmodus, max. Helligkeit) 34,8 – 38,2 dB(A) max. 47,5 °C
Workstation (Catia, Specviewperf.12, 150 cd/m²) 38,2 dB(A) max. 51,2 °C
Stresstest (maximale Displayhelligkeit 38,2 dB(A) max. 55,9 °C

HP ZBook 15u G3: Energieverbrauch

Das schlanke HP ZBook 15u G3 ist grundsätzlich mit genügsamen Komponenten bestückt. Im Leerlauf  verbraucht das Testgerät mit ausgeschaltetem Display gerade mal 3,7 Watt. Im praxisnahen Betrieb muss man hingegen mit etwa 10 bis 30 Watt rechnen, je nachdem wie anspruchsvoll sich die übertragenen Aufgaben darstellen. Unter Volllast von CPU und GPU sind auch mal kurzzeitig über 75 Watt möglich. Hier wird dann allerdings die angegebene Nennleistung des Netzteils von 65 Watt nicht unerheblich überschritten. Nach etwa einer Minute pendelt sich die Leistungsaufnahme schließlich bei etwa 60 Watt ein, wenn sich die CPU-Taktung von 3,0 GHz auf konstante 2,6 GHz reduziert hat.

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Die Akkulaufzeiten zeigen sich trotz kleinem 50-Wh-Akku relativ praxisgerecht. Der Battery-Test des PCMark 8 läuft 3:35 h und WLAN-TV-Streaming konnte 4:22 lang durchgeführt werden. Bei fordernden 3D-CAD-Aufgaben leert sich der Akku genauso schnell wie beim Spielen. Hier gehen bereits nach etwa 50 Minuten die Lichter aus.

Energieverbrauch Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 3,7 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 6,1 Watt 8:17 h
Büro (PCMark 8 Battery Test, 150 cd/m², ausbalanciert) 10,1 – 29,8 Watt 3:35 h
WLAN-Streaming (200 cd/m², ausbalanciert) 13,3 – 15,2 Watt 4:22 h
Spiele (GRID:Autosport Benchmarkmodus, max. Helligkeit) 58,0 – 66,8 Watt 0:54 h
Workstation (Catia, Specviewperf.12, 150 cd/m²) 64,1 Watt 0:53 h
Stresstest (maximale Displayhelligkeit 60,3 – 75,2 Watt

HP ZBook 15u G3: Fazit

Das HP ZBook 15u G3 ist ein schlankes, gut aussehendes und Bewertung HP ZBook 15u G3solides Arbeitsgerät. Als besonders anziehend zeigt sich hier die Kombination aus umfangreicher Schnittstellenausstattung, sehr guter Gehäusequalität, zurückhaltenden Emissionen und gelungenem Display. Leider hat HP die beim Vorgänger hervorragenden Wartungsmöglichkeiten gestrichen und damit dem Anwender eine wichtige Option zur Reparatur und Aufrüstung genommen. Ärgerlich ist auch, dass der integrierte USB 3.1 Typ-C-Anschluss lediglich USB 3.0-Performance bietet und Thunderbolt 3.0 zunächst den größeren ZBook-Modellen vorbehalten bleibt.

Viele weitere Zugeständnisse, wie der vergleichsweise langsame Kartenleser, die nur bis 120 Grad Öffnungswinkel fest zupackenden Displayscharniere, die etwas dunkle Tastaturbeleuchtung und die im Klassenvergleich nur für Basisaufgaben ausreichende System- und Grafikleistung entsprechen nicht dem Premiumanspruch, den HP hier anstrebt. Wer jedoch nur gelegentlich kleinere CAD-Projekte bearbeitet, seinen Fokus auf ein mobiles und vorzeigbares Arbeitsgerät mit guten Eingabegeräten legt und auf ein sehr gutes Display nicht verzichten möchte, könnte beim HP ZBook 15u G3 dennoch gut aufgehoben sein.

Das HP ZBook 15u G3 ist zum Beispiel bei notebooksandmore erhältlich:
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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

9 Gedanken zu „HP ZBook 15u G3 im Test

  • 9. April 2016 um 20:25
    Permalink

    Hallo!

    Ich habe genau dieses Notebook über eine Aktion bei ubook.at gekauft und das Erweitern (RAM, HDD/SSD) oder der Akkuwechsel funktionieren einfach (beides schon gemacht), erfordert jedoch das Entfernen des Unterbodens und damit das Entfernen und Wiederanbringen von ca 12-13 Schrauben samt deren Gummiabdeckungen.

    https://forum.ubook.at/index.php?page=Thread&threadID=3238
    https://forum.ubook.at/index.php?page=Thread&threadID=3239

    Schön ist, dass man direkt auf den betroffenen Tasten Kontrollleuchten für die Nummernblock- und Caps-Lock-Funktion hat.

    Die genannten Kritikpunkte stimmen, nur die Akkulaufzeit ist bei mir einiges länger als hier angegeben, auch der Test auf notebookcheck.com weist höhere Werte auf.

    MfG

  • 9. April 2016 um 20:44
    Permalink

    Weiters: Die von mir genannten Links zeigen Antworten von HP-Verantwortlichen, die klar machen, dass selbstverständlich HDD/SSD, RAM getauscht werden können, ohne dass Garantie verloren gingen. Zumindest habe ich das so verstanden, da explizit danach gefragt wurde. Ist immerhin ein Business-Notebook.

  • 9. April 2016 um 21:44
    Permalink

    Danke für den Hinweis. Ja du hast Recht. Komponenten, wie HDD oder RAM sind als Customer Self Repair Parts eingestuft und können vom Anwender selbst getauscht werden. Zum Testzeitpunkt war HPs angepasster Service and Maintenance Guide für das ZBook 15u G3 leider noch nicht verfügbar. Im Handbuch wird auf autorisierte Servicepartner verwiesen. Hier ist nun der Guide zu finden:
    http://h10032.www1.hp.com/ctg/Manual/c04887250
    Mit detailierten Angaben und Bebilderungen.

    Was die Akkulaufzeiten angeht, so kommt es natürlich immer auf die verwendeten Einstellungen und die anliegende Last an. Im Vergleich zu notebookcheck wird bei meinem WLAN-Test zum Beispiel eine höhere Displayhelligkeit und ein anderes Lastszenario (TV-Streaming) gefahren.

    • 10. April 2016 um 19:12
      Permalink

      Vielen Dank für die prompte Antwort!

      Mir sind noch zwei Fragen eingefallen:

      1) Gibt es eine Möglichkeit, unter Windows bzw. im konkreten Fall die genannte Drosselung der CPU um 30% im Akkubetrieb zu deaktivieren oder ist das zum Schutz des Akkus und der Systemstabilität nicht möglich? Ich bearbeite nämlich öfters mobil Fotos und würde gerne auch offline die volle Leistung abrufen können. Interessanterweise hat ja die Grafikkarte keine derartige Pflichtdrosselung.

      2) Gibt es eine kostenlose oder günstige Möglichkeit, den Bildschirm selbst halbwegs zu kalibrieren? Muss nicht 100% perfekt sein.

      Schade ist tatsächlich, dass bei diesem doch ziemlich selbstbewussten Preis eine QuadCore-CPU bzw. stärkere Grafikkarte noch um einiges teurer gewesen wäre und die Wahl eines grundsätzlich noch besser ausgestatteten und teureren Modells (15 G3) erfordert hätte; die hier verbaute DualCore-CPU ist wohl dem flachen Design, leichtem Akku und dem generell recht geringem Gewicht geschuldet. Habe übrigens ca 3-5 Ladezyklen fertig und der Akku hält bei aktivierter Tastaturbeleuchtung (hellere Stufe), 70% Displayhelligkeit, aktiviertem, meistens inaktivem WLAN ca 5h 20min. Das war für mich neben dem Support, Gehäuse, dem geringen Gewicht und zumindest mittelmäßiger Leistung der Hauptkaufgrund.

      Beste Grüße

      • 11. April 2016 um 20:41
        Permalink

        Hi,gerne!

        Leider gibt es keine mir bekannte Möglichkeit die Drosselung im Akkubetrieb aufzuheben. Hier hat der Hersteller per BIOS die Grenze gesetzt. Wie du schon vermutest, dient das vor allem zum Schutz des Akkus. Je schneller diese sich entladen, desto höher fällt die Hitzeentwicklung aus. Das ist zum einen unvorteilhaft für die Temperaturen im Gehäuse und zum anderen geht das zu Lasten der Akkulebensdauer/ Haltbarkeit. Diese Drosselung ist übrigens kein Alleingang beim ZBook 15u G3 sondern auch bei anderen Herstellern und Modellen zu beobachten. Manche drosseln nur die CPU, manche nur die Grafik und andere greifen bei beiden ein wenig ein.

        Was den Bildschirm angeht, so kommt man um den Kauf eines Colorimeters nicht herum wenn man möglichst genaue Farben benötigt. Rein von der Technik/ der Genauigkeit her, liegen alle bisher von mir getesteten Colorimeter auf einem vergleichbaren Niveau (Ausnahme Quato Silver Haze Pro, ist aber auch ein älteres nicht mehr erhältliches Modell). Unterschiede gibt es bei Design und Komfort, den Einstellungs-, Mess- und Analysemöglichkeiten. Rein vom Ergebnis her liefert X-Rites Colormunki Smile (etwa 80 Euro) ein genau so gutes Ergebnis wie Datacolors Spyder 5 (sRGB, Gamma 2.2, D65) das doppelt so viel kostet. Da muss man halt mal schauen, was man an Parametern für seine Aufgaben benötigt.

        Die schlanken mobilen Workstations sind von der Grundausrichtung schon auf eine möglichst hohe Mobilität hin getrimmt. Kleine CAD-Projekte kann man damit sicherlich gut umsetzen, für den echten Dauerbetrieb im Workstationmetier sind sie jedoch weniger geeignet. Da fehlt es einfach an Leistung.

  • 13. April 2016 um 17:45
    Permalink

    Vielen Dank für diesen Test!

    Im deutschsprachigen Bereich, also im Bezug auf die Version der Notebooks, die bei uns zu kaufen sind, gibt es leider viel zu wenige (und so spät erst!) Bewertungen und Tests zu den neuen HP-Modellen. Da kommt mir Ihrer sehr gelegen.
    Meiner Meinung nach ist das 15u G3 für eine Workstation nicht ganz leistungsstark genug, bzw. für die Preis/Liestungskombinationen die möglich sind. Natürlich ist es bei dem Gewicht und der Dicke nicht anders zu erwarten, aber dann sollte doch die Akkulaufzeit besser ausfallen. Meine Anforderungen sind zwar sehr hoch, das ist mir bewusst, aber für mich ist dieses Gerät ein sinnloses Zwischen-Ding zwischen Workstation und Ultrabook. (Bei größerem Akku würde dies ganz anders aussehen…)
    Lg

  • 13. April 2016 um 20:21
    Permalink

    Vielen Dank, ja da bin ich ganz nah bei dir. Ist von der Sache her vielleicht ähnlich wie bei den schlanken Gamern mit Mittelklassegrafik und U-CPU. Reicht für viele Spiele sicherlich aus, richtig Spaß und die volle Grafikpracht findet man aber erst bei den klassischen Boliden.

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