Workstation Benchmarks im Test

Konstrukteure. Mobile Workstations sind besonders leistungsstarke Business-Notebooks, die speziell auf die Anforderungen professioneller Anwendungsgebiete hin ausgerichtet sind. Kernelement dieser Arbeitstiere ist vor allem eine professionelle Grafikeinheit. Nvidias Quadro-Serie und AMDs FirePro Serie verfügen über ein spezielles BIOS, angepasste Treiber und eine auf Dauerbetrieb hin ausgelegte Hardware. Stabilität, Zuverlässigkeit und Support sind wichtige Schlagworte wenn es um Konstruktion, Exploration oder medizinische Anwendungen geht. Leistungsmäßig profitieren von diesen Grafikchips vor allem OpenGL-optimierte Anwendungen aus dem CAD-Bereich, die mit ihren speziellen Treiberanforderungen deutliche Performance-Schübe generieren können.

Workstation Benchmarks: SPECviewperf.12

Der SPECviewperf. 12.0.2 Benchmark ist die aktuellste Version der bekannten Benchmarkserie und handelt verschiedene Anwendungsszenarien mit einer kleinen Programmauswahl ab. Hierzu gehören CATIA, Creo, ein Volumen-Rendering das zum Beispiel bei der Öl- oder Gas-Exploration zum Einsatz kommt, ein medizinisches MRT, Maya, Siemens NX und Solidworks. Showcase nutzt im Gegensatz zu den anderen Testsequenzen anstatt OpenGL Microsofts DirectX-Schnittstelle und erfordert möglichst viel Hardwareleistung. Die Ergebnisse werden in Bildern pro Sekunde angegeben. Als Testeinstellung werden die offiziellen Voreinstellungen verwendet. Weitere Infos zum SPECviewperf. 12.0.2 findet man bei der SPEC (Standard Performance Evaluation Corporation).

Workstation Benchmarks: SPECwpc V2.0:

Der SPECwpc v2.0 beinhaltet ebenfalls die Viewsets des SPECviewperf.12.0.2 Benchmarks, deckt darüber hinaus aber eine Vielzahl weiterer typischer Workstation-Szenarien ab. Hierzu zählen zum Beispiel Blender (3D-Modelierer), Handbrake (Video-Konvertierer), fordernde Berechnungen aus dem Finanzsektor oder generelle Aufgaben wie ZIP-Komprimierungen und IOMeter-Tests. Hier kommt es nicht nur auf die reine Grafik- oder OpenGL-Leistung, sondern auf die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems an. Verglichen werden hier die Gesamtergebnisse der 6 Teilbereiche Media and Entertainment, Product Development, Life Sciences, Financial Services, Energy und General Operations. Die Ergebnisse können nicht mit früheren Versionen verglichen werden. Als Testeinstellung werden die offiziellen Vorgaben verwendet. Weitere Informationen zum SPECwpc v2.0 findet man bei der SPEC.

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Workstation Benchmarks: Ergebnisse im Vergleich

AMDs FirePro W4190M, die vor allem für schlanke Notebooks wie dem HP ZBook 15u G3 als günstige und verbrauchsarme Einstiegslösung gedacht ist, unterliegt in allen Belangen der Nvidia Quadro M1000M, die man durchaus als direkten Konkurrenten sehen kann. Nvidia hat mit dem Wechsel zur Maxwell-Architektur einen enormen Performance-Schub generiert und damit einen beachtlichen Abstand zu den bis dahin konkurrenzfähigen AMD-Alternativen geschaffen. Wie sich die leistungsstärkeren Workstation-Grafikchips schlagen, werde ich nach und nach immer mal wieder testen und hier ergänzen.

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SPECviewper_im_Vergleich

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

2 Gedanken zu „Workstation Benchmarks im Test

  • 7. November 2018 um 09:47
    Permalink

    Hallo,
    ich arbeite mit Rhinoceros 6, einer Software die viel von Designern aber auch Archtitekten und Ingenieuren eingesetzt wird. Es bietet unzählige Plugins und lässt sich damit spezialisieren.
    Rhino ist nach Aussage des Herstellers McNeel nicht auf OpenGL optimiert, dennoch gibt es viele die auf Quadro-Karten setzen.
    Ich suche aktuell nach einem neuen Workstation-Laptop und bin überfragt, ob sich das lohnt.
    Bullman hat auch meinen alten geliefert und ich bin eigentlich hochzufrieden was die Stabilität angeht.
    Performancetechnisch habe ich keinen Vergleich, durch die Plugins wird nun aber wesentlich mehr Rechenleistung gefordert.

    Können Sie eine aktuelle Empfehlung äußern bzw. eine Workstation im mittleren Preissegment bis ca. 3000 auf die Anforderungen entsprechenden Programmen testen?
    Als Alternative zum Bullman habe ich auch schon das Lenovo P72 gesehen, nicht zuletzt auch wegen des schlichten Designs. Auch PNY und Dell 7720 sind Kandidaten, 17 Zoll ist Pflicht.
    Eine weitere Frage ist nach den Erfahrungen mit Garantieleistungen aus USA.
    MSI scheint sehr gut, günstig und mit dem WE73 einen schicken Kandidaten zu haben.
    Frei konfigurierbar habe ich die aber nur in USA gefunden.
    Muss im Garantiefall das Gerät zurück nach USA? Zeittechnisch ein NoGo.

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    • 7. November 2018 um 11:42
      Permalink

      Mit Rhinoceros habe ich bislang weder gearbeitet noch Tests durchgeführt. Rhinoceros 6 scheint im Vergleich zum Vorgänger deutlich mehr auf GPU-Beschleunigung zu setzen. Rhino nutzt zwar generell OpenGL als Grafikschnittstelle, scheinbar aber keine speziellen OpenGL-Optimierungen. Für Rhino 5 empfiehlt der Hersteller aus Kostengründen sogar Geforce-Modelle, da im Vergleich zu den Quadro-Alternativen keine Geschwindigkeitsvorteile feststellbar sind.
      Bei Rhino 6 wird in den Systemanforderungen lediglich eine OpenGL-4.1-fähige Grafikeinheit aufgeführt. Ansonsten verweist man auf Nutzererfahrungen. Wie so oft ist es stark davon abhängig für welche Aufgaben genau man die Software einsetzt. Rhino ist ja ein recht breit aufgestelltes Multitool. Während die Geforce-Modelle deutlich mehr Leistung fürs Geld versprechen, könnten die Quadro-Alternativen mit höherer Stabilität und Kompatibilität punkten.

      Wie das genau mit aus den USA importierten MSI-Notebooks aussieht, müsstest du mal über den Hersteller in Erfahrung bringen. Für den Vertrieb in Deutschland gedachte Modelle werden laut MSI jedenfalls im polnischen Service-Center betreut.

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