Nvidia Quadro M620 (Laptop) im Test

Starker Einsteiger. Die Nvidia Quadro M620 ist eine professionelle Grafiklösung für mobile Einsteiger-Workstations. Dank moderater Leistungsaufnahme eignet sich dieses Modell auch für einen Einsatz in schlanken Laptop-Konstruktionen.

Nach langem Warten kommen so langsam die neuen professionellen Grafikchips der Nvidia-Quadro-Serie auf den Markt. Während die leistungsstärksten Vertreter bereits auf Nvidias Pascal-Generation basieren, nutzen die Einsteiger- und Mittelklasse-Abkömmlinge noch Maxwell-Chips.

Die "Nvidia Quadro M620 ist von der Produktpositionierung her der direkte Nachfolger der Nvidia Quadro M1000M. Als vergleichsweise günstige Lösung kommt diese Variante vor allem in Einstiegskonfigurationen der mobilen Workstations zum Einsatz. Dazu gehören zum Beispiel Dell’s Precision 3520 oder HP’s ZBook 15 G4.

Nvidia Quadro M620: Allgemeines & Testsystem

Die technischen Daten der Nvidia Quadro M620 entsprechen in weiten Teilen denen der Nvidia Quadro M1000M. 512 Recheneinheiten, ein Kerntakt von bis zu 1.019 MHz (1.123 MHz Nvidia Quadro M1000M) und ein 128 bit breiter Speicherbus entsprechen im Wesentlichen dem Vorgänger. Als Grafikspeicher kommen 2 GB GDDR5 zum Einsatz. Die theoretische Speicherleistung beträgt somit nach wie vor 80 GB/s. Deutlich reduziert hat Nvidia nach eigenen Angaben den Stromverbrauch. Während die Nvidia Quadro M1000M noch 40 Watt verbraten durfte, soll die Nvidia Quadro mit 30 Watt auskommen.

Auszug der technischen Daten des Testsystems:

  • HP Z2 Mini G3
  • Intel Xeon E3-1225v5
  • 16 GB DDR4-ECC-RAM (Dual-Channel)
  • Nvidia Quadro M620 mit 2-GB-GDDR5-Grafikspeicher
  • 256-GB-PCIe-M.2-SSD (HP Z Turbo Drive)
  • Windows 10 Pro 64 bit

Der ausführliche Testbericht zur HP-Z2-Mini-G3-Workstation ist bereits bei Notebooks & Mobiles erschienen: HP Z2 Mini G3 im Test.

Nvidia Quadro M620: Benchmarks
DirectX

Die Testergebnisse zeigen, dass es sich bei der Nvidia Quadro M620 um eine ausreichend leistungsfähige Grafiklösung der Einsteigerklasse handelt. Sie positioniert sich ziemlich genau zwischen den bereits getesteten Nvidia Quadro M520 und Nvidia Quadro M1200. Der Leistungsunterschied zur Nvidia Quadro M1200 beträgt etwa 30 Prozent und Nvidias Geforce GTX 1050 rechnet je nach Testsequenz sogar fast doppelt so schnell.

Beim 3DMark Cloud Gate reicht es immerhin für respektable 12.637 Punkte. Im Vergleich zur Nvidia Geforce GTX 1050, die in vielen spielefähigen Einsteiger-Notebooks zum Einsatz kommt, fällt die Leistungsfähigkeit im DirectX-Bereich jedoch dramatisch ab. Der Consumer-Chip rechnet hier fast doppelt so schnell.

OpenGL (optimiert, Workstation-CAD)

Die Nvidia Quadro M620 ist dank spezieller Treiber in der Lage entsprechend optimierte Profisoftware besonders effizient und schnell abzuarbeiten. Im Vergleich zu hardwareseitig ähnlich ausgestatteten Consumer-Grafikchips der Geforce- und Radeon-Serien können bei diesen OpenGL-Aufgaben enorme Performance-Vorteile zugunsten der Profi-Chips auftreten.

Beim SPECviewperf.12-Benchmark werden die Bereiche CAD, CAM, Exploration und auch ein medizinisches MRT abgedeckt. Von optimierten Treibern profitieren hier insbesondere Programme wie Creo, Siemens NX oder Solidworks. Hier kann die im DirectX-Bereich dominante und hardwareseitig wesentlich besser bestückte Pascal-GPU Nvidia Geforce GTX 1050 eindrucksvoll geschlagen werden. Bei den DirectX-Sequenzen von 3ds Max und Showcase dreht sich das Kräfteverhältnis wieder, da hier keine optimierten OpenGL-Treiber zum Einsatz kommen.

Nvidia Quadro M620

OpenCL

Neben den typischen Grafikaufgaben, können Grafikchips per OpenCL-Schnittstelle auch für viele andere rechenintensive Aufgaben verwendet werden. Dazu gehören zum Beispiel Konvertierungen, Bildbearbeitungsfilter, Videofilter, das Ver- und Entschlüsseln von Daten oder Berechnungen im Rahmen der Finanzanalyse. Das Nutzen des Grafikchips für solche Aufgaben entlastet einerseits den Prozessor und sorgt andererseits aber auch für einen nicht unerheblichen Geschwindigkeitsschub. Getestet habe ich die Bereiche Finanzanalyse, Kryptographie, Bildbearbeitung und Videokonvertierung.

Nvidia Quadro M620

Nvidia Quadro M620: Taktreduzierungen

Die Stabilität der Grafikleistung ist im Notebookbereich immer von dem konkret im jeweiligen Notebook verbauten Kühlsystem abhängig. Auch limitieren Hersteller hin und wieder gerne die Grafik- und oder CPU-Leistung bei Volllastszenarien, um vorgegebene thermische Grenzen einhalten zu können. Bei der getesteten Mini-Workstation HP Z2 Mini G3 profitiert die Nvidia Quadro M620 von optimalen Bedingungen im Desktop-Gehäuse.

Große Lüfter und ein insgesamt üppig dimensioniertes Zu- und Abluftsystem sorgen für eine konstante Leistungsentfaltung. Je nach Notebookkonzept und Kühlsystem kann es hier im Gegensatz zum HP Z2 Mini G3 durchaus zu Leistungsreduzierungen kommen.

Nvidia Quadro M620

Nvidia Quadro M620: Fazit

Die Nvidia Quadro M620 ist ein Profi-Grafik-Chip, der vornehmlich Nvidia Quadro M620in günstigeren Einstiegskonfigurationen mobiler Workstations, aber auch im getesteten HP Z2 Mini G3 zu finden ist. Eine im Vergleich zu handelsüblichen Grafikchips merkliche Leistungssteigerung kommt entsprechend der Produktausrichtung nur dann zum Vorschein, wenn spezielle treiberoptimierte OpenGL-Software eingesetzt wird. Das kann die Quadro-Lösung dann auch recht gut. CAD-Konstruktions-Programme wie Creo, Siemens NX oder SolidWorks gehören hier dazu.

Alle anderen Bereiche kann die Nvidia Quadro M620 zwar auch auf einem passablen Einsteigerniveau bedienen, das Preis-Leistungsverhältnis ist dann im Vergleich zu den Geforce-Alternativen allerdings nicht mehr konkurrenzfähig.

Die HP Z2 Mini G3 Workstation ist zum Beispiel in verschiedenen Konfigurationen günstig bei cyberport erhältlich:HP Z2 Mini G3 (Werbung)

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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