Lenovo ThinkPad E15 Gen.2 AMD (Ryzen 5 4500U) im Test

Leistung

Leistungsmäßig müssen sich Anwender beim Lenovo ThinkPad E15 mit AMD-Ausstattung keine Sorgen machen. Lenovo sieht hier den Vierkerner AMD Ryzen 3 4300U, den Sechskerner AMD Ryzen 5 4500U oder die beiden Achtkerner AMD Ryzen 7 4700U und AMD Ryzen 7 4800U (16 Threads) vor.

Für die Grafikausgabe zeichnet jeweils die im Prozessor integrierte AMD Radeon Graphics verantwortlich. Eine dedizierte Grafiklösung bietet Lenovo nicht an. Bis zu 24 GB Arbeitsspeicher und bis zu zwei M.2-PCIe-SSDs mit je 4 Datenleitungen komplettieren die Leistungssektion.

Prozessor

Der im Testgerät eingesetzte AMD Ryzen 5 4500U findet sich jetzt schon in vielen AMD-Notebooks wieder. Er verfügt über 6 Rechenkerne, arbeitet bis zu 6 Threads gleichzeitig ab und erreicht eine maximale Taktfrequenz von 4,0 GHz. Die reguläre Verlustleistung beziffert AMD mit 15 Watt.

Der im Lenovo ThinkPad E15 eingesetzte Ryzen 5 bestätigt die bereits gewonnenen Ergebnisse aus dem Acer Swift 3 SF314-42 und dem Acer Aspire 5 A515-44. Beim Cinebench R15 erreicht die Konfiguration 174 Punkte beim Single-Thread-Test und 896 Punkte beim Multi-Thread-Test.

Leistung

Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher kann je nach Konfiguration laut Lenovo bis zu 24 GB betragen. 4 GB oder 8 GB des Arbeitsspeichers sind beim ThinkPad E15 Gen.2 AMD immer aufgelötet und der Rest wird über einen RAM-Slot ergänzt.

Beim Testgerät sind 8 GB verlötet und ein zusätzliches 8 GB-Modul verdoppelt den Arbeitsspeicher auf insgesamt 16 GB. Der DDR4-3200-Arbeitsspeicher läuft im schnelleren Dual-Channel-Modus.

Grafikchip

Als Grafikeinheit kommt die in den Prozessoren integrierte AMD Radeon Graphics zum Einsatz. Je nach Prozessor unterscheidet sich die Anzahl der integrierten GPU-Kerne. Im AMD Ryzen 5 4500U verfügt die Grafikeinheit über 6 GPU-Kerne, die mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,5 GHz arbeiten.

Beim 3DMark Night Raid reicht das für 10.852 Punkte und beim Unigine Heaven Basic für 46 fps. Damit bestätigt diese Grafiklösung die Positionierung im Spitzenfeld integrierter CPU-Grafikchips.

Leistung

Massenspeicher

Das Testgerät verfügt über eine gute Massenspeicherkapazität von 512 GB brutto. Das reicht nicht nur für das System, einige Programme und Dateien, sondern bietet auch für die Zukunft noch etwas an Reserven. Wem das nicht reicht, der kann im zweiten M.2-Slot noch ein zusätzliches Laufwerk einsetzen.

Im Testgerät befindet sich eine recht flotte Toshiba (jetzt KIOXIA) BG4. Diese M.2-2242-PCIe-Lösung liefert Übertragungsraten von bis zu 2.248 MB/s beim Lesen und 1.487 MB/s beim Schreiben (beides QD32).

Leistung

Emissionen

Das Testgerät arbeitet im Leerlauf oder bei wenig Last in der Regel lautlos. Bei Aufgaben wie der Textverarbeitung oder der Video-Wiedergabe meldet sich der Lüfter nicht. Bei mittlerer Rechenlast erzeugt das ThinkPad einen Schalldruckpegel von 31,2 dB(A) und bei Volllast bis zu 33,1 dB(A).

Hochfrequente oder sonstige störende Nebengeräusche hat das Testgerät nicht verursacht.

Das leise Betriebsgeräusch kann das Lenovo ThinkPad E15 allerdings nicht so souverän wegstecken, wie das Acer Swift 3 SF314-42 oder das Acer Aspire 5 A515-44. Nach einer Stunde Volllast (Kühlung im Leistungsmodus) erwärmt sich der Bereich oberhalb der Tastatur auf bis zu 52,1 °C. Am Unterboden fällt die Temperatur mit 61,1 °C nochmals deutlich höher aus.

Damit wird das Lenovo ThinkPad im gleichen Szenario etwa 10 °C wärmer, als das Vorgängermodell Lenovo ThinkPad E595 mit AMD Ryzen 7 3700U. Beim regulären Einsatz auf dem Schreibtisch sind dadurch zwar noch keine Einschränkungen zu erwarten, dennoch scheint das Kühlsystem nun ähnlich wie bei der E-Serie mit Intel-CPUs grenzwertig schwach ausgelegt zu sein.

Emissionen

Akkulaufzeiten

Das Testgerät ist mit einem 45-Wh-Akku bestückt. Alternative Akkugrößen bietet Lenovo nicht an. Dank relativ niedriger Verbrauchswerte von 3,2 Watt (Leerlauf, Display aus) bis 50,3 Watt (Stresstest, maximale Displayhelligkeit) sind das gute Voraussetzungen, um praxisgerechte Akkulaufzeiten erreichen zu können. Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 65 Watt spezifiziert und ist damit ausreichend dimensioniert.

Beim PCMark 8 Battery Test (220 cd/m²) hält das Testgerät 4:04 Stunden lang durch und die Video-Wiedergabe (220 cd/m²) endet nach 9:20 Stunden. Für das komplette Wiederaufladen des Akkus muss man 1:46 Stunden einplanen. Nach 23 Minuten Ladezeit sind 44 % Akkukapazität verfügbar und nach 52 Minuten 84 %.

Besonderheiten

Die Testkonfiguration gefällt mit umfangreicher Business-Ausstattung: Mattierte Displayoberfläche, TPM, Fingerabdruck-Lesegerät, Infrarot-Kamera mit ThinkShutter, Tastaturbeleuchtung, TrackPoint und HDMI 2.0.

Die Stromversorgung über den einzigen USB Typ C erweist sich jedoch als stark einschränkend, das nun fehlende Speicherkarten-Lesegerät schmerzt und die Oberflächentemperaturen unter Volllast zeigen sich grenzwertig.

Business-Laptop

Lenovo ThinkPad E15 Gen.2 AMD: Fazit

Lenovo hat mit dem ThinkPad E15 Gen.2 AMD in diesem TestBewertung den guten Eindruck des Lenovo ThinkPad E595 bestätigt. Für eine sehr gute Bewertung reicht es letztlich nicht, da Lenovo zwar einerseits willkommene Verbesserungen eingeführt, andererseits aber auch einschränkende Rückschritte vollzogen hat.

Die Rechen- und Grafikleistung zeigt sich dank AMD Renoir auf Premium-Niveau, die Akkulaufzeiten fallen ausdauernd aus und das Betriebsgeräusch agiert gewohnt zurückhaltend.

Trotz relativ günstiger Produktpositionierung können das Gehäuse und die Eingabegeräte als sehr gut eingestuft werden. Hier wird wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass man nun nicht mehr auf die Tastaturbeleuchtung, ein Fingerabdruck-Lesegerät oder eine Infrarot-Kamera verzichten muss.

Im Gegenzug hat Lenovo allerdings das Speicherkarten-Lesegerät und einen USB-Port gestrichen. Zudem können die Oberflächen-Temperaturen unter Volllast ein grenzwertiges Niveau erreichen.

Keine Hand hat Lenovo an die ungünstige Art der Stromversorgung oder die Displayqualität angelegt. Wie stark diese Einschränkungen von den Nutzern gewichtet werden, dürfte letztlich von den individuellen Bedürfnissen und Arbeitsumgebungen abhängig sein.

Angesichts der soliden Business-Eigenschaften fällt die Preisgestaltung angenehm fair aus. Die kurze Herstellergarantie von 1 Jahr mit Einsende-Rücksende-Service kann relativ günstig verlängert oder erweitert werden.

notebooksbilliger.deDas Testgerät Lenovo ThinkPad E15 AMD G2 wurde mir für diesen Test freundlicherweise leihweise von notebooksbilliger.de (Werbung) zur Verfügung gestellt.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

4 thoughts on “Lenovo ThinkPad E15 Gen.2 AMD (Ryzen 5 4500U) im Test

  • 1. September 2020 um 17:19
    Permalink

    Toller Test, vielen Dank dafür! Wäre es möglich, dass die Hitzeproblematik bei der Version mit dem Ryzen 7 nicht so auffällig ist?

    • 1. September 2020 um 17:39
      Permalink

      Hallo,

      aufgrund der flachen Gehäusekonstruktion, dem Kühlsystem und den eher klein gehaltenen Kühlöffnungen, dürfte sich das Hitzeproblem bei der Variante mit Ryzen 7 4700U vermutlich eher verstärken als abmildern. Das Ryzen-7-Modell habe ich allerdings nicht getestet, weshalb ich dazu keine abschließende Einschätzung abgegeben kann.

      Viele Grüße
      Tobias

  • 7. September 2020 um 23:03
    Permalink

    Hallo,

    Danke für den Test. Hast du auch schon Tests mit den L14/L15 gemacht?

    Schöne Grüße,
    Daniel

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