HP EliteBook Folio G1 im Test

Weniger ist mehr. Das HP EliteBook Folio G1 ist ein besonders mobiles und hochwertiges Subnotebook mit angemessener Leistungsfähigkeit.

HP EliteBook Folio G1

Ein Notebook mit einem Gewicht von unter einem Kilogramm und Akkulaufzeiten jenseits der 10-Stunden-Grenze bringt besonders gute Kerneigenschaften für Reiselustige, Außendienstler und Workaholics mit. Wenn dann auch noch Qualität, Leistung und Ausstattung passen, ja dann hat man vielleicht den perfekten persönlichen Begleiter gefunden.

Das HP EliteBook Folio G1 jedenfalls ist ein heißer Anwärter auf einen solchen „Titel“. Um die Kunden auch mit der passenden Zusammenstellung überzeugen zu können, stellt HP zum einen verschiedene vorkonfigurierte Modellvarianten in die Händlerregale und bietet im eigenen Online-Shop darüber hinaus die Möglichkeit sich sein Wunschmodell passgenau konfigurieren zu können. Edit: Derzeit ist die zu Testbeginn verfügbare Funktion nicht mehr abrufbar: http://store.hp.com/GermanyStore/Promotion.mvc/GetPromotion?promotionId=R657&targetType=Products

HP EliteBook Folio G1

Mein Testgerät trägt die Modellbezeichnung HP EliteBook Folio G1 V1C39EA#ABD und ist mit einem Intel Core m5-6Y54-Prozessor, 8 GB RAM, einem FullHD-IPS-Display und einem 512 GB (brutto) fassenden Solid State Drive ausgestattet. Der (Straßen-) Preis startet zum Testzeitpunkt bei etwa 1.540 Euro.

Auszug der technischen Daten:
Model HP EliteBook Folio G1 V1C39EA#ABD
Preis Straßenpreise ab ca. 1.540 Euro
Prozessor Intel Core m5-6Y54, 1,1 – 2,7 GHz, 2 Kerne, 4 Threads, 4,5 Watt TDP
Grafik Intel HD Graphics 515 (shared memory)
Arbeitsspeicher 8 GB DDR3L-RAM, Dual-Channel, nicht erweiterbar
Massenspeicher 512 GB SSD, M.2, SATA III, Samsung MZNLN512HCJH-000H
Display 12,5-Zoll-IPS-Display, Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte, 16:9, AUO226D
Betiebssystem & Software Windows 10 Pro 64 bit
Anschlüsse & Erweiterung 2 x Thunderbolt 3 (kompatibel mit DisplayPort 1.2, USB 3.1 Typ C Gen. 2 (10 Gbit/s)), kombinierter 3,5-mm-Klinke Audio in/out
Kommunikation Intel Dual Band Wireless-AC 8260 (802.11ac+a/b/g/n, 2×2), Bluetooth 4.2, HD/ IR-Webcam inklusive Dual-Array-Mikrofon
Audio Intel Skylake High Definition Audio Controller
Eingabegeräte Chiclet-Tastatur, Touchpad, Tastaturbeleuchtung
Sicherheit TPM 2.0-Chip
Batterie & Stromversorgung 38-Wh-Akku, 45-Watt-Netzteil
Abmessungen & Gewicht 292 (B) x 209 (T) x 12 (H) mm, Testgewicht 0,98 kg
Herstellergarantie 3 Jahre Herstellergarantie
Informationen zum Testgerät http://store.hp.com/GermanyStore/Merch/Product.aspx?id=V1C39EA&opt=ABD&sel=NTB
HP EliteBook Folio G1: Gehäuse

Das Metall-Gehäuse des HP Elitebook Folio G1 ist hervorragend verarbeitet, sehr stabil (MIL STD 810G) und mit einer Dicke von 12 mm extrem schlank ausgestaltet. Hier lässt sich mit normalem Kraftaufwand nichts verwinden, eindrücken oder sonst irgendwie verformen. Die Gehäusekanten sind abgeflacht und unterstreichen damit die insgesamt sehr gute Haptik. Das optisch die gesamte Rückseite durchlaufende Scharnier macht einen hochwertigen Eindruck und hält den Bildschirm fest in Position.

HP EliteBook Folio G1

Selbst im weit geöffneten Zustand zeigen die Gelenke keine auffällige Schwäche. Neben der flachen Bauform ist eine wesentliche Besonderheit des HP EliteBook Folio G1 das geringe Gewicht von 980 g (Testgewicht). Damit erreicht HP zwar nicht ganz die 920 g des Apple MacBook, kann aber dennoch als überaus leicht und damit auf Augenhöhe des Konkurrenten aus Cupertino eingestuft werden.

HP EliteBook Folio G1

HP EliteBook Folio G1: Ausstattung

Bei diesen auf Minimalismus getrimmten „Notizzetteln“ ist es verwunderlich, dass überhaupt noch irgendwelche Schnittstellen für die Verbindung mit Kabeln vorgesehen sind. Während das Apple MacBook gerade mal einen USB 3.1 Typ-C Gen. 1 und einen 3,5-mm-Klinke Audioport zu bieten hat, gefällt das HP EliteBook Folio G1 mit seinen drei Schnittstellen deutlich besser. Ausschlaggebend ist hier noch nicht einmal die reine Anzahl, sondern vielmehr der dahinter stehende Funktionsumfang.

HP EliteBook Folio G1

Hier findet man neben dem Audioport nämlich zwei vollwertige Thunderbolt 3-Anschlüsse, die gleich mehrere Schnittstellenstandards und Einsatzmöglichkeiten beinhalten. Dazu gehören neben der eigentlichen Thunderbolt 3-Performance, mit theoretischen Datenraten von bis zu 40 Gbit/s, die Stromversorgung, USB (alle Varianten inklusive USB 3.1 Gen. 2), Ethernet und DisplayPort 1.2.

Aufgrund dieser Fülle an Funktionen die diese eine Anschlussart bietet, werden nun nach und nach viele proprietäre Dockingports durch Thunderbolt 3 ersetzt. Der passenden HP Thunderbolt 3 Dockingstation P5Q54AA#ABD widme ich in dem Zusammenhang einen separaten Testbericht.

HP EliteBook Folio G1
Obwohl die Anbindungsmöglichkeiten beim HP EliteBook Folio G1 deutlich besser ausfallen als zum Beispiel bei Apples MacBook, dürfte auch hier so manchem Anwender ein Kartenleser fehlen. Anstatt mal eben schnell ein Speicherkärtchen einzuschieben, muss man hier also notgedrungen mit externen USB Typ-C-Lesern, per Adapter-Lösung oder WiFi-Übertragung arbeiten.

Schnittstellenperformance

Die USB-Performance habe ich am HP EliteBook Folio G1 mit Samsungs Portable SSD T3 (250 GB) überprüft. Hier schafft der kleine externe Speicher (mit Belkin Typ-C zu Typ-C-Kabel) sequentielle Transferraten von 405 MB/s beim Lesen und 369 MB/s beim Schreiben. Mit externen RAID-Systemen auf Thunderbolt 3-Basis sind sicherlich noch höhere Transferraten möglich.

HP EliteBook Folio G1

Per USB 3.1 Typ-C zu Displayport Adapterverbindung habe ich das Zusammenspiel mit Viewsonics VP2780-4k Display getestet. Dieser 4k-Monitor stellt 3.840 x 2.160 Bildpunkte dar und kann vom HP EliteBook Folio G1 problemlos mit 60 Hz betrieben werden.

An kabellosen Verbindungsmöglichkeiten findet man Bluetooth 4.2 und Dual-Band AC-WLAN vor. Hinsichtlich der Verbindungsqualität, Reichweite und Geschwindigkeit gab es im Testzeitraum keine negativen Auffälligkeiten.

Schnittstellenmessungen:
HP EliteBook Folio G1 Transferraten in MB/s
UHS-I-Kartenleser, Toshiba Exceria Pro UHS-II 16 GB  nicht vorhanden
USB 3.0, Samsung Portable SSD T3 250 GB 405 Lesen/ 369 Schreiben
Ansteuerung Viewsonic VP 2780-4k 3840 x 2160 mit 60 Hz ja, per DisplayPort-Adapter
Maximale Latenzen nach 30 Minuten Latency Checker 1.930 µs
Erreichbarkeit BIOS F10

Das EliteBook Folio G1 verfügt gleich über 4 integrierte Lautsprecher die je zu einem Paar am linken und rechten Unterboden verbaut sind. Die Soundcharakteristik ist hier recht höhenlastig und bei hoher Lautstärke blechern. Die im Vergleich zu vielen anderen Business-Notebooks etwas besser ausgestatteten Mitten und Bässe sorgen nur für wenig Mehrwert.

Die maximale Lautstärke fällt relativ gering aus und dürfte lediglich für Präsentationen im kleineren Kreis ausreichen. Für eine externe Erweiterung bieten sich in erster Linie Bluetooth-Boxen wie zum Beispiel Logitechs UE Boom 2 an. Alternativ hat man natürlich auch die Möglichkeit per 3,5-mm-Klinke oder USB Typ C Soundsysteme anzuschließen.

HP EliteBook Folio G1: Wartung

Eine Wartungsklappe besitzt das HP EliteBook Folio G1 nicht. Um an die inneren Komponenten zu gelangen muss man die Bodenplatte abnehmen. HP hat zwar zum EliteBook Folio G1 auch einen Maintenance and Service Guide veröffentlicht, weist aber explizit darauf hin, dass die hier dargestellten Schritte zum Wechseln der Komponenten autorisiertem Service-Personal vorbehalten sind.

Da die meisten Komponenten eh verlötet oder sonst wie fest verbaut sind, betrifft das vor allem den M.2-Massenspeicher. Vor Ablauf der recht üppigen Garantiezeit von 36 Monaten sollte man sich also gut überlegen, ob man den integrierten Massenspeicher austauscht und dabei die Herstellergarantie riskiert. Link zum Maintenance and Service Guide: http://h20565.www2.hp.com/hpsc/doc/public/display?sp4ts.oid=9764622&docLocale=en_US&docId=emr_na-c05050791

HP EliteBook Folio G1: Eingabegeräte
Tastatur

Die Tastatur verfügt über recht große Tasten, die mit Masse im 18-mm-Raster angeordnet sind. Obwohl die Tasten einen kurzen Hub aufweisen, lassen sich hiermit auch lange Texte angenehm flüssig niederschreiben. Das Anschlagsgeräusch ist zurückhaltend und die Tastaturmatte liegt fest auf. Wahrscheinlich aufgrund der durch den Formfaktor begrenzten Platzverhältnisse hat man sich für recht schmale F-Tasten und schmale, eng beieinander liegende vertikale Pfeiltasten entschieden.

Daran kann man sich gewöhnen, schmälert aber immer mal wieder den Eingabekomfort etwas. Die Tastaturbeleuchtung ist zwar zweistufig geregelt, dürfte aber manchem Anwender in der höchsten Stufe dennoch etwas zu dunkel ausfallen. Das gilt auch für die relativ kontrastschwache Tastaturbeschriftung.

HP EliteBook Folio G1

Touchpad

Das Touchpad gefällt mit einer recht großen Eingabefläche von 94 x 60 mm und nutzt damit die Möglichkeiten der Handballenablage bestmöglich aus. Die Gleitfähigkeit ist hervorragend, die Annahme von Fingertips ist dagegen nicht perfekt, sondern wird manchmal ignoriert und erfordert etwas Nachdruck. Mit etwas Eingewöhnung bekommt man den Dreh aber recht schnell raus und sollte auf Dauer wenig einschränkend wirken.

HP EliteBook Folio G1

Separate Touchpadtasten gibt es hier zwar nicht, die integrierten Klickbereiche funktionieren aber sehr gut und geben keinen Anlass für negative Kritik. Wie üblich lassen sich beim Alps-Touchpad Mehrfingergesten, Sensibilität und Geschwindigkeit auf die persönlichen Bedürfnisse hin anpassen. Einen Pointstick, den man sonst bei Business-Notebooks häufig vorfindet, hat dieses EliteBook nicht zu bieten.

HP EliteBook Folio G1: Display

HP führt im Datenblatt zum EliteBook Folio G1 vier verschiedene Displayoptionen auf:

Non-Touch:

  • 12.5“ FHD IPS UWVA LED-backlit (1.920 x 1.080)
  • 12.5“ FHD IPS UWVA anti-glare LED-backlit (1.920 x 1.080)

Touch:

  • 12.5“ FHD IPS UWVA LED-backlit (1.920 x 1.080) Touch
  • 12.5“ UHD IPS UWVA LED-backlit (3.840 x 2.160) Touch

Die hier verbaute FullHD-Variante ohne Touchfunktion ist das einzige Display mit matter Oberfläche. Störende Spiegelungen treten hier zwar nicht auf, dafür zeigt sich die Darstellung nicht so knack-scharf, wie man es von den Panels mit glatter Oberfläche gewohnt ist. Stattdessen erscheinen Bildinhalte etwas grieselig, woran sich der eine oder andere Anwender auf Dauer stören könnte.

Helligkeit & Ausleuchtung

Im Gegenzug eignet sich diese Bildschirmvariante wiederum sehr gut für den Ausseneinsatz unter freiem Himmel. Neben der matten Bildschirmoberfläche wirken sich hier vor allem die hohe Helligkeit von 326 cd/m² aber auch der gute Kontrast von 1.012 : 1 und die sehr gute Blickwinkelstabilität positiv aus.

Die Ausleuchtung erreicht gute 87 % und lässt nur bei schwarzem Bild Ansätze von Lichthöfen und Schattenbildungen erkennen. Die Displayhelligkeit kann in 10 Stufen ausreichend fein reguliert werden und bietet für viele Arbeitsumgebungen die passende Leuchtstärke (Bildschirmmitte):

  • Helligkeitsstufe 1: 20 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 5: 75 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 6: 101 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 7: 136 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 8: 182 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 9: 244 cd/m²
  • Helligkeitsstufe 10: 326 cd/m²
Displaymessungen:
HP EliteBook Folio G1
Display IPS-LED-Display, AntiGlare
Panel AUO226D
Auflösung 1.920 x 1.080
minimale Helligkeit 20 cd/m²
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 7 (136 cd/m²)
maximale Helligkeit 337 cd/m²
maximale Helligkeit Akku 337 cd/m²
maximale Helligkeit Displaymitte (profiliert) 326 cd/m² (318 cd/m²)
Schwarzwert Displaymitte (profiliert) 0,322 cd/m² (0,305 cd/m²)
Ausleuchtung 87 %
Kontrast (profiliert) 1.012 : 1 (1.042 : 1)
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 5,7 (4,2)
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 20,6 (20,7)
Helligkeitsregulierung durch PWM nein
Das Display wurde mit Spectracals Calman Software vermessen und ausgewertet.

Die darstellbaren Farben des Displays erstrecken sich auf magere 64 Prozent des sRGB-Farbraums. Das bedeutet, dass viele Farbnuancen nicht mehr differenziert dargestellt werden können, sondern in einem durchgängigen „Farbbrei“ untergehen.

Farbgenauigkeit

Darüber hinaus ist auch die Farbgenauigkeit des Bildschirms relativ schlecht und erreicht im Auslieferungszustand nur ein durchschnittliches DeltaE 2000 von 5,7 (Abweichung vom Ideal, je niedriger der Wert, desto besser). Die meisten der Testwerte liegen damit weit ausserhalb der eigentlichen Zielkorridore. Besonders starke Abweichungen treten bei den Blau- und Magentatönen auf.

HP EliteBook Folio G1

Nach der Profilierung verringert sich diese Differenz zwar etwas, eine merkliche Besserung tritt aber nicht ein. Das durchschnittliche DeltaE 2000 fällt mit einem Wert von 4,2 weiterhin zu hoch aus. Die maximale Helligkeit beträgt nach der Profilierung nahezu unveränderte 318 cd/m² und der Kontrast erreicht 1.042:1.

Für ein ambitioniert farbtreues Arbeiten im bildverarbeitenden Sektor reicht die Farbgenauigkeit insgesamt nicht aus. Das kann man bei vielen Heimanwenderaufgaben durchaus tolerieren, bei einem Premium-Produkt, das für den professionellen Einsatz vorgesehen ist, fällt dieser Nachteil zusammen mit der geringen Farbraumabdeckung jedoch stark ins Gewicht.

HP EliteBook Folio G1

Die Blickwinkelstabilität fällt dank der verwendeten IPS-Technologie sehr gut aus und offenbart lediglich bei spitzen Einblickwinkeln eine geringe Veränderung von Kontrast und Helligkeit. Farbstiche oder sonstige Farbunterschiede sind nicht erkennbar.

HP EliteBook Folio G1

HP EliteBook Folio G1: Leistung

Bei diesem lüfterlosen und extrem schlanken Notebookkonzept liegt der Fokus in erster Linie auf einem geringen Verbrauch und effizienter Leistungsfähigkeit. Zum Einsatz kommen hier daher ausschließlich Intel Core-m-CPUs, die grundsätzlich mit einer besonders geringen Thermal Design Power (TDP) von 4,5 Watt auskommen. Das ermöglicht eine passive Kühlung und ist dank des fehlenden Lüfters ein Baustein zur Umsetzung einer derart schlanken Gehäusekonstruktion.

HP EliteBook Folio G1

Prozessor

Der im Testgerät verbaute Intel Core m5-6Y54 ist mit einem Basistakt von 1,1 GHz spezifiziert und soll per TurboBoost bis zu 2,7 GHz bei Single-Thread-Aufgaben erreichen können. Dank Intels Hyperthreading-Technologie ist der Zweikerner darüber hinaus in der Lage bis zu 4 Threads gleichzeitig abzuarbeiten und kann sich dadurch recht flexibel an die Bedürfnisse der jeweils eingesetzten Software (Single-Thread/ Multi-Thread) anpassen.

HP EliteBook Folio G1

Grafik

Die im Prozessor integrierte Intel HD Graphics 515 arbeitet mit Taktraten von 300 bis 900 MHz und teilt sich die TDP mit der CPU-Einheit. Ein gleichzeitiges Abrufen der maximalen Grafik- und Prozessorleistung ist damit nicht möglich, sondern unterliegt den Grenzen der Wärmeentwicklung. Beim Stresstest mit Furmark und Prime95 reduziert sich die Prozessortaktung gleich auf 1 GHz, um im Laufe der Zeit weiter auf 700 MHz zu sinken. Nimmt man die Grafiklast raus und lässt nur Prime95 (CPU-Test) mit 4 Threads laufen, so ist das System in der Lage dauerhaft +- 2.0 GHz bereitzustellen.

HP EliteBook Folio G1

Im Praxisbetrieb hat das HP Elitebook Folio G1 selbst bei rechenintensiven Video-Konvertierungen (MediaEspresso 7) per CPU (4 Threads) mit Taktraten von 2,0 bis 2,2 GHz gerechnet. Noch besser gefällt es dem Folio natürlich, wenn Intels Quick Sync Video für solche Aufgaben eingesetzt werden kann. Dann fällt die Rechenlast je nach Ausgangsmaterial auf bis zu 60 Prozent und die eigentliche Arbeit wird durch Intels HD Graphics 515 erledigt. Im schlechtesten Fall arbeitet diese knapp doppelt so schnell und im besten Fall bis zu 7 mal schneller.

HP EliteBook Folio G1

Für leistungsfordernde 3D-Anwendungen wie Spiele ist die integrierte Grafikeinheit weniger geeignet. Zwar sind anspruchslosere Titel wie GRID: Autosport bei niedrigen Einstellungen noch gut spielbar, für mittlere oder gar hohe Einstellungen reicht die Performance aber schon nicht mehr aus. Aktuellere 3D-Titel wie The Witcher 3 oder Rise of the Tomb Raider sind generell nicht mit flüssigen Frameraten lauffähig.

HP EliteBook Folio G1

Benchmarkergebnisse:
HP EliteBook Folio G1
Prozessor Single-Core Multi-Core
Cinebench R15 64 bit (Akku)  112 cb (110 cb)  253 cb (227 cb)
Geekbench 3 64 bit 2.969 5.718
iTunes Audio-Konvertierung 55,6-fache Geschwindigkeit
System Single-Core  Multi-Core 
PCMark 8 Home (Akku) 2.965 Punkte (2.854 Punkte)
PCMark 8 Creative 3361 Punkte
PCMark 8 Work 4043 Punkte
Massenspeicher Lesen Schreiben
ASSSD 491 MB/s 401 MB/s
Crystal Disk Mark 442 MB/s 388 MB/s
Grafik HD Basic  HD+ Extreme 
Unigine Heaven 4.0 17 fps
Cinebench R15 OpenGL (Akku) 36 fps (33 fps)
3DMark Cloud Gate Standard 4.408 Punkte
3D Mark Firestrike 592 Punkte
Spiele (Intel HD Graphics) XGA FullHD 
GRID: Autosport 90 fps (very low) 15 fps (high)

Allen anderen Aufgaben aus dem Office-, Heimanwender- und Internetbereich ist das HP EliteBook Folio G1 sehr gut gewachsen. Bildbearbeitung, Textverarbeitung, Browsen oder Audiokonvertierungen zwingen das System nicht so schnell in die Knie. Dafür sorgen zum einen die im Dual-Channel-Betrieb arbeitenden 8 GB Arbeitsspeicher, das schnelle und kapazitätsstarke M.2-Solid-State Drive und die ausreichend leistungsstarke CPU.

HP EliteBook Folio G1

Andererseits sind die Leistungsreserven schon recht begrenzt, vor allem wenn man oft mit sehr großen Dateien, vielen gleichzeitig laufenden Programmen arbeitet oder hochauflösende externe Bildschirme mit leistungsintensiven Aufgaben kombiniert.

Im Akkubetrieb erhält man eine etwa 10 Prozent geringere Leistungsfähigkeit als mit angeschlossenem Netzteil. Die Cinebench R15-Ergebnisse betragen hier zum Beispiel 110 Punkte (Single-Core), 227 Punkte (Multi-Core) und 33 fps (OpengL Shading).

HP EliteBook Folio G1: Emissionen

Obwohl das Kühlsystem des HP EliteBook Folio ohne Lüfter auskommt, zeigen sich die Gehäusetemperaturen sehr zurückhaltend. Das Aluminiumgehäuse dient hier als großflächiger Kühlkörper über den die Wärmeabgabe der Leistungskomponenten erfolgt. Beim eher gemächlichen WLAN-TV-Streaming habe ich nach etwa 2 Stunden am Unterboden maximal 37,2 °C gemessen. Das ist als Wärme spürbar, aber noch weit davon entfernt als zu warm oder gar heiß empfunden zu werden.

HP EliteBook Folio G1

Gibt man hingegen einige Konvertierungen in Auftrag, so erhöht sich die Gehäusetemperatur auf maximal 48,2 °C, was aber auch noch über einen längeren Zeitraum keinen kritischen Wert für einen Schoßeinsatz darstellt. Nach 1 Stunde Volllast (Furmark & Prime 95) fallen die Gehäusetemperaturen mit 44,7 °C am Unterboden und 42,9 °C im Scharnierbereich sogar niedriger aus, da hier die CPU-Drosselung auf 700 – 1.000 MHz ihre thermische Wirkung zeigt.

HP EliteBook Folio G1: Energieverbrauch & Akkulaufzeiten

Dank der genügsamen Komponenten bewegt sich die Leistungsaufnahme des Testgeräts zwischen 4,1 Watt im Leerlauf und kurzzeitigen 32,2 Watt unter Volllast. Mit angepasster Displayhelligkeit und geringer Last bleibt der Verbrauch unter praxisgerechten Bedingungen mit etwa 7- 10 Watt immer noch moderat. Mit einem deutlich höheren Verbrauch muss man allerdings rechnen, wenn man die Variante mit UHD-Display bevorzugt.

Hier gibt HP im Datenblatt anstatt den sonst genannten 11,5 Stunden Akkulaufzeit bereits von sich aus lediglich noch 7 Stunden an. Das ist ein nicht unwesentlicher Einschnitt, handelt es sich beim HP EliteBook Folio G1 doch um ein besonders mobiles Notebook, das sich vor allem auch über die erzielbaren Akkulaufzeiten definiert. Bei allen Varianten steht hierfür ein 38-Wh-Lithium-Polymer-Akku zur Verfügung, der nicht durch externe Zusatzlösungen oder einen Austausch erweitert werden kann.

Energieverbrauch
HP EliteBook Folio G1 Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf  (Display aus) 1,8 Watt
Leerlauf (ausgeglichenes Profil, minimale Displayhelligkeit) 4,1 Watt 11:55 h
Leerlauf (ausgeglichenes Profil, maximale Displayhelligkeit) 5,7 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 150 cd/m², ausbalanciert) 7,2 – 19,7 Watt 4:26 h
WLAN-Streaming (200 cd/m², ausbalanciert) 7,9 – 10,5 Watt 5:18 h
Spiele (GRID: Autosport maximale Displayhelligkeit) 23,2 – 14,6 Watt 2:38 h
Stresstest (maximale Displayhelligkeit)  32,2 – 19,7 Watt
Battery Eater Classic Test (max. Displayhelligkeit) 2:42 h
Laden (ausgeschaltet) 1:55 h
Nennleistung Netzteil 45 Watt
Akkukapazität 38 Wh

Bei meinem Testgerät reicht die Akkukapazität für Laufzeiten zwischen 12 Stunden und 2:38 Stunden aus. Großen Einfluss auf die tatsächlich erzielbare Arbeitszeit hat auch hier schon das Display. Zwischen ausgeschaltetem Panel und maximaler Helligkeit liegt eine Differenz von fast 4 Watt bei sonst gleicher Auslastung.

In praxisgerechten Szenarien, die ich mit dem WLAN-TV-Streaming und dem PCMark 8 Batterytest abdecke, erzielt das HP EliteBook Folio G1 eine Netzunabhängigkeit von 4:26 Stunden bis 5:18 Stunden. Die damit nur durchschnittlichen Akkulaufzeiten verringern sich noch weiter, wenn man zum Beispiel im Ausseneinsatz auf die maximale Displayhelligkeit angewiesen ist. Fordert man dem Testgerät im Akkubetrieb auch Konvertierungen oder Spiele ab, so sinkt die Nutzungsdauer auf etwas mehr als 2:30 Stunden. Hier profitiert das System laufzeittechnisch von den Taktreduzierungen, die einhergehend auch den Stromverbrauch verringern.

HP EliteBook Folio G1

HP EliteBook Folio G1: Fazit

Das HP EliteBook Folio G1 ist ein sehr spannendes und HP EliteBook Folio G1 mit guter Bewertungextrem mobiles Arbeitsgerät. Trotz geringem Gewicht und flacher Gehäuseschale gefällt es mit einer hohen Stabilität und einer angemessenen Schnittstellenausstattung. Dank dem integrierten Thunderbolt 3-Standard sind die Erweiterungsmöglichkeiten vielfältig, erfordern aber auch die eine oder andere zusätzliche Investition in passende Peripheriegeräte.

Dass ein passiv gekühltes Subnotebook keine Leistungsrekorde aufstellt, liegt in der Natur der Sache. Dennoch reizt das Testgerät die technischen Möglichkeiten gut aus und liefert eine praxisgerechte Systemleistung ab. Hierbei kann man sich ungemein schnell an den lautlosen Betrieb gewöhnen, auf den so mancher Anwender nach einiger Zeit kaum noch verzichten möchte.

Das matte Display ist einerseits hell und kontraststark und liefert damit sehr gute Voraussetzungen für einen mobilen Betrieb. Andererseits fallen Farbraumabdeckung und Farbtreue schlecht aus, was gerade bei einem im professionellen Bereich positionierten Produkt stark ins Gewicht fällt.

Da Aufrüst- und Wartungsoptionen so gut wie nicht vorhanden sind, sollte man sich im Vorfeld eines Kaufs eingehende Gedanken über die benötigte Konfiguration machen. Je nach Auswahl kann sich hierbei allerdings die eine oder andere Eigenschaft erheblich verändern.

Etwas hinter den Erwartungen zurück bleiben generell die im Test erzielten Akkulaufzeiten. Mit angepasster Displayhelligkeit könnten 4 bis 5 Stunden so manchem Anwender einfach zu wenig sein. Eine Option auf Zusatzakkus oder kapazitätsstärkere Akku-Varianten fehlt dem schlanken HP EliteBook Folio G1.

HP EliteBook Folio G1 Pro und ContraDer Preis für das Testgerät beträgt knapp 1.600 Euro und ist im Hinblick auf die Konkurrenzsituation als angemessen einzustufen. Gern gesehen ist hierbei die vergleichsweise lange Herstellergarantie von 36 Monaten, die noch lange nicht jeder Konkurrent zu bieten hat.

Das HP EliteBook Folio G1 ist zum Beispiel bei Amazon erhältlich: HP Business EliteBook Folio G1 – 12,5″ Notebook – 1,1 GHz 31,8cm-Display, V1C40EA#ABD (Affiliate)

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

2 Gedanken zu „HP EliteBook Folio G1 im Test

  • 21. Oktober 2016 um 09:21
    Permalink

    Hi,

    How long was the stress test running? Would the CPU be able to maintain clocks around 2 GHz for, say, hours of CPU-only stress?

    Antwort
    • 21. Oktober 2016 um 21:30
      Permalink

      The stress test without Furmark (just Prime95 with 4 Threads) ran more than an hour. The Testsample could permanently maintain a cpu-clock about 2 GHz (Prime95, 4 Threads) without significant ups and downs.

      Antwort

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