Intel UHD Graphics (Comet Lake) im Test

Comet Lake. Die Intel UHD Graphics ist eine sparsame und dennoch ausreichend leistungsstarke Prozessorgrafik, die sich als Teil von Intels 10. Prozessorgeneration in vielen neu aufgelegten Notebooks wiederfindet.

Auf einen dedizierten "Grafikchip aus den Häusern AMD und Nvidia kann man heutzutage in vielen Fällen leicht verzichten. Abgesehen von aufwendigen 3D-Berechnungen im Spiele- und Konstruktionsbereich, bringen im Prozessor integrierte Grafiklösungen in der Regel genügend Leistung und Fähigkeiten mit, um die meisten Alltagsaufgaben souverän abarbeiten zu können. Da sich nahezu in jeder mobilen Intel-CPU auch ein entsprechender Grafikprozessor befindet, gehören die Intel-Grafikchips generell zu den meistverkauften Lösungen überhaupt.

Die aktuellen Comet-Lake-U-CPUs der 10. Prozessorgeneration sind alle mit der gleichen Grafikeinheit bestückt: Intel Übersichtsseite.

Bild Intel: Intel UHD Graphics

Intel CPUs mit UHD Graphics der Comet-Lake-Generation

Die Intel-UHD-Grafikeinheit ist in folgenden ULV-Prozessoren der Comet-Lake-Generation integriert:

In allen Fällen teilen sich Prozessoreinheit und Grafik die gemeinsame Thermal Design Power von 15 Watt. Diese kann je nach Notebook-Konzept und CPU-Modell auf bis zu 10 Watt abgesenkt oder 25 Watt angehoben werden. Ansonsten können noch Performanceunterschiede aufgrund des je nach Prozessor-Modells vorgesehenen Grafiktakts 900 – 1.150 MHz und des konkret verwendeten Arbeitsspeichers auftreten: Single-Channel-Modus, Dual-Channel-Modus, DDR4-2666, DDR4-2400, LPDDR3-2133.

Im Vergleich zur Whiskey-Lake-Grafik (UHD 620) sind kaum technische Unterschiede festzustellen. Lediglich die Unterstützung von OpenGL 4.5 und die Nutzbarkeit von DDR4-2666-Speicher fallen ins Auge.

Intel UHD Graphics: Auszug der technischen Daten (Intel Core i5-10210U)
  • Grundtaktfrequenz 300 MHz
  • Max. dynamische Grafikfrequenz 1.10 GHz
  • Max. Videospeicher der Grafik 32 GB (shared memory)
  • Speichertypen DDR4-2666, LPDDR3-2133
  • Max. Anzahl der Speicherkanäle 2
  • Videoausgang
  • eDP/DP/HDMI/DVI
  • 4.096 x 2.304 @ 24Hz, max. Auflösung (HDMI 1.4)
  • 4.096 x 2.304 @ 60Hz, max. Auflösung (DP, eDP)
  • Unterstützung für DirectX 12
  • OpenGL Unterstützung 4.5
  • Quick-Sync-Video
  • Clear-Video-HD-Technologie
  • Clear-Video-Technik
  • Anzahl der unterstützten Bildschirme 3
  • Intel Produktseite
Intel UHD Graphics: Leistungsfähigkeit

Entscheidend für die tatsächlich erzielbare Grafikperformance ist der im jeweiligen Notebook eingesetzte Arbeitsspeicher. Da die im Prozessor integrierte UHD Graphics wie auch die Vorgängergenerationen keinen eigenen Grafikspeicher besitzt, bedient sie sich im Shared-Memory-Verfahren beim Arbeitsspeicher. Dieser kann als LPDDR3 oder DDR4 verbaut werden. Neben diesen standardbedingten Takt-und Leistungsunterschieden ist ebenfalls von Bedeutung, ob beide zur Verfügung stehenden Speicherkanäle genutzt werden.

Beispiele bereits getesteter Notebooks mit Intel UHD Graphics:

Intel UHD Graphics Comet Lake: Benchmarks

Die grundsätzliche Leistungsfähigkeit der Prozessorgrafik schwankt aufgrund der oben beschriebenen Shared-Memory-Problematik je nach Notebook-Konfiguration recht stark. Zudem sind immer auch die jeweiligen Gehäuseverhältnisse, das Kühlsystem und die Lüftersteuerung nicht zu unterschätzende Parameter, die Einfluß auf die Testergebnisse haben.

Die Intel-Grafikeinheit der Comet Lake Generation zeigt in den bisherigen Tests, dass unter Berücksichtigung der jeweiligen Speicherausstattung keine relevanten Leistungsunterschiede im Vergleich zur UHD Graphics 620 der Whiskey-Lake-Familie feststellbar sind.

3DMark

Die beiden Lenovo-Testsysteme weisen zwar je nach Benchmark kleinere Leistungs-Unterschiede auf, ansonsten bewegen sich die Ergebnisse jedoch voll und ganz auf dem Niveau der Vorgängergeneration UHD Graphics 620. Beide ThinkPads sind auf besonders geringe Emissionen hin ausgelegt. Zudem liegen keine optimalen Voraussetzungen bei der Speicherausstattung vor. Beim 3DMark Time Spy ist das Lenovo ThinkPad L13 in der Lage bis zu 439 Punkte und beim 3DMark Night Raid bis zu 5.806 Punkte zu erzielen.

Comet Lake

Unigine Heaven

Beim Unigine Heaven Benchmark werden die älteren Grafikschnittstellen DirectX 9 und DirectX 11 berücksichtigt. Hier liefert das Lenovo ThinkPad L13 26 fps beim Basic-Test und 6 fps beim Extreme-Test. Beide Ergebnisse ordnen sich am unteren Ende der Vergleichsgruppe ein.

Intel UHD Graphics (Comet Lake)

Cinebench R15 OpenGL-Shading

Beim OpenGL-Shading liefert die Comet-Lake-Grafik ein im Vergleich zur UHD Graphics 620 übliches Ergebnis ab. Mit 55 fps ordnet sie sich zwischen den relevanten Vergleichsmodellen ein. Neben Anwendungen die auf die OpenGL-Schnittstelle setzen, profitieren hiervon natürlich auch auf OpenGL basierende Spiele.

Bei optimierten OpenGL-Anwendungen aus dem professionellen CAD-Bereich reicht die Performance lediglich für Basisaufgaben. Rechen-, Grafik- und Speicherleistung fallen hier insgesamt zu gering aus. Für ein professionelles Arbeiten sollte man nach wie vor auf dedizierte Grafiklösungen der Quadro-, FirePro- und Radeon-Pro-Serien zurückgreifen.

Intel UHD Graphics (Comet Lake)

Intel UHD Graphics Comet Lake: Fazit

Die Intel UHD Graphics der Comet-Lake-Generation kann keine relevanten Vorteile gegenüber der Intel UHD Graphics 620 vorweisen. Stillstand ist hier Programm. Dennoch überzeugen Leistungsfähigkeit und Stromverbrauch, weil beide in vielen Aufgabengebieten nach wie vor eine gute Figur abgeben.

Wichtige Videofunktionen, GPGPU-Berechnungen, Videokonvertierungen per Intel Quick Sync Video oder der Multimonitorbetrieb mit bis zu 3 Displays decken ein breites Spektrum möglicher Einsatzgebiete ab. Mit der richtigen Schnittstelle (DisplayPort) können 4k-Bildschirme mit einer Auflösung von bis zu 4.096 x 2.304 Bildpunkten bei 60 Hz angesteuert werden. HDMI 2.0 wird nach wie vor nicht unterstützt.

Nicht geeignet ist die Prozessorgrafik dagegen für fordernde 3D-Spiele oder für den Einsatz im Rahmen professioneller 3D-CAD-Konstruktionen. Dies sind weiterhin die Domänen leistungsfähiger 3D-Grafikchips aus den Häusern AMD und Nvidia.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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