Amber Lake Y – Intel Core m3-8100Y im Test

Amber Lake Y. Der Intel Core m3-8100Y ist ein besonders sparsamer 2-Kern-Prozessor der Intel Amber-Lake-Familie. Dank geringer Verlustleistung bietet sich diese Lösung vor allem für passiv gekühlte und auf Mobilität getrimmte Laptop-Konzepte an.

Der Intel Core m3-8100Y "wurde im 3. Quartal 2018 vorgestellt und gehört zu Amber-Lake-Familie. Die Produktpositionierung ist deutlich unterhalb der Kaby-Lake-R-Modelle angesiedelt und hat als Hauptzielrichtung besonders sparsame Subnotebooks.

Als Ablösung/ Nachfolger könnten die Y-CPUs der Comet-Lake-Familie fungieren. Mit einer regulären Verlustleistung von 7 Watt dürfte die Wärmeentwicklung nur geringfügig höher ausfallen und immer noch gut für passiv gekühlte Laptop-Modelle infrage kommen. Obwohl schon im 3. Quartal 2019 veröffentlicht, sind derzeit noch keine damit bestückten Notebooks hierzulande im Umlauf.

Bild Intel: Amber Lake Y

Allgemeines

Der Intel Core m3-8100Y wird im 14-nm-Verfahren hergestellt und erzeugt eine reguläre Verlustleistung von 5 Watt. Für ausreichend Leistung stehen zwei Prozessorkerne, die bis zu 4 Threads gleichzeitig abarbeiten können, 4 MB SmartCache und Taktraten von bis zu 3,4 GHz zur Verfügung. Die Verlustleistung kann auf 8 Watt angehoben oder 4,5 Watt abgesenkt werden. Hier dürften die jeweiligen Kühl- und Notebook-Konzepte der Hersteller den Ausschlag geben.

Als Grafikeinheit kommt Intels UHD Graphics 615 zum Einsatz, die sich bei der 3D-Leistung merklich hinter der Intel UHD Graphics 620 aus den Kaby-Lake-Prozessoren positioniert.

Trotz der auf einen möglichst geringen Verbrauch hin ausgerichteten Grundkonzeption, kann die Intel UHD Graphics 615 auf viele wichtige Eigenschaften zurückgreifen. Mit der richtigen Schnittstelle (DisplayPort) ist sie in der Lage hochauflösende 4k-Bildschirme mit einer Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten bei 60 Hz anzusteuern. Zudem kommt sie mit bis zu drei Displays gleichzeitig zurecht.

Da die Intel UHD Graphics 615 über keinen eigenen Grafikspeicher verfügt, ist sie auf den Arbeitsspeicher des Laptops angewiesen. Der Intel Core m3-8100Y kann mit bis zu 16 GB LPDDR3-1866 oder DDR3L-1600 bestückt werden.

An Grafikschnittstellen werden DirectX 12 und OpenGL 4.5 und an wichtigen Funktionen Intel Quick Sync Video, Intel Clear Video HD und Intel Clear Video unterstützt.

Auszug der technischen Daten:
  • Intel Core m3-8100Y
  • Amber Lake Y
  • 14 nm Herstellungsprozess
  • 2 Kerne mit 4 Threads
  • 1,1 – 3,4 GHz Taktfrequenz
  • 4 MB Intel Smart Cache
  • 5 Watt Verlustleistung (TDP)
  • 8 Watt TDP up/ 4,5 Watt TDP down
  • 16 GB maximale Speicherkapazität
  • 2 Speicherkanäle LPDDR3-1866 oder DDR3L-1600
Prozessorgrafik
  • Intel UHD-Graphics 615
  • 300 MHz bis 900 MHz
  • Max. 16 GB Videospeicher (theoretisch)
  • eDP/DP/HDMI/DVI
  • HDMI 1.4 max. Auflösung 4.096 x 2.304@24Hz
  • DisplayPort max. Auflösung 3.840 x 2.160@60Hz
  • Max. Auflösung (eDP – integrierter Flachbildschirm) 3.840 x 2.160@60Hz
  • Unterstützung für DirectX 12
  • OpenGL Unterstützung 4.5
  • Quick-Sync-Video
  • Clear-Video-HD-Technologie
  • Clear-Video-Technik
  • Anzahl der unterstützten Bildschirme 3
  • Intel Produktseite

Die Modelle der Amber-Lake-Familie findet nur in wenigen Notebook-Modellen vor. Im Acer Swift 7 kommen zum Beispiel der Intel Core i5-8200Y und der Intel Core i7-8500Y zum Einsatz. Im Apple MacBook Air aus 2019 findet man noch den Intel Core i5-8210Y. Vermutlich mangels Alternativen greifen Hersteller jedoch auch noch bei aktualisierten Modellkonfigurationen auf diese CPU-Generation zurück. Das erst kürzlich vorgestellte Lenovo ThinkPad Yoga 11e G6 wird mit Intel Core m3-8100Y und Intel Core i5-8200Y zu haben sein.

Intel Core m3-8100Y: Leistungsfähigkeit
Testsystem
  • HP ProBook X360 11 G4
  • 11,6-Zoll-IPS-Multi-Touch-Display (1.366 x 768 Bildpunkte)
  • Intel Core m3-8100Y
  • 8 GB LPDDR3-1866-RAM (Dual-Channel)
  • Intel UHD Graphics 615
  • 256 GB PCIe SSD
  • Windows 10 Pro 64 bit
  • ca. 800 Euro
Benchmarkergebnisse

Der auf einen geringen Stromverbrauch getrimmte Prozessor ordnet sich wie alle anderen passiv gekühlten Laptop-Prozessoren am unteren Ende der Leistungsskala ein. Der limitierende Faktor ist hier in der Regel die Temperaturentwicklung. Taktbeschränkungen treten hier deutlich früher ein, als bei den luftgekühlten Standard-Prozessoren. 5 Watt Verlustleistung ist ein Drittel dessen, was reguläre ULV-CPUs abgeben dürfen.

Im Ergebnis ordnet sich der Intel Core m3-8100Y in etwa zwischen Intel Pentium Silver N5000 aus dem Acer Swift 1 und dem Intel Core m5-6Y54 aus dem HP Elitebook Folio G1 ein. Im Vergleich zum Intel Pentium Silver N5000 oder zum Intel Pentium Gold 4415Y sticht vor allem die deutlich bessere Single-Thread-Performance hervor.

Beim Cinebench R15 reicht es zum Beispiel für 105 Punkte beim Single-Thread-Test und 213 Punkte beim Multi-Thread-Test.

Beim Geekbench 3 kommen 2.760 Punkte (Single-Thread-Test) und 5.580 Punkte (Multi-Thread-Test) zusammen.

Die Testergebnisse zeigen, dass man vom Intel Core m3-8100Y keine Bestleistung erwarten darf. Die Leistungsfähigkeit ist weit unterhalb sonstiger aktueller Intel-Core-i-Prozessoren angesiedelt. Für einfache Office-Aufgaben wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulationen, Bildbearbeitung, Internetrecherche oder Präsentationen reicht die Rechenleistung aber aus. Der große Vorteil dieser CPU-Gattung zeigt sich beim Kühlsystem. Es kann ohne Lüfter auskommen und bietet somit gute Voraussetzungen für einen lautlosen Betrieb.

Dauerlaststabilität

Im Dauerlastbetrieb pendeln sich die Geekbench-CPU-Stresstest-Ergebnisse auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau von etwa 3.900 Punkten ein. Hier zieht der Intel Pentium Silver N5000 im Acer Swift 1 mit gut 400 Punkten davon.

Dauerlaststabilität

Grafikleistung UHD Graphics 615

Die Intel UHD Graphics 615 liefert im 3D-Bereich lediglich magere Ergebnisse ab. Beim 3DMark Night Raid kommen 2.879 Punkte zustande und beim Unigine Heaven Basic 13 fps. Weitere Vergleichswerte findet man in der Benchmarkliste mobiler Grafikchips oder beim Test des HP ProBook X360 11 G4.

Intel Core m3-8100Y: Fazit & Bewertung

Als Einsteigerlösung für besonders sparsame Notebookserien Amber Lake Yhat der Intel Core m3-8100Y sicherlich immer noch eine Daseinsberechtigung. Die Rechenleistung reicht für viele weniger fordernde Alltagsaufgaben gut aus. Auch der praxisgerechte Funktionsumfang der Intel UHD Graphics 615 trägt einen positiven Teil dazu bei.

In Schüler-Convertibles wie dem HP ProBook X360 11 G4 oder dem Lenovo ThinkPad Yoga 11e G6 hinterlässt diese Lösung einen brauchbaren Eindruck. Immerhin bekommt man im Gesamtpaket ein lüfterloses Arbeitsgerät mit langen Akkulaufzeiten und solidem Funktionsumfang geboten.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

5 Gedanken zu „Amber Lake Y – Intel Core m3-8100Y im Test

  • 17. April 2020 um 08:17
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    Eine ähnliche Berechtigung hat auch noch der Core i3-7100U für Passivrechner.

    Antwort
    • 17. April 2020 um 10:05
      Permalink

      Na ja, als 15-Watt-CPU wohl eher weniger. Würden Hersteller die mögliche Absenkung auf 7,5 Watt nutzen, dürfte auch die Leistungsfähigkeit stark abnehmen.

      Antwort
  • 17. April 2020 um 10:52
    Permalink

    In meinem Passiv-Barebone werkelt so ein 7100U! Auch der i7-7600U zeichnet sich durch lange Laufzeit aus, siehe Toshiba Portege X20W-D-10R mit 11:59 Laufzeit im NBC-WLAN-Test. Trotz 15W-CPU. 7. Generation Dualcore war top. 8. Generation Quadcore opferte hingegen zu viel Laufzeit. m3-8100Y sollte als Dualcore besser sein für Laufzeit. Warten wir aber mal das Surface Go 2 ab, ob ein zu kleiner Akku alles wieder zunichtemacht…

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    • 17. April 2020 um 14:04
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      Ja mal schauen, was die Zukunft so bringt. Die Y-CPUs der Comet-Lake-Familie könnten recht spannend werden. Ein wirklich großer Schritt dürfte dagegen erst mit feineren Fertigungen Einkehr halten.

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      • 29. Juni 2020 um 10:08
        Permalink

        Was am besten wäre, wäre, dass AMD seine U-Versionen auch als 5W veröffentlichen würde, dann hätten wir 7nm chips mit Leistungsstarken CPUs und GPUs. Einen 4x00U als Y von AMD würde mindestens 2.5x schneller CPU und GPU uns geben können. Alle chips von Intel sind verbesserten Skylakes, nun auf 10nm und optimierten GPU bei Iris-Versionen.

        Allerdings habe einen Go 2 Core M Version und kann ich mich nich beschwerden, tut alles was ich brauche von einen „Go“. Aber sollte irgenwann einen Go 3 mit AMD geben, dann werden viele auch Zuhause keinen Desktop brauchen sondern nur einen USB-C Hub mit HDMI und wireless Tastatur und Maus und 24″ Bildschirm.

        Antwort

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