Acer Aspire F15 (F5-573G-70YT) im Test

Zwei Gesichter. Das Acer Aspire F15 gefällt in der Testkonfiguration mit einer guten Leistungsausstattung zum fairen Preis. Keinen guten Eindruck machen dagegen das Display und einige kleine Details.

Das "Acer Aspire F15 zeigt sich auf dem Datenblatt als Mobilrechner für den Massenmarkt breit aufgestellt. Die im Test befindliche Modell-Version F5-573G-70YT verfügt über Intels brandaktuelle Core i7-7500U-CPU, Nvidias GTX-950M-Mittelklassegrafik mit schnellem GDDR5-Speicher, 8 GB RAM und einen Massenspeicherverbund aus Solid State Drive und Festplatte. Neben einer praxisgerechten Schnittstellenausstattung gefallen zudem das relativ schlanke Design und die zurückhaltende Optik.

Der Preis liegt zum Testzeitpunkt bei etwa 900 Euro. Leistungsschwächere oder mit Komponenten der Vorgängergeneration ausgestattete Geräte der Serie sind bereits ab 600 Euro zu bekommen.

Auszug der technischen Daten
Model Acer Aspire F15 (F5-573G-70YT)
Preis Testgerät ca. 900 Euro Straßenpreis, Modellvarianten ab 600 Euro erhältlich
Prozessor Intel Core i7-7500U (3,5 GHz), 2 Kerne, 4 Threads, 15 Watt TDP
Grafik Intel HD Graphics 620, max. 1,0 GHz, shared memory
Arbeitsspeicher 8 GB DDR4-RAM, Dual-Channel, maximal 32 GB, kein Slot frei.
Massenspeicher 256 GB M.2 SSD (HFS256G39TND-N210A) & Samsung Seagate ST1000LM024 1-TB-HDD
Optisches Laufwerk Slimtype DVD A DA8AESH
Display 15,6-Zoll-TN-Display, Auflösung: 1.920 x 1.080 Bildpunkte, 16:9, BOE0610 HB156FH1-301
Betriebssystem & Software Windows 10 Home 64 bit
Anschlüsse & Erweiterung 2 x USB 3.0, 1 x USB 2.0, 1 x USB 3.1 Typ-C, HDMI,
VGA, UHS-I-Kartenleser, kombinierte 3,5-mm-Klinke Audio in/out
Kommunikation Qualcomm Atheros QCA9377 (802.11ac+a/b/g/n, MU-MIMO), Bluetooth 4.1, HD-Webcam, Mikrofon, Realtek Gigabit-Ethernet
Audio Realtek High Definition Audio Controller
Eingabegeräte Chiclet-Tastatur mit separatem Ziffernblock, Tastaturbeleuchtung, Touchpad
Sicherheit Kabelschloss-Vorbereitung
Batterie & Stromversorgung 62-Wh-Lithium-Ionen-Akku, 90-Watt-Netzteil (430 g)
Abmessungen & Gewicht 382 (B) x 260 (T) x 29 (H) mm, Testgewicht 2,41 kg
Herstellergarantie 24 Monate Herstellergarantie (Pickup & Return)
Informationen zum Testgerät http://www.acer.com/ac/de/DE/content/series/aspiref15
Acer Aspire F15: Gehäuse

Das Acer Aspire F15 ist laut Herstellerseite in fünf verschiedenen Farben erhältlich. Hierzulande findet man davon derzeit bei den Händlern meist das schwarze Modell und vereinzelt auch weiße Varianten gelistet. Ob irgendwann auch Indigo-Blau, Rokoko-Rot und Silber erhältlich sein werden ist fraglich.

Während die schwarze zurückhaltende Optik des Testgeräts durchaus zu gefallen weiß, gilt das für die Gehäusequalität nicht uneingeschränkt. Das auf der Produktseite vollmundig angepriesene Aluminiumgehäuse zeigt sich in der Realität letztlich als eine Kombination aus Kunststoff und dünnen Aluminiumeinlagen. Mit den Unibody-Gehäusen manch anderer Hersteller ist diese Konstruktion nicht vergleichbar.

Das Metall findet man als leicht gebürstete Oberfläche nur auf der Displayrückseite und im Tastaturbereich. Die Gehäusewanne mit den Seitenteilen und der innere Bereich des Displayrahmens bestehen aus schwarzem Kunststoff. Die Verarbeitungsqualität geht für die Geräteklasse in Ordnung. Die meisten Bauteile sind sauber eingepasst und ordentlich entgratet.

Die Baseunit verfügt über eine ordentliche Verwindungssteifigkeit, lässt sich hier und da jedoch ein Knacken und Knarren beim einhändigen Hochheben abringen. In der Gehäusemitte könnten Handballenablage und Tastaturmatte fester aufliegen. Mit leichtem Druck kann man hier, wie auch über dem optischen Laufwerk, die Oberfläche etwas durchdrücken. Das Testgewicht beträgt 2,41 kg, das Netzteil wiegt zusätzliche 430 g.

Acer Aspire F15

Acer Aspire F15: Wartung

Die wichtigsten Komponenten erreicht man komfortabel über eine Wartungsklappe am Unterboden. Nach dem Lösen der drei Schrauben erhält man Zugriff auf die 2,5-Zoll-Festplatte, das M.2-Solid-State-Drive und die beiden RAM-Steckplätze. Das Testgerät ist in diesen Bereichen schon ordentlich bestückt und dürfte so schnell keine Aufrüstgedanken auslösen.

Käufer schlechter ausgestatteter Versionen können hier dagegen schnell und einfach den Arbeitsspeicher oder die Massenspeicherlaufwerke aufrüsten. Wer auch andere Komponenten wie das Kühlsystem oder CPU und Grafikchip erreichen möchte, muss die gesamte Bodenplatte entfernen. Im Regelfall sollte man als Anwender darauf aber gut verzichten können.

Acer Aspire F15: Ausstattung

Das Acer Aspire F15 führt alle wichtigen Anschlüsse mit sich und unterstützt damit eine breite Palette möglicher Peripherie-Anbindungen. Ob man heutzutage in einem Consumer-Notebook tatsächlich noch einen analogen VGA-Anschluss integrieren muss, dürften Anwender je nach vorhandenem Geräte-Park höchst unterschiedlich bewerten. Ebenfalls zweischneidig zeigt sich die Schnittstellenanordnung an den Seiten.

Die beiden USB-3.0-Ports liegen Links weit vorne und drängen sich dicht an den HDMI-Anschluss. Mit überbreiten Erweiterungen kann es deshalb schnell dazu kommen, dass Nachbar-Ports verdeckt werden. Dafür sind sie gut erreichbar und erleichtern das Einstöpseln. Hinsichtlich der Schnittstellen-Eigenschaften muss man beim Testgerät einige Einschränkungen hinnehmen.

Der von Acer offensiv beworbene USB-3.1-Typ-C-Port soll laut Werbeversprechen auf der Produktseite für rasante Datentransfers sorgen. Im Test zeigt sich allerdings, dass der verdrehsichere Anschluss lediglich mit USB-2.0-Geschwindigkeit arbeitet und nicht über eine Transferrate von 40 MB/s hinauskommt. Die beiden regulären USB-3.0-Typ-A-Anschlüsse liefern dagegen bis zu 419 MB/s. Externe Displays können bei QHD-Auflösung (3.840 x 2.160 Bildpunkte) mit maximal 30 Hz Bildwiederholrate angesteuert werden. Für Mehr fehlt es dem Acer an einem Displayport oder an HDMI 2.0.

Fast schon eine Besonderheit stellt der integrierte DVD-Brenner dar. Viele Neuerscheinungen verzichten mittlerweile auf ein optisches Laufwerk.

Für kabellose Anbindungen steht dem Testgerät ein Dualband-AC-WLAN-Modul und Bluetooth 4.1 zur Verfügung. Beide haben im Test eine gute Geschwindigkeit und ordentliche Reichweiten abgeliefert. Ungewöhnliche Verbindungsabbrüche, auffällig kurze Reichweiten oder langsame Übertragungsarten sind beim Testgerät nicht vorgekommen. Ein mobiles Breitbandmodul ist nicht integrierbar.

Acer Aspire F15 (F5-573G-70YT) Transferraten in MB/s
UHS-I-Kartenleser, Toshiba Exceria Pro UHS-II 16 GB 83 Lesen/ 79 Schreiben
USB 3.0, Samsung Portable SSD T3 250 GB 437 Lesen/ 438 Schreiben
USB 3.0, Sandisk Extreme 900 480 GB 357 Lesen/ 419 Schreiben
USB Typ-C (lt. Hersteller USB 3.1) 39,9 Lesen/ 39,4 Schreiben
Ansteuerung Viewsonic VP 2780-4k 3840 x 2160 mit 60 Hz nein
Maximale Latenzen nach 7 Minuten Latency Mon 577.343 µs
Acer Aspire F15: Audio

Die im vorderen Unterbodenbereich verbauten Lautsprecher zeigen sich recht höhenlastig mit wenig Mitten und Bässen. Die Maximallautstärke ist recht hoch und bleibt auch bei aufgedrehtem Regler verzerrungsfrei. Merklich steigern kann man die Soundqualität mit externen Lösungen wie Bluetooth- oder USB-Lautsprechern und Kopfhörern.

Gar keinen guten Eindruck hat das Testgerät beim Überprüfen möglicher Latenzen gemacht. Beim Einsatz externer Audiogeräte können zu hohe Verzögerungen zu Sound-Aussetzern, Knacken oder sonstigen Beeinträchtigungen führen. Mit einer gemessenen Latenz von über 577.000 µs müssten sich Interessenten aus diesem Einsatzgebiet erst mal auf eine eingehende Fehlersuche im Treiberbereich aufmachen.

Acer Aspire F15: Eingabegeräte

Die Tastatur macht einen insgesamt guten Eindruck und dürfte auch Vielschreibern auf Dauer gefallen. Die Tasten sind mit Masse im üblichen 19-mm-Raster ausgeführt, bieten einen guten Druckpunkt und erzeugen ein relativ zurückhaltendes Anschlagsgeräusch. Das Layout kommt ohne besondere Eigenheiten aus und dürfte damit für eine schnelle Eingewöhnung sorgen. Mit separatem Nummernblock, komfortablen Sonderfunktionen und einer Tastaturbeleuchtung gibt es hier grundsätzlich nichts zu mäkeln.

Im Detail könnte sich mancher Anwender vielleicht an der etwas kleinen Tab-Taste, den eng beieinander liegenden vertikalen Pfeiltasten  oder die in der Mitte etwas nachgiebige Tastaturmatte stören. Schwerwiegende Einschränkungen sollten daraus aber nicht hervorgehen.

Das mit 105 x 78 Millimetern recht große Clickpad gefällt mit guten Gleiteigenschaften und guter Reaktionsfähigkeit. Die im Touchpad integrierten Maustasten nehmen Eingaben zuverlässig an. Wie üblich kann man bekannte Mehrfingergesten nutzen und im Touchpadtreiber die Einstellungen den eigenen Bedürfnissen nach anpassen.

Acer Aspire F15

Acer Aspire F15: Display

Das FullHD-Display des Acer Aspire F15 ist mit Abstand der größte Schwachpunkt des Testgeräts. Die hier gebotenen Eigenschaften sind nicht mehr zeitgemäß und stellen ein echtes Ausschlusskriterium für dieses Laptop dar. Das im Testgerät verbaute Panel des chinesischen Herstellers BOE missfällt mit geringer maximaler Helligkeit, schwachem Kontrast und schlechter vertikaler Blickwinkelstabilität.

Messwerte im Überblick
Display-Messungen Acer Aspire F15 (F5-573G-70YT)
Display TN-LED-Display, 16:9, BOE0610 HB156FH1-301
Auflösung 1.920 x 1.080, 141 ppi
minimale Helligkeit 22,4 cd/m²
ca. 150 cd/m²  Helligkeitsstufe 5 (136 cd/m²)
ca. 200 cd/m²  Helligkeitsstufe 9 (205 cd/m²)
maximale Helligkeit 221 cd/m²
maximale Helligkeit Akku 221 cd/m²
maximale Helligkeit Displaymitte  215 cd/m²
Schwarzwert Displaymitte 0,427 cd/m²
Ausleuchtung 81 %
sRGB-Farbraumabdeckung 68,96 %
Kontrast 517:1
mittleres DeltaE 2000 (profiliert) 11,2
maximales DeltaE 2000 (profiliert) 22,2
Helligkeitsregulierung durch PWM keine PWM feststellbar
Das Display wurde mit Spectracals Calman Software vermessen und ausgewertet.

Die glatte Displayoberfläche spiegelt stark und beeinträchtigt dadurch die Erkennbarkeit der eigentlichen Bildschirminhalte recht deutlich. Während man diesen Effekt in Innenräumen durch eine angepasste Positionierung und mit maximaler Helligkeit noch recht gut kontrollieren kann, ist dies unter freiem Himmel nicht so einfach möglich.

Acer Aspire F15

Die im Auslieferungszustand gebotene Farbgenauigkeit weist hohe Abweichungen zu den Idealwerten auf. Mit einem mittleren DeltaE 2000 (Abweichung vom Ideal, je weniger desto besser) von 11,2 und einem maximalen DeltaE 2000 von 22,2 ist an ein farbtreues Arbeiten nicht zu denken. Die Grenzwerte betragen 3 (Durchschnitt) und 5 (Maximum). Mit Hilfe einer Profilierung lässt sich die gemessene Farbtreue nur marginal verbessern. Der darstellbare Farbraum bewegt sich auf dem Niveau günstiger Standarddisplays im Notebookbereich und erreicht 69 % des sRGB-Farbraums.

Acer Aspire F15

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

4 Gedanken zu „Acer Aspire F15 (F5-573G-70YT) im Test

  • 22. November 2016 um 23:00
    Permalink

    Hallo Tobias,
    vielen Dank für Deinen sehr aussagefähigen Test. Er kommt genau zur rechten Zeit. Ich beabsichtigte genau diesen Typ 70YT zu kaufen. Gute Komponentenauswahl und eine tolle „Verpackung“ zum vernünftigen Preis.
    Die Acer-Homepage geht nicht direkt auf das verbaute Display ein – aber Tests bauähnlicher Geräte bescheinigten leider bereits regelmäßig eher dunkle Displays. Das K. O. ist aber nun die Tatsache, daß das Display spiegelt. Schade.
    Da wird mein nächstes Notebook wohl doch ein MSI oder Asus werden.
    Dein neues Projekt „Notebooks und Mobiles“ gefällt mir sehr gut -Bookmark bereits erstellt- mach‘ weiter so. Deine Tests sind sehr detailliert, so hat man eine gute Basis für seine Kaufentscheidung – immerhin kauft man nicht alle drei Monate ein neues Notebook oder Handy.
    Grüße
    Ulrich

    • 23. November 2016 um 15:53
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      Danke für dein positives Feedback. Ja da kann ich dir nur beipflichten. Im Grunde ist es ziemlich schade, dass so mancher Hersteller ausgerechnet beim Display spart. Dabei sind die Aufpreise, wie man zum Beispiel bei Lenovos ThinkPad E560 sieht, für ein ordentliches FullHD-IPS-Display durchaus überschaubar. Ansonsten hat das Testgerät ja einen insgesamt guten Eindruck hinterlassen.

      • 6. Dezember 2016 um 21:29
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        Hallo Tobias,

        wow! Endlich mal ein detaillierter und aussagefähiger Test zu dieser Serie. Die Ergebnisse beim Display stimmen in der Tat bedenklich. Ich schwanke momentan noch zwischen dem Test-Modell und dem etwas günstigeren Acer Aspire E5-575G-70MN. Kannst du mir auf Anhieb sagen, ob dieses dasselbe minderwertige Display besitzt, wie das F5-573G-70YT ? Oder ist in der E-Serie eventuell ein höherwertiges Display verbaut worden?
        Vielen Dank,
        jul

        • 7. Dezember 2016 um 23:22
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          Nee sorry, kann ich nichts Belastbares zu sagen. Scheint immerhin ein mattes Panel zu sein. Ansonsten sind die Infos recht spärlich, die ich finden konnte.

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