HP Spectre X360 13 (Intel Core i7-1065G7) im Test bei Notebooks & Mobiles

HP Spectre X360 13 (OLED, i7-1065G7) im Test

HP Spectre X360 13: Leistung

Das HP Spectre X360 13 ist mit den beiden Ice-Lake-CPUs Intel Core i7-1065G7 oder Intel Core i5-1035G4 erhältlich. Dedizierte Grafiklösungen werden nicht angeboten. Für die Grafikausgabe ist folglich entweder die Intel Iris Plus 940 Graphics mit 64 Ausführungseinheiten (Intel Core i7) oder mit 48 Ausführungseinheiten (Intel Core i5) verantwortlich.

Der aufgelötete Arbeitsspeicher variiert je nach Modell zwischen 8 GB DDR4-3200 und 16 GB DDR4-3200. Der Massenspeicher ist immer in Form eines M.2-PCIe-Moduls verbaut und kann je nach Konfiguration eine Brutto-Kapazität von bis zu 2 TB bereitstellen.

Das Testgerät ist mit einem Intel Core i7-1065G7, 16 GB RAM im Dual-Channel-Modus und Intels Optane Memory H10 mit 1.032 GB bestückt.

Prozessor – Intel Core i7-1065G7

Der Intel Core i7-1065G7 verfügt über 4 Rechenkerne, kann bis zu 8 Threads gleichzeitig abarbeiten und erreicht eine Taktrate von bis zu 3,9 GHz.

Im Test gefällt die Abstimmung der CPU mit einer hohen Leistungsfähigkeit bei kurzen Lastphasen. Beim Cinebench R15 Single-Thread-Test erzielt die Konfiguration 182 Punkte und beim Multi-Thread-Test 793 Punkte. Insbesondere die Multi-Tread-Leistung kann hier glänzen und das schon gute Ergebnis des Dell XPS 13 9300 nochmals toppen.

Bei Dauerlast-Phasen macht das Kühlsystem erst nach etwa 3:20 Minuten auf sich aufmerksam. Danach dreht der Lüfter dauerhaft und HWinfo zeigt einen CPU-Package-Verbrauch von 14 bis 17 Watt an. Beim Geekbench-CPU-Stresstest schwanken die Ergebnisse dem Verbrauch entsprechend zwischen etwa 11.000 und 12.000 Punkten. An dieser Grundcharakteristik ändert sich im weiteren Verlauf nichts. Beim 49. Durchlauf erzielt das Testgerät 11.374 Punkte und beim 50. Durchlauf sind es schon wieder 12.116 Punkte.

Rechenleistung

Grafik – Intel Iris Plus Graphics 940 (64 EUs)

Die Intel Iris Plus Graphics 940 (G7, 64 EUs) zählt zu den leistungsstärksten derzeit erhältlichen Prozessor-Grafikeinheiten. Sie ist zum Beispiel in der Lage 5k-Displays (5.120 x 3.200 Bildpunkte) mit 60 Hz anzusteuern, Videokonvertierungen per Intel Quick Sync Video zu beschleunigen und hochauflösende Videos ruckelfrei wiederzugeben.

Die 3D-Leistung fällt hier zwar deutlich besser, als zum Beispiel bei der Intel UHD Graphics der Comet-Lake-Generation aus, für anspruchsvolle 3D-Spiele oder aufwendige 3D-CAD-Aufgaben sollte man aber nach wie vor zu dedizierten Grafiklösungen greifen.

Im Test erreicht das HP Spectre zum Beispiel 7.137 Punkte beim 3DMark Night Raid und 42 fps beim Unigine Heaven Basic. Damit ordnet sich diese Lösung deutlich hinter dem Dell XPS 13 9300 (G7, 64 EUs) und nur knapp vor dem Acer Swift SF313-52-52AS (G4, 48 EUs) ein.

Massenspeicher – Intel Optane Memory H10 (1.032 GB)

HP setzt im Testgerät auf Intels Optane Memory H10. In diesem Laufwerk wird ein 32-GB-Optane-3D-XPoint-Cache mit 1-TB-3D-NAND-Solid-State-Speicher kombiniert. Letzterer entspricht im Wesentlichen der Intel SSD 660p.

Die Idee dahinter: Im 3D-XPoint-Cache werden oft genutzte Daten hinterlegt, die dank geringer Latenz schneller gelesen werden können und im Endeffekt für eine optimierte Systemperformance sorgen sollen. Beim noch relativ jungfräulichen Testgerät sind weder bei QD1- noch bei QD32-Transfertests offensichtliche Vorteile zu erkennen.

Edit 25.05.2020: Beim genaueren Hinschauen zeigt sich, dass beim Testgerät Intels Optane-Modul gar nicht aktiv ist. Das Intel Optane Memory and Storage Management kann den Laufwerksteil zwar erkennen, kennzeichnet ihn aber als Offline. Hier ist offensichtlich bei der HP-System-Konfiguration etwas schief gelaufen, sodass man beim Testgerät mit dem reinen SSD-Teil auskommen muss.

Massenspeicherperformance

Eventuell könnte sich die Leistung nach einer längeren Nutzung im regulären Betrieb noch verbessern, da der 3D-XPoint-Cache sich erst einmal die oft genutzten Programme merken muss. Das erklärt auch die mageren Transferraten. Die von Intel versprochenen Transferraten von 2.400 MB/s beim Lesen und 1.800 MB/s beim Schreiben werden vom Testgerät bei weitem nicht erzielt.

Die maximal erreichten 1.590 MB/s beim Lesen und 1.508 MB/s beim Schreiben sorgen immerhin für ein subjektiv flottes Geschwindigkeitsgefühl, das in der Praxis keine Einschränkungen hervorruft.

Edit 25.05.2020: Über das Intel Optane Memory and Storage Management lässt sich das Optane-Modul aktivieren. Danach sind deutlich schnellere Leseraten zu vermelden. Bis zu 2.712 MB/s schafft das Testgerät. Im Gegenzug reduziert sich allerdings die Schreibgeschwindigkeit auf etwa 1.400 MB/s.

Massenspeicherleistung

Benchmarkergebnisse im Überblick
HP Spectre X360 13 16 GB RAM & PCIe-SSD
Prozessor  Single-Core  Multi-Core
Cinebench R15 64 bit 182 cb 793 cb
Cinebench R20 64 bit 461 Punkte 1.342Punkte
Geekbench 3.3.0 64 bit 4.831 Punkte 17.239 Punkte
Geekbench 5 64 bit 1.285 Punkte 3.597 Punkte
System Single-Core Multi-Core
PCMark 8 Home 3.373 Punkte
PCMark 10 4.061 Punkte
Digital Content Creation 3.835 Punkte
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark QD32 1.590 MB/s 1.508 MB/s
Crystal Disk Mark sequ. 1.237 MB/s 1.072 MB/s
Crystal Disk Mark 4k 56 MB/s 140 MB/s
Grafik HD Basic HD+ Extreme
Unigine Heaven 4.0 42 fps 12 fps
Cinebench R15 OpenGL 70 fps
Night Raid – 3DMark 7.137 Punkte
Time Spy – 3DMark 796 Punkte
Casual Gaming – PCMark 8 59 fps
CPU-Vergleichswerte CPU-Benchmarkliste
GPU-Vergleichswerte GPU-Benchmarkliste
CAD-Vergleichswerte CAD-Benchmarkliste
HP Spectre X360 13: Emissionen
Betriebsgeräusch

HPs Convertible X360 13 arbeitet insgesamt sehr leise und verwirklicht diesen Vorteil ohne zu hohe Gehäusetemperaturen erzeugen zu müssen.

Viele Aufgaben wie Textverarbeitung, Internetsurfen, Videowiedergabe oder auch kurze Konvertierungen kann das Testgerät lautlos abarbeiten. Selbst bei lastintensiven Rechenphasen bleibt der Lüfter bis zu 3:20 Minuten lang regungslos. Erst danach erzeugt er einen Schalldruckpegel von 33,1 dB(A) bis hin zu 39,7 dB(A).

Hochfrequente oder sonstige störende Nebengeräusche hat das Testgerät nicht erzeugt.

Emissionen – HP Spectre X360 13 Schalldruckpegel
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) Lautlos
Büro (PCMark 8 Battery Test, 205 cd/m², ausbalanciert) Lautlos – 35,3 dB(A)
WLAN-TV-Streaming (205 cd/m², ausbalanciert) Lautlos
Video-Wiedergabe (205 cd/m², ausbalanciert) Lautlos
Cinebench 35,4 dB(A)
Geekbench Stresstest 33,1 – 39,7 dB(A)
Stresstest (maximale Displayhelligkeit) 35,3 – 39,7 dB(A)
Hochfrequente oder störende Nebengeräusche nein
Messgerät: PCE 322A
Hitzeentwicklung

Nach gut einer Stunde Volllast erwärmt sich die Oberfläche zwischen Tastatur und Bildschirmeinheit gerade mal auf 41,8 °C. Am Unterboden sind es punktuell bis zu 46,6 °C. Beide Werte liegen noch weit von einem möglicherweise kritischen Bereich entfernt und dürften im Praxisbetrieb keine Einschränkungen hervorrufen.

HP Spectre X360 13: Stromverbrauch
Leistungsaufnahme

Der Stromverbrauch bewegt sich beim HP Spectre X360 13-aw0030ng im Bereich zwischen 2,7 Watt (Leerlauf, Display aus) und 48,1 Watt (Geekbench-Stresstest, maximale Displayhelligkeit, Höchstleistungsprofil).

Als relativ großer Stromverbraucher präsentiert sich das UHD-OLED-Display, das im Leerlauf mit minimaler Helligkeit bereits 3,3 Watt für sich beansprucht. Bei maximaler Helligkeit kommen weitere 3,5 Watt hinzu, was einen Gesamtverbrauch von satten 6,8 Watt ergibt. Das wirkt sich insbesondere bei wenig lastintensiven Szenarien negativ auf die Akkulaufzeiten aus.

Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 65 Watt spezifiziert und hält somit noch genügend Reserven bereit.

Energieverbrauch – HP Spectre X360 13 Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 2,7 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 6,0 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, maximale Displayhelligkeit) 9,5 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 205 cd/m², ausbalanciert) 3:35 Std.
Büro (PCMark 10 Battery Test Modern Office, 205 cd/m², ausbalanciert) 5:25 Std.
Video-Wiedergabe (205 cd/m²) 7,9 – 9,1 Watt 8:11 Std.
WLAN-TV-Streaming (205 cd/m²) 11,4 – 15,1 Watt 5:20 Std.
Geekbench Stresstest 48,1 – 25,9 Watt
Unigine Heaven 39,6 – 33,8 Watt
Stresstest Unigine Heaven & Geekbench 33,5 Watt 1:29 Std.
Leerlauf Akku-Ladezeit (205 cd/m²) 5 % – 100 % 2:15 Std.
Leerlauf Akku-Ladezeit (205 cd/m²) 5 % – 32 % 0:21 Std.
Leerlauf Akku-Ladezeit (205 cd/m²) 5 % – 74 % 1:02 Std.
60-Wh-Lithium-Polymer-Akku, 65-Watt-Netzteil, Messgerät: Gossen Metrahit Energy
Akkulaufzeiten

Der im Gehäuse eingesetzte 60-Wh-Akku weist eine für diese Geräteklasse ordentliche Kapazität auf. Ein Großteil des Innenraumvolumens der Basiseinheit wird folglich vom Akku beansprucht. Trotz verbrauchshungrigem Display gelingt es dem Testgerät noch befriedigende Akkulaufzeiten erzielen zu können.

Die Video-Wiedergabe hält mit angepassten Einstellungen (205 cd/m², ausgeglichenes Profil) 8:11 Stunden, der PCMark 10 Battery Test 5:25 Stunden und WLAN-TV-Streaming 5:20 Stunden lang durch. Das reicht zwar nicht für ganze Arbeitstage aber immerhin für eine gut brauchbare Netzunabhängigkeit.

Leistungsfähigkeit im Akkubetrieb

Im Akkubetrieb müssen Nutzer mit Leistungseinbußen von bis zu 50 % rechnen. Insbesondere die Rechenleistung lässt hier Federn.

Akkubetrieb

 

Akkuladezeit

Für das Wiederaufladen (5 % – 100 %) des 60-Wh-Akkus benötigt das 65-Watt-Netzteil 2:15 Stunden. Nach etwas mehr als einer Stunde sind bereits wieder 74 % abrufbar.

Convertible

HP Spectre X360 13: Fazit

Das HP Spectre X360 13-aw0030ng präsentiert sich im Test als HP Spectre X360 13-aw0030ngPremium-Convertible in Spitzenform. Lediglich die durchschnittlichen Akkulaufzeiten und die spiegelnde Displayoberfläche fordern vom Interessenten etwas Kompromissbereitschaft ab.

Ansonsten gibt es an der Testkonfiguration so gut wie nichts zu mäkeln. Das hervorragende Gehäuse stopft HP mit allerlei Funktionen voll und erschafft so ein überaus breit aufgestelltes Multifunktionswerkzeug. Highlights sind hier zum Beispiel Thunderbolt 3, ein flottes MicroSD-Speicherkarten-Lesegerät, das Minidock oder der Multitouch-Bildschirm mit integriertem Digitizer und Eingabestift.

Die Leistungsfähigkeit passt gut zur Produktausrichtung und kann eine Vielzahl denkbarer Einsatzszenarien problemlos abarbeiten. Dass HP hierbei die Hitze- und Geräuschentwicklung nicht aus den Augen verliert, spricht für das gelungene Gesamtkonzept.

Ein besonderes Merkmal stellt beim Testgerät das tolle UHD-OLED-Display dar. Einerseits schränkt es mit seinem relativ hohen Stromverbrauch und der spiegelnden Oberfläche etwas ein. Andererseits besticht es mit einem perfekten Schwarz, einem breiten Farbspektrum und besonders hoher Punktdichte.

Das ungezügelte Farbspektrum des OLED-Panels wird durch HPs Display Control gezähmt und auf vorgegebene Farbräume hin zusammengestutzt. Dass der Weißpunkt oder der eine oder andere Farbwert nicht ganz den Sollvorgaben entspricht, dürften die meisten Anwender angesichts der sonstigen Vorteile leicht verzeihen können.

HP Spectre X360 13-aw0030ngUnter dem Strich hat HP mit dem Spectre X360 13-aw0030ng ein überaus attraktives Gesamtpaket zusammengeschnürt. Dank der umfangreichen Ausstattung und der zweijährigen Herstellergarantie fällt die Preisgestaltung gegenüber so manchem Mitbewerber angenehm fair aus.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.