HP ProBook 440 G3 im Upgrade-Test

Leistungsgewinn. Das HP ProBook 440 G3 bietet gute Möglichkeiten schnell und kostengünstig aufgerüstet werden zu können. Mit wenig Aufwand kann man so die Systemleistung und vor allem die gefühlte Geschwindigkeit spürbar verbessern.

HP ProBook 440 G3

Hierfür bieten sich bei dem kürzlich getesteten HP ProBook 440 G3 (P5S99ES#ABD) in erster Linie der freie M.2-Slot und der freie RAM-Steckplatz an. Zum Einsatz kommen hier das ebenfalls bereits getestete Sandisk Z400s Solid State Modul (M.2 2280) und ein Samsung 4 GB PC3L-12800S Arbeitsspeicher-Riegel. Alternativ gibt es natürlich unzählige weitere mögliche Kombinationen. Die hier eingesetzten Komponenten sind derzeit für etwa 85 Euro (exclusive Versand) im Onlinehandel zu bekommen. Wie bei jeder anderen Aufrüstung auch, sollte man sich im Vorfeld über mögliche Auswirkungen auf die Herstellergarantie informieren.

HP ProBook 440 G3 Upgrade-Test: Vorgehensweise

Anders als beim Lenovo Flex 2-15 wo die Aufrüstung recht anspruchsvoll ausfällt, muss man beim HP ProBook 440 G3 lediglich eine Schraube lösen, um die große Wartungsklappe am Unterboden entfernen zu können. Danach hat man freien Zugriff auf die beiden genannten Slots und den 2,5-Zoll-Laufwerksschacht der serienmäßig mit einer konventionellen Festplatte bestückt ist. Ob man diese bei der Aufrüstung ganz entfernt oder zusätzlich zum M.2-Modul im Gerät belässt, wird wohl jeder für sich unterschiedlich bewerten. Für den Test habe ich die Festplatte nicht im Notebook belassen.

Nach dem Einsetzen der neuen Komponenten (zur Befestigung des M.2-Moduls fehlt beim Testgerät die passende 2 x 4 mm Schraube und müsste separat beschafft werden) wird das Gehäuse wieder verschlossen. Nun muss man beim Starten per ESC-Taste zunächst das BIOS aufrufen und vom voreingestellten Legacy- zum UEFI-Mode wechseln. Nur dann ist die M.2-SSD bei der folgenden Windows-Installation als Startlaufwerk auswählbar. In HPs Maintenance and Service Guide zum HP ProBook 440 G3 wird ausführlich beschrieben, wie man welche Komponente austauschen oder erweitern kann: http://h10032.www1.hp.com/ctg/Manual/c04825510

Für die Systeminstallation bieten sich in erster Linie ein USB-Stick oder, sofern vorhanden, ein externes DVD-Laufwerk als Bootmedium an. Ich habe die Installation per DVD durchgeführt, da ich bereits eine passende Windows 10 Pro DVD zur Hand hatte und einen Stick erst hätte neu aufsetzen müssen. Alle Komponenten des Testgeräts wurden hierbei von der Windows 10 Installation korrekt mit Treibern versorgt. Auch die sonst schon mal fehlenden Netzwerk- und Audiogeräte wurden erkannt. Natürlich kann ein Blick auf die HP Support-Seite nie schaden und liefert zusätzliche Features wie zum Beispiel die Hotkey-Funktionen oder HP-spezifische Treiberupdates.

HP ProBook 440 G3 Upgrade-Test: Ergebnisse

Bereits beim ersten Starten zeigt sich ein äußerst positiver Effekt der neuen Komponenten. Der Bootvorgang verkürzt sich um über 10 Sekunden. Auch im weiteren Betrieb reagieren Eingaben wesentlich schneller, was sich vor allem beim Öffnen von Programmen und Dateien bemerkbar macht. Bei den Benchmarks sind Leistungssteigerungen von etwa 25 Prozent zu verzeichnen, wobei die reinen Massenspeichertests wie Crystal Disk Mark sogar um mehrere hundert Prozent in die Höhe schnellen.

Die M.2-SSD ist daher auch in erster Linie für den gefühlten Geschwindigkeitsschub im Alltagsbetrieb verantwortlich. Die Datenraten wie auch die Reaktionszeiten übertreffen die Leistungsfähigkeit der serienmäßig verbauten Hitachi-Festplatte um ein Vielfaches.

Wie bereits im Haupttest des HP ProBook 440 G3 angesprochen, profitiert von dem zusätzlichen RAM-Modul vor allem die Grafikleistung. Hierbei kommt es weniger auf die Verdoppelung der RAM-Kapazität, sondern vielmehr auf den aktivierten Dual-Channel-Modus an. Dieser bringt je nach Benchmark und Anwendung zwischen 25 % und 50 % höhere Frameraten. Obwohl die Steigerungsraten beeindruckend sind, wird aus dem HP ProBook 440 G3 dadurch allerdings keine Spielemaschine und auch keine mobile Workstation. Für etwas mehr Details oder die nächste Auflösungsstufe reicht das aber aus und sorgt damit für etwas mehr Handlungsspielraum bei den auswählbaren Qualitätseinstellungen.

HP ProBook 440 G3 Upgrade-Test: Emissionen

Im Leerlauf mit ausgeschaltetem Lüfter bleibt das HP ProBook mit M.2-SSD und ausgebauter Festplatte nun lautlos. Das ist vor allem dann der Fall wenn man mit wenig fordernder Software aus dem Textverarbeitungsbereich arbeitet. An dem sonstigen Lüfterverhalten mit hochfrequenter Charakteristik bei mittlerer und hoher Last ändert das aber nichts.

HP ProBook 440 G3

HP ProBook 440 G3 Upgrade-Test: Akkulaufzeiten

Die möglichen Akkulaufzeiten habe ich bei diesem Upgrade-Test aus Zeitgründen zwar nur mit dem PCMark 8 Battery-Test überprüft, aber auch hier kann man schon erkennen, dass das Upgrade trotz besseren Testergebnissen auch noch längere Akkulaufzeiten ermöglicht. So werden nun 3064 Punkte anstatt 2656 Punkte erzielt und die Laufzeit beträgt 3:40 anstatt 3:21.

HP ProBook 440 G3

HP ProBook 440 G3 Upgrade-Test: Fazit

Dank der guten Aufrüstmöglichkeiten des HP ProBook 440 G3 kann HP ProBook 440 G3man mit wenig Aufwand und moderaten Anschaffungskosten das eine oder andere (h)ausgemachte Leistungs-Nadelöhr des Testgeräts schnell aus der Welt schaffen. Das erreichte Leistungsplus zeigt sich nicht nur bei den Benchmarkergebnissen, sondern vor allem im regulären Praxisbetrieb mit einem nun flink reagierenden System.

Das beschleunigt nicht nur Arbeitsvorgänge, sondern liefert gleich auch etwas mehr Reserven bei Qualität und Auflösung von 3D-Grafikaufgaben. Als Nebeneffekt arbeitet das Testgerät im Leerlauf und bei wenig Last oft lautlos und erreicht sogar etwas längere Akkulaufzeiten.

Nicht beeinflussen kann man damit allerdings die beiden großen Negativeigenschaften des HP ProBook 440 G3. Das hochfrequente Lüftergeräusch und das nicht mehr zeitgemäße Display sind nicht zu unterschätzende Nachteile, die auf Dauer die sonst guten Eigenschaften schnell überwiegen können. An der Endwertung ändert sich daher leider nichts.

Passendes Zubehör ist zum Beispiel bei Amazon zu finden: Komponenten (Affiliate)

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

9 Gedanken zu „HP ProBook 440 G3 im Upgrade-Test

  • 7. Juni 2016 um 18:02
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    Was bringt das Upgrade, wenn es schon am (nicht austauschbaren) Display mangelt? Das Display ist unterdurchschnittlih, um es nett auszudrücken. Zu dunkel, wenig Blickwinkelstabilität, sehr unechte Farbwiedergabe und nicht im Außenbereich benutzbar.

    Antwort
    • 7. Juni 2016 um 19:07
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      Ja da gebe ich dir grundsätzlich recht. Deswegen fällt die Bewertung des HP ProBook 440 G3 im eigentlichen Test ja auch eher bescheiden aus. Dennoch ist ein Upgrade für diejenigen interessant, die sich dieses Book schon gekauft oder hinsichtlich des Displays keine besonderen Ansprüche oder eben auch kein prall gefülltes Portemonnaie haben. In dieser Preisklasse muss man halt den einen oder anderen Kompromiss eingehen. Letztendlich entscheidet jeder anhand seiner persönlichen Schwerpunkte und Bedürfnisse.

      Antwort
  • Pingback: Lenovo ThinkPad E460 oder HP ProBook 440

  • 18. Dezember 2016 um 12:17
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    Hallo,

    ich habe das gleiche Notebook erworben und die gleiche Festplatte. Leider lässt sich das Windows 10 nicht auf die Festplatte installieren. Hätte sie eine Idee ? Muss was im Bios noch eingestellt werden?

    Antwort
    • 18. Dezember 2016 um 19:32
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      Gut, wo jetzt bei dir konkret das Problem liegt, lässt sich aus der Ferne nur schwer beurteilen. Habe das Testgerät auch nicht mehr vor Ort. Du möchtest das System aber auf der serienmäßigen 2,5-Zoll-Festplatte installieren und nicht auf einem M.2-Laufwerk (Wechsel Legacy-Mode zu UEFI im BIOS)? Das Installations-Medium mit dem Betriebsystem wird erkannt?

      Antwort
  • 8. Februar 2017 um 14:35
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    Hi,

    erstmal guter Artikel!

    Ich möchte mein HP ProBook 440 G3 mit einer 128GB SSD ausstatten.
    Die Frage ist nun, ob ich die bereits vorhandene 500GB Festplatte zusätzlich zu der M.2 SSD betreiben kann.
    Ich habe oben im Artikel etwas in der Art gelesen, wollte aber nochmal sichergehen.

    Passen beide Festplatten rein?

    Danke und viele Grüße,

    Felix

    Antwort
    • 8. Februar 2017 um 18:43
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      Hallo Felix,

      ja das M.2-Solid-State-Drive und die 500-GB-Festplatte können parallel betrieben werden. Wie beschrieben müsste eine passende Schraube zum befestigen des M.2-Laufwerks separat beschafft werden. Auch musste man beim Testgerät im BIOS den Legacy-Mode auswählen, damit das Solid State Drive als Startlaufwerk genutzt werden konnte. Dran denken vorher die Systempartition entsprechend zu verkleinern, ansonsten kann es bei dem recht kleinen 128-GB-SSD bei der Systemmigration zu Problemen kommen. Entfällt natürlich, wenn du das System frisch installierst.

      Antwort
  • 7. März 2017 um 23:07
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    Habe vor das HP ProBook 440 G3 mit 128gb m.2 zu erweitern (wie Felix).
    Welche Schraube brauch ich genau?

    Antwort

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