Die besten Notebooks unter 600 Euro – eine Datenblattanalyse

Vorauswahl. Meist muss man bei günstigen Notebooks der Einsteigerklasse auf viele gute Eigenschaften verzichten. Dass man hier dennoch die eine oder andere „Perle“ finden kann, zeigt diese Analyse.

Bei der Suche nach einem neuen Notebook kann das Abgleichen der technischen Daten im Vorfeld der Neuanschaffung die scheinbar unendlich große Vielfalt im Notebookbereich zielgerichtet eindämmen. Im folgenden Artikel werden Gerätebeispiele verschiedener Klassen nur anhand der Datenblätter vorgestellt und ein Ausblick auf die zu erwartende Funktionsvielfalt gewagt.

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Vorüberlegungen

Notebooks setzen sich aus vielen unterschiedlichenDatenanalyse Komponenten zusammen. Die Datenblätter der Hersteller geben dazu meist unterschiedlich detaillierte Informationen preis. Unterstützte Standards des WLAN-Moduls, verbautes Displaypanel, RAM-Bestückung, Aufrüstmöglich-keiten und Vieles mehr. Hier das Wichtige vom eher Zweitrangigen herauszufiltern ist nicht immer ganz einfach. Was benötigt man überhaupt?

Zunächst könnte man gedanklich schon mal die fest verbauten Komponenten von den austauschbaren Komponenten trennen. Gerade auf die später gar nicht oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand und einer gehörigen Portion Basteltalent wechselbaren Details sollte man ein besonderes Augenmerk legen. Hat man sich bei der Konfiguration oder Modellauswahl für ein schlechtes Display, einen zu schwachen Prozessor entschieden oder die 3D-Spiele taugliche Grafikeinheit gleich ganz vergessen, kann man diesen Fehler, anders als bei einem Desktop-System, im Nachhinein in der Regel nicht korrigieren.

Andere Bestandteile wie Arbeitsspeicher (RAM) und Massenspeicher lassen sich dagegen meist immer und Funkmodule oder optische Laufwerke recht oft durch den Anwender austauschen oder Aufrüsten.

Bedarf und VerzichtGrundsätzlich sollte man sich daher gut überlegen, in welchem Bereich ein Verzicht am ehesten verkraftbar ist. Denn verzichten muss man bei den Notebooks im günstigeren Einstiegssegment in jedem Fall. Die von mir für die vorgestellte Auswahl gesetzten roten Linien beziehen sich auf das Display und den Prozessor. Einen blickwinkelstabilen IPS-Bildschirm und eine CPU der Intel Core- oder Pentium-Serie sollte man sich in jedem Fall gönnen.

Grundsätzlich kämen auch AMD-Prozessoren in Betracht, leider kombiniert diese derzeit scheinbar keiner der Hersteller mit vernünftigen Bildschirmen. Andererseits kann natürlich auch ein TN-Display mit geringer vertikaler Blickwinkelstabilität oder eine Celeron-CPU für manche Nutzer mit speziellen oder bewusst geringen Anforderungen ausreichen. Dann sind zwar nochmal deutlich geringere Preise möglich, aus meiner Sicht für den „Normal-Anwender“ aber nicht zu empfehlen.

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Ergebnisübersicht

In der folgenden Zusammenstellung findet man ein schlankes Convertible, ein Subnotebook, zwei 15-Zoll-Notebooks und ein großes 17-Zoll Desktop-Replacement vor. Trotz des Preislimits und der Display-CPU-Einschränkung kann man also auf ein breit gefächertes Sortiment zurückgreifen.

Meist bekommt man hier keine aktuelle sondern eine Leistungsausstattung der Vorgängergeneration. Eine Sonderstellung nehmen das Medion Akoya und das Acer Chromebook ein. Ersteres kommt ganz ohne Windows-Betriebssystem und Letzteres ist mit Googles Chrome OS ausgestattet. Die Preise wie auch die Verfügbarkeit unterliegen wie üblich einem recht kurzen Verfallsdatum und können sich täglich, wenn nicht sogar stündlich, ändern.

Notebook Display Prozessor Grafik RAM Speicher Betriebssystem Preis
Medion Akoya E7415 17,3″ FullHD IPS Intel Core i3-5005U Intel HD Graphics 5500 4 GB 1 TB HDD ohne Betriebssystem 500 Euro
Toshiba Satellite L50C-24Z 15,6″ FullHD IPS Intel Core i5-6200U Intel HD Graphics 520 6 GB 1 TB SSHD Windows 8.1, 64 bit 600 Euro
Lenovo Yoga 3 11 11,6″ FullHD IPS Intel Core M-5Y10c Intel HD Graphics 5300 4 GB 128 GB SSD Windows 8.1, 64 bit 570 Euro
Acer Aspire V3-372 13,3″ FullHD IPS Intel Pentium 4405U Intel HD Graphics 510 4 GB 256 GB SSD Windows 10 Home 64 bit 600 Euro
Acer Chromebook C910 15,6″ FullHD IPS Intel Core i3-5005U Intel HD Graphics 5500 4 GB 32 GB Flash Google Chrome OS 480 Euro

 

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Medion Akoya E7415 MD99902
Bild Medion: Medion Akoya 7415
Bild Medion: Medion Akoya 7415
  • Intel Core i3-5005U, 2x 2.00GHz
  • 4 GB DDR3
  • 1 TB HDD
  • DVD+/-RW DL
  • Intel HD Graphics 5500 (IGP)
  • 17.3″, 1.920 x 1.080, glare, IPS
  • HDMI, 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, Gb LAN, WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: SD/SDHC/SDXC
  • Webcam: 2.0 Megapixel
  • Betriebssystem: ohne
  • bis zu 4h Akkulaufzeit
  • Gewicht: 2.7 kg
  • Herstellergarantie: zwei Jahre

Medions Akoya E7415 ist ein großes 17-Zoll-Notebook und damit in erster Linie als Desktop-Replacement zu sehen. Mit DVD-Laufwerk, großer 1-TB-Festplatte und passabler Schnittstellenausstattung bietet es viele Einsatzmöglichkeiten. Nicht jedermanns Sache dürfte die spiegelnde Displayoberfläche sein. Die CPU verfügt über Intels Hyperthreading-Technologie und unterstützt Intel Quick Sync Video. Auf eine Taktsteigerung per Turbo Boost muss man hingegen verzichten. Dank großer Wartungsklappe am Unterboden sollten sich Massenspeicher und RAM bei Bedarf problemlos aufrüsten lassen.

Das vorgestellte Medion Akoya ist bei notebooksbilliger.de erhältlich: Medion Akoya E7415

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Toshiba Satellite L50C-24Z
Bild Toshiba: Toshiba Satellite L50C
Bild Toshiba: Toshiba Satellite L50C
  • Intel Core i5-6200U, 2x 2.30GHz
  • 6 GB DDR3
  • 1 TB SSHD (8GB SSD-Cache)
  • DVD+/-RW DL
  • NVIDIA GeForce 930M, 2GB
  • Display: 15.6″, 1.920 x 1.080, glare, IPS
  • HDMI, 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, LAN, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: SD/SDHC/SDXC/MMC
  • Webcam: 1.0 Megapixel
  • Betriebssystem: Windows 8.1 64bit
  • bis zu 7,5h Akkulaufzeit
  • Gewicht: 2.20kg
  • Herstellergarantie: ein Jahr

Das Toshiba Satellite L 50C bietet besonders viel Ausstattung fürs Geld. Neben der performaten CPU samt dedizierter Nvidia-Grafik fallen hier die mit 1TB besonders kapazitätsstarke SSHD und das optische Laufwerk positiv auf. Auch ist es in verschiedenen Farben erhältlich. Der eine oder andere Anwender könnte sich allerdings an der spiegelnden Displayoberfläche stören. Da sich Toshiba aus dem Consumer-Markt zurückgezogen hat, dürfte es sich hier um ein Abverkaufsmodell handeln, das nicht mehr lange erhältlich sein wird.

Das vorgestellte Toshiba Satellite L50C-24Z ist bei amazon.de erhältlich:Toshiba Satellite L50-C-24Z 39,6 cm (15,6 Zoll Full-HD IPS) Notebook (Intel Core i5-6200U, 6GB RAM, Hybrid 1008GB SSHD, NVIDIA GeForce 930M, DVD, Win 10) rot

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Lenovo Yoga 3 11
Bild Lenovo: Lenovo Yoga 3 11
Bild Lenovo: Lenovo Yoga 3 11
  • Intel Core M-5Y10c, 2x 800MHz
  • 4GB DDR3
  • 128GB SSD
  • Intel HD Graphics 5300 (IGP)
  • 11.6″, 1.920 x 1.080, Multi-Touch, glare, IPS
  • Micro-HDMI, 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: 4-in-1 (SD/MMC/SDHC/SDXC)
  • Webcam: 1.0 Megapixel
  • Betriebssystem: Windows 8.1 64bit
  • bis zu 8h Akkulaufzeit
  • Gewicht: 1.20kg
  • Herstellergarantie: zwei Jahre

Lenovos Multimode-Convertible der Yoga 3 11-Serie ist schlank, leicht und mit einer guten Schnittstellenausstattung versehen. Das lüfterlose Kühlkonzept verspricht einen lautlosen Betrieb. Der relativ schwachen CPU steht eine SSD zur Seite die mit einer Kapazität von 128 GB allerdings für manche Nutzer etwas knapp ausfallen könnte. Ein Aufrüsten ist hier kaum möglich.

Das vorgestellte Lenovo Yoga 3 11 ist bei alternate.de erhältlich: https://www.alternate.de/Lenovo/Yoga-3-80J8005HGE-Notebook/html/product/1205414?campaign=Notebook/Lenovo/1205414

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Acer Aspire V3-372-P59P
Bild Acer: Acer Aspire V3
Bild Acer: Acer Aspire V3
  • Intel Pentium 4405U, 2x 2.10GHz
  • 4GB DDR3L
  • 256GB SSD (SATA, M.2 2280)
  • Intel HD Graphics 510 (IGP)
  • 13.3″, 1.920 x 1.080, non-glare, IPS
  • HDMI, 2x USB 3.0 (1x Typ-C), 2x USB 2.0, 1x Gb LAN, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: 5-in-1
  • Webcam: 1.3 Megapixel
  • Betriebssystem: Windows 10 Home 64bit
  • bis zu 7,5h Akkulaufzeit
  • Gewicht: 1.50kg
  • Herstellergarantie: zwei Jahre

Das Acer Aspire im 13-Zoll-Format bietet ein gutes Maß an Mobilität und verfügt über eine relativ kapazitätsstarke SSD. Die Leistungsausstattung ordnet sich zwar deutlich über den Celerons und Atoms ein, hält aber einen gewissen Abstand zu den Intel Core i-Modellen ein. Technologien wie Hyperthreading oder Intel Turbo Boost bietet dieser Prozessor nicht. Nicht nur im Aussenbetrieb könnte sich für manche Anwender die matte Displayoberfläche als besonderes Ausstattungsdetail erweisen.

Das vorgestellte Acer Aspire V3-372 ist zum Beispiel bei cyberport.de erhältlich: Acer Aspire V3-372-P59P

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Acer Chromebook C910-354Y
Bild Acer: Acer Chromebook C910
Bild Acer: Acer Chromebook C910
  • Intel Core i3-5005U, 2x 2.00GHz
  • 4GB DDR3
  • 32GB SSD
  • Intel HD Graphics 5500 (IGP)
  • 15.6″, 1.920 x 1.080, non-glare, IPS
  • HDMI, 1x USB 3.0, 1x USB 2.0, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
  • Cardreader: 2-in-1 (SD/SDHC)
  • Webcam: 0.9 Megapixel
  • Betriebssystem: Chrome OS
  • bis zu 8 h Akkulaufzeit
  • Gewicht: 2.20 kg
  • Herstellergarantie: ein Jahr

Chromebooks, also Notebooks die Googles Chrome OS als Betriebsystem nutzen, gibt es von verschiedenen Herstellern. Allen gemein ist ein auffällig kleiner Massenspeicher, da das Betriebssystem als Speicherort die Cloud anstatt einem lokalen Massenspeicher vorzieht. Hier findet man weder ein optisches Laufwerk noch besondere Schnittstellen. Die Herstellergarantie beträgt lediglich 1 Jahr, der Arbeitsspeicher lässt sich aufrüsten. Rein von der Hardwareausstattung bekommt man hier viel Notebook fürs Geld, muss sich allerdings mit den Eigenheiten des Google-Betriebssystem arrangieren.

Das Acer Chromebook C910 ist bei amazon.de erhältlich: Acer Chromebook C910-354Y 39,6 cm (15,6 Zoll Full HD) Notebook (Intel Core i3-5005U, 4GB RAM, 32GB SSD, Intel HD Graphics 5500, Google Chrome OS) schwarz

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Ergänzung kurz vor Schluss, Medion Akoya E6424 bei ALDI

Kurz vor der Fertigstellung des Artikels bin ich noch auf das aktuelle Aldi-Notebook gestoßen, das ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte. Das Medion Akoya E6424 kostet knapp 600 und bietet eine sehr gute Ausstattung. Hier ein Auszug:

Bild Medion: Medion Akoya E6424
Bild Medion: Medion Akoya E6424
  • Intel Core i5-6267U Prozessor der 6. Generation (2 x 2,9 GHz)
  • Intel Iris 550
  • 15,6″ Full HD Display (1.920 x 1.080 Pixel), IPS
  • 6 GB Arbeitsspeicher
  • 128 GB SSD + 1 TB Festplatte
  • Windows 10 Home
  • High-Definition-Audio mit 2 Lautsprechern Dolby Audio zertifiziert
  • Intel Wireless-AC 3165 mit integrierter Bluetooth-4.1-Funktion
  • Multistandard-DVD-/CD-Brenner
  • Netzwerk Controller Gigabit LAN (10/100/1.000 Mbit/s)
  • Integrierte HD Webcam und Mikrofon
  • 4 Zellen Akku mit 44 Wh
  • ca. 2,3 kg (inklusive Akku)
  • 3 Jahre Garantie

Das Gehäuse entspricht den Bildern nach dem bereits getesteten Medion Akoya E6416. Offensichtliche Unterschiede sind die aktuellere Intel-CPU mit Iris Grafik, 2 GB mehr RAM, SSD-HDD-Kombination und ein um etwa 100 Euro höherer Preis. Die Garantie fällt mit 3 Jahren Dauer sehr lange aus. Das Gehäuse ist recht stabil und dank großer Wartungsklappe erreicht man die wichtigsten Komponenten ohne großen Aufwand.

Das Medion Akoya E6424 gibt es bei ALDI: http://aldi.medion.com/md99850/sued/?refPage=aldi

Die besten Notebooks unter 600 Euro: Fazit

Wer in seinem neuen Notebook nicht mehr auf ein blickwinkelstabiles IPS-Display und eine ausreichend performante Leistungsausstattung verzichten will, findet in der Preisklasse bis 600 Euro einige spannende Möglichkeiten. Vom flexiblen Convertible bis zum Desktop-Replacement kann man aus einer breit gefächerten Produktpalette auswählen. Ohne Verzicht geht es jedoch nicht. Besser ausgestattete Notebooks, bei denen man weniger Kompromissbereitschaft an den Tag legen muss, kosten schnell mal einige hundert Euro mehr.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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