Microsoft Surface 3 im Test

Microsoft Surface 3: Leistung
Benchmarks

Mit einem Intel Atom x7-Z8700 Quadcore-Prozessor inklusive integrierter Intel HD Graphics, 4 GB RAM und 128 GB Speicherplatz fällt die Leistungsausstattung des Testgeräts theoretisch recht gut aus. Die günstigeren Modelle müssen mit weniger RAM, weniger Massenspeicher und/ oder ohne LTE-Modem auskommen. Da es sich beim Testgerät um das Top-Modell der Surface 3 Serie handelt, kann man hier auch ein bisschen was an Performance erwarten. Das kürzlich getestete Dell Venue 10 Pro ist zwar etwas günstiger zu haben, weist dafür aber auch nur eine Intel Atom x5-Z8500-CPU auf.

Microsoft Surface 3

Während der subjektive Geschwindigkeitseindruck tatsächlich vielfach ordentlich ausfällt, wird dieser in den Benchmarkergebnissen nicht widergespiegelt. Hier ziehen in den Crossover-Tests Geekbench 3 und 3DMark Ice Storm Unlimited vor allem die aktuellen Apple Devices geradezu davon. Lediglich das Dell Venue 10 Pro kann mit angemessenem Abstand in allen Sequenzen geschlagen werden.

Leistungsmessungen
Microsoft Surface 3
Prozessor Single-Core Multi-Core
Cinebench R15 64 bit 38 cb  143 cb
Geekbench 3.0 1.026 3.471
System Single-Core  Multi-Core 
PCMark 8 Home (Akku) 1.653 (1.650)
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark 140MB/s 42,9 MB/s
Grafik
Cinebench R15 OpengL (Akku) 16 fps
3DMark Cloud Gate 2.009
GRID: Autosport 27,1 fps

Microsoft Surface 3

Im Vergleich mit teils erheblich günstigeren Einsteigernotebooks geht das Surface 3 rein leistungstechnisch gnadenlos unter. Hier kommen Pentium- oder Core-i-CPUs zum Einsatz, die einerseits deutlich schneller rechnen können, in den Fällen dann aber auch merklich größer, schwerer und in einem ganz anderen Formfaktor daherkommen.

Microsoft Surface 3

Praxis

In der Praxis sollte man sich eher nicht an hochauflösende RAW-Fotos, 4k-Filme oder aktuelle 3D-Spiele heranwagen. Das System reagiert hier mit langen Wartezeiten, Aussetzern und extrem niedrigen Frameraten. Selbst das relativ genügsame GRID: Autosport liefert mit niedrigsten Einstellungen und XGA-Auflösung gerade mal 27 fps.

Bewegt man sich aber im üblichen Rahmen mit einer überschaubaren Anzahl gleichzeitig geöffneter jpg-Fotos, FullHD-Videos und Casual Games, so hat man hier ein stets flink reagierendes und performant arbeitendes Tablet/ Convertible vor sich. Skizzen, handschriftliche Notizen, Textverarbeitung und auch Bildverarbeitung mit Gimp und Photoshop Elements stellen bei entsprechenden Ausgangsdaten kein Problem dar. Mehrere ca. 10 MB große Fotos vom Testgerät hat das Surface 3 mit Photoshop Elements problemlos geöffnet. Auch das anschließende Bearbeiten mit diversen Filtern, Ebenen und Korrekturen hat ohne auffällige Hänger oder Wartezeiten funktioniert.

Mit der Photoshop Express App muss man zwar auf eine Vielzahl an Funktionen verzichten, hat dafür aber eine für Tablets angepasste Bedienoberfläche zur Verfügung und kann genauso intuitiv wie bei iPad & Co. seine Veränderungen umsetzen. Gelegentliche Videokonvertierungen mit Cyberlinks MediaEspresso brechen zwar keine Geschwindigkeitsrekorde, sind aber dank Intels Quick Sync Video gut umsetzbar.

Das was spürbar länger dauert sind Installationen von Programmen. Hier wirkt sich die relativ schwache Schreibleistung des eMMC-Speichers recht eindrucksvoll auf die gefühlte Geschwindigkeit aus und sorgt für lange Installationszeiten. Crystal Disk Mark erreicht 140 MB/s beim sequentiellen Lesen und 42,9 MB/s beim Schreiben.

Microsoft Surface 3: Emissionen

Hinsichtlich der Emissionen zeigt sich das Microsoft Surface 3 unauffällig. Da es sich hier um ein passiv gekühltes System handelt und auch die verbauten Elektronikteile keinen Mucks von sich geben, hat man hier ein stets lautlos agierendes Tablet/ Convertible vor sich. Die Temperaturen reißen nach einer Stunde Stresstest gerade so die 40-Grad-Marke. Im Normalbetrieb ist das Testgerät etwa 5 bis 10 Grad kühler.

Microsoft Surface 3: Energieverbrauch & Akkulaufzeiten

Die Leistungsaufnahme des Microsoft Surface 3 hängt nicht unwesentlich von der eingestellten Displayhelligkeit ab. Mit ausgeschaltetem Panel benötigt das Testgerät im Leerlauf minimal 1,5 Watt, mit minimaler Helligkeit 2,2 Watt und bei voll aufgedrehtem Regler 7,5 Watt (inklusive Tastatur und WLAN).

Diese Werte kommen aber nur dann zustande, wenn sich das Tablet auch tatsächlich im Leerlauf befindet und keine Hintergrunddienste arbeiten. Die Tastatur macht etwa 0,1 – 0,2 Watt aus und die Hintergrundbeleuchtung zieht ebenfalls etwa 0,1 bis 0,2 Watt. Das WLAN Modem benötigt mit 0,3 bis 0,4 Watt etwas mehr, legt sich bei Nichtgebrauch aber relativ schnell wieder schlafen.

Microsoft Surface 3

Im Stresstest mit Furmark und Prime95 zeigt das Messgerät einen Verbrauch von 14,3 Watt an, was die Nennleistung des Netzteils mit seinen 13 Watt deutlich übersteigt. Eine übermässige Erhitzung bleibt hier aber mit maximal gemessenen 39,8 °C aus. Zudem wird ein solches Szenario in der Praxis kaum vorkommen, da das Tablet bei dieser Auslastung quasi nicht zu gebrauchen ist.

Messwerte
Energieverbrauch Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Display aus) 1,5 Watt
Leerlauf (minimale Displayhelligkeit, WLAN aus) 2,2 Watt 16:16 h
Helligkeitsstufe 5, mit Tastatur, WLAN an 4,5 Watt
max. Displayhelligkeit, mit Tastatur, WLAN an 7,5 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 150 cd/m²) 4,0 – 11,6 Watt 4:58 h
WLAN-Streaming (200 cd/m²), Zattoo/ Microsoft Edge 7,0 Watt 5:17 h
WLAN-Streaming (200 cd/m²), Zattoo App 5,9 Watt 6:29 h
Konvertierung mit Cyberlinks MediaEspresso 7 14,1 Watt
Stresstest (maximale Displayhelligkeit) 14,3 Watt 1:52 h

Die Laufzeittests habe ich alle mit angesteckter Tastatur und ausgeschaltetem WWAN durchgeführt. Mit WWAN-Modem oder ohne Tastatur können die Laufzeiten daher abweichen. In der Praxis erreicht das Testgerät mit meinen Einstellungen grob zwischen 5 und 6,5 Stunden Akkulaufzeit. Angepasste Apps können hier im Vergleich zu regulären Windows-Programmen oder Browser-Fenstern einen Verbrauchsvorteil und damit optimierte Akkulaufzeiten bieten.

Nutzt man zum Beispiel Zattoo für das TV-Streaming als App anstatt als Browser-Fenster (Microsoft Edge), so erreicht das Microsoft Surface 3 bei sonst gleichen Einstellungen eine über 1 Stunde längere Netzunabhängigkeit. Während sich die Akkulaufzeiten im Vergleich zum Dell Venue 10 Pro auf einem vergleichbaren Niveau bewegen, hält das Apple iPad Pro 9,7“ mit zum Beispiel über 9 Stunden beim WLAN-Test erheblich länger durch.

Microsoft Surface 3: Fazit

Das Microsoft Surface 3 ist sicherlich ein überaus gelungenes Microsoft Surface 3Vorzeige-Tablet, wenn es um Windows-Tablets mit Intel Atom-CPU geht. Das hervorragende Gehäuse, die umfangreiche Ausstattung und das sehr gute Display gefallen auf Anhieb.

Auch wenn es als Tablet bereits viele Möglichkeiten bietet, so fällt das Surface 3 schnell wieder auf eine Stufe mit der günstigen Konkurrenz zurück, wenn es um das Nutzen echter Windows-Programme geht.

Hierauf muss man zwangsweise oft zurückgreifen, da es vielfach keine schlanken und speziell angepassten Apps für die Kacheloberfläche, den Tabletmodus gibt. Kleine Auswahlfelder, schlechte Fingerbedienung und eine schwache Rechenleistung trüben dann die theoretischen Möglichkeiten des Multitools Surface 3 erheblich.

Microsoft Surface 3Ausgleichen kann man viele konzept- und softwarebedingten Nachteile durch den hervorragenden Stift und die brauchbare Tastatur. Dann hat man tatsächlich ein vielseitiges Convertible mit Digitizerfunktion zur Verfügung.

Leider gehören beide Features nicht zum Lieferumfang, was wiederum den eh schon nicht günstigen Basispreis weiter in die Höhe schnellen lässt. Unter dem Strich handelt es sich hier in der Testausstattung, um ein gutes Gerät, das es gegenüber der starken Konkurrenz allerdings nicht einfach haben dürfte.

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.