basICColor SQUID 3 mit Display 5 im Test

Die Alternative. X-Rites i1 Display Pro Colorimeter ist nicht nur im Original mit der bekannten iDisplay-Software erhältlich, sondern wird auch als OEM-Produkt bei Farbmanagementlösungen anderer Anbieter eingesetzt. Das deutsche Unternehmen basICColor ist eine solche Alternative und vertreibt sein Komplettpaket als SQUID 3 mit der hauseigenen basICColor Display-Software.

Als Komplettlösung für das Kalibrieren und Profilieren von Monitoren und Beamer tritt basICColors SQUID 3-Bundle in direkte Konkurrenz zu Datacolors Spyder 5 Pro/ Elite oder X-Rites i1 Display Pro und dessen verschiedene OEM-Abkömmlinge.

Dazu gehören zum Beispiel das noch in Restbeständen erhältliche QUATO Silver Haze 3, X-Rites Colormunki Display oder Calmans Spectracal C6. Das Bundle aus SQUID 3-Colorimeter (X-Rite i1 Display Pro) und basICColor Display 5.7-Software kostet derzeit etwa 237 Euro (inkl. MwSt) und bewegt sich damit preislich im unteren Drittel der oben genannten Konkurrenten. Die Software von basICColor ist sowohl am Mac als auch am Windows-PC einsetzbar.

basICColor SQUID 3: Funktionsumfang
  • Colorimeter basICColor SQUID 3 (angepasst für Wide-Gamut Monitore) für die Messung aller Monitore und Beamer
  • Software basICColor display zur messtechnischen Kalibrierung und Profilierung aller Monitore (LCD, Wide-Gamut-LCD, LED, Laptop) und Beamer
  • Vollautomatische Hardwarekalibrierung unterstützter Monitore
  • Lineare L*-Kalibration, Kalibrierung auf einen Gammawert und sRGB-Kalibrierung
  • Kalibrierung für Webdesign, Videoschnitt und medizinische Anwendung
  • Einstellmöglichkeiten für Weißhelligkeit, Schwarzhelligkeit und Kontrastverhältnis
  • Validierung des Kalibrations- und Profilierungsergebnisses (grafische und numerische Auswertung)
  • Messung des Umgebungslichtes und der Normlichtstation nach ISO 3664 und ISO 12646
  • Steuerung und Regelung der Beleuchtung von Normlichtstationen (geeigente Normlichtgeräte erforderlich)
  • Kalibrierung und Profilierung auch des Zweitmonitors
basICColor SQUID 3:  Lieferumfang & Handhabung

Im Lieferumfang befindet sich das Messgerät, eine Software-CD sowie eine kleine Schnellstartanleitung. Nach dem Installieren der Software wird das Colorimeter direkt erkannt und muss vor der ersten Benutzung mit einem Benutzerkonto bei basICColor registriert werden.

Danach gelangt man auf die Startseite, wo man bereits themenbezogene Profilierungseinstellungen angeboten bekommt. Wer hier lieber die Kontrolle behalten möchte oder seine Wünsche nicht vorfindet, hat alle Einstellmöglichkeiten im benutzerdefinierten Bereich zur Verfügung.

Die übersichtliche Benutzerführung stellt hier alle nötigen Informationen auf thematisch zusammengefassten Auswahl-Seiten dar. Diese sind nüchtern, funktionell gestaltet und beschränken sich auf die wichtigen Parameter. Hier hat man sich schnell durchgearbeitet und erreicht so mit wenigen Klicks den Button um die Profilierung zu starten. Nach etwa 2 Minuten Dauer ist der Vorgang relativ schnell abgeschlossen und endet mit der obligatorischen Profilerstellung sowie einer Werte-Übersicht.

Vom Funktionsumfang her bewegt man sich bei der basICColor-Lösung auf einem ähnlichen Niveau wie Datacolor mit der Elite-Software oder QUATO mit iColorDisplay. Was einem eher zusagt ist daher eher eine Frage der persönlichen Vorlieben. Die basICColor Display 5 Software ist alternativ auch ohne Messgerät erhältlich und kostet dann knapp 120 Euro als Einzellizenz. Unterstützt wird eine Vielzahl von Colorimetern, aber noch lange nicht alle.

Testumfeld Colorimeter

Getestet habe ich X-Rites Colormunki Smile, Quatos Silver Haze 3 und Silver Haze Pro, X-Rites i1 Pro 2, Datacolors Spyder 5 und Spyder 4. Nicht erkannt wurden die beiden Quato-Modelle und der Colormunki Smile.

Eine vollständige Liste der unterstützten Messgeräte findet man auf der Herstellerseite. Umgekehrt lässt sich das SQUID 3 Colorimeter zwar auch mit Spectracals Colormatch-Software nutzen, verweigert aber den Dienst mit X-Rites iDisplay oder Quatos iColorDisplay.

basICColor SQUID 3: Testverfahren

Wie auch bei den bereits durchgeführten Colorimeter-Tests kommt als Testobjekt ein 2013er 15“ MacBook Pro mit Retina Display zum Einsatz. Als Profilierungsziel habe ich wieder die sRGB-Tonwertkurve, maximale Displayhelligkeit, Gamma 2.2 und den Weißpunkt bei 6500K gewählt. Somit sind die Testergebnisse vergleichbar und geben einen Ausblick auf die zu erwartende Profilqualität.

Das erstellte Profil wird im Nachgang als aktives Profil am Mac mit Calmans Colormatch-Software und dem Spekralfotometer X-Rite i1 Pro 2 nachgemessen. Hier erhält man Informationen über die Farbgenauigkeit, aber auch über die maximale Helligkeit, den Schwarzwert und somit dem Kontrast.

Die Farbraumabdeckung im Vergleich zum sRGB1966- und AdobeRGB98-Farbraum wird mit dem Tool Argyll überprüft. Hier werden die 3D-Modelle der jeweiligen Profile übereinandergelegt und dadurch eine prozentuale räumliche Schnittmenge errechnet.

Basiccolor04 Kopie

basICColor SQUID 3: Ergebnisse
Colorimeter durchschnittliches DeltaE 2000 maximales DeltaE 2000
Quato Silver Haze Pro (X-Rite DTP94) 2,3 4,3
Datacolor Spyder 5 1,5 2,8
X-Rite Colormunki Smile 1,3 2,6
basICColor SQUID 3 1,5 3,6

Mit einem durchschnittlichen DeltaE 2000 (Abweichung vom Ideal, je weniger desto besser) von 1,5 und einem maximalen DeltaE 2000 von 3,6 bewegen sich beide Ergebnisse deutlich unter den vorgegebenen Grenzen. Farbabweichungen sollten daher auch bei diesem Profil kaum zu erkennen sein. Vom subjektiven Eindruck her zeigt sich das Ergebnis etwas wärmer als beim Quato Silver Haze Pro und beim Colormunki Smile.

Colorimeter sRGB AdobeRGB
Quato Silver Haze Pro (X-Rite DTP94) 92 % 60 %
Datacolor Spyder 5 95 % 71 %
X-Rite Colormunki Smile 93 % 60 %
basICColor SQUID 3 94 % 60 %

Beim Vergleich mit den Testfarbräumen sRGB1966 und AdobeRGB98 reiht sich das SQUID 3 auf dem Niveau von Quato und Colormunki ein. Vor allem bei der Wiedergabe des AdobeRGB-Farbraums hat Datacolors Spyder 5 klar die Nase vorn.

basICColor SQUID 3: Fazit

Das basICColor SQUID 3 Bundle mit Display 5-Software liefert basiccolor Squid 3 sehr gutes Testergebnisim Test ein gelungenes Gesamtpaket ab. Der Funktionsumfang ist groß und die Software lässt sich intuitiv und einfach bedienen. Das beim Profilieren erzielte Ergebnis liefert eine hohe Farbtreue und eine gute Farbraumabdeckung ab.

Die Unterschiede zu den bisher getesteten Konkurrenten sind gering und zeugen von einer generell hohen Leistungsdichte. Hier entscheiden letztlich die Software, die persönlichen Anforderungen und natürlich auch der Preis.

basICColors SQUID 3 Bundle ist auf der Herstellerseite erhältlich: Produktseite basICColor SQUID 3

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

10 Gedanken zu „basICColor SQUID 3 mit Display 5 im Test

  • 8. Dezember 2016 um 19:06
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    Hallo. Ich habe einen NEC MultiSync P221W Monitor. Dieser ist in der Liste der hardwaremäßig kalibrierbaren Monitore bei SQUID 3 aufgeführt. Habe ich damit gegenüber Spyder 5 ohne Hardwarekalibrierung einen Vorteil???

    • 8. Dezember 2016 um 21:03
      Permalink

      Hi Tom, grundsätzlich hat eine Hardwarekalibrierung den Vorteil, dass die Korrekturwerte nicht in einem separaten Profil auf dem jeweiligen Rechner, dem LookUpTable des Grafikchips, sondern direkt im Monitor abgespeichert werden. Der Umweg über Grafikchip, Profil und Softwaretool zum Laden des Profils entfällt dann. Wie gut das jetzt mit Squid 3 und dem NEC Multisync P221W funktioniert, bzw. ob das Ergebnis tatsächlich besser ist, als mit der Spyder-5-Lösung, die eine Softwareprofilierung vornimmt, kann ich nicht sagen. Hast du schon einen Spyder und überlegst zum Squid zu wechseln? Oder stehst du noch vor der generellen Entscheidung einer Anschaffung?

  • 9. Dezember 2016 um 00:01
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    Ich habe noch einen uralten Spyder3. Möchte also so oder so etwas Neues. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass die Hardware-K. tiefer greifen könnte als nur Software-K.. Aber so genau ist mir das nicht mehr present. Auf jeden Fall kostet das zum Monitor passende Hardware-K.-Programm von NEC etliche Tausend EUR und ist damit für mich nicht in Frage kommend.

    • 9. Dezember 2016 um 20:28
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      Preislich liegen die beiden Varianten ja nicht so weit auseinander, wenn man die Elite-Version des Spyder 5 zugrunde legt. Von daher kann man mit dem Squid eigentlich nichts falsch machen. Grundsätzlich ist aber auch der Spyder 3 kein schlechtes Colorimeter. Hast du mal versucht die freie Software Displaycal 3 zu nutzen? Hat einen sehr großen Funktionsumfang, erfordert aber etwas Einarbeitung. Bevor man hier an eine Neuanschaffung denkt, sicherlich mal einen Versuch wert.

  • 14. Dezember 2016 um 19:28
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    Bis jetzt habe ich die dem Spyder 3 beiliegende Software verwendet. Allerdings ist mein Gerät inzwischen mindestens 7 Jahre oder mehr alt (ich kann nicht mehr sagen, ob ich ihn neu oder gebraucht gekauft hatte). Allerorten liest man ja, dass die dort eingebauten Filter mit den Jahren nachlassen. Ich habe vor allem den Eindruck, dass Grün- und Orangetöne nicht mehr korrekt angezeigt werden.

    Blieben die Werte, die hardwaremäßig im Monitor durch SQUID 3 abgelegt werden auch beim Hochfahren mit Linux, ich habe ein Dual-Boot-System, erhalten?

    • 16. Dezember 2016 um 17:13
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      Klar nach 7 Jahren kann das durchaus möglich sein. Die neueren Geräte sollen deutlich haltbarer und damit auch langlebiger sein. Zu Dualboot: Hm, ich fürchte das dürfte nicht der Fall sein. Da ja Grafikkarte und Monitor deines Hauptsystems bei der Hardware-Kalibrierung quasi direkt aufeinander abgestimmt wurden. Unter Linux fehlt diese Abstimmung und die Darstellung wird abweichen. Es dürfte aber eigentlich kein Problem sein auch für das Linux-System eine Hardwarekalibrierung per Argyll CMS durchzuführen. In dem Fall kann ich dir aber leider nicht weiterhelfen.

  • 30. März 2018 um 17:51
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    Hallo Tobias,
    was bedeutet denn die zweite Tabelle mit den Prozentanaben eigentlich genau?
    Können die Kalorimeter größere Farbräume als sRGB gar nicht erkennen? Ich habe eine iMac 5K der hat DCI-P3. Kann der garnicht erkannt werden?

    • 30. März 2018 um 17:56
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      Doch klar, die Colorimeter kommen natürlich auch mit größeren Farbräumen zurecht. Die Ergebnisse beziehen sich auf das Testgerät Apple 15 Zoll MacBook Pro Late 2013 mit Retina-Display. Die Tabelle dient quasi dazu die Unterschiede der Profilierungsergebnisse darzustellen.

      • 30. März 2018 um 19:07
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        bedeutet das im Umkehrschluss, dass das Apple 15 Zoll MacBook Pro Late 2013 nach Profilierung mit Spyker 5 nur max. 71% der AdobeRGB-Raumes darstellen kann?

        • 31. März 2018 um 09:55
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          Wieso „nur“ 71 Prozent? Das ist im Notebookbereich ein sehr guter Wert für den AdobeRGB-Farbraum. An den Gittermodellen kann man schön sehen in welchen Bereichen das Display in die Knie geht.

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