Asus ZenBook Flip 13 UX363EA im Test

Leistung

Asus bietet das ZenBook Flip 13 hierzulande zum Testzeitpunkt ausschließlich mit dem Intel Core i7-1165G7 an. Verfügbare Konfigurationen unterscheiden sich daher vornehmlich bezüglich der Display- und Massenspeicher-Ausstattung.

Das Testgerät verfügt neben der Tiger-Lake-CPU mit integrierter Intel Iris Xe-Graphics über 16 GB LPDDR4-RAM und ein 1-TB-Solid-State-Drive.

Prozessor – Intel Core i7-1165G7

Der Intel Core i7-1165G7 verfügt über 4 Rechenkerne, kann 8 Threads gleichzeitig abarbeiten und erreicht eine Taktfrequenz von bis zu 4,7 GHz. Die Verlustleistung darf sich laut Intel im Bereich zwischen 12 Watt und 28 Watt bewegen.

Bei den Benchmarks zeigt sich, dass der Intel Core i7-1165G7 eine sehr hohe Single-Thread-Leistung abliefert. Beim Geekbench 5 erzielt das Testgerät in diesem Szenario zum Beispiel 1.484 Punkte und beim Cinebench R15 199 Punkte.

Nicht ganz so spektakulär, aber dennoch gut, präsentiert sich die Leistungsfähigkeit bei kürzeren Multi-Thread-Einsätzen. Hier reicht es beim Geekbench 5 für 5.107 Punkte oder beim Cinebench R23 für 4.801 Punkte.

Dauerlast-Performance

Bei länger anhaltenden Multi-Thread-Einsätzen ist zu beobachten, dass Asus die maximale Verlustleistung nur für einen relativ kurzen Zeitraum von etwa 1 Minute ausschöpft. Danach sinkt die Leistungsaufnahme stetig, um im weiteren Verlauf bei etwa 12 Watt zu verharren. Beim Geekbench-CPU-Stresstest bedeutet das ein Absinken des anfänglichen Testergebnisses von 15.577 Punkten auf etwa 11.000 Punkte ab dem 5. Durchlauf.

Mit einem überdurchschnittlich hohen Leistungsabfall muss man darüber hinaus insbesondere dann rechnen, wenn CPU und GPU gleichzeitig gefordert werden. In einem solchen Szenario bricht die CPU-Leistung auf unter 50 % ein.

Der guten Leistungsfähigkeit bei kurzen Lastanforderungen, steht somit ein deutlicher Leistungsabfall bei länger anhaltenden Rechenlasten oder gleichzeitiger Grafik- und Prozessorlast gegenüber. Asus setzt bei seinem Convertible somit den Schwerpunkt weniger im Bereich der maximalen Leistungsfähigkeit, sondern vielmehr in den Bereichen Stromsparen und niedrige Emissionen.

 

Grafik – Intel Iris Xe Graphics (96 EUs)

Die im Intel Core i7-1165G7 integrierte Intel Iris Xe Graphics kann im Vergleich zur Vorgängerlösung Intel Iris Plus Graphics 940 deutliche Verbesserungen vorweisen. Sie verfügt nun über 96 Ausführungseinheiten, profitiert vom effizienteren 10nm-SuperFin-Fertigungsverfahren und verträgt LPDDR4-4267-Arbeitsspeicher.

Bei den Benchmarks führt das zu so guten Ergebnissen, dass in vielen Fällen dedizierte Einsteigergrafikchips wie Nvidias Geforce MX 350 geschlagen werden können. Damit verfügt sie über eine für geringe Ansprüche durchaus respektable Spieletauglichkeit. Beim 3DMark Night Raid erzielt das Testgerät 13.099 Punkte und beim Unigine Heaven Basic 81 fps.

Weitere Fähigkeiten wie der Multimonitorbetrieb, Intel Quick Sync Video oder GPGPU-Beschleunigung komplettieren die guten Eigenschaften.

Massenspeicher – WDC PC SN730 1 TB

Das im Testgerät eingesetzte WDC-PC-SN730-Solid-State-Drive verfügt über eine praxisgerechte Kapazität von 1 TB brutto. Dazu gesellen sich flotte Lese- und Schreibraten von über 3.000 MB/s. Im Praxisbetrieb sind hier keine Performanceabstriche spürbar.

Leistung

Systemleistung

Die Systemleistung ordnet sich dank ausgewogener Komponenten-Zusammenstellung, hoher Speicherleistung und solider Rechen- und Grafikleistung im überdurchschnittlichen Bereich ein. Lediglich die DCC-Wertung fällt etwas ab, da der Bereich Rendern und Visualisieren etwas mehr CPU-Leistung vertragen könnte. Die Speicherleistung setzt sich dagegen sogar an die Spitze der bisher getesteten Systeme.

Abgesehen von leistungshungrigen 3D-Aufgaben wie Spiele oder CAD, ist das Asus ZenBook Flip 13 somit für viele Aufgaben sehr gut gerüstet.

 

Benchmarkergebnisse im Überblick
Asus ZenBook Flip 13 UX363EA 16 GB RAM & PCIe-SSD
Prozessor  Single-Core  Multi-Core
Cinebench R15 64 bit 199 cb 774 cb
Cinebench R23 64 bit 1.392 Punkte 4.801 Punkte
Geekbench 3.3.0 64 bit 5.125 Punkte 19.041 Punkte
Geekbench 5 64 bit 1.484 Punkte 5.107 Punkte
System Single-Core Multi-Core
Geekbench 4 Speicherleistung 5.722 Punkte 7.917 Punkte
PCMark 8 Home 4.359 Punkte
PCMark 10 4.752 Punkte
Digital Content Creation 4.306 Punkte
Massenspeicher Lesen Schreiben
Crystal Disk Mark QD32 3.087 MB/s 3.091 MB/s
Crystal Disk Mark sequ. 1.964 MB/s 1.937 MB/s
Crystal Disk Mark 4k 35 MB/s 144 MB/s
Grafik HD Basic HD+ Extreme
Unigine Heaven 4.0 81 fps 22 fps
Cinebench R15 OpenGL 99 fps
Night Raid – 3DMark 13.099 Punkte
Time Spy – 3DMark 1.598 Punkte
Casual Gaming – PCMark 8 81 fps
CPU-Vergleichswerte CPU-Benchmarkliste
GPU-Vergleichswerte GPU-Benchmarkliste
CAD-Vergleichswerte CAD-Benchmarkliste
Emissionen
Betriebsgeräusch

Während Leistungsfetischisten beim Asus ZenBook Flip 13 UX363EA keine Bestwerte erwarten dürfen, werden geräuschempfindlichere Naturen im Gegenzug mit einem überaus zurückhaltendem Betriebsgeräusch entlohnt.

In vielen weniger fordernden Einsatzszenarien wie Internetsurfen, Mail-Korrespondenz, Textverarbeitung, Bildbearbeitung oder Video-Streaming bleibt das Testgerät die meiste Zeit über lautlos. Erst bei rechenintensiven Berechnungen erzeugt der Lüfter einen Schalldruckpegel von 30,7 dB(A) der sich hin und wieder phasenweise auf 33,8 dB(A) erhöhen kann.

Lauter wird das ZenBook Flip 13 nicht. Zudem zeigt sich die Lüftercharakteristik mit ihrem sonoren Klang sehr unaufdringlich. Hochfrequente oder sonstige störende Nebengeräusche hat das Testgerät nicht erzeugt.

Messergebnisse
Emissionen – Asus ZenBook Flip 13 UX363EA Schalldruckpegel
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) lautlos
Büro (PCMark 8 Battery Test, 202 cd/m², ausbalanciert) lautlos
WLAN-TV-Streaming (202 cd/m², ausbalanciert) lautlos
Video-Wiedergabe (202 cd/m², ausbalanciert) lautlos
Cinebench 30,7 – 33,8 dB(A)
Geekbench Stresstest 30,7 – 33,8 dB(A)
Unigine Heaven 30,7 – 33,8 dB(A)
Stresstest (maximale Displayhelligkeit) 30,7 – 33,8 dB(A)
Hochfrequente oder störende Nebengeräusche nein
Messgerät: PCE 322A 
Hitzeentwicklung

Dass die Oberfächentemperaturen selbst bei Dauerlast nicht aus dem Ruder laufen, dürfte auch der limitierten Verlustleistung zu verdanken sein. Nach einer Stunde Volllast erwärmt sich das Gehäuse im Tastaturbereich auf gerade mal 42,7 °C. Das Netzteil wird 37,1 °C warm.

Lediglich am Unterboden ist ein kleiner Hotspot mit 52,3 °C festzustellen, der dann auch gut spürbar ist. Relevante Einschränkungen dürften im Praxisbetrieb aber nicht zu erwarten sein.

Stromverbrauch
Leistungsaufnahme

Das Testgerät verbraucht zwischen 1,8 Watt im Leerlauf (Display aus, Energiesparprofil, Funk an) und kurzzeitigen 53,1 Watt beim CPU-Stresstest (Display maximale Helligkeit, Höchstleistungsprofil, Funk an).

Beim WLAN-TV-Streaming benötigt das Convertible 7,3 Watt und bei der Video-Wiedergabe kommt es mit 5,6 Watt aus (beide mit 202 cd/m², ausbalanciertes Profil, Funk an). Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 65 Watt ausreichend dimensioniert und bietet dadurch genügend Reserven.

Messungen
Energieverbrauch – Asus ZenBook Flip 13 UX363EA Leistungsaufnahme Akkulaufzeit
Leerlauf (Energiesparmodus, Display aus) 1,8 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, minimale Displayhelligkeit) 3,9 Watt
Leerlauf (Energiesparmodus, maximale Displayhelligkeit) 6,0 Watt
Büro (PCMark 8 Battery Test, 202 cd/m², ausbalanciert) 4:17 Std.
Büro (PCMark 10 Battery Test Modern Office, 202 cd/m², ausbalanciert) 11:52 Std.
Video-Wiedergabe (202 cd/m²) 5,3 – 5,6 Watt 14:31 Std.
WLAN-TV-Streaming (202 cd/m²) 7,3 Watt 11:11 Std.
Geekbench Stresstest 53,1 – 38,8 Watt
Unigine Heaven 39,6 – 28,6 Watt
Stresstest Unigine Heaven & Geekbench 43,4 – 33,7 Watt
Leerlauf Akku-Ladezeit (202 cd/m²) 5 % – 100 % 2:01 Std.
Leerlauf Akku-Ladezeit (202 cd/m²) 5 % – 90 % 1:29 Std.
Leerlauf Akku-Ladezeit (202 cd/m²) 5 % – 20 % 0:15 Std.
67-Wh-Lithium-Ionen-Akku, tatsächliche Testkapazität 67 Wh, 65-Watt-Netzteil, Messgerät: Gossen Metrahit Energy
Akkulaufzeiten

Für tatsächlich lange Akkulaufzeiten sorgt neben der geringen Leistungsaufnahme schließlich der mit 67 Wh recht üppig dimensionierte Akku. Viele Konkurrenten müssen dagegen in der Regel mit 50 – 60 Wh auskommen. Im Ergebnis gelingt es der Kombination unter praxisnahen Bedingungen locker die 11-Stunden-Grenze zu überschreiten. Bei der Video-Wiedergabe sind sogar über 14 Stunden möglich.

Leistungsfähigkeit im Akkubetrieb

Eine wirklich einschränkende Leistungsreduzierung findet im Akkubetrieb nicht statt. Mit minimal 82 % kann man hier auf einen hohen Anteil der im Netzbetrieb verfügbaren Leistungsfähigkeit zurückgreifen.

Stromverbrauch

Akkuladezeiten

Für das vollständige Aufladen des Akkus von 5 % auf 100 % benötigt das Testsample 2:01 Stunden. Das entspricht dem, was viele Konkurrenten in etwa auch bieten. Nach 1:29 Stunden sind bereits wieder 90 % abrufbar.

Asus ZenBook Flip 13

Asus ZenBook Flip 13 UX363EA: Fazit

Das Convertible Asus ZenBook Flip 13 UX363EA ist ein Bewertungüberaus gelungenes und besonders funktionsreiches Mobilgerät. Neben dem 360-Grad-Scharnier, sorgen auch die zusätzlichen Eingabemöglichkeiten per Finger, Stift und NumberPad für ein willkommen erweitertes Einsatzspektrum.

Ansonsten gefällt das Testgerät mit seinem stabilen Metallgehäuse, einem geringen Gewicht, einem farbstarken Display, ausdauernden Akkulaufzeiten, geringen Emissionen und einer standesgemäßen Ausstattung.

Schade nur, dass Asus keine Verwendung mehr für ein Speicherkarten-Lesegerät, einen separaten Netzanschluss oder einen direkt am Gehäuse platzierten 3,5-mm-Klinke-Anschluß sieht. Alles nicht tragisch, hätte aber für ein gewisses i-Tüpfelchen sorgen können.

Ebenfalls beeinträchtigend, könnten manche Nutzer die stark spiegelnde Display-Oberfläche oder den nah am USB-Port platzierten Ein-Aus-Schalter bewerten. Wieviel Gewicht diese Kleinigkeiten erhalten, dürften Nutzer sicherlich unterschiedlich bewerten.

Unter dem Strich liefert Asus mit dem ZenBook Flip 13 jedenfalls ein sehr gutes Convertible ab, das insbesondere mit seinem hervorragenden OLED-Display und seinen überdurchschnittlich guten Mobilitäts-Eigenschaften überzeugt.

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Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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