ARM Cortex A76: Die effiziente Alternative?

ARM für Windows. Der ARM Cortex A76 soll sich zukünftig in Windows-Notebooks deutlich besser gegenüber Intel und AMD behaupten können. Insbesondere in schlanken Subnotebooks mit besonders mobiler Ausrichtung könnte das gut gelingen.

Das, "was der ARM-Architektur schon seit Jahren im Smartphone- und Tablet-Bereich gelingt, will man nun verstärkt auch auf besonders mobil ausgerichtete Laptops übertragen: Eine stetig verbesserte Leistung bei gleichbleibendem oder sogar verringertem Stromverbrauch. Die Laufzeiten von mehr als 20 Stunden der ersten Generation von Always-Connected-Laptops will ARM beibehalten und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit deutlich steigern.

Bild ARM: ARM Cortex A76

ARM Cortex A76: Zielrichtung Windows 10

Als Hauptkonkurrenten sieht ARM zum Beispiel den Intel Core m3-7Y30 oder den Intel Core i7-7Y75 die beide mit einer typischen Verlustleistung von 4,5 Watt (7 Watt TDP up & 3,5 Watt TDP down) aufwarten. Hier hat man derzeit noch den kleinen Vorteil, dass diese besonders sparsamen und ebenfalls passiv kühlbaren Modelle noch der 7. Prozessorgeneration angehören und bislang nicht aktualisiert wurden.

Von der Neuentwicklung des ARM Cortex A76 könnten neben zukünftigen Modellserien auch die bereits erhältlichen Chromebooks oder die Always-Connected-Laptops profitieren. Apple ist ebenfalls seit längerem im Gespräch und Teil der Gerüchteküche, wenn es um einen anstehenden Architekturwechsel geht.

Damit man Intel eine ernstzunehmende Alternative entgegenstellen kann, wird der neue ARM-Cortex-A76-Prozessorkern im 7-nm-Verfahren gefertigt, soll mehr als 3 GHz Taktfrequenz erreichen können und über eine deutlich gesteigerte Gleitkomma-Performance verfügen. ARM nennt hier eine Leistungssteigerung von 35 % und eine verbesserte Effizienz von 40 % im Vergleich zum ARM Cortex A75. Leider gibt ARM in der Geekbench-Grafik die Ergebnisse nicht in Punkten an. Scheut man hier dann doch den direkten Vergleich mit Intel?

Bild ARM: ARM Cortex A76

ARM Cortex A76: Aufbau

Bis zu vier A76 Kerne können auf einem Cluster zusammengefasst werden. ARM selbst empfiehlt die Kombination mit Cortex-A55-Kernen in einer DynamIQ-big.LITTLE-Konfiguration. Mit 5 Watt könnte so ein SoC auskommen. Wieviele und welche Prozessorkerne letztlich in einem SoC kombiniert werden, obliegt dem jeweiligen Hersteller. ARM liefert hier wie gehabt die Architektur und lässt ansonsten recht weitreichende Freiheiten zu.

Bild ARM: ARM Cortex A76

Das Gesamtpaket wird durch den neuen Grafikkern ARM Mali G76 und den Videoprozessor ARM Mali V76 komplettiert. Auch bei der Grafikeinheit wird die Leistungssteigerung nicht konkret publiziert. Nichts verändert hat ARM an der hohen Funktionsvielfalt der SoCs: Mit integriert sind hier Fähigkeiten wie 5G-LTE, MU-MIMO-AC-WLAN, Bluetooth, GPS oder ein 8k-UHD-Videodecoder.

Bild ARM: ARM Cortex A76

ARM Cortex A76: Umsetzung

Wie sich der neue ARM Cortex A76 tatsächlich schlagen wird, hängt von der Umsetzung der SoC-Produzenten und der finalen Implementierung durch die jeweiligen Notebookhersteller ab. Während die Leistungsfähigkeit auch nach diesem Upgrade weit von den aktuellen Core-i-CPUs der Kaby-Lake-Refresh-Generation entfernt liegen dürfte, könnte sich eine solche Lösung zumindest in besonders mobil ausgerichteten Laptops ein Plätzchen ergattern.

Quelle: ARM Pressemitteilung, ARM Processors Blog

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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