Lenovo ThinkPad T14s Gen.1 AMD (Ryzen 5 Pro 4650U) im Test

Leistung

Lenovo stattet die AMD-Variante des ThinkPad T14s mit AMDs Ryzen 5 Pro 4650U oder AMD Ryzen 7 Pro 4750U aus. Als Grafiklösung kommt immer die in der jeweiligen CPU integrierte Grafikeinheit zum Einsatz. Eine dedizierte GPU ist für dieses Modell nicht vorgesehen. Der Dual-Channel-Arbeitsspeicher ist immer fest verlötet und wird mit Kapazitäten von bis zu 32 GB ausgeliefert. Im Online-Konfigurator bietet Lenovo Opal-2.0-Massenspeicher mit einer Kapazität von bis zu 1 TB an.

Prozessor – AMD Ryzen 5 Pro 4650U

Der AMD Ryzen 5 Pro 4650U entspricht von der Leistungssektion her dem konventionellen AMD Ryzen 5 4600U, grenzt sich aber insbesondere durch für den Business-Bereich wichtige Management- und Sicherheitsfunktionen von diesem ab.

Der Sechskerner kann 12 Threads gleichzeitig abarbeiten, Taktraten von bis zu 4,0 GHz erreichen und auf einen L3-Cache von 8 MB zurückgreifen. Die Standard-Leistungsaufnahme gibt AMD mit 15 Watt an und die Kerntemperatur darf bis zu 105 °C erreichen.

Im Test zeigt die CPU wieder einmal, dass AMDs Renoir-Familie in der 15-Watt-Klasse leistungsmäßig aktuell das Maß der Dinge darstellt. Beim Cinebench R15 64 bit Single-Thread-Test erzielt die Testkonfiguration 177 Punkte und beim Multi-Thread-Test 1.050 Punkte.

Damit kommt sie nicht nur sehr dicht an den AMD Ryzen 7 4700U im HP ProBook 455 G7 heran, sondern kann sich deutlich vom Intel Core i7-1065G7 im Dell XPS 13 9300 oder im HP Spectre X360 13 absetzen.

Leistung

Unter Dauerlast gelingt es dem ThinkPad T14s trotz überaus zurückhaltender Lüftertätigkeit die hohe Leistungsfähigkeit beizubehalten. Mit durchschnittlich 19.300 Punkten beim Geekbench-CPU-Stresstest ordnet sich diese Lösung im Spitzenfeld ein.

Leistung

Grafik – AMD Radeon Graphics (6 GPU-Kerne)

Die im AMD Ryzen 5 4650U integrierte AMD Radeon Graphics greift auf 6 GPU-Kerne zurück, die mit einer Taktrate von bis zu 1.500 MHz arbeiten. Im Ergebnis handelt es sich hier um eine leistungsstarke Prozessorgrafik, die nicht nur bis zu 4 Bildschirme gleichzeitig ansteuern, sondern sogar 5k-Displays mit 60 Hz betreiben kann.

Nvidias dedizierte Geforce MX 350 aus dem Lenovo Yoga Slim 7 14IIL05 kann im Vergleich, wenn überhaupt, nur marginale Vorteile verbuchen. Dass Lenovo hier auf den Einsatz einer solchen Lösung verzichtet, ist also gut zu verschmerzen.

Beim 3DMark Night Raid erzielt die Testkonfiguration 10.865 Punkte und beim 3DMark Time Spy 969 Punkte.

Leistung

Massenspeicher – Samsung PM981

Als Massenspeicher kommt im Testgerät Samsungs M.2-PCIe-Laufwerk PM981 mit einer Kapazität von 256 GB brutto zum Einsatz. Das reicht für das Betriebssystem, einige Programme und Dateien sicherlich gut aus, dürfte auf Dauer aber etwas knapp ausfallen. Im Konfigurator bietet Lenovo Alternativen mit 512 GB für 58 Euro und 1 TB für 155 Euro an.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des Testlaufwerks zeigt sich mit bis zu 1.810 MB/s beim Lesen und 1.672 MB/s beim Schreiben (beides QD32) praxisgerecht aufgestellt.

Leistung
Emissionen

Das Lenovo ThinkPad T14s ist ein sehr leises Arbeits-Laptop. Bei vielen weniger fordernden Aufgaben bleibt der Lüfter aus oder dreht mit besonders niedriger Drehzahl. Selbst unter anhaltender Volllast zeigt sich der Lüfter sehr zurückhaltend.

Im Test erzeugt das T14s Schalldruckpegel zwischen 26,2 dB(A) und 29,8 dB(A). Hochfrequente oder sonstige störende Nebengeräusche sind beim Testgerät nicht aufgetreten. Der Lüfter ändert seine Drehzahlen langsam und gleichmäßig.

Trotz sehr leisem Lüfter steigen die Gehäusetemperaturen selbst unter Volllast nicht über die 50-Grad-Marke hinaus. Mit 49,9 °C zwischen Tastatur und Bildschirm oder 47,4 °C am Unterboden muss man im Praxisbetrieb keine relevanten Einschränkungen befürchten.

Stromverbrauch

Die Testkonfiguration zeigt sich in allen Bereichen sehr genügsam. Die gemessenen Leistungsaufnahme bewegt sich zwischen 2,6 Watt (Leerlauf, Display aus) und 31,7 Watt (kurze Lastspitze im Stresstest, Display maximale Helligkeit). Das im Testgerät eingesetzte Low-Power-Display zeigt sich mit einem Verbrauch von maximal 3,7 Watt sehr genügsam.

Das Netzteil ist mit einer Nennleistung von 65 Watt spezifiziert und bietet damit großzügige Reserven.

Die Akkulaufzeiten profitieren einerseits von den genügsamen Verbrauchswerten und andererseits von einem etwas üppiger als sonst bemessenen Akku. Mit einer Kapazität von 57 Wh endet die Video-Wiedergabe nach 9:27 Stunden, das WLAN-TV-Streaming läuft 9:10 Stunden lang und der PCMark 8 Battery Test erreicht 5:47 Stunden.

Für das komplette Aufladen des Akkus muss man etwa 2:10 Stunden (5 % – 100 %) einplanen.

Lenovo ThinkPad T14s Gen.1 AMD: Business-Laptop.

Lenovo ThinkPad T14s Gen.1 AMD: Fazit

Lenovo hat mit dem ThinkPad T14s Gen.1 AMD ein sehr gutes BewertungArbeits-Laptop im Programm. Ganz im Sinne der renomierten ThinkPad-Tradition bekommen Kunden hier ein sehr gutes Gehäuse, hervorragende Eingabegeräte, eine umfangreiche Ausstattung, ein tolles Display und ausdauernde Akkulaufzeiten geboten.

Dass die hohe Leistungsfähigkeit des Renoir-Sechskerners nicht zu Lasten der Emissionen geht, zeugt auch in der Leistungssektion von einem hervorragenden Gerätekonzept. Das Wenige, was man der Testkonfiguration vielleicht vorwerfen könnte, ist meist im Lenovo-Konfigurator einfach behebbar.

Lediglich ein 4k-Display und Thunderbolt 3 bleiben leider der Intel-Variante vorbehalten. Auch das sehr ungünstig platzierte Speicherkarten-Lesegerät schränkt ein. Trotz dieser kleinen Makel bekommen Anwender mit dem ThinkPad T14s Gen.1 AMD eine sehr attraktive Zusammenstellung geboten, die auch preislich überzeugt.

Die von Haus aus bereits statusgerecht gewährte Herstellergarantie kann zudem recht preiswert den eigenen Bedürfnissen nach erweitert werden.

Leihsteller des Testgeräts: Lenovo Deutschland

Dokumente: Handbuch, PSREF, Datenblatt, Hardware Maintenance Manual

Tobias Winkler

Neben zahlreichen Artikeln, die ich seit 2009 für Notebookjournal, PRAD und Notebookcheck verfasst habe, setze ich nun beim Projekt Notebooks & Mobiles meine eigenen Vorstellungen von einer Testplattform um. Ich habe Spaß am Schreiben, an mobiler Technik und allem was dazugehört.

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